Karriere-Starter : Worauf kommt es bei den Bewerbungsunterlagen an?

Ob man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hängt entscheidend von den Unterlagen ab. Was Bewerber beachten müssen, sagt Marion Knaths in der Videoserie.
Karriere-Starter: Das Bewerbungsschreiben Ob man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hängt entscheidend von den Bewerbungsunterlagen ab. Managementtrainerin Marion Knaths erklärt, worauf es ankommt.

Eine ausgeschriebene Stelle – hunderte Bewerbungen. Das ist die Realität in vielen Unternehmen. Die Personaler haben bei der Fülle der Bewerbungen in der Regel maximal zehn Minuten Zeit pro Bewerbung – wenn überhaupt. Da wird quer gelesen und gescannt, ob die Qualifikation stimmt. Je kürzer, prägnanter und aussagekräftiger die Unterlagen, desto besser.

"Egal, ob in einer Onlinebewerbung oder mit der klassischen Mappe: Fehler sollten Sie sich nicht leisten", sagt Karriere-Beraterin Marion Knaths. Meist sind es die kleinen Flüchtigkeitsfehler, die Bewerber sofort ins Aus befördern. Die allermeisten Bewerber benutzen ein Bewerbungsmuster, das sie je nach Unternehmen immer wieder anpassen. Daran ist nichts falsch, im Gegenteil. Wer einmal seine Unterlagen auf den neusten Stand gebracht hat und sie bei jeder Stelle entsprechend umarbeitet, spart viel Zeit. Leider passieren hier oft Fehler. Der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben oder es wurde im Anschreiben vergessen, die Adresszeile zu aktualisieren. Sieht peinlich aus, wenn man sich zwar bei Firma XY bewirbt, aber im Anschreiben noch Firma XX steht.

Andere wiederum übertreiben es mit der Motivationsformulierung – oder lassen sich gar zu ganzen Romanen im Anschreiben hinreissen. "Lassen Sie das, eine Seite ist völlig ausreichend. Für den Lebenslauf gilt ebenfalls: Halten Sie sich kurz. Sie sollten die für den Job relevanten Stationen in seinem Leben nicht auf zwei Seiten zusammenfassen können", sagt Knaths.

Ob die Vita chronologisch geordnet ist, rückwärts oder vorwärts – spielt letztlich keine Rolle. Auch Lücken sind erlaubt. Bei Berufseinsteigern fragt niemand nach zwei oder drei Monaten Lücke zwischen Abitur und Studienbeginn oder nach Studienende. Herumreisen, Jobben, Auszeit als Findungsphase – "Wenn Ihre Unterlagen zeigen, dass Sie die richtige Person für diesen Job sind, brauchen Sie sich keine übertriebenen Sorgen zu machen", sagt Knaths. In der Regel schaut bei Einsteigern sowieso niemand so penibel in die Vita, wenn die Qualifikation stimmt.

Wäre da noch das Bild: Es kann, muss aber nicht in die Bewerbung. Umfragen unter Personalmanagern zeigen, dass Kandidaten mit einem freundlich aussehenden Foto etwas häufiger eingeladen werden als Kandidaten, die ein unpassendes Foto auswählen. Darum ist das Geld in ein professionelles Bild gut investiert.  "Wer für Profibilder aber wirklich kein Geld hat, verzichtet einfach darauf. Nachteile bringen fotolose Bewerbungen mittlerweile kaum noch", sagt Knaths.

Was sonst noch zu beachten ist, erklärt die Trainerin im Video.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Ohne Foto

"Nachteile bringen fotolose Bewerbungen mittlerweile kaum noch"

Auf welcher Basis wurde diese Behauptung aufgestellt? Angenommen Sie haben 2 Bewerbungen in der Hand mit vergleichbarer Qualifikation. Die eine mit nettem Foto und die andere ohne Foto. Wer wird jetzt wohl zum VG eingeladen?

Oft ist es doch so, dass mehrere Bewerbungen mit vergleichbarer Qualifikation vorliegen...Und was soll sich der Personaler denken? Kann der Bewerber nicht mal 30 Euro für nen Foto aufbringen? Oder muss der Bewerber irgendwas verstecken? Leider ist es doch in Deutschland noch so, das ein Foto einfach dazu gehört und wer es weglässt fällt einfach negativ auf, zumindest bei den meisten Personalern.

Und was lerne ich nun daraus?

Als Hochschulabsolvent, der sich gerade in der Bewerbungsphase befindet, kann ich weder Text noch Film viel entnehmen. Die Hinweise auf Fehlerfreiheit und in Bezug auf ein gutes Bild sind nicht wirklich originell. Vielmehr hätte mich hier interessiert, wie man am besten einen Einstieg in einem Anschreiben formuliert, wie viel Bezug auf Studium und Vorbeschäftigungen wie Praktika oder auch ehrenamtliche Tätigkeiten als ausgewogen gelten und ob ich in meinem Lebenslauf angeben sollte, was meine jeweiligen Tätigkeiten bei Praktika und dergleichen waren. Sollte ich Zeugnisse gleich mitschicken oder erst auf Anfrage?

Schade, von der ZEIT hätte ich hier ein wenig mehr Input erwartet.

@karam.bolage

Als langjährige Personaleren kann ich nur sagen: Die Autorin hat so recht. Nach der Sichtung von tausenden von Bewerbungsunterlagen: Fehler sind Standard. Fehlerfrei ist die absolute Ausnahme (höchstens 20 %). Ein Datum von vor drei Monaten, der falsche Ansprechpartner, die falsche e-mail Adresse im Anschreiben, die falschen Satzbezüge, die deutlich machen, dass hier mit kopieren und einsetzen gearbeitet wurde... Noch mehr Beispiele? Ein Lebenslauf, der überzeugen soll, dass er der Richtige ist für die Stahlbranche - unser Unternehmen aber in einem anderen Segment arbeitet; die Anhänge, die mit Bewerbung für Firma xy (leider der falsche Name); ein kleines "auch" oder "ebenso", was zu dieser Firma eben nicht passt....
Es lohnt sich sehr sich erstens klar zu machen: Will ich den Job? (also sich selbst zu überzeugen, hier auch ggfls. im Unternehmen oder im Internet nachfragen) und sich dann entsprechend zu verhalten. Eine gute Bewerbung braucht Zeit. Unbedingt einen zweiten Menschen gegenlesen lassen. Nach Fertigstellung einer Bewerbung zwingend Pause machen und sich dann neu auf eine andere Stelle (s.o.) einstellen und erst dann die Unterlagen fertig stellen. Niemals zwei Bewerbungen parallel machen.
Ich wünsche Ihnen viel Glück und viel Erfolg und hoffe Sie können mit den Tipps was anfangen.