Auch nach vielen Jobwechseln bleibt die Aufregung vor dem Bewerbungsgespräch – gerade dann, wenn der Job vielversprechend klingt. Lampenfieber ist ganz normal, aber auch unnötig. Wer es zum Vorstellungsgespräch schafft, ist in der engeren Auswahl. Die Chancen stehen gut, die Stelle auch zu bekommen. Das sollte das Selbstvertrauen stärken. Und wer selbstsicher ist, tritt auch souverän und überzeugend auf .

Essenziell für eine gutes Gespräch ist die Vorbereitung, sagt die Karrieretrainerin Marion Knaths in unserer neuen Videoserie . Die Interviews haben nur einen Zweck: Der zukünftige Arbeitgeber will den Mitarbeiter in spe kennenlernen und herausfinden, ob es wirklich passt. Das Gleiche gilt für den Kandidaten. Auch er will sichergehen, dass es der richtige Job für ihn ist.

Darum ist die Antwort auf die Frage entscheidend, warum der Bewerber für die ausgeschriebene Stelle der Richtige ist. Diese Frage wird vom neuen Arbeitgeber fast immer gestellt. Das Bewerbungsgespräch ist also ein schlechter Zeitpunkt, zum ersten Mal darüber nachzudenken. Vielmehr sollte man sich die Argumente schon beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen gut überlegen. Auch sollte man auf Fragen zur eigenen Qualifikation und zum Lebenslauf vorbereitet sein und sie schlüssig beantworten können. Denn Vorstellungsgespräche verlaufen meist nach Schema F, Personaler haben ihre Standardfragen . Aber Achtung: Wer sich zu sehr auf den Personaler und nicht auf den eigentlichen Entscheider konzentriert, macht einen Fehler. Die Auswahl trifft letztendlich nicht die Personalabteilung, sondern der Chef.

Viele Jobsuchenden haben jedoch trotz guter Vorbereitung das Gefühl, in den Gesprächen keinen selbstsicheren Eindruck zu machen. Der Grund: Sie haben zwar Unternehmenskennzahlen auswendig gelernt und sich Argumentationen zurechtgelegt, aber nicht laut geübt, wie die Antworten klingen. Was nützen die schönsten Gedanken, wenn man sie nicht artikuliert? Darum rät Knaths, die Bewerbungssituation einmal mit Freunden oder Familienangehörigen durchzuspielen. Dann kann man in der echten Situation gelassen bleiben.

Und wenn das Lampenfieber doch zu groß wird, hilft ein Trick, die Körpersprache und auch das Körpergefühl zu beeinflussen: Einfach aufrecht sitzen, die Füße sicher auf den Boden stellen und in sich ruhen. Simpel, aber wirkungsvoll.