Karriere-StarterWo soll ich mich bewerben?

Die Entscheidung für einen Arbeitgeber hängt nicht nur von Gehalt und Aufgabe ab. Worauf es ankommt, erklärt Marion Knaths in unserer Video-Serie für Berufsanfänger. von 

Wer sein Studium abgeschlossen hat, kennt die Arbeitswelt oft nur aus Praktika. Ein Unternehmen aber lernen Berufsanfänger erst dann richtig kennen, wenn sie dort als fester Mitarbeiter einsteigen. Woher weiß ich, welche Firma die passende ist?

Es ist hilfreich, wenn sich Bewerber vor der Wahl eines Arbeitgebers zu fragen, was sie vom Berufsleben erwarten. "Machen Sie sich klar, welche Eckpfeiler Ihnen wichtig sind: Wollen Sie viel Geld verdienen? Wollen Sie im Ausland tätig sein? Wollen Sie lieber in der Region arbeiten, in der Sie sich heimisch fühlen?", sagt Trainerin Marion Knaths. Auch die Größe eines Unternehmens sei entscheidend.

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Wer im Mittelstand anfängt, lernt seinen Arbeitgeber meist schnell sehr gut kennen. Alles ist kleiner und überschaubar, oft auch familiärer. Kleine und mittlere Unternehmen bieten Berufseinsteigern außerdem oft die Chance, aufzusteigen. Berufsanfänger insbesondere im Management tragen bald Verantwortung. Auch zeigen sich die Auswirkungen von Entscheidungen bei kleinen Unternehmen oft viel schneller. Der Lerneffekt ist daher groß. Doch im Umkehrschluss heißt schnelles Aufsteigen auch: Bei kleinen Unternehmen sind die Entwicklungschancen möglicherweise begrenzt.

Wer hingegen den Jobeinstieg bei einem internationalen Konzern anpeilt, muss sich auf mehrstufige Auswahlverfahren vorbereiten. Der Aufstieg in Entscheidungspositionen verläuft oft langsamer. Dafür zahlen große Unternehmen in der Regel die höheren Gehälter.

"Man sollte an einem Ort und in einem Unternehmen ins Berufsleben starten, in dem man sich wohl fühlt. Die Entscheidung trifft letztlich der Bauch . Darum sollte man bei allen logischen Argumenten auch auf das Gefühl vertrauen", rät Knaths. Denn selbst wenn das Gehalt anderswo höher ist – ein paar hundert Euro mehr im Monat trösten nicht, wenn man sich am Arbeitsplatz unwohl fühlt.

Worauf es bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber ankommt, erklärt die Trainerin im Video.

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Leserkommentare
  1. Wie gut, dass wir in einem Land leben, in dem Berufsanfänger auf eine illustre Auswahl an Jobangeboten zurückgreifen können ! Da wir augenblicklich einen Fachkräftemangel haben, darf der geneigte Bewerber auch intellektuelle und persönliche Bedürfnisse bei der Auswahl seines zukünftigen Arbeitgebers berücksichtigen.
    Während er also seinen Firmenwagen der gehobenen Preisklasse aussucht und seine zukünftige Assistenten ihn mit mundgerechten Stücken erlesener Delikatessen füttert, überlegt er sich weitere Schritte, wie er Karriere und seine intellektuelle Weiterentwicklung in Übereinstimmung mit seinen moralischen und ethischen Grundprinzipien bringen kann.
    Ist das nicht schön ?

  2. Der blanke Hohn. Da schickt man in vier Monaten 100 Bewerbungen raus und kriegt darauf schliesslich EINE Zusage. Und dann erfährt man in der Zeitung dass man sich ja auch einfach was hätte aussuchen können! Is ja doll, wahrscheinlich sind meine Ex-Kommilitonen auch alle einfach nur zu doof, wenns bei denen genauso aussieht.

    Vielleicht sollte sich Frau Knaths erst mal selbst probeweise einige Monate mal mit den Unterlagen eines Berufsanfängers bewerben, dann klingt der nächste Artikel vermutlich nicht als käme er direkt aus dem Wolkenkuckucksheim.

    • Kurti66
    • 01. Dezember 2011 12:57 Uhr

    ... auch bei den Unternehmen. Viele Personaler und Mittelständler meinen immer noch, auf dem hohen Ross sitzen zu können. Fakt ist : Der sog. Arbeitskräftemangel ist schlichtes Gejammer der Unternehmen, sich nicht mehr aus dem Pool williger und devoter Uniabsolventen bedienen zu können. Ich habe in den vergangenen 10 Monaten rd. 100 Bewerbungen verschickt, hatte ungefähr 40 Erstgespräche und sage und schreibe EINEN Vertrag angeboten bekommen - zugegebenermaßen auch zu sehr guten Konditionen. Zu guter Letzt muß ich festsstellen / jedem empfehlen, sich auch auf den "eigenen Bauch" zu verlassen und nicht aufzugeben. Viele der Unternehmen, bei denen ich mich vor vielen Monaten erfolglos beworben habe, suchen noch heute ! Ich habe einen Job und frage mich nun : Haben DIE oder ICH alles richtig gemacht ?

    • freerk
    • 01. Dezember 2011 15:57 Uhr

    Ich muss immer wieder feststellen, dass die Leser-Kommentare in dieser Themenrubrik mehr inhaltliche Substanz haben, als die eigentlichen Artikel es tun... )))

  3. Zwar habe ich nicht studiert und "nur" eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht, im Anschluss ein Jahr gearbeitet, trotz sehr guter EDV-Kenntnisse, Business English, selbstständigem, kundenorientierten Arbeiten und und und bin ich den völlig utopischen Vorstellungen der Unternehmen einfach nicht gut genug. Ich möchte so gern wieder arbeiten gehen, ich dreh durch langsam, aber keine Firma gibt einem die Chance! Und dann darf ich mir anhören "Geh du mal lieber arbeiten" - Sorry, aber ich habe doch keine drei jahre eine Ausbildung gemacht, damit ich dann zu Hause sitze bzw. in dieser dämlichen Arbeitsamtmaßnahme meine Zeit vertrödeln darf, nur damit ich nicht mehr in dieser Statistik auftauche!!

    Man kann nicht jung und dynamisch sein, mit "einschlägiger" berufserfahrung, führerschein, am besten noch 5 fremdsprachen fließend sprechen, ein excellentes hochschulstudium haben und dann für 1850 eur brutto 42 stunden die woche arbeiten! was ist das für ein land, in dem wir hier leben?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Formel
    • 03. Dezember 2011 0:15 Uhr

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber als Bürokauffrau muss man sich beim Thema Fachkräftemangel nicht angesprochen fühlen. Grob geschätzt sind in den letzten 10 Jahren 600.000 Bürokaufleute zusätzlich auf den Arbeitsmarkt gekommen.
    http://de.statista.com/st...

    Bei dem Punkt, dass einige Tätigkeiten keine höhere Qualifikation erfordern gebe ich Ihnen allerdings recht. Den Rest regeln Angebot und Nachfrage.

    • Formel
    • 03. Dezember 2011 0:15 Uhr

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber als Bürokauffrau muss man sich beim Thema Fachkräftemangel nicht angesprochen fühlen. Grob geschätzt sind in den letzten 10 Jahren 600.000 Bürokaufleute zusätzlich auf den Arbeitsmarkt gekommen.
    http://de.statista.com/st...

    Bei dem Punkt, dass einige Tätigkeiten keine höhere Qualifikation erfordern gebe ich Ihnen allerdings recht. Den Rest regeln Angebot und Nachfrage.

    • mipebs
    • 13. Dezember 2011 0:00 Uhr

    und zwar ein sehr schlechter - anders kann es gar nicht gemeint sein, wie ein sehr schlechter Witz.

    Davon abgesehen: seit langer Zeit fällt mir auf, dass die Zeit-Redakteure, die über Jobs, etc. schreiben, irgendwie auf einem völlig anderen Stern zu leben scheinen.

    Anm.: Bitte bemühen Sie sich um eine Kritik, die sich argumentativ mit den Inhalten des Artikels auseinandersetzt. Danke. Die Redaktion/ag

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Arbeitgeber | Berufsanfänger | Euro | Gehalt | Management | Praktikum
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