Arbeitszeugnisse müssen wohlwollend formuliert sein . Damit dennoch klar wird, dass der Mitarbeiter nicht der eifrigste war, haben sich in der Zeugnissprache geheime Codes etabliert. Die sind zwar unzulässig, aber nur die wenigsten Arbeitnehmer kennen sie auch und können sich so gegen die Formulierungen wehren. ZEIT ONLINE zeigt die gängigsten Sätze und ihre Bedeutung in einer Übersicht.

Faulheit und Inkompetenz:

"Er machte sich mit großem Eifer an die ihm übertragenen Aufgaben" bedeutet nicht etwa großes Engagement, sondern dass sich der Mitarbeiter verzettelt und nicht ergebnisorientiert gearbeitet hat.

"Er zeigte Verständnis für seine Arbeit" drückt aus, dass der Arbeitnehmer zwar wusste, was er zu tun hatte, es aber nicht tat.

Auf Faulheit deutet folgender Wortlaut hin: "Er verstand es, alle Aufgaben mit Erfolg zu delegieren". 

Auch wer "mit Interesse bei der Sache " war oder "Gelegenheit hatte, die ihm übertragenen Aufgaben zu erledigen", war meist faul.

Inkompetenz wird so beschrieben: "Wegen seiner Pünktlichkeit war er stets ein gutes Beispiel" oder "Wir bestätigen gerne, dass er mit Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit an seine Aufgaben herangegangen ist", gerne auch "Er war Neuem gegenüber aufgeschlossen".

Gewerkschaftliches Engagement:

"Er zeigte stets Engagement für Arbeitnehmerinteressen außerhalb der Firma" drückt aus, dass der Mitarbeiter an Streiks teilgenommen hat.

"Er trat engagiert für die Interessen der Kollegen ein" bringt zum Ausdruck, dass der Arbeitnehmer Mitglied des Betriebsrat war.

"Er trat sowohl innerhalb als auch außerhalb unseres Unternehmens engagiert für die Interessen der Arbeitnehmer ein" heißt, dass dieser Mitarbeiter gewerkschaftlich aktiv war.