Bei der Suche nach geeigneten Bewerbern hat die Stellenausschreibung nach wie vor die größte Bedeutung. Und da sich Unternehmen mit Stellenanzeigen auch immer nach außen präsentieren, sind Inserate als ein Bestandteil der Corporate Identity anzusehen. Geben Unternehmen die Bewerbersuche beispielsweise an Headhunter , verzichten sie auf die Möglichkeit dieser Selbstdarstellung. Eine treffsichere Stellenanzeige zu formulieren, ist jedoch nicht einfach. Bei schwammig formulierten Stellenausschreibungen haben Unternehmen ruckzuck mehrere Hundert Bewerbungen von ungeeigneten Kandidaten auf dem Tisch – denen allen auch eine qualitative Absage zusteht. Das kann die Personalabteilung für Wochen lahm legen.

Eine zielgerichtete Stellenanzeige bietet Bewerbern ein umfassendes Bild vom Unternehmen und von der zu besetzenden Position. Ferner vermittelt sie, welche Erwartungen das Unternehmen an Bewerber stellt. Künftig werden Stellenanzeigen auch noch stärker für das Arbeiten im Unternehmen werben müssen – nicht der Arbeitgeber erklärt, welche Anforderungen er an den Bewerber stellt – sondern das Unternehmen verweist darauf, welche Vorteile es dem Bewerber bietet.

Beim Aufsetzen einer Stellenanzeige hilft das interne Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle. Denn es beinhaltet meist bereits alle relevanten Informationen für eine zielgerichtete Stellenausschreibung: Welche Kernaufgaben beinhaltet die Position? Und welche fachlichen und persönlichen Anforderungen ergeben sich daraus für Bewerber? Da Stellenanzeigen jedoch selten Platz für ausführliche Beschreibungen bieten, ist es sinnvoll, nur die Kriterien mit der höchsten Priorität aufzunehmen.

In der Regel besteht eine Stellenausschreibung aus folgenden sieben Bereichen:

  1. Die Unternehmensdarstellung: Stellenanzeigen sind ein Teil des Employer Brandings . Daher sollten Unternehmen sich hier entsprechend ihres Images präsentieren und für sich werben. Neben dem Firmennamen und -logo sind auch Informationen zur Unternehmensgröße, Firmenhistorie sowie zu eventuellen Auszeichnungen sinnvoll.
  2. Die Stellenbezeichnung: Bei der Bezeichnung der zu besetzenden Stelle müssen Unternehmen vorsichtig sein, denn seit August 2006 gilt in Deutschland das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Danach dürfen Unternehmen niemanden aufgrund seiner Rasse, ethnischen Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, sexuellen Identität, seines Geschlechts oder Alters diskriminieren. Ausnahmen gestattet das Gesetz nur bei vorliegen bestimmter Bedingungen aufgrund beruflicher Anforderungen.
  3. Die Aufgaben: Bei der Auflistung der Aufgaben, die der Bewerber zu erfüllen hat, sind die regelmäßigen Kernaufgaben und eventuelle Highlights der Position zu erwähnen.
  4. Das Anforderungsprofil: Wichtig ist, mit der Stellenanzeige Bewerber anzusprechen, die weder über- noch unterqualifiziert sind. Daher sind die wichtigsten Punkte aus dem internen Anforderungsprofil ebenfalls aufzulisten.
  5. Die Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten: Nur wenn ein Unternehmen zusätzliche Anreize bieten kann, ist dieser Punkt zu berücksichtigen. Dazu zählen beispielsweise Weiterbildungsmaßnahmen, konkrete Aufstiegsmöglichkeiten oder Betriebskindergärten
  6. Die Unternehmensleistungen: Was bietet das Unternehmen als Arbeitgeber? Ist zum Beispiel der Arbeitsvertrag befristet oder unbefristet? Gibt es zum Fixgehalt eine Provision? Wer eine zusätzliche Altersvorsorge bietet, sollte dies ebenfalls erwähnen. Genauso wie Informationen bezüglich flexibler Arbeitszeiten oder der Möglichkeit, einen Dienstwagen auch privat zu nutzen?
  7. Organisatorische Details: In der Regel schließen Stellenanzeigen mit der Erwähnung organisatorischer Details ab: Reicht eine Kurzbewerbung aus oder wünscht sich das Unternehmen eine umfangreiche Bewerbungsmappe? Ist ein Onlineformular auszufüllen oder sollen Unterlagen per E-Mail übermittelt werden? Bis wann sind die Unterlagen einzureichen? Und sollen Bewerber Eintrittstermin und Gehaltswunsch nennen? Sinnvoll ist auch, zum Ende der Anzeige Kontaktdaten eines Ansprechpartners für Rückfragen anzugeben.