Schwammiges Profil

Wenn Sie nicht genau wissen, wen Sie suchen, wird es schwer. Die Ausbildung, das Studium oder 5 Jahre Erfahrung sagen gar nichts. Welche Herausforderungen muss die Kandidatin schon bewältigt haben, wie geht sie an Probleme heran, welche Werte hat sie und wie arbeitet sie mit Chefs und Kollegen zusammen? Also wen genau suchen Sie? Das sollten Sie wissen, bevor Sie anfangen zu suchen.

Zu frühe Entscheidung

Studien zeigen, dass für fast alle ungeübten Interviewer der erste Eindruck entscheidet. Kleidung, Körpersprache, Händedruck sind nicht unwichtig. Aber man muss offen lassen, ob sich der erste Eindruck bestätigt oder nicht. Sonst wird das ganze Interview eine selbsterfüllende Prophezeiung – ich mag den Kandidaten, dann bin ich freundlich und stelle angenehme Fragen. Ich mag ihn nicht und es wird schwierig.

Zu viel reden

Im Interview wollen Führungskräfte etwas vom Kandidaten erfahren. Und dazu müssen sie zuhören. Tun sie aber häufig nicht. Dann reden sie zu viel und erfahren kaum etwas. Die goldene Regel: Zu 80 Prozent spricht der Kandidat, zu 20 Prozent die Führungskraft.

Keine klare Struktur

Die meisten Personalverantwortlichen haben nie gelernt, wie man erfolgreiche Einstellungs-Interviews führt. Deshalb haben sie keinen klaren Fahrplan, welche Fragen sie stellen wollen, sondern lassen sich von ihrem Gegenüber leiten. Wenn am Ende die Entscheidung getroffen wird, wer eingestellt werden soll, müssen Kandidaten und ihre Fähigkeiten verglichen werden. Und das geht nur, wenn alle die selben Fragen beantwortet haben.

Alles glauben

Kandidaten bereiten sich heute gut auf Bewerbungsgespräche vor, sie tauschen sich im Internet aus und sie sind bereit auch mal zu flunkern - darüber was sie alles schon geschafft haben. Nur konkrete Fragen und freundliches Nachbohren zwingen Bewerber bei der Wahrheit zu bleiben.