JobsucheDie Entschlüsselung der Stellenanzeige

Jobanzeigen sagen oft wenig über den Job aus, aber fordern dem Bewerber einiges ab. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen Welten. Dahinter steckt Kalkül. Von P. Ilg von Peter Ilg

Stellenanzeigen hängen an einer Pinnwand

Stellenanzeigen hängen an einer Pinnwand  |  © Chris Hondros/Getty Images

Über mangelnde Qualifikation müsste sich Danail Obreschkow eigentlich keine Sorgen machen. Der 30-Jährige hat in der Schweiz Physik studiert, in Oxford promoviert und war dort anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Dann wollte er raus aus der Lehre und rein in die Praxis. Vor allem in Jobportalen und auf Unternehmens-Homepages suchte er nach einer Stelle in der industriellen Forschung. Die gestellten Anforderungen machten ihn stutzig: "Viele Anzeigen waren so getextet, als würde das Unternehmen ausschließlich Nobelpreisträger einstellen. Ich hatte häufig den Eindruck, die Ansprüche der Firmen seien übertrieben formuliert und können von keinem mir bekannten Menschen erfüllt werden." Obreschkow hat mit seiner Vermutung Recht: Viele Unternehmen formulieren in ihren Stellenanzeigen bewusst extrem hohe Anforderungen.

Allein in Deutschland gehen bei der MTU Aero Engines in München jährlich rund 10.000 Bewerbungen ein, weltweit sind es doppelt so viele. "Etwa zwei Drittel aller Bewerbungen erfüllen nicht einmal annähernd unser gefordertes Qualifikationsniveau und werden deshalb gleich aussortiert", sagt Personalchef Hans-Peter Kleitsch. Die MTU entwickelt, fertigt und repariert Flugzeugtriebwerke und Industriegasturbinen. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 6500 Mitarbeiter. "Unsere Qualitätsanforderungen in den Anzeigen sind deshalb so hoch, weil wir nicht noch mehr unnötige Post bekommen möchten."

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Auf eine detailgetreue Darstellung der Aufgabe in Stellenanzeigen kommt es Kleitsch nicht in erster Linie an. "Wir suchen vor allem Ingenieure mit bestimmten fachlichen Qualifikationen, die aus den Unterlagen hervorgehen müssen." Mangelnde Kenntnisse in einer geforderten Disziplin seien ein eindeutiger Ausschlussgrund. Anders sieht es bei den Soft Skills aus. "Teamfähigkeit und Kollegialität kann man nicht mit Zertifikaten belegen, das testen wir im Vorstellungsgespräch." Eingeladen werden bei der MTU die Kandidaten, die mehr als 75 Prozent der erwarteten Anforderungen erfüllt haben.

"Man darf die Worte einer Anzeige nicht auf die Goldwaage legen, weil viele Stellenanzeigen unpräzise und häufig überzogen formuliert sind", sagt Michael Eiberger. Er ist Geschäftsführer von Personal-Total in der Niederlassung Stuttgart. Die Personalberatung sucht im Auftrag von Unternehmen Fach- und Führungskräfte, dazu gehört auch das Texten von Anzeigen. Die Inhalte der Ausschreibungen orientierten sich an dem Wunschbild der Firmen, sagt Eiberger. Dass ein Verkäufer kommunikativ sein muss und ein Konstrukteur präzise, sind für ihn Selbstverständlichkeiten und daher unnötige Floskeln. Häufig erlebt Eiberger auch, dass "der Neue ein optimiertes Spiegelbild des Alten sein soll, also dessen Stärken aber nicht dessen Schwächen haben sollte". Der Fall tritt dann ein, wenn ein Nachfolger gesucht wird, weil jemand die Firma verlässt. Weil es aber Kandidaten mit solchem Profil nicht gibt, ziehen solche Anzeigen auch nur ganz wenig Bewerbungen nach sich. Auch Eiberger geht von einer guten Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch aus, wenn zwei Drittel der Anforderungen erfüllt sind.

Mit einer Stellenanzeige sei es wie mit dem Arbeitszeugnis : Man könne kaum in wenigen Sätzen zusammenfassen , was ein Mitarbeiter in den vergangenen zehn Jahren gemacht hat oder machen soll. "Daher werden in den Anzeigen Dinge nur angetippt und der Leser soll mit seiner Fantasie daraus seine eigenen Schlüsse ziehen", sagt Thomas Rübel, Geschäftsführer vom Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader in Berlin. Stellenanzeigen hätten eine eigene Sprache wie Arbeitszeugnisse, für viele ist das unverständliches Personaler-Latein. Die Mitarbeiter von Hesse/Schrader beraten in den Themen Bewerbung, Beruf und Karriere. Daher weiß Rübel auch um die Bedeutung von Hard und Soft Skills. "Worte wie 'Sie sollten ...', 'das müssen Sie mitbringen', oder '... wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen', sind Soll-Kriterien, anhand derer ein Bewerber in den engeren Kreis aufgenommen wird." Weiche Faktoren kennzeichnen Worte wie 'wünschenswert' und 'wenn sie außerdem mitbringen ...'. Dafür gibt es Bonuspunkte.

Rübel ist überzeugt davon, dass man von der Qualität einer Stellenanzeige auf die Qualität des Unternehmens schließen kann. Besonders aufschlussreich sind für ihn Anzeigen auf der Unternehmenwebsite. Diese Ausschreibungen kostet die Unternehmen nichts und sie können mehr Platz für Inhalte nutzen. "Ob sich das Unternehmen Mühe gegeben hat, erkennt der Leser daran, dass in der Anzeige die Bedeutung des ausgeschriebenen Jobs für das Unternehmen erklärt wird. Auch, wie der interne Zusammenhang mit anderen Abteilungen ist, welche Sozialleistungen das Unternehmen bietet und ob es beispielsweise aktiven Umweltschutz betreibt." Was genau zu tun ist und wie der Arbeitsalltag aussieht, das stehe nur ganz selten in den Anzeigen. Weil Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander liegen, erleben viele einen Berufsschock in der Praxis.

Der ist bei Obreschkow ausgeblieben, denn "die Anzeige war präzise formuliert und letztendlich deckungsgleich mit dem, was ich zu tun habe". Der Physiker betreibt seit Jahresbeginn industrielle Forschung bei TWT in Neuhausen bei Stuttgart.

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Leserkommentare
  1. Aus längerer Recherche weiß ich, dass es in den angesprochenen naturwissenschaftlichen Bereichen,
    nur wenige Stellen SPEZIELL für Berufseinsteiger gibt.

    Hinzu kommen die aussortierenden Personalabteilungen.

    Der Tenor der Bewerbungsratgeber sagt:

    Schreib kein falsches Wort,
    es könnte gegen dich verwendet werden.
    Schreib nicht mehr als eine Seite.
    Schreib es trotzdem interessant.
    Übertreibe nicht, sei aber auch kein Bittsteller.
    ...usw...etc.

    Das Groß der Anzeigen (auf Firmenwebseiten oder in Stellenbörsen)ist klar für "Berufserfahrene" ausgeschrieben.

    Beispiel: "Große Firma" (DAX30)aus Wolfsburg:
    1 Stelle Direkteinstieg
    133 für Berufserfahrene
    439 Praktikantenstellen

    Da habe ich mit Erfolg ein MINT-Fach (Physik) studiert
    und eingestellt werden nur "Berufserfahrene" ?
    (angeblich proklamierter Fachkräftemangel??)

    Wo soll die Berufserfahrung herkommen?
    An welchen Hochschulen gibt es ein Seminar in Berufserfahrung belegen?

    Ich habe das Gefühl, dass Firmen keine Lust haben Direkteinsteiger aus der Uni "mit einzuarbeiten" - sprich ohne Praktikum läuft nichts.

    Müssen alle Berufseinsteiger 3-6 Monate Praktikum machen ?

    Dafür gab es „früher“ die „Probezeit“ für.

    Mein Tip für alle, die "MINT"-Fächer studieren (wollen), wenn Ihr danach in die Industrie wollt:

    Macht soviele fachbezogene Unternehmenspraktika innerhalb des Studiums, wie es euch zeitlich möglich ist.
    Denn unter Garantie wird nicht jeder von uns Professor.

    Ich werde es auch ohne Praktikum schaffen.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Ijon
    • 17. Dezember 2010 20:36 Uhr

    vergessen Sie, was in diesen Bewerbungsanzeigen drin steht, und bewerben Sie sich überall, wo auch nur ANNÄHERND IRGENDEINE MÖGLICHERWEISE von Ihnen erlernte oder erdachte Qualifikation drin steht.

    Der Artikel ist ja lächerlich. "Wir laden Bewerber ein, die 75%, nee, 2/3 der Kriterien erfüllen" - tatsächlich werden dann oft Leute genommen, die entweder einen passenden Abschluss haben oder ein Freund von einem Freund von einem Mitarbeiter sind, und es außerdem zusammenbringen "Sehr geehrte Damen und Herren ... Mit freundlichen Grüßen" ohne Tippfehler zu schreiben.

    Klar schreiben die Firmen meist nicht "Bitte Anfänger bewerben". Der gewünschte Bewerber ist 21 Jahre alt, Doktor der Physik und Soziologie, hat 6 Jahre Berufserfahrung (davon mindestens 3 am CERN, in leitender Position) und mindestens 2 Auslandssemester an Yale und Harvard; selbstverständlich ist er ein brillanter Redner, gutaussehend, flexibel, belastbar, und hat äußerst niedrige Gehaltsansprüche. Hab ich was vergessen?

    @1
    Hallo globalmarshall,
    .
    Sie fragen: "Müssen alle Berufseinsteiger 3-6 Monate Praktikum machen ?"
    Antwort: Nach dem, was ich höre, muss man sich meist ca. 2 Jahre mit Praktika oder als Leiharbeiter rumquälen, bevor man realistische Chancen auf eine feste Stelle hat, Fachkräftemangel hin oder her.
    .
    Weiter: "Wo soll die Berufserfahrung herkommen?"
    Schauen Sie sich die Stellenanzeigen für uns MINT-ler an: Da werden überall Kenntnisse in einem Dutzend verschiedener Software-Pakete gefordert, die an keiner Hochschule unterrichtet werden. Die Lizenzen kosten schon ein Schweinegeld.
    .
    Zuletzt: "Da habe ich mit Erfolg ein MINT-Fach (Physik) studiert"
    Ich übrigens auch. Ich hab mich umgehört. Die wenigsten Naturwissenschaftler verwenden in ihrem Job irgendwelche Kenntnisse aus dem Studium, die übers Abiturwissen hinausgehen (Lehrer und Hochschullehrer ausgenommen). Die Allermeisten kriegen alles Nötige in der Firma mit. Das MINT-Studium dient der HR-Abteilung bloß als Intelligenzbeweis.

    @globalmarshall:

    Sie haben absolut recht. Die Firmen machen es sich zu einfach. Es wird erst einmal die allgemeine Panik ausgenutzt, wenn Menschen Arbeit suchen, um sie unter Wert einzustellen. Wenn die Jobs mit überzogenen Erwartungen einmal nicht gefüllt werden, dann sind es die Personaler, die in der Öffentlichkeit nach Hilfe rufen. Stattdessen sollten sie sich erst einmal Gedanken machen, ob sie zu viele Bewerber aussortiert haben, die perfekt in die Firma gepasst hätten. Niemand kann alle Erfahrungen mitbringen. Deswegen studiert man auch allgemeine technische Fächer, in denen Problemlösungen geübt werden. Dann kann sich jeder erfolgreiche Absolvent selbst austoben - falls er die Chance bekommt.

    Ich habe gerade einen 4-monatigen Bewerbungsmarathon hinter mir. Ein Beispiel: nach 3 Monaten meldet sich Infineon mit der Bitte, noch etwas länger zu warten, die Bewerbung werde noch bearbeitet. Wieso bewerbe ich mich wohl? Doch nur, um in absehbarer Zeit eine Anstellung zu finden, oder? Ich schließe gerade meine Doktorarbeit in Physik in der Industrie ab und tendiere immer stärker Richtung USA. Ich habe schon Angebote bekommen, wo 2 Wochen nach der Bewerbung eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erfolgte. Die deutschen Firmen tun mir leid, wenn die Pesonalabteilungen so unfähig und langsam sind, dass die offenen Stellen nicht rechtzeitig geschlossen werden.
    Übrigens habe ich einen Migrationshintergrund, also eine integrierte Fachkraft, die demnächst abwandert.

    ...ist genau der Punkt, der mich zuerst eine Ausbildung hat machen lassen und anschließend ein Studium neben der Arbeit. Es mag so etwas quälender sein, allerdings spare ich mir nach dem Uniabschluss die Zeit der Praktika, da ich dann mit 30 ausgebildet, studiert und berufserfahren bin.

    Ein Studium alleine nützt heute nicht mehr viel, dafür gibt es zuviele Studenten und zuviele schwachbrüstige Unis, die nicht mehr mit der Industrie mithalten können - ein Jammer wenn Sie mich fragen.

  2. ...die stellenanzeigen erinnern bei manchen firmen an eine schlechte partnerschaftsannonce. an eine partnerschaftsannonce, in der alles mögliche drinsteht, nur kein grund, warum man sich eigentlich darauf melden sollte.

    und wer dann mit solchen maschen nur masochisten oder hochstapler fängt, ist eigentlich selber schuld.

    3 Leserempfehlungen
  3. Es zeigt nur wieder, wie sehr Bewerber von Deutschen Unternehmen verarscht werden. Kein Wunder, dass Unternehmen keine Fachkräfte finden, wenn sie sich wie launische Diven aufführen.

    Aktuelle werden durch die gängige Praxis die Hochqualifizierten Deutschen wunderschön ins Ausland vertrieben.

    Ihr arroganten Deutschen Unternehmen glaubt doch nicht etwa, dass ich mir auf absehbare Zeit noch einmal den Bewerbungsterror, den Ihr veranstaltet, antue. Bisher bin ich in der Schweiz ziemlich glücklich. Da müsst Ihr mir schon ein Nettogehalt zahlen, dass auf Schweizer Niveau liegt, damit ich nach Deutschland zurück komme.

    4 Leserempfehlungen
    • theD
    • 17. Dezember 2010 16:51 Uhr

    Man könnte als nicht-Top10%-Absolvent auch bei einer kleinen Firma die erste Berufserfahrung sammeln, die haben oft Probleme Fachkräfte zu finden (wer will schon in ne kleine Klitsche?) und scheuen auch eine etwas längere Einarbeitungszeit nicht. Nach ein paar Jahren tut man sich dann u.U. leichter beim Arbeitgeber des Jahres oder dem dicken DAX-Konzern einzusteigen.

    Eine Leserempfehlung
  4. Die “Flexibilisierung des Arbeitsmarktes” ist eine Phrase die über Jahre mit einer Häufigkeit abgelassen wurde, dass sie einem kilometerweit zum Hals raushing.

    Menschen sollen vielfältig einsetzbar sein, und die meisten sind es auch.
    Ein Maschinebaustudent kann eine Stelle ausfüllen, die vorher ein Ing-Fertigungtechnik hatte. Ein Informatiker kann zur Elektrotechnik. Dabei ist das erbrachte intellektuelle Potential, wahrscheinlich ein stärker Grund als die fachliche Ähnlichkeit.
    Und an dieser Stelle findet sich auf Unternehmerseite, eine unfassliche geistige Umnachtung, bez des Erkennens des Potentials, das sich anbietet (ob es an Unternehmskultur oder nur am Typus des Personalchefs liegt, sei dahingestellt).
    Das drückt sich in diesem Satz ganz besonders aus: „Man könne kaum in wenigen Sätzen zusammenfassen, was ein Mitarbeiter in den vergangenen zehn Jahren gemacht hat oder machen soll.“
    Die Fähigkeit komplexe Strukturen zu durchdringen, daran angelehnt zu entscheiden, wird weder eworben, oder besser, weil man 10 Jahre den selben Saft stampft. „Erfahrung bedeutet nichts, man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen“, K.Tucholsky.w.marc-houma.de

    • Ijon
    • 17. Dezember 2010 20:36 Uhr

    vergessen Sie, was in diesen Bewerbungsanzeigen drin steht, und bewerben Sie sich überall, wo auch nur ANNÄHERND IRGENDEINE MÖGLICHERWEISE von Ihnen erlernte oder erdachte Qualifikation drin steht.

    Der Artikel ist ja lächerlich. "Wir laden Bewerber ein, die 75%, nee, 2/3 der Kriterien erfüllen" - tatsächlich werden dann oft Leute genommen, die entweder einen passenden Abschluss haben oder ein Freund von einem Freund von einem Mitarbeiter sind, und es außerdem zusammenbringen "Sehr geehrte Damen und Herren ... Mit freundlichen Grüßen" ohne Tippfehler zu schreiben.

    Klar schreiben die Firmen meist nicht "Bitte Anfänger bewerben". Der gewünschte Bewerber ist 21 Jahre alt, Doktor der Physik und Soziologie, hat 6 Jahre Berufserfahrung (davon mindestens 3 am CERN, in leitender Position) und mindestens 2 Auslandssemester an Yale und Harvard; selbstverständlich ist er ein brillanter Redner, gutaussehend, flexibel, belastbar, und hat äußerst niedrige Gehaltsansprüche. Hab ich was vergessen?

    Eine Leserempfehlung
    • 7b5
    • 18. Dezember 2010 14:00 Uhr

    Da auch die Kunden Stellenanzeigen lesen, wird gern in der Kompetenz der eigenen Mitarbeiter übertrieben.

    Dumm auch, dass in Bewerbungsleitfäden nach meinem Uni-Abschluß immer zu lesen war: "Wenn Sie eine Qualifikation nicht erfüllen, sollte Sie begründen, warum Sie dennoch geeignet sind und das kein Problem ist." Die Leitfäden schreiben auch nur alle voneinander recht wirklichkeitsfern ab. Man bewirbt sich doch mit dem, was man kann, das Andere übernehmen dann die Kollegen oder jemand anderes bekommt die Stelle.

  5. @1
    Hallo globalmarshall,
    .
    Sie fragen: "Müssen alle Berufseinsteiger 3-6 Monate Praktikum machen ?"
    Antwort: Nach dem, was ich höre, muss man sich meist ca. 2 Jahre mit Praktika oder als Leiharbeiter rumquälen, bevor man realistische Chancen auf eine feste Stelle hat, Fachkräftemangel hin oder her.
    .
    Weiter: "Wo soll die Berufserfahrung herkommen?"
    Schauen Sie sich die Stellenanzeigen für uns MINT-ler an: Da werden überall Kenntnisse in einem Dutzend verschiedener Software-Pakete gefordert, die an keiner Hochschule unterrichtet werden. Die Lizenzen kosten schon ein Schweinegeld.
    .
    Zuletzt: "Da habe ich mit Erfolg ein MINT-Fach (Physik) studiert"
    Ich übrigens auch. Ich hab mich umgehört. Die wenigsten Naturwissenschaftler verwenden in ihrem Job irgendwelche Kenntnisse aus dem Studium, die übers Abiturwissen hinausgehen (Lehrer und Hochschullehrer ausgenommen). Die Allermeisten kriegen alles Nötige in der Firma mit. Das MINT-Studium dient der HR-Abteilung bloß als Intelligenzbeweis.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Stellenanzeige | Anzeige | Arbeitszeugnis | Bewerbung | Führungskraft | Geschäftsführer
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