PersonalberaterHeadhunter müssen sich spezialisieren

Das Internet macht den Headhuntern Konkurrenz. Die Personalberater-Branche reagiert mit Spezialisierung – und nutzt das Netz, um junge Führungskräfte zu finden. von Julia Leendertse

Marie Jensen ist der Traum eines Headhunters. "Wenn das Jobangebot gut ist, bin ich binnen 24 Stunden an jedem Ort der Welt, wo Sie mich haben wollen", versprach die Betriebswirtschaftlerin dem Düsseldorfer Personalberater Philip Müller beim ersten Kennenlerntelefonat. Nur zehn Minuten zuvor hatte Jensen ihren Lebenslauf per E-Mail an die auf die Vermittlung von jungen Kommunikationsexperten spezialisierte Personalberatung PR Career Center geschickt.

Ein Volltreffer. Müller suchte gerade für einen seiner Klienten einen Nachwuchs-Consultant und lud die junge Frau sofort zum Bewerbungsgespräch ein.

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Am nächsten Morgen flog Jensen von London nach Düsseldorf, stellte sich dem Personalberater und eine Woche später dessen Mandanten vor, ging durch ein Assessment und bekam den Job. Drei Wochen darauf saß sie als Trainee-Consultant an ihrem neuen Arbeitsplatz in Düsseldorf. Heute berät sie internationale Konzerne in interner und externer Kommunikation.

Headhunter entdecken Spezialportale

Dabei hatte Marie Jensen nur ihren Marktwert in Deutschland testen wollen, als sie ihre Bewerbung über das Internetportal vom PR Career Center von England aus verschickt hatte. "Ich hätte nie damit gerechnet, so schnell in meinem Traumjob zu landen", sagt Jensen.

Das Internet und die zunehmende Spezialisierung in der Personalberaterbranche revolutioniert den Arbeitsmarkt von akademischen Fach- und Führungskräften. Bisher nutzten vor allem Hochschulabsolventen bei der Suche nach ihrem ersten Job die Internet-Plattformen von Recruitingdienstleistern wie Access oder Absolventa, die sich auf die Vermittlung von Jungtalenten spezialisiert haben.

Jetzt gewinnt das Internet auch zunehmend für berufserfahrene Fachkräfte mit Hochschulstudium an Bedeutung. Mittlerweile betreiben auch immer mehr seriöse Personalberatungen eigene Karriereportale. Sie lebten bislang davon, im Geheimen Fach- und Führungskräfte im Auftrag ihrer Firmenkunden von anderen Arbeitgebern abzuwerben.

Leserkommentare
  1. auf erworbene Zertifikate. Das geht natürlich besser im Internet. Headhunter würden gut daran tun, Spezialisten zu entdecken die evtl. über mehr Berufserfahrung als über hochdotierte Zertifikate verfügen. Aber das ist ja mit Anstrenung verbunden.

  2. "Hochkaräter", "Spitzenkräfte", "nur die Stärksten überleben" - geht's noch dicker?
    .
    Eine Personalberatung, die jemanden sucht, der exotische Sprachen kann, weltweit reisebereit ist und sich im Laufe vieler Jahre wertvolle Spezialkenntnisse angeeignet hat, sollte ein bisschen an ihrer Sprache feilen.

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