Wer im Jobcenter arbeitet, muss bürokratische Vorgaben erfüllen. Aber arbeitslose Jugendliche sind keine Zahlen, schreibt Leserin Mia Grünwald.
"Die heutige Jugend ist faul." Und: "Wer arbeiten will, der findet eine Arbeit." Das sind Sätze, die ich täglich von Arbeitgebern oder Menschen auf der Straße höre. Sie schimpfen über die Null-Bock-Generation.
Ich arbeite als Arbeitsvermittlerin in einem Jobcenter und betreue dort Jugendliche bis 25 Jahre. Meinen Kunden sind Begriffe wie Verantwortung, Struktur und Ausbildung fremd. Es sind Jugendliche, mit denen andere Arbeitsvermittler nicht zurechtkommen. Sie sind schwierig, sie sind aggressiv und sie haben null Bock.
Es ist Montagmorgen. Eine steinerne Treppe führt mich in den ersten Stock zu meinem Büro. Schokolade, Holzspielzeug und Geduldspiele liegen auf den Tischen, an den Wänden hängen Bilder – mein Versuch, dem tristen, bürokratischen Umfeld ein wenig Leben einzuhauchen.
Der Computer fährt hoch. Ich checke E-Mails und überfliege ein Dutzend neuer Richtlinien. Welche Zahlen habe ich wann zu erfüllen und ab wann muss ich einen Arbeitslosen von arbeitslos auf arbeitsuchend stellen?
Die Zahlen müssen stimmen, damit die Quote am Ende des Monats für die Öffentlichkeit plausibel erklärbar ist. Ich könnte natürlich schummeln, damit die Statistik gut aussieht. Will ich aber nicht. Mein Job ist eine Dienstleistung – eine Dienstleistung am Menschen. Menschen sind keine Zahlen.
An diesem Montag erwarten mich Termine im Stundentakt, bis 12:30 Uhr. Das Telefon klingelt. "Jobcenter, moin!", melde ich mich. Ich höre eine weinerliche Stimme: "Es geht einfach nicht, ich schaffe es nicht." Ich erkenne eine meiner Kundinnen. Offenbar sind ihre Depressionen wieder da. Und ich muss von ihr eine Krankmeldung verlangen – das besagt eine Geschäftsanweisung.
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Sie erzählt, weint, reagiert aggressiv. Ich lobe sie dafür, dass sie es geschafft hat, mich anzurufen. Wir vereinbaren für den nächsten Tag ein Treffen, um eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Natürlich nach Feierabend, ohne Zeiterfassung und ohne einen Eintrag in das interne Kundenprogramm. Aus dem Telefongespräch mache ich einen Beratungsvermerk. Die Quote der Einladungen für diese Kundin ist damit erfüllt.
An diesem Vormittag kommen noch drei Jugendliche zum Gespräch: Ich führe Stärkenanalysen und Selbstreflexionen mit ihnen durch, spreche über Hoffnungslosigkeit und Misstrauen. Laut Anweisung sollen die Gespräche dreißig Minuten pro Kunde dauern, inklusive Vermerke. Meist werden es sechzig Minuten – ohne Vermerke.
Wenn ich von meinen Kunden Engagement verlange, muss ich selbst auch Engagement zeigen. Ich begleite sie zu Schuldner- und Suchtberatungen. Ich suche mit ihnen nach beruflichen Möglichkeiten. Ich helfe ihnen, ihre Stärken und Schwächen herausfinden, sie zu fördern oder zu korrigieren. Denn es sitzt ein Mensch vor mir und keine Nummer, die nach internen Dienst- und Handlungsanweisungen abgehandelt werden muss. Viele meiner Mitarbeiter sehen das anders.
Ich kann nichts ändern an Bestimmungen und Anweisungen. Aber ich kann die Jugendlichen als Menschen wahrnehmen und beraten. Ich kann den jungen Arbeitslosen als eine eigenständige Person sehen. Coolness, Strukturlosigkeit und Hoffnungslosigkeit haben schließlich irgendwo ihren Ursprung. Meine Erfahrung ist: Menschlichkeit zahlt sich aus.
Der Name Mia Grünwald ist ein Pseudonym der Autorin. Der richtige Name ist der Redaktion bekannt.
- Datum 20.01.2012 - 16:43 Uhr
- Quelle Leserartikel
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Von meinen vielen Gesprächen mit Arbeitslosen, die mit "dem Amt" zu tun nhaben, weiss ich, dass diese Frau Grünwald (sodenn ihr Beitrag nicht frei erfunden ist...) die Ausnahme ist.
In der Wirklichkeit arbeiten Arbeitsämter mit den gewissenlosesten Arbeitgebern zusammen, es ist wie eine Art symbiose:
Diese "Unternehmerschaft" (zu 90% dubiose Zeitarbeits - oder weitere Dienstleister, es GIBT auf dem Amt keine anständigen Arbeitsstellen zu vermitteln!!) sorgt für eine freundliche Statistik,sorgt dafür, dass viele Menschen durch die entmenschlichten Arbeitsbedingungen auch mal selbst kündigen (was der BA Geld spart durch Aussprechen von Sanktionen) oder zeigt die Arbeitslosen als "unwillig" an (gleiche Rechtsfolge: Sanktionen), das "Amt" dagegen schmeisst diesen vielen Unternehmern "Einglieserungszuschüsse " etc zu.
Die Menschen spielen gar keine Rolle, sie sind zwischen knallharten Jobcentern und entmenschlichten Unternehmern.
SO ist die Realität auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
auf dem Amt. In der Regel hat man es jedoch mit Fallmanagern (was für ein Euphemismus) zu tun, die erstens nichts über den Kunden wissen, zweitens keine Ahnung von Arbeitsvermittlung sondern wenn überhaupt von Verwaltung haben, und die über die Umgangsformen eines alkoholisierten Hooligans verfügen. Um die Zahlen zu erfüllen werden Leute zu Bewerbungen auf Stellen gezwungen, die wenn überhaupt zu 20% auf den Bewerber zutreffen.
Von der großartigen Stellenbörse gibt es auch nichts positives zu berichten: Nur Zeitarbeitsfirmen, Reinigungsdienste, die der Mindestlohn nicht interessiert und sonstige Verbrecher. Aber die Arbeitgeber kann man ja nicht angreifen, sonst darf man keine Stellen mehr veröffentlichen. Und für Akademiker ist sowieso kaum was dabei.
Das einzige, was diese Leute in Perfektion beherrschen, ist Drohen: Wenn Sie nicht ..., bekommen Sie weniger Geld. Dass dann aber in 80% der Aussagen ein Gericht schonmal geklärt hat, dass es für diese "Verfehlung" keine Kürzung geben darf, verschweigen sie einem.
Und so sehr ich es der Autorin wünsche, so sehr bin ich davon überzeugt, dass sie aufgrund der Vorschriften, Richtlinien und Gesetze, für die Jugendliche tatsächlich nichts anderes als eine Nummer sind, irgendwann aufgibt und genauso eine verbitterte Paragraphenreiterin wird, wie alle vom Amt, mit denen ich sowie alle Betroffenen meines Freundes- und Bekanntenkreises zu tun hatten, und sich einen feuchten Dreck um den Gegenüber scheren. Alles eine Frage der Zeit...
14 Jahre begleiten mich nun schon die Arbeit suchenden Menschen. 14 Jahre mit noch immer dem Mut "anders" die Vorschriften anzuwenden als in der behördlichen Sprache der SGBs. "Anders" im dem Sinn, dass ich mir jeden Tag neu sage, dass jeder Mensch gleich ist und das es auch im Jobcenter vor mir Menschen sitzen, die einfach nur verzweifelt sind. Es braucht jeden Tag neuen Mut gegen Aussagen anzukämpfen, dass wir Arbeitsvermittler (AV) nicht dafür zuständig sind, Menschen persönlich in Arbeit oder Ausbildung zu bringen. Dafür gibt es den Arbeitgeberservice (AGS). Der AGS, der zumindest in meiner Stadt mehrheitlich sog. Vermittlungsvorschläge (VV) raussendet und meldet, wenn sich der Kunde nicht beworben hat und unsere Aufgabe es dann ist, entsprechende Sanktionen auszusprechen. Vielleicht sollte ich statt Arbeitsvermittler --> ArbeitslosenVerwalter sagen? Unabhängig ob Jugendlich oder Erwachsener, jeder Mensch im Jobcenter hat Menschlichkeit verdient und ich bin einfach nur froh, dass mir diese Ausdauer und Liebe zu den Menschen mitgegeben wurde. Es ist für mich ein persönliches Fest, wenn ich zumindest drei von zehn Kunden wieder eine Struktur, Mut, Aktivität und Arbeit geben kann. Drei Kunden, mit der Hoffnung auf ein Leben in der Spur. Viele kleine Schritte sind dafür nötig. Der Lohn: Der Kunde kommt nicht wieder. Die Hoffnung: noch mehr Kollegen für andere Arbeitsweisen den Mut, das Engagement vorleben. Und es gibt sie, diese Kollegen, die den Versuch starten.
auf dem Amt. In der Regel hat man es jedoch mit Fallmanagern (was für ein Euphemismus) zu tun, die erstens nichts über den Kunden wissen, zweitens keine Ahnung von Arbeitsvermittlung sondern wenn überhaupt von Verwaltung haben, und die über die Umgangsformen eines alkoholisierten Hooligans verfügen. Um die Zahlen zu erfüllen werden Leute zu Bewerbungen auf Stellen gezwungen, die wenn überhaupt zu 20% auf den Bewerber zutreffen.
Von der großartigen Stellenbörse gibt es auch nichts positives zu berichten: Nur Zeitarbeitsfirmen, Reinigungsdienste, die der Mindestlohn nicht interessiert und sonstige Verbrecher. Aber die Arbeitgeber kann man ja nicht angreifen, sonst darf man keine Stellen mehr veröffentlichen. Und für Akademiker ist sowieso kaum was dabei.
Das einzige, was diese Leute in Perfektion beherrschen, ist Drohen: Wenn Sie nicht ..., bekommen Sie weniger Geld. Dass dann aber in 80% der Aussagen ein Gericht schonmal geklärt hat, dass es für diese "Verfehlung" keine Kürzung geben darf, verschweigen sie einem.
Und so sehr ich es der Autorin wünsche, so sehr bin ich davon überzeugt, dass sie aufgrund der Vorschriften, Richtlinien und Gesetze, für die Jugendliche tatsächlich nichts anderes als eine Nummer sind, irgendwann aufgibt und genauso eine verbitterte Paragraphenreiterin wird, wie alle vom Amt, mit denen ich sowie alle Betroffenen meines Freundes- und Bekanntenkreises zu tun hatten, und sich einen feuchten Dreck um den Gegenüber scheren. Alles eine Frage der Zeit...
14 Jahre begleiten mich nun schon die Arbeit suchenden Menschen. 14 Jahre mit noch immer dem Mut "anders" die Vorschriften anzuwenden als in der behördlichen Sprache der SGBs. "Anders" im dem Sinn, dass ich mir jeden Tag neu sage, dass jeder Mensch gleich ist und das es auch im Jobcenter vor mir Menschen sitzen, die einfach nur verzweifelt sind. Es braucht jeden Tag neuen Mut gegen Aussagen anzukämpfen, dass wir Arbeitsvermittler (AV) nicht dafür zuständig sind, Menschen persönlich in Arbeit oder Ausbildung zu bringen. Dafür gibt es den Arbeitgeberservice (AGS). Der AGS, der zumindest in meiner Stadt mehrheitlich sog. Vermittlungsvorschläge (VV) raussendet und meldet, wenn sich der Kunde nicht beworben hat und unsere Aufgabe es dann ist, entsprechende Sanktionen auszusprechen. Vielleicht sollte ich statt Arbeitsvermittler --> ArbeitslosenVerwalter sagen? Unabhängig ob Jugendlich oder Erwachsener, jeder Mensch im Jobcenter hat Menschlichkeit verdient und ich bin einfach nur froh, dass mir diese Ausdauer und Liebe zu den Menschen mitgegeben wurde. Es ist für mich ein persönliches Fest, wenn ich zumindest drei von zehn Kunden wieder eine Struktur, Mut, Aktivität und Arbeit geben kann. Drei Kunden, mit der Hoffnung auf ein Leben in der Spur. Viele kleine Schritte sind dafür nötig. Der Lohn: Der Kunde kommt nicht wieder. Die Hoffnung: noch mehr Kollegen für andere Arbeitsweisen den Mut, das Engagement vorleben. Und es gibt sie, diese Kollegen, die den Versuch starten.
Dieser Artikel zeigt nicht nur auf, dass es glücklicherweise Menschen gibt, die sich ihrer persönlichen Verantwortung bewußt sind, sondern leider auch, dass dies die einzige Form ist, in der den Jugendlichen so persönlich entgegengekommen wird. Bitter, denn Jobcenter sind eigentlich der falsche Ort, um das aufzufangen, die MitarbeiterInnen sind dafür gar nicht geschult - aber in unserem Wohlfahrtsstaat gibt es für die jungen Menschen keine andere verantwortliche Stelle. Wer da mit dem Argument "zu teuer" kommt, möge sich ansehen, wofür Geld ausgegeben wird, das eine weit geringere 'Rendite' bringt, als die Investition in die Zukunft junger Hartz-IV-EmpfängerInnen.
auf dem Amt. In der Regel hat man es jedoch mit Fallmanagern (was für ein Euphemismus) zu tun, die erstens nichts über den Kunden wissen, zweitens keine Ahnung von Arbeitsvermittlung sondern wenn überhaupt von Verwaltung haben, und die über die Umgangsformen eines alkoholisierten Hooligans verfügen. Um die Zahlen zu erfüllen werden Leute zu Bewerbungen auf Stellen gezwungen, die wenn überhaupt zu 20% auf den Bewerber zutreffen.
Von der großartigen Stellenbörse gibt es auch nichts positives zu berichten: Nur Zeitarbeitsfirmen, Reinigungsdienste, die der Mindestlohn nicht interessiert und sonstige Verbrecher. Aber die Arbeitgeber kann man ja nicht angreifen, sonst darf man keine Stellen mehr veröffentlichen. Und für Akademiker ist sowieso kaum was dabei.
Das einzige, was diese Leute in Perfektion beherrschen, ist Drohen: Wenn Sie nicht ..., bekommen Sie weniger Geld. Dass dann aber in 80% der Aussagen ein Gericht schonmal geklärt hat, dass es für diese "Verfehlung" keine Kürzung geben darf, verschweigen sie einem.
Und so sehr ich es der Autorin wünsche, so sehr bin ich davon überzeugt, dass sie aufgrund der Vorschriften, Richtlinien und Gesetze, für die Jugendliche tatsächlich nichts anderes als eine Nummer sind, irgendwann aufgibt und genauso eine verbitterte Paragraphenreiterin wird, wie alle vom Amt, mit denen ich sowie alle Betroffenen meines Freundes- und Bekanntenkreises zu tun hatten, und sich einen feuchten Dreck um den Gegenüber scheren. Alles eine Frage der Zeit...
Wer heute noch vom "Arbeitsamt" spricht, outet sich als vorgestrig. Es heißt Arbeitsagentur oder Jobcenter, je nach Bezug von ALG1 oder ALG2.
"Guten Tag, Herr $NameDesArbeitgebers, mich schickt das Arbeitsamt..." ist der optimale Einstieg in ein Bewerbungsgespräch, das geplant erfolglos bleiben soll.
Ich habe mit meiner lokalen Arbeitsagentur sehr positive Erfahrugen und wurde tatkräftig unterstützt.
"Guten Tag, Herr $NameDesArbeitgebers, mich schickt das Arbeitsamt"
Gut, dann würde ich nächstes mal sagen:"Guten Tag, Herr Niedriglohnunternehmer, mich schickt die Agentur für Arbeit"
Und mich dann als Ü50 vorstellen, keinen Führerschein vorweisen und dann meine Atteste erwähnen.
Aber ich würde natürlich so doll gerne bei dir arbeiten.
Die haben Pest+Cholera zu bieten. Das sagen die Vermitler übrigens selber, jedenfalls im Bereich des SGB II .
Ich würde lieber 1 Jahr im Gefängnis sein, als bei einem deutschen Dienstleisterarbeitgeber. Wirklich.
Tatsächlich sind sowohl die Arbeitsagenturen (Körperschaften des öffentlichen Rechts) als auch die Jobcenter öffentlich-rechtliche Einrichtungen und wenden zwingendes öffentliches Recht an. Es sind Behörden und damit sind sie eine Art Amt. Wenngleich dort keine Beamte mehr tätig sind, wie auf den früheren Arbeitsämtern.
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
"... Jobcenter sind lokale Behörden im Gebiet eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt in Deutschland ..."
Läßt man den ganzen Neu- und Schönsprech sowie die gewollten Veralberungen ("Kunden") weg, kommt man einfach dazu, dass in diesen Einrichtungen immer Bürger auf einen Behördenvertreter treffen. Darüber soll man sich keine Illusion machen.
Wichtig ist demnach, dass die arbeitssuchenden und arbeitslos gemeldeten Bürger dort auch wie Bürger behandelt werden und nicht wie zu disziplinierende Untertanen eines Obrigkeitsstaates. Genau letzteres ist aber von SPD-Grünen-CDU/CSU-FDP in das Gesetz und die Durchführungsverordnungen eingearbeitet worden. Die drohenden Sprachregelungen der Bescheide sind so gewollt.
Aus meiner Sicht kommt es deshalb auf gegenseitigen Respekt an. Und vor allem auf korrekte Anwendung der Gesetze.
Kenne ich auch recht gut. Bzw. genau genommen kenne ich beide Seiten, denn mein Berater hat verhindert, dass ich meinen ersten Arbeitsvertrag unterschreibe und die Stelle antrete. Dass ich schon zwei Jahre suche, war ihm dabei völlig egal. Hauptsache verhindert, dass man ENDLICH nicht mehr hilfebedürftig ist!
Naja, dafür bekam ich immerhin einen Bildungsgutschein. Den Verdienstausfall erstattet mir aber niemand.
"Wer heute noch vom "Arbeitsamt" spricht, outet sich als vorgestrig. Es heißt Arbeitsagentur oder Jobcenter, je nach Bezug von ALG1 oder ALG2"
Sie meinen, jemand outet sich als vorgestrig, wenn er die leeren Worthülsen, die lediglich dazu dienten, das Arbeitsamt moderner erscheinen zu lassen, nicht anwendet?
Banaler geht es wohl nicht.
"Guten Tag, Herr $NameDesArbeitgebers, mich schickt das Arbeitsamt... ist der optimale Einstieg in ein Bewerbungsgespräch, das geplant erfolglos bleiben soll"
Was wollen Sie damit sagen? Dass Arbeitslose sich auf diese platte Weise vor einer Einstellung drücken? Wohl eine Stammtischparole blassierter Zeitgenossen und frustierter Arbeitsvermittler, ganz bestimmt von vorgestern!
Ihr Arbeitsvermittler, der Ihnen bei der Stellensuche erfolgreich zu Seite stand, war sicher eine fähige Kraft!
dass das Logo bei der Umbenennung vom Arbeitsamt zum hippen Jobcenter für ein paar hunderttausend Rot-weiß statt Weiß-rot geworden ist.
"Guten Tag, Herr $NameDesArbeitgebers, mich schickt das Arbeitsamt"
Gut, dann würde ich nächstes mal sagen:"Guten Tag, Herr Niedriglohnunternehmer, mich schickt die Agentur für Arbeit"
Und mich dann als Ü50 vorstellen, keinen Führerschein vorweisen und dann meine Atteste erwähnen.
Aber ich würde natürlich so doll gerne bei dir arbeiten.
Die haben Pest+Cholera zu bieten. Das sagen die Vermitler übrigens selber, jedenfalls im Bereich des SGB II .
Ich würde lieber 1 Jahr im Gefängnis sein, als bei einem deutschen Dienstleisterarbeitgeber. Wirklich.
Tatsächlich sind sowohl die Arbeitsagenturen (Körperschaften des öffentlichen Rechts) als auch die Jobcenter öffentlich-rechtliche Einrichtungen und wenden zwingendes öffentliches Recht an. Es sind Behörden und damit sind sie eine Art Amt. Wenngleich dort keine Beamte mehr tätig sind, wie auf den früheren Arbeitsämtern.
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
"... Jobcenter sind lokale Behörden im Gebiet eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt in Deutschland ..."
Läßt man den ganzen Neu- und Schönsprech sowie die gewollten Veralberungen ("Kunden") weg, kommt man einfach dazu, dass in diesen Einrichtungen immer Bürger auf einen Behördenvertreter treffen. Darüber soll man sich keine Illusion machen.
Wichtig ist demnach, dass die arbeitssuchenden und arbeitslos gemeldeten Bürger dort auch wie Bürger behandelt werden und nicht wie zu disziplinierende Untertanen eines Obrigkeitsstaates. Genau letzteres ist aber von SPD-Grünen-CDU/CSU-FDP in das Gesetz und die Durchführungsverordnungen eingearbeitet worden. Die drohenden Sprachregelungen der Bescheide sind so gewollt.
Aus meiner Sicht kommt es deshalb auf gegenseitigen Respekt an. Und vor allem auf korrekte Anwendung der Gesetze.
Kenne ich auch recht gut. Bzw. genau genommen kenne ich beide Seiten, denn mein Berater hat verhindert, dass ich meinen ersten Arbeitsvertrag unterschreibe und die Stelle antrete. Dass ich schon zwei Jahre suche, war ihm dabei völlig egal. Hauptsache verhindert, dass man ENDLICH nicht mehr hilfebedürftig ist!
Naja, dafür bekam ich immerhin einen Bildungsgutschein. Den Verdienstausfall erstattet mir aber niemand.
"Wer heute noch vom "Arbeitsamt" spricht, outet sich als vorgestrig. Es heißt Arbeitsagentur oder Jobcenter, je nach Bezug von ALG1 oder ALG2"
Sie meinen, jemand outet sich als vorgestrig, wenn er die leeren Worthülsen, die lediglich dazu dienten, das Arbeitsamt moderner erscheinen zu lassen, nicht anwendet?
Banaler geht es wohl nicht.
"Guten Tag, Herr $NameDesArbeitgebers, mich schickt das Arbeitsamt... ist der optimale Einstieg in ein Bewerbungsgespräch, das geplant erfolglos bleiben soll"
Was wollen Sie damit sagen? Dass Arbeitslose sich auf diese platte Weise vor einer Einstellung drücken? Wohl eine Stammtischparole blassierter Zeitgenossen und frustierter Arbeitsvermittler, ganz bestimmt von vorgestern!
Ihr Arbeitsvermittler, der Ihnen bei der Stellensuche erfolgreich zu Seite stand, war sicher eine fähige Kraft!
dass das Logo bei der Umbenennung vom Arbeitsamt zum hippen Jobcenter für ein paar hunderttausend Rot-weiß statt Weiß-rot geworden ist.
"Guten Tag, Herr $NameDesArbeitgebers, mich schickt das Arbeitsamt"
Gut, dann würde ich nächstes mal sagen:"Guten Tag, Herr Niedriglohnunternehmer, mich schickt die Agentur für Arbeit"
Und mich dann als Ü50 vorstellen, keinen Führerschein vorweisen und dann meine Atteste erwähnen.
Aber ich würde natürlich so doll gerne bei dir arbeiten.
Die haben Pest+Cholera zu bieten. Das sagen die Vermitler übrigens selber, jedenfalls im Bereich des SGB II .
Ich würde lieber 1 Jahr im Gefängnis sein, als bei einem deutschen Dienstleisterarbeitgeber. Wirklich.
Wenn ich zu einem neuen Arbeitgeber gehe, wurde der mir empfohlen und ich konnte mir die bisher immer aussuchen. Ü50, kein FS und Atteste ohne Ende legen allerdings die Empfehlung nahe, sich aus dem Arbeitskrieg zurück zu ziehen.
Ich stehe selbst vor der Herausforderung, eine schwere und schmerzhafte Erkrankung mit meiner "Karriere" zu synchronisieren. 50 habe ich auch durch, habe aber mehrere Berufe und Fähigkeiten erlernen dürfen.
Wenn ich zu einem neuen Arbeitgeber gehe, wurde der mir empfohlen und ich konnte mir die bisher immer aussuchen. Ü50, kein FS und Atteste ohne Ende legen allerdings die Empfehlung nahe, sich aus dem Arbeitskrieg zurück zu ziehen.
Ich stehe selbst vor der Herausforderung, eine schwere und schmerzhafte Erkrankung mit meiner "Karriere" zu synchronisieren. 50 habe ich auch durch, habe aber mehrere Berufe und Fähigkeiten erlernen dürfen.
Als Arbeitsvermittler, kann ich dem Artikel nur zustimmen. Leider gibt es zu wenige Vermittler dieser Art. Wenn man mal auf der anderen Seite des Tisches gesessen hat, ist das ein enormer Vorteil.
Wenn einem jegliche Empathie verloren gegangen ist und man nur noch für diese sch... Statistik arbeitet, sollte man ernsthaft die Sinnhaftigkeit dieses Berufes hinterfragen.
handelt es sich um Menschen .... vgl. die Überschrift dieses Artikels
Tatsächlich sind sowohl die Arbeitsagenturen (Körperschaften des öffentlichen Rechts) als auch die Jobcenter öffentlich-rechtliche Einrichtungen und wenden zwingendes öffentliches Recht an. Es sind Behörden und damit sind sie eine Art Amt. Wenngleich dort keine Beamte mehr tätig sind, wie auf den früheren Arbeitsämtern.
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
"... Jobcenter sind lokale Behörden im Gebiet eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt in Deutschland ..."
Läßt man den ganzen Neu- und Schönsprech sowie die gewollten Veralberungen ("Kunden") weg, kommt man einfach dazu, dass in diesen Einrichtungen immer Bürger auf einen Behördenvertreter treffen. Darüber soll man sich keine Illusion machen.
Wichtig ist demnach, dass die arbeitssuchenden und arbeitslos gemeldeten Bürger dort auch wie Bürger behandelt werden und nicht wie zu disziplinierende Untertanen eines Obrigkeitsstaates. Genau letzteres ist aber von SPD-Grünen-CDU/CSU-FDP in das Gesetz und die Durchführungsverordnungen eingearbeitet worden. Die drohenden Sprachregelungen der Bescheide sind so gewollt.
Aus meiner Sicht kommt es deshalb auf gegenseitigen Respekt an. Und vor allem auf korrekte Anwendung der Gesetze.
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