Den Stellenteil der Zeitung durchzublättern ist eine Möglichkeit, einen neuen Job zu finden. In der Datenbank der Agentur für Arbeit zu surfen, eine andere. Immer mehr Unternehmen setzen auf verschiedene Tools im Internet, um neue Mitarbeiter zu finden und auf offene Stellen hinzuweisen. Ob Karriererubrik auf der Unternehmenswebsite, eigene Bewerbungs-Homepage, Bewerber- oder Businessplattform, Expertendatenbank oder Jobanzeigen über Twitter – das Netz bietet vielfältige Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen.

Aber wie viele Daten sollte der Jobsuchende preisgeben? Worauf achten Personaler wirklich? Und ist das gepimpte Bewerberprofil wirklich so aussagekräftig? Darüber diskutierten im ZEIT ONLINE Talk im Deutschlandradio Wissen am 10. April die Karriereexpertin Simone Janson, der Studienabsolvent Michael Kerzel, der Berater und Firmengründer Jan Kirchner sowie ZEIT-ONLINE-Karriereredakteurin Tina Groll.

Vorweg haben die drei Talkgäste bereits auf die Frage geantwortet, wie sie selbst schon im Netz nach einem Job gesucht haben und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben:

Michael Kerzel, Politikwissenschafts-Absolvent, auf der Suche nach einem Job im Bereich Medien/Kommunikation:

"Ich habe mein Profil bei der Bewerberplattform Absolventa eingestellt, wo ich gerade auch ein Praktikum absolviere. Das Angebot richtet sich an Studenten und Absolventen, die dort kostenlos ihre Daten hinterlegen können. Unternehmen können diesen Pool nach geeigneten Kandidaten durchsuchen, sie zahlen allerdings für die Dienstleistung. Außerdem habe ich auf der Businessplattform Xing meine Karriereschritte festgehalten und auch dort ein Profil erstellt. Als Geisteswissenschaftler habe ich bisher allerdings keine Anfragen von Unternehmen bekommen, gesucht werden ja vor allem Ingenieure und Naturwissenschaftler; und auch bei Xing hat mich keiner angeschrieben. Ich habe jedoch offline einige interessante Leute getroffen, die sich meinen Namen notiert haben und mich wenig später via Xing zu ihren Kontakten hinzugefügt haben. Ich glaube, so funktioniert Networking.

Bei beiden Plattformen findet man aber auch Stellenangebote, auf die ich mich aktiv beworben habe. Außerdem finde ich es sehr praktisch, dass Online-Bewerbungen die klassische Form weitgehend ersetzt haben. Das spart Zeit und Geld bei der Bewerbung. 

Ich denke, es kann sicherlich nicht schaden, sein Profil auf solchen Plattformen zu posten. Besonders nützlich ist es wohl für Ingenieure, Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler. Meiner Erfahrung nach suchen manche Personaler auch nach den Profilen der Bewerber auf den großen Plattformen. Stichwort Online-Reputation. Da ist es ganz gut, wenn man dort seine Qualifikationen und Referenzen hochladen kann. Allerdings glaube ich, dass man sich trotzdem sehr viel Mühe bei den Bewerbungen geben muss. Wenn ein Anschreiben nicht speziell auf das jeweilige Unternehmen ausgerichtet ist, wird eine Bewerbung wohl kaum Aussichten auf Erfolg haben."