Bewerbung: Das gelungene Vorstellungsgespräch
Nervosität und Unsicherheit ade. Zwei Personalchefs und eine Bewerberin geben Tipps und zeigen, wie man in Vorstellungsgesprächen die Nerven behält und gut auftritt.
Sandra Meyer sucht einen neuen Arbeitsplatz. Die 22-Jährige ist ausgebildete Bürokauffrau und bereitet sich auf ihr mittlerweile zehntes Bewerbungsgespräch vor. Seit etwa drei Monaten sucht sie eine neue Stelle. Mittlerweile hat sich Routine eingestellt. Sicherer sei sie geworden, sagt die junge Frau. "Ich habe keine Angst davor, mich einem neuen Arbeitgeber vorzustellen." Trotzdem fließt beim Gedanken an das Bewerbungsgespräch Adrenalin durch ihren Körper. Auch wenn der schwarze Hosenanzug mit dem blauen Hemd perfekt sitzt, den kritischen Blick in den Spiegel kann sich die Jobsuchende doch nicht verkneifen. Wirkt sie offen und sympathisch? Stimmt die Artikulation? Kommt das Auftreten selbstbewusst und freundlich, aber nicht zu forsch rüber? Wenn das Gespräch dann losgehe, verwerfe sie alle diese Fragen und sei nur noch sie selbst, sagt Sandra Meyer. Dann laufe es meist sehr gut. Sicherheit gebe ihr, zu wissen, dass sie sich intensiv auf jedes Jobinterview vorbereite.
Dass sich Bewerber vorbereitet haben und entsprechend sicher auftreten, sei nicht selbstverständlich, sagt Ralf Dassau, der als Human Resources Manager bei einem internationalen Brauereiunternehmen arbeitet. Er wünscht sich mehr solcher Bewerberinnen wie Sandra Meyer. "Ich habe ein Problem damit, wenn ich merke, dass ein Bewerber gar nicht wirklich bei uns arbeiten möchte und man ihm dies auch anmerkt", sagt der Personalmanager. Dabei kennt er diese Situation selbst sehr gut. Zu Beginn seiner Karriere versuchte auch er, einfach nur den Einstieg ins Berufsleben zu finden und bewarb sich wahllos. Der Erfolg blieb aus. Heute rät er davon ab, Bewerbungen zu breit zu streuen. Für sinnvoll hält er fokussierte, individuelle Bewerbungen, keine seriellen.
In den Bewerbungsgesprächen versucht der Personaler herauszufinden, ob die Kandidaten sich auch mit Fragen nach den eigenen beruflichen Wünschen auseinandergesetzt haben. Ob ein Bewerber zu den Werten des Konzerns passt und sich ins Unternehmen einbringe, seien ebenfalls entscheidende Kriterien.
Und auch das äußerliche Erscheinungsbild spiele eine Rolle, sagt Dassau. Der Personaler achtet darauf, ob der Anzug sitzt und ob die Haltung des Kandidaten aufrecht oder unsicher und verkrampft sei. Zu lässige Kleidung falle ihm eher negativ auf. Insbesondere, wenn es um gehobene Positionen geht. Ein Bewerber müsse sich vor dem Gespräch nicht um einen neuen Kleiderschrank kümmern, aber ein Gefühl für die richtige Arbeitskleidung zu entwickeln, bezeichnet der Personaler als "sehr hilfreich".
Die Optik spielt für Maria Riolo keine so große Rolle. Das Wichtigste sei die Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen und Fähigkeiten. Riolo arbeitet als Global Talent Acquisition and Development Senior Manager bei einem deutschen Autobauer. Ist ein Bewerber nervös und schüchtern, so liege es an der Personalabteilung, eine kommunikative Basis zu schaffen. "Wir geben uns kontaktfreudig und nahbar. Das baut Angst ab. Es geht nicht darum, den Bewerber unter Stress zu setzen", sagt Maria Riolo. Die wichtigsten Kriterien für sie: Kann ein Bewerber frei und ehrlich über seine Stärken und Schwächen sprechen?
Riolo sagt, sie führe Bewerbungsgespräche und keinen Schlagabtausch. "Es ist kein Match." Als Vorbereitung rät sie Bewerbern, die Bewerbungssituation mit Kollegen, Freunden oder Familie zu üben und sich ein Feedback geben zu lassen.
Auch Sandra Meyer ist es wichtig, eine Rückmeldung für ihr Auftreten zu bekommen. Nach einer Absage fragt sie direkt nach Verbesserungsvorschlägen. Das sei auch gut, um eine Absage nicht persönlich zu nehmen. Zwar hat die Bürokauffrau auch bei ihrer zehnten Bewerbung Pech gehabt. Entmutigt ist sie aber nicht. "Das Unternehmen hat einen Bewerber eingestellt, der einfach viel mehr Berufserfahrung als ich hat. Das hätte auch ein Bewerbungstraining nicht geändert."










Es gab mal eine Zeit, da konnte man in der "Zeit" auch noch etwas gehaltvolles zum Lesen bekommen. Ich bin mal gespannt, wann hier das erste mal ein Artikel zum öffnen und anrühren von Tütensuppen veröffentlicht wird. Wie viele Bewerbungsratgeber wurden denn schon veröffentlicht? Wie viele mit Binsenweisheiten gewürzte Gemeinplätzchen schon unter die Leute gebracht? Langsam wundere ich mich über nichts mehr.
Wichtig ist auch, dass Bewerber nach dem Grund für eine Absage fragen. Da wird sicher der ein oder andere seinen Nutzen daraus ziehen können und aufgetretene Fehler beim nächsten Gespräch vermeiden.
Wegen des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) geben die allermeisten keine oder nur neutral pauschalierte Begründungen an. Keiner will sich, selbst auf Nachfrage, eine Diskussion mit einem/einer abgelehnten Bewerber(in) einhandeln, selbst wenn diese(r) das ausschließlich pragmatisch sehen würde.
Teilweise landet man dann schon mal vor Gericht und muß seine Entscheidung rechtfertigen.
http://www.sueddeutsche.d...
http://www.akademie.de/fu...
Wegen des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) geben die allermeisten keine oder nur neutral pauschalierte Begründungen an. Keiner will sich, selbst auf Nachfrage, eine Diskussion mit einem/einer abgelehnten Bewerber(in) einhandeln, selbst wenn diese(r) das ausschließlich pragmatisch sehen würde.
Teilweise landet man dann schon mal vor Gericht und muß seine Entscheidung rechtfertigen.
http://www.sueddeutsche.d...
http://www.akademie.de/fu...
Wann soll man denn fragen?
Meistens bekommt man ja nicht einmal eine Absage.
-das ist natürlich nur meine persönliche Meinung-, dass diese ganzen Pseudo-Ratgeber a. nicht helfen (die meisten Tipps sollten von vorneherein klar sein) und b. die "Nervösität" der "Bewerber" nur erhöhen - oder erzeugen. Vergleichbar mit den meisten "How-to-do"-Workshops. Kurz, eine Industrie, die ihre eigene Nachfrage erzeugt. Ein bisschen wie der Spruch von Ford, nur ohne Autos. Und ohne Geld. Aber hübsche Fotoserie.
Kein Bewerber liefert Unterlagen mit Eselsohren und Kaffeeflecken ab, schon gar nicht, "wenn es um gehobene Positionen geht"!
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Kein Bewerber sitzt wie in Bild 4 da mit dem rechten Fußgelenk auf dem linken Knie, mit Kaputze auf und schnellem Griff nach dem Handy! Nur Personalchefs machen sowas. Vor drei Jahren hatte ich ein Jobinterview, da ist der Chef viermal an sein Handy gegangen. Und die Unterlagen, die ich blitzsauber verschickt hatte, sahen aus ... unbeschreiblich!
Ich habe es dreimal erlebt, dass der Personalchef (m/w) am Anfang des Gesprächs meinen Namen nicht kannte. Einmal wurde ich mit dem falschen Namen angesprochen, bei zwei Gelegenheiten hat ein Chef zur Erkundung meines Namens in die Unterlagen geschielt. Mein Name ist aber leicht zu behalten und auszusprechen. Einmal fragte mich ein Chef während des Gesprächs, für was für eine Position ich mich bewerbe.
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Was denken Sandra Würzinger und Ralf Dassau wohl von einem Bewerber, der während des Gespächs nach dem Namen und dem Gewerbe der Firma fragt?
Was sollen denn solche Beispiele? Dass man möglichst dem Dresscode der Branche entsprechend auftreten sollte, ist klar - ein Anzug oder Kostüm könnte in einer Firma, wo alle mit T-Shirts rumlaufen aber sogar overdressed sein.
Und was die Körperhaltung betrifft, ist es natürlich klar, dass man sich nicht hinsetzen sollte, als wollte man bei dem Gespräch gerade locker abchillen. Aber was als "richtig" und "selbstbewusst" hingestellt wird, sieht nicht wirklich besser aus, sondern aufdringlich (sich über den Tisch lehnen) bis aufsässig oder arrogant (das gelangweilte Abstützen des Kopfes).
Letztlich gibt es kein Rezept, weil ein guter Personaler einen Menschen niemals an so etwas aburteilen wird und die schlechten sind so verschieden und beurteilen ohnehin derart subjektiv, dass das vermeintlich Richtige bin dem nächsten wieder genau falsch sein kann.
Passend zum Thema:
http://www.spiegel.de/uni...
Bewerbungsgespräch in einem aufgehübschten Kellerverlies, der "Personaler" ein gegelter Jüngling, unauthentisch und unprofessionell (kein "Personaler" würde wie gezeigt ausrasten, egal was passiert). Könnte genauso gut das Setting für einen Pornodreh sein, fehlt nur noch ein "Dialog".
Das einzige was hier geliefert wird ist ein Abzieh-Rollenbild davon, wie möchtegern-Chefs in Kleinstunternehmen mit unter 5 Mitarbeitern vielleicht ihren Mitarbeiter auswählen wollen würden.
Ist es die neue Strategie der ZEIT, sich bestimmten (neuen) Zielgruppen anzubiedern? Sie werden immer mehr wie süddeutsche.de, spiegel.de und wie sie alle heissen - austauschbar mit überschaubarem Niveau.
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