Jobsuche Mit der Initiativbewerbung zum Erfolg
Viele Manager bringen sich selbst für einen Job ins Spiel – mit einer Initiativbewerbung. Perfekte Vorbereitung und ein scharfes Internet-Profil sind dafür wichtig.
© John Moore/Getty Images

Eine Frau in einem Bewerbungsgespräch mit einem Personaler: Die Initiativbewerbung bei einem Headhunter ist mittlerweile weit verbreitet
Jochen Kramer war Manager in der Automobilindustrie in Stuttgart. Aber seine Karriere geriet bei seinem alten Arbeitgeber ins Stocken. Kramer entschloss sich für eine berufliche Veränderung und wandte sich an den Personaldienstleister Robert Half International in München. Zehn Jahre Berufserfahrung konnte Kramer zu diesem Zeitpunkt vorweisen.
Im Anschreiben brachte er seine beruflichen Interessen und seine Flexibilität auf den Punkt, der Lebenslauf klang schlüssig. Das nötige Quäntchen Glück führte zum Erstgespräch mit Berater Darren Payne. Und der hatte schon eine passende Position im Hinterkopf. Nach nur fünf Wochen hielt der Kramer einen neuen Arbeitsvertrag in seiner Hand, als Manager in der Softwarebranche.
- Das ist bei der Initiativbewerbung zu beachten
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Anschreiben
Die persönlichen Stärken und Schwächen sowie das Entwicklungspotenzial und die Wunschposition beziehungsweise -branche in etwa zehn Sätzen zusammenfassen. Vor allem das Spezialgebiet des Bewerbers sollte im Anschreiben sofort ins Auge springen.Lebenslauf
Die bisherigen beruflichen Stationen tabellarisch auflisten. Anschreiben und Lebenslauf sollten sich zwar ergänzen, jedoch auf keinen Fall doppeln.Erstgespräch
Die menschliche Komponente, etwa den persönlichen Führungsstil betonen, denn der Berater checkt, ob der Bewerber ins Kundenunternehmen passt – Fachkompetenz allein reicht nicht.Nachfassen
Maximal einmal sollten sich Initiativbewerber in Erinnerung bringen, nach etwa zwei Wochen.Pflegen
Unabhängig davon, ob ein Stellenwechsel tatsächlich zustande kommt oder nicht, lohnt sich die Kontaktpflege. Kommt es später zu neuen Aufgabengebieten oder Zusatzqualifikationen, dann den Headhunter ruhig mit einem aktualisierten Profil darauf hinweisen.
Auch so kann eine Initiativbewerbung aussehen. Zwar geht es nicht immer so schnell, wenn sich Fach- und Führungskräfte selbst nach einem attraktiveren Job umsehen. Aber Eigeninitiative sehen Headhunter durchaus gerne. Vorbei sind die Zeiten, in denen es ein Nachteil war und ein Geschmäckle hatte, sich selbst ins Gespräch zu bringen.
"Ich kann Initiativbewerbungen empfehlen", sagt Darren Payne, inzwischen Leiter der Niederlassung von Robert Half International in Wien. Gerade jetzt, wo sich wieder lukrative Jobs auftun und die Angst vor dem Jobwechsel weicht, ist die Zeit dafür richtig. "Das Karussell dreht sich wieder."
Allerdings nicht für jeden. Initiativbewerber müssen fachlich sehr gut sein und zum Geschäftsfeld des angesprochenen Personalberaters passen. "Erweist sich der Kandidat im Erstgespräch als geeignet", sagt der Spezialist für Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen, "ist die Quelle seiner Bewerbung eigentlich egal."
Die Professionalität der Bewerber im Umgang mit ihrer Initiative entscheidet also über ihren Erfolg. Da gibt es zwischen der Direktsuche und dem Umweg über den Personalberater keinen Unterschied.
- Datum 22.09.2010 - 11:32 Uhr
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- Quelle Karriere.de
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Guter Tipp. Sollte vor allem für sog. "Personaler" gelten.
Bei 10k Bewerbungen jede einzelne mit einer individuellen Begründung ablehen. ;)
Einmal mehr die üblichen widerwärtigen Personaler- und Bewerbungsphrasen. Man braucht sich nicht zu wundern, dass in Deutschland im internationalen Vergleich so wenige Menschen die Stelle wechseln. Wer einmal ein Bewerbungsverfahren mitmachen musste, ist davon so traumatisiert, dass er nur dann wieder Bewerbungen schreibt, wenn der vorhande Job absolut unerträglich ist.
Dieser ganze Persönlichkeits- und Formulierungszirkus ist einfach nur zum Abgewöhnen. Jeder auch nur halbwegs vernünftige Mensch möchte lieber eine ordentliche Arbeit verrichten, als sich mit dem Bewerbungszirkus befassen.
@Diskutierender
Es stimmt zwar dass die Mehrheit aller Bewerbungen nach bekanntem Schema ablaufen, aber es gibt auch Ausnahmen. So wie die Bewerber unterschiedlich sind, so sind es auch die Personaler. Alle über einen Kamm zu scheren und zu verallgemeinern entspricht nicht wirklich der Realität. Es hängt zudem stark von der ausgeschriebenen Stelle und dem Unternehmen ab.
Ich persönlich bin auch über Kreativität in der Bewerbung zu meiner "Traumstelle" gekommen. Jedoch nicht über die im Text beschriebene ;- Wo steckt die Kreativität wenn man wie auch immer gearteten Tipps aus diesen und jenen tollen Ratgebern folgt?!
Natürlich hängt es immer vom jeweiligen Leser ab wie er damit umgeht. Will er !Schema F! in der Bewerbung sehen, so steht es auch meistens ähnlich um das Unternehmen und die Einstellung der Mitarbeiter. Erkennt der Personaler echte Kompetenzen und Kreativität, sagt es auch etwas über das Unternehmen aus.
Deswegen sollte man nicht per se behaupten es wäre eine Tortur und führe zu nichts.
Der Fokus dieses Beitrags liegt auf einer Initiativbewerbung bei einem Personalberater bzw. „Head-Hunter“.
Jenseits dieser Zielgruppe böte sich auch eine Initiativbewerbung beim jeweiligen Wunscharbeitgeber an. Das setzt – mit Bezug auf die Argumentation - natürlich voraus, dass sich der Beurteilte im Vorfeld entsprechende Gedanken gemacht hat.
Neben der Darstellung der Wechsel- bzw. Veränderungswilligkeit (*) und der dann folgenden Aussage zur Fachkompetenz (**) sollte dann noch der spezifische Grund der jeweiligen Bewerbung zum Ausdruck kommen.
Warum?
Dadurch bekommt das Initiativanschreiben die nötige Prise Besonderheit durch eine weitere Komponente, den spezifischen Grund des Interesses. Genau dieser (unternehmens- und funktionsbezogene) Aspekt sollte in einem Initiativanschreiben wohl dosiert bzw. glaubwürdig zum Ausdruck kommen.
(*) Beispiele: „…als veränderungswilliger …“, „…derzeit der beruflichen Veränderung gegenüber offen…“, „…stelle ich mich Ihnen als…initiativ vor.“,„Da ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber an die Grenzen der Entwicklungsmöglichkeit stoße…“
(**) Beispiele: "...verfüge ich über ein sehr fundiertes Kompetenzspektrum, erworben in einer geradlinigen soundsovieljährigen Berufserfahrung mit kontinuierlich gewachsenem Verantwortungsbereich, davon die letzten soundsoviel Jahre in leitenden Positionen im Management eines…“, „…zu meinen wesentlichen Aufgaben und Erfolgen gehören insbesondere…“, "..in meiner jüngsten Funktion verantworte ich..."
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