Im August beginnt das neue Ausbildungsjahr. In diesem Jahr stehen den Schulabgängern erstmals deutlich mehr Ausbildungsplätze gegenüber als in den Vorjahren. Die anziehende Konjunktur und der demographische Wandel spielen den Berufseinsteigern in die Hände. Allein 343 anerkannte Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland, unter denen sich wählen lässt.

Trotzdem wissen viele Jugendliche nicht, für welchen Beruf sie sich entscheiden sollen. Neben den Berufsberatungsangeboten der Agentur für Arbeit, informieren Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern über Ausbildungsberufe. Auch das Internet bietet eine Fülle von Beratungsangeboten. Mittlerweile tummeln sich auch eine Vielzahl von Berufsberatern und Coaches auf dem Markt, die sich auf die Zielgruppe Schulabgänger spezialisiert haben. Sie bieten Gruppenworkshops oder Einzelberatungen an. Anders als die Angebote der Agentur für Arbeit oder Kammern kosten diese Dienstleistungen allerdings: Ab etwa 150 Euro für einen Gruppenworkshop bis zu vierstelligen Beträgen für eine längere Begleitung im Einzelfall zahlen die Jugendliche – oder ihre Eltern.

Doch Vorsicht: Nicht alle Berater sind seriös. Damit sich eine solche Ausgabe lohnt, ist es wichtig, den richtigen Berater zu finden und zu wissen, was man erwarten kann und was nicht. Eine Ausbildung zum Berufsberater gibt es nicht, viele Anbieter haben einen pädagogischen Hintergrund oder ein Psychologiestudium absolviert. Wichtig ist auch, dass ein Coach Erfahrung hat – sowohl in der Beratung als auch durch eine eigene berufliche Tätigkeit zum Beispiel in einer Personalabteilung.

Und auch der richtige Zeitpunkt ist für eine erfolgreiche Beratung entscheidend. "Die Jugendlichen sollten noch nicht unter allzu großem Druck stehen", sagt Ina Orth, Beraterin bei Einstieg, einem bundesweiten Anbieter von Berufsfindungsworkshops für Abiturienten. "Wir empfehlen, sich etwa zwei Jahre vor dem Abi intensiv mit dem Thema Berufswahl zu beschäftigen und nicht erst dann, wenn die Bewerbungsfristen an den Unis bald ablaufen."

Auch Uta Glaubitz, Berufsberaterin aus Berlin, die neben Einsteigern vorwiegend Jobwechsler betreut, empfiehlt Schulabgängern, sich frühzeitig beraten zu lassen. Je mehr Zeit verginge, desto mehr fühlten sich Jugendliche von der Wahl für einen Beruf überfordert. Hinzukomme Druck von außen, sei es durch die Eltern, die Lehrer oder ehemalige Mitschüler, die bereits ins Arbeitsleben einsteigen. Darum ist es wichtig, dass die Eltern die Sorgen ihrer Kinder ernst nehmen.