Arbeitslose Akademiker: Die geistige Elite bei der Arbeitsagentur
Selbst Promovierte beziehen teilweise Arbeitslosengeld, schreibt Leser Jörg Neunhäuserer. Wie er finden manche Wissenschaftler einfach keine Stelle.
Ein Empfänger von Arbeitslosengeld sitzt täglich vor den primitivsten Formaten des Privatfernsehens, trinkt dazu Bier und lässt seine Kinder verwahrlosen. Er hat kein Abitur, geschweige denn ein abgeschlossenes Studium. An Intelligenz, Intellektualität, Motivation und Disziplin fehlt es ihm, sonst hätte er schließlich Arbeit.
Das Bild der Arbeitslosen, das viele Menschen haben, ist menschenverachtend und in vielen Fällen falsch. Auch Intellektuelle und Wissenschaftler, Vertreter der geistigen Elite, sind bei der Agentur für Arbeit: die Bildungsprekarier.
Ich beispielsweise bin promovierter Mathematiker mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in Forschung und Lehre. Derzeit verdiene ich nur etwas Geld durch schlecht bezahlte Lehraufträge oder indem ich Gymnasiasten und Studenten Nachhilfe gebe. Davon alleine kann ich aber nicht leben. Meine Bewerbungen in der freien Wirtschaft sind aussichtslos. Ich bin mit über 40 Jahren zu alt und mein Lebenslauf verrät, dass meine Bewerbungen nur eine Notlösung sind. Das sehen Unternehmen nicht gerne.
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Arbeitslose Akademiker wie ich sind typischerweise Kinder der Mittelschicht. Sie haben Geisteswissenschaften studiert, reine Mathematik oder theoretische Physik. Nicht wenige haben promoviert, wenn nicht sogar habilitiert. Natürlich streben wir alle eine Hochschulkarriere an. Doch einige scheitern im Wettbewerb des akademischen Betriebs.
Wirtschaftlichen Nutzen verspricht die Forschung von uns Bildungsprekariern nicht. Sie erhalten keine öffentliche Aufmerksamkeit, weil sie sich der zweckfreien Einsicht und Erkenntnis widmen. Unsere Gebiete sind nicht in Mode, oder wir haben es versäumt, vor einflussreichen Professoren zu katzbuckeln. Auf jeden Fall gibt es in den Fakultäten zu wenige Professuren und zu wenige Stellen im akademischen Mittelbau. Deshalb sind unsere Aussichten, an einer Hochschule unterzukommen, schlecht.
Bei einigen läuft das auf Langzeitarbeitslosigkeit hinaus und auf viel freie Zeit. Sie haben die Möglichkeit, ihre humanistische Bildung zu vervollkommnen. Mit großer Disziplin und Motivation publizieren sie dann eigenständig mehr als viele Professoren in ihrem Gebiet.
Doch als Empfänger staatlicher Transferleistungen kämpfen Bildungsprekarier ständig mit Armut und mangelnder Anerkennung. In manchen Augenblicken hilft mir nur zu hoffen, dass mir Nachruhm zuteil wird, oder dass sich die gesellschaftlichen Werte endlich ändern. Die Hegemonie der Wirtschaft in Politik und Gesellschaft muss ein Ende finden.





hätten Sie sich slebst ausrechnen können, wie schlecht Ihre Chancen stehen! ( Sorry, ist jetzt NICHT böse gemeint )
Im Ernst, es ist sdoch nur noch eine Schande für ein Land, das gut ausgebildete Menschen wie Sie sich mit irgendwelchen Aushilfsjob über die Runden bringen müssen. ( Und das diese "Jobs" dann in einer Bewerbung blöd aussehen, verringert die Chancen um ein weiteres )
Irgendwann gibt es nur noch Juristen, BWLer und Telefonhörerdesinfizierer!
landen in der versteckten Arbeitslosigkeit: Staatsdienst und freie Wirtschaft stehen als Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, da schon die Note nicht stimmt. Anwälte gibt es genug, so dass auch eine "echte" Anstellung in einer Kanzlei für die Masse dieser Leute unrealistisch ist.
Die einzige Möglichkeit sind freie Mitarbeit in einer Kanzlei oder Niederlassung als Anwalt; beides wenig lukrativ, erst recht nicht angesichts der schwierigen und langen Ausbildung (Studium und Referendariat).
Zu dem Artikel: wer sich in den akademischen Lehrbetrieb begibt, landet auf dünnem Eis, da nun einmal nicht jeder Assi Prof werden kann. Das ist aber jedem klar, der diese Laufbahn einzuschlagen versucht. Insoweit hält sich mein Mitleid abstrakt in Grenzen, wobei natürlich jeder Einzelfall traurig ist. Noch dazu ist es eine Verschwendung von Talenten - in aller Regel handelt es sich ja um die besseren Absolventen.
"Als Mathematiker ...
hätten Sie sich slebst ausrechnen können, wie schlecht Ihre Chancen stehen!"
Diese Aussage beschreibt ja nur das Symptom und nicht die Ursache. Der Text hingegen kritisiert ja gerade, dass eben Wissenschaft heute nur noch dann zählt, wenn man sie später zu Geld machen kann.
Dieser Fehler in unserem kapitalgeprägten System ist ähnlich gravierend, wie die Planwirtschaft im Sozialismus. Da sollte man sich auch selbst nicht belügen und sich dies eingestehen, egal wie sehr man auch Fan der Marktwirtschaft ist.
Nun könnte man meinen, macht ja nichts. Doch, tut es. Es bremst schon beginnend mit dem Studium unsere ganze gesellschaftliche Entwicklung aus. Ohne Grundlagenforschung (die kaum finanzioert wird) und ohne die Möglichkeit auch mal herumzuspielen, kommt man nicht weiter.
bestes Beispiel dafür, wie wichtig herumspielen sein kann, ist der Nobelpreis für Graphen und seine Entdeckungsgeschichte. Das material, was unsere Welt in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird, wurde wie so vieles beim Herumspielen nach Feierabend im Labor entdeckt.
Doch wie sieht es z.B. mit Sozialwissenschaften aus? Was macht die Ethik in der Medizin? Lohnt ja nicht. Was macht die Sozialökonomie bei den Vorständen in der Wirtschaft? Lohnt nicht.
Warum werden die Universitäten mit Bologna-Reform zu outgessourcten Trainee-Programmen der Wirtschaft? Weil es lohnt.
Das ist unser Problem und die Ursache, Arbeitslosigkeit nur ein Symptom.
Juristen und BWLer gibt es in diesem Land auch mehr, als man im Grunde braucht. In den Staatsdienst kommen Juristen nur mit Prädikatsexamen und die großen Kanzleien können sich unter hunderten die Besten aussuchen. Wir sollten alle mal gründlich und ehrlich darüber nachdenken, wieviel Akademiker eine Gesellschaft wirklich braucht. Bei der chronischen Unterversorgung der Gymnasien mit Mathelehrern macht mich der spezielle hier zitierte Fall allerdings nachdenklich. Im Übrigen: Das Examen allein macht es nicht - der Mensch muß auch passen.
...JURA scheint tatsächlich nach wie vor jene Disziplin zu sein, die guten Verdienst und sichere Anstellung wie kein anderes Fach zu verbinden vermag.
Es reicht ein kurzer Blick auf das riesige Berufsfeld, das dem Juristen offen steht (von den Klassikern Anwalt, Richter, Staatsanwalt, Verwaltung bis hin zu im Grunde ALLEN Firmen ALLER Sparten und Branchen - denn rechtliche Fragen stellen sich überall).
Der "Eintrittspreis" ist freilich hoch. Das Studium ist grausam schwer (ich spreche aus eigener Erfahrung).
... keine B-Arche in Sicht, um sie loszuwerden :-)
Ich würde mich an Ihrer Stelle mit den Anforderungen der Finanzwirtschaft auseinandersetzen. Selbstemergente Systme und andere nichtlineare Methoden, dazu Zeitreihenanalyse (für Mathematiker trivial) und derlei Kram. Den meisten ein Buch mit 7 Siegeln.
Programmierkenntnisse haben die meisten Mathematiker, vielleicht noch mit Wissen um Technische Analyse und Money Management Strategien (mal Ralph Vince lesen) ergänzen. Nützlich ist es, die Metaprogrammiersprache eines Handelsprogramms oder einer Programmierbaren Plattform lernen und dann die Hedgefonds und Vermögensverwaltungen abklappern. Haut bestimmt hin - Algotrading ist in.
Das Gute an Ihrer Fertigkeit ist, Sie können sogar zu Hause denken. D.h. Ihr "Produktionsmittel" ist Ihr Kopf. Sie können im Notfall anbieten, auf freiberuflicher Basis zu arbeiten - dann aber eine Erfolgsbeteiligung nicht vergessen.
Auch wir haben mit einem aus der angewandten Atomphysik ein Handelssystem entwickelt, das die Idee der Dichteverteilung (z.B. wie bei Elektronen um den Atomkern) nutzt. Das kann kein Wirtschaftler.
landen in der versteckten Arbeitslosigkeit: Staatsdienst und freie Wirtschaft stehen als Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, da schon die Note nicht stimmt. Anwälte gibt es genug, so dass auch eine "echte" Anstellung in einer Kanzlei für die Masse dieser Leute unrealistisch ist.
Die einzige Möglichkeit sind freie Mitarbeit in einer Kanzlei oder Niederlassung als Anwalt; beides wenig lukrativ, erst recht nicht angesichts der schwierigen und langen Ausbildung (Studium und Referendariat).
Zu dem Artikel: wer sich in den akademischen Lehrbetrieb begibt, landet auf dünnem Eis, da nun einmal nicht jeder Assi Prof werden kann. Das ist aber jedem klar, der diese Laufbahn einzuschlagen versucht. Insoweit hält sich mein Mitleid abstrakt in Grenzen, wobei natürlich jeder Einzelfall traurig ist. Noch dazu ist es eine Verschwendung von Talenten - in aller Regel handelt es sich ja um die besseren Absolventen.
"Als Mathematiker ...
hätten Sie sich slebst ausrechnen können, wie schlecht Ihre Chancen stehen!"
Diese Aussage beschreibt ja nur das Symptom und nicht die Ursache. Der Text hingegen kritisiert ja gerade, dass eben Wissenschaft heute nur noch dann zählt, wenn man sie später zu Geld machen kann.
Dieser Fehler in unserem kapitalgeprägten System ist ähnlich gravierend, wie die Planwirtschaft im Sozialismus. Da sollte man sich auch selbst nicht belügen und sich dies eingestehen, egal wie sehr man auch Fan der Marktwirtschaft ist.
Nun könnte man meinen, macht ja nichts. Doch, tut es. Es bremst schon beginnend mit dem Studium unsere ganze gesellschaftliche Entwicklung aus. Ohne Grundlagenforschung (die kaum finanzioert wird) und ohne die Möglichkeit auch mal herumzuspielen, kommt man nicht weiter.
bestes Beispiel dafür, wie wichtig herumspielen sein kann, ist der Nobelpreis für Graphen und seine Entdeckungsgeschichte. Das material, was unsere Welt in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird, wurde wie so vieles beim Herumspielen nach Feierabend im Labor entdeckt.
Doch wie sieht es z.B. mit Sozialwissenschaften aus? Was macht die Ethik in der Medizin? Lohnt ja nicht. Was macht die Sozialökonomie bei den Vorständen in der Wirtschaft? Lohnt nicht.
Warum werden die Universitäten mit Bologna-Reform zu outgessourcten Trainee-Programmen der Wirtschaft? Weil es lohnt.
Das ist unser Problem und die Ursache, Arbeitslosigkeit nur ein Symptom.
Juristen und BWLer gibt es in diesem Land auch mehr, als man im Grunde braucht. In den Staatsdienst kommen Juristen nur mit Prädikatsexamen und die großen Kanzleien können sich unter hunderten die Besten aussuchen. Wir sollten alle mal gründlich und ehrlich darüber nachdenken, wieviel Akademiker eine Gesellschaft wirklich braucht. Bei der chronischen Unterversorgung der Gymnasien mit Mathelehrern macht mich der spezielle hier zitierte Fall allerdings nachdenklich. Im Übrigen: Das Examen allein macht es nicht - der Mensch muß auch passen.
...JURA scheint tatsächlich nach wie vor jene Disziplin zu sein, die guten Verdienst und sichere Anstellung wie kein anderes Fach zu verbinden vermag.
Es reicht ein kurzer Blick auf das riesige Berufsfeld, das dem Juristen offen steht (von den Klassikern Anwalt, Richter, Staatsanwalt, Verwaltung bis hin zu im Grunde ALLEN Firmen ALLER Sparten und Branchen - denn rechtliche Fragen stellen sich überall).
Der "Eintrittspreis" ist freilich hoch. Das Studium ist grausam schwer (ich spreche aus eigener Erfahrung).
... keine B-Arche in Sicht, um sie loszuwerden :-)
Ich würde mich an Ihrer Stelle mit den Anforderungen der Finanzwirtschaft auseinandersetzen. Selbstemergente Systme und andere nichtlineare Methoden, dazu Zeitreihenanalyse (für Mathematiker trivial) und derlei Kram. Den meisten ein Buch mit 7 Siegeln.
Programmierkenntnisse haben die meisten Mathematiker, vielleicht noch mit Wissen um Technische Analyse und Money Management Strategien (mal Ralph Vince lesen) ergänzen. Nützlich ist es, die Metaprogrammiersprache eines Handelsprogramms oder einer Programmierbaren Plattform lernen und dann die Hedgefonds und Vermögensverwaltungen abklappern. Haut bestimmt hin - Algotrading ist in.
Das Gute an Ihrer Fertigkeit ist, Sie können sogar zu Hause denken. D.h. Ihr "Produktionsmittel" ist Ihr Kopf. Sie können im Notfall anbieten, auf freiberuflicher Basis zu arbeiten - dann aber eine Erfolgsbeteiligung nicht vergessen.
Auch wir haben mit einem aus der angewandten Atomphysik ein Handelssystem entwickelt, das die Idee der Dichteverteilung (z.B. wie bei Elektronen um den Atomkern) nutzt. Das kann kein Wirtschaftler.
... bitte nicht dichten und denken sondern katzbuckeln, das ist hier die Devise... denken macht schlau, das macht Sie zu einer Gefahr für den Wohlstand der Gutbetuchten. Die brauchen Arbeitskraft, keine Innovation und Selbstbestimmung.
Die Industrie braucht vor allem Leute mit Praxiserfahrung, und die Forschung an Universitäten ist mit der Arbeit in der Industrie schwer vergleichbar. Die Promotion _kann_ einem in der Industrie weiter helfen, sie muss es aber nicht - und wenn sie sehr theoretisch ist, kann sie sogar schaden.
Womöglich ist die Seite und vor allem die Kursbeschreibung nur ein schlechter Scherz,ich habe allerdings Zweifel.
"Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltensänderungen auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte Männer zu machen."
http://www.kvhs-osterode....
und noch´n Link
http://www.gegen-hartz.de...
Die Industrie braucht vor allem Leute mit Praxiserfahrung, und die Forschung an Universitäten ist mit der Arbeit in der Industrie schwer vergleichbar. Die Promotion _kann_ einem in der Industrie weiter helfen, sie muss es aber nicht - und wenn sie sehr theoretisch ist, kann sie sogar schaden.
Womöglich ist die Seite und vor allem die Kursbeschreibung nur ein schlechter Scherz,ich habe allerdings Zweifel.
"Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltensänderungen auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte Männer zu machen."
http://www.kvhs-osterode....
und noch´n Link
http://www.gegen-hartz.de...
Ich kann jedem, der die Promotion angeht, nur dringend raten es sich sehr gut zu überlegen, ob man sich wirklich auf die akademische Laufbahn festlegen will. Spätestens nach der Promotion ist der letzte sinnvolle Zeitpunkt zum Absprung da, und wer zu lange wartet wird große Schwierigkeiten haben irgendwo eine Stelle zu finden. An den Universitäten ist der Konkurrenzkampf um Stellen immens - man muß da nicht nur gute Leistungen vorlegen, sondern auch gute Beziehungen haben - und in der Wirtschaft gilt man dann als "zu verschult" - zu akademisch ohne Praxiserfahrung.
Ich habe nach meiner eigenen Promotion den Absprung zu einem Fraunhofer-Institut geschafft und bin sehr glücklich hier. Andere haben zu lange gewartet...
Sie haben vollkommen recht. Falls man nicht blendende Aussichten auf Anstellung in der Hochschule hat (und sei es "nur" im akademischen Mittelbau), sollte man schnell die Fliege von der Uni machen. Meiner Erfahrung nach erkennt man sehr schnell, ob man an der Uni gut aufgehoben ist. Ich sehe für den Autor des Artikels eventuell die Möglichkeit der Selbstständigkeit. Soweit ich weiß, werden Mathematiker in vielen Bereichen sehr gern genommen bzw. Können mit ihren stärken einiges aufbauen. Was ich nicht kapiere: dass an der Situation des Autors nun wieder andere Schuld sein sollen wie Gesellschaft oder Politik...tss. Da macht es sich einer doch sehr einfach.
Ich habe einige Bewerbungen an Frauenhofer Institute geschrieben, denen liegt mein Schwerpunkt aber wohl zu sehr in der reinen Mathematik. Ich glaube gerne das man sich dort wohlfühlen kann.
Beste Grüße
Dr. Jörg Neunhäuserer
Sie haben vollkommen recht. Falls man nicht blendende Aussichten auf Anstellung in der Hochschule hat (und sei es "nur" im akademischen Mittelbau), sollte man schnell die Fliege von der Uni machen. Meiner Erfahrung nach erkennt man sehr schnell, ob man an der Uni gut aufgehoben ist. Ich sehe für den Autor des Artikels eventuell die Möglichkeit der Selbstständigkeit. Soweit ich weiß, werden Mathematiker in vielen Bereichen sehr gern genommen bzw. Können mit ihren stärken einiges aufbauen. Was ich nicht kapiere: dass an der Situation des Autors nun wieder andere Schuld sein sollen wie Gesellschaft oder Politik...tss. Da macht es sich einer doch sehr einfach.
Ich habe einige Bewerbungen an Frauenhofer Institute geschrieben, denen liegt mein Schwerpunkt aber wohl zu sehr in der reinen Mathematik. Ich glaube gerne das man sich dort wohlfühlen kann.
Beste Grüße
Dr. Jörg Neunhäuserer
Die Industrie braucht vor allem Leute mit Praxiserfahrung, und die Forschung an Universitäten ist mit der Arbeit in der Industrie schwer vergleichbar. Die Promotion _kann_ einem in der Industrie weiter helfen, sie muss es aber nicht - und wenn sie sehr theoretisch ist, kann sie sogar schaden.
Ein Theoretiker kann sich sehr schwer tun mit der Praxis, denn sonst wäre sie/er nicht Theoretiker geworden.
Jedoch: es ist einfach von der Industrie zu kurz gedacht, wenn sie einen Theoretiker abtut. Womöglich schlummern in ihr verborgene praktische Talente, die noch nicht zum Vorschein gekommen sind.
Diese praktischen Talente verbinden sich dann mit dem theoretischen Wissen und das ist dann ein Idealzustand von dem die Industrie nur profitieren kann.
So wie sich Städte Stadtschreiber manchmal leisten können, so sollte sich jeder Betrieb seinen Betriebswissenschaftler Daniel Düsentrieb leisten können.
Vielleicht wären wir dann auf vielen Gebieten schon ein wenig weiter, was zum Beispiel die Autoindustrie und Energiewirtschaft, oder die Entwicklungen im Internet angeht.
Man kann doch nicht alles Google überlassen......
Da ist es wieder: Das Mantra, dass Uni = Theorie und Wirtschaft = Praxis - und alle nicken mit dem Kopf "Ja, ja genau so ist das".
Gelinde gesagt ist diese Ansicht einzig dem Umstand geschuldet, dass einfach Weltsichten gerne schwarz-weiß sind, weil sie soooo plausibel scheine - mit der Betonung auf scheinen. (Warum so eine Anmerkung dann zur Redaktionsempfehlung wird, ist mir schleierhaft)
Wie auch immer: Wenn daran alle nur kräftig genug glauben, wird das auch so und in der Konsequenz ist ein hochqualifizierter Mensch, der mit seiner Arbeit sicherlich einen guten Beitrag für JEDES Unternehmen leisten könnte, arbeitslos.
Das, was zum Teil dahinter steckt, nennt sich wohl selbsterfüllende Prophezeiung (is auch ne "Theorie" - die sich bewahrheitet). Theorie und Praxis können nicht ohne einander, Wirtschaft kann nicht ohne Theorie, Wissenschaft zu betreiben, ohne einen Blick auf die Praxis der Realität zu werfen, ist äußerst schwer.
Also, es gilt sich selbst und die eigenen Vorurteile und Gewissheiten zu hinterfragen und mal in aller Ruhe nachzudenken, ob die eigenen Gewissheiten nicht vielleicht einfach falsch sind – oder praktisch gesprochen: los, de-konstruier dich, oder so…
Das theoretische Arbeiten nicht auf die Praxis in der Industrie vorbereiten ist ein Hirngespinst. Auch theoretische Arbeiten trainieren nämlich, ein Problem zu analysieren, sich Lösungsstrategien zu überlegen und systematisch der Sache auf den Grund zu gehen. Ganz im Gegenteil also - die Wirtschaft würde durchaus davon profitieren.
Ein Theoretiker kann sich sehr schwer tun mit der Praxis, denn sonst wäre sie/er nicht Theoretiker geworden.
Jedoch: es ist einfach von der Industrie zu kurz gedacht, wenn sie einen Theoretiker abtut. Womöglich schlummern in ihr verborgene praktische Talente, die noch nicht zum Vorschein gekommen sind.
Diese praktischen Talente verbinden sich dann mit dem theoretischen Wissen und das ist dann ein Idealzustand von dem die Industrie nur profitieren kann.
So wie sich Städte Stadtschreiber manchmal leisten können, so sollte sich jeder Betrieb seinen Betriebswissenschaftler Daniel Düsentrieb leisten können.
Vielleicht wären wir dann auf vielen Gebieten schon ein wenig weiter, was zum Beispiel die Autoindustrie und Energiewirtschaft, oder die Entwicklungen im Internet angeht.
Man kann doch nicht alles Google überlassen......
Da ist es wieder: Das Mantra, dass Uni = Theorie und Wirtschaft = Praxis - und alle nicken mit dem Kopf "Ja, ja genau so ist das".
Gelinde gesagt ist diese Ansicht einzig dem Umstand geschuldet, dass einfach Weltsichten gerne schwarz-weiß sind, weil sie soooo plausibel scheine - mit der Betonung auf scheinen. (Warum so eine Anmerkung dann zur Redaktionsempfehlung wird, ist mir schleierhaft)
Wie auch immer: Wenn daran alle nur kräftig genug glauben, wird das auch so und in der Konsequenz ist ein hochqualifizierter Mensch, der mit seiner Arbeit sicherlich einen guten Beitrag für JEDES Unternehmen leisten könnte, arbeitslos.
Das, was zum Teil dahinter steckt, nennt sich wohl selbsterfüllende Prophezeiung (is auch ne "Theorie" - die sich bewahrheitet). Theorie und Praxis können nicht ohne einander, Wirtschaft kann nicht ohne Theorie, Wissenschaft zu betreiben, ohne einen Blick auf die Praxis der Realität zu werfen, ist äußerst schwer.
Also, es gilt sich selbst und die eigenen Vorurteile und Gewissheiten zu hinterfragen und mal in aller Ruhe nachzudenken, ob die eigenen Gewissheiten nicht vielleicht einfach falsch sind – oder praktisch gesprochen: los, de-konstruier dich, oder so…
Das theoretische Arbeiten nicht auf die Praxis in der Industrie vorbereiten ist ein Hirngespinst. Auch theoretische Arbeiten trainieren nämlich, ein Problem zu analysieren, sich Lösungsstrategien zu überlegen und systematisch der Sache auf den Grund zu gehen. Ganz im Gegenteil also - die Wirtschaft würde durchaus davon profitieren.
...ich würde auch nicht der Industrie für all das die Schuld geben - das ist mehr ein Problem mit der Struktur unseres Bildungssystems. Es gibt wesentlich mehr Doktoranden als offene Stellen an den Universitäten für Promovierte, denn Doktoranden werden als billige Arbeitskräfte geschätzt. Und oft wird von den Professoren eine tolle akademische Laufbahn suggeriert, die am Ende aber nur die wenigsten erreichen werden.
Als Hochschul-Absolvent hat man das Recht auf einen Arbeitsplatz erworben.
Dem ist eben nicht so, auch wenn über Jahrzehnte die Realität eine andere war. Wieso sollte ein Akademiker mehr Rechte haben auf soziale Absicherung als ein Arbeiter.
Kann mir mal jemand erklären, welcher humanistische Grundgedanke das aussagt, dass der gebildete Mensch per se besser dazustehen hat?
Der Arbeiter steht in der Realität besser da als der Lang ausgebildete.
Es ist also genau umgekehrt.
Kann mir mal jemand sagen warum ein Hausmeister oder Polizist besser da stehen kann als ein Promovierter?
Der Studierte ist jeden Tag ins Labor oder in die Bibliothek gefahren, und hat absolut keine Rentenansprüche erworben.
Ein Hausmeister der ein wenig gearbeitet hat, verfügt aber über diese Ansprüche.
Es ist also genau umgekehrt.
t im Kapitalismus. Sie brauchen überall ein Heer an Arbeitern/Akademikern als Überschuß, um Konkurrenzdruck/Lohndruck auf die Gehaltsabhängigen (das sind diese ja zweifelos) ausüben zu können. Aber selbst wenn man in einem "Unternehmen" mitarbeitet, trifft man auf jede Menge Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten. Der aktuelle Kapitalismus (manche Systemkritiker sprechen auch schon von Neofeudalismus mit modernen techologischen Mitteln) generiert/erneuert immer wieder und überall den Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit (intellektuelle Tätigkeiten zählt auch zur Arbeit - nicht nur Steine vermauern und schweißen). In diesem System wird es KEINE soziale Gerechtigkeit geben; auch nicht für die sogenannten "Intelektuellen".
denn die, der Qualifikation halbwegs angemessene Arbeit, gibt dem Menschen einen wesentlichen Teil des Menschseins. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Niemand wird für irgendetwas gebraucht, was nicht einer Firma Vorteile - sprich Profit - bringt. Da außerdem in der Infrastruktur wie Bildung etc. auch nur das Nötigste ausgegeben wird, ist auch dort der Markt eng.
Ich habe diesen Artikel nicht so aufgefasst, dass sich hier Akademiker besser dünken als "gewöhnliche" Arbeitslose. Was Herr Neuhauser sichtbar macht, ist die Verlogenheit der Mainstream-Propaganda vom dummen und faulen Arbeitslosen.
Diese widerliche Teile-und-herrsche-Politik verhindert bisher wirksam eine Politik, die den Arbeitslosen zu sinnvoller Arbeit und der Gesellschaft zu geringeren Belastungen verhilft.
dass die BRD (und damit der Steuerzahler) 10 Jahre in die Ausbildung eines promovierten Hochschulabsolvenen gesteckt hat, sich hinterher aber nicht darum kümmert, aus der Investition Gewinn zu schöpfen.
Ich bin nicht der Meinung das ein Akademiker mehr Rechte auf soziale Absicherung als ein Arbeiter hat. Ganz im Gegenteil. Jeder hat ein Recht auf eine (bezahlte) Arbeit die seinen Neigungen und Begabungen entspricht. Dies in der Verfassung zu verankern würde ich für human halten.
Ihren Humanismus in aller Ehre: seit dem Tot Gottes gibt es keine übergeordnete Instanz, welche entscheidet, wer einen Job findet und wer nicht. Oder woran glauben Sie?
Plakativer: Wissen ist Macht. Glauben wir nicht mehr an die Macht des Wissens oder stoßen arbeitslose Akademiker an ihre Grenzen, verschieben sich die Prinzipien der Aufklärung: das Heraustreten aus dem Dunkeln hinein ins Licht des Wissens sollte es präskriptiv doch ermöglichen, einfach einen Job zu finden. - Der gelernte Bäcker wird allerhächstens eine Bäckerei öffnen können als eigenständige Firma, wenn er arbeitslos geworden ist. Für andere Dinge wurde er intellektuell nicht ausgebildet.
Er ist nicht geschult genug, um danach eine Softwarefirma zu gründen.
Insofern haben Sie Recht: Arbeitslosigkeit für den Arbeiter ist wesentlich dramatischer als für den Intellektuellen. Dieser kann und sollte immer etwas anderes machen können, da er im Idealfall das Lernen selbst als Kompetenz oder Skill erlernt hat - und zwar in einer völlig anderen Weise als der Arbeiter.
Ich habe z.B. gerade meine zweite Firma verkauft und muss überhaupt nicht mehr arbeiten. Ohne 10 jähriges Studium in unterschiedlichen Disziplinen hätte ich dieses Wissen und diese Macht niemals entwickeln können. Das ist eigentlich der Schritt hinaus, warum er so selten gelingt und Akadeimker zu Taxifahreren werden? Vielleicht, weil sie sich nicht mit Aufklärung, Existentialismus und ähnlichen Sinnvollen Dingen beschäftigt haben.
Natürlich haben Akademiker auch nicht mehr Recht auf einen Arbeitsplatz als Nicht-Akademiker. Nur hat Jörg Neunhäuserer Recht, wenn er sagt, dass das "Bildungsprekariat" in Nachrichten über den Arbeitsmarkt und Artikeln über schlechte Bezahlung, geringe Chancen usw. nicht vorkommt. Tenor fast aller Beiträge zum Thema ist: mehr Bildung – mehr Chancen auf gut bezahlten Arbeitsplatz. Das stimmt aber nur bedingt.
1.) Die Mitarbeiter Arbeitsagentur und erst Recht der Jobcenter sind völlig überfordert Akademikern überhaupt Jobangebote zu machen, weil sie die entsprechenden Berufe oft gar nicht kennen und die Qualifikationen nicht einschätzen können.
2.) Wer sich selbst bemüht und Initiativbewerbungen schreibt merkt meist schnell, dass es überhaupt kein Problem ist un- oder unterbezahltes Praktikum oder Volontariat zu bekommen. Der verlangte Arbeitsaufwand entspricht oft einer vollen Stelle, aber leben kann man davon nicht. Weil man keine Zeit für Nebenjobs hat ist man auf Subvention durch Eltern oder Partner angewiesen, so dass derartige "Einsteigerstellen" (die oft genug zu dauerhaften Arrangements werden) tatsächlich nur etwas für privilegierte Mittelstandskinder mit großzügigen Eltern sind. Wenn sie Glück haben rutschen sie nach ein bis zwei Jahren Fronarbeit auf eine bezahlte Stelle.
Wer keine Eltern hat, die eine schlecht bezahlte Übergangszeit oder Freiberuflichkeit finanzieren können oder wollen hat von vornherein keine Chance – ganz unabhängig von Bildung und Qualifikation.
... in einem Land, in dem harte körperliche Arbeit als "geringqualifiziert" gebrandmarkt wird und die Menschen, ohne die wir - nicht ohne poetische Gerechtigkeit - im eigenen Dreck ersticken würden, müssen sich dafür rechtfertigen, von ihrem Lohn auch leben zu wollen. Sicher kann man seine akademische Ausbildung als zusätzliche Leistung darstellen, aber da vergißt man leicht, dass die Handwerker und Dienstleister bereits über Jahre arbeiten und Steuern zahlen, von denen nicht zuletzt auch diese Ausbildung bezahlt wird. Dieser Hochmut ist absolut unangemessen, und das gilt auch für den Unterton des Artikels, dass Menschen ohne Habilitation sehr wohl in den Fängen von Dschungelcamp und Alkohol landen, wenn sie erstmal Hartz IV bekommen.
Lieber F.K.,
ein Akademiker hat sehr viel Geld zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes während seiner akademischen Ausbildung selbst investiert – wenn das Geld nicht von reichen Eltern kam, dann hat er es in der Regel neben der akademischen Tätigkeit als Aushilfe, Hiwi, Taxifahrer, MC-Do. Verkäufer oder Regaleinräumer selbst verdient. Dann am Ende der Ausbildung hat ihm das akademische System dann ein bisschen Geld während der Promotion gezahlt (in der Regel für erbrachte Pflichtlehrdienstleistungen etc.). Die Mär von den hohen Kosten, die eine akademische Ausbildung dem Steuerzahler verursacht ist also wie sie sehen eine Farce. Ihr sog. Arbeiter – sofern es diesen überhaupt noch gibt – hat nach der Schulausbildung gleich mit dem Geldverdienen begonnen, indem er sich in ein Abhängigkeitsverhältnis mit einem Arbeitsgeber begeben hat. Das zeugt von Bequemlichkeit und geringer Kreativität und ist gleichzeitig auch eine Ursache für unsere heutigen sozialen Probleme. Ich finde, dass etwas mehr Respekt für den Akademiker gerechtfertigt ist, da er durch seine Tätigkeit an der UNI oder in der F&E der Gesellschaft etwas gegeben hat. Ihr Arbeiter hat hingegen zeitlebens nur konsumiert.
Hochachtungsvoll,
Ihre Gute Nacht
Der Arbeiter steht in der Realität besser da als der Lang ausgebildete.
Es ist also genau umgekehrt.
Kann mir mal jemand sagen warum ein Hausmeister oder Polizist besser da stehen kann als ein Promovierter?
Der Studierte ist jeden Tag ins Labor oder in die Bibliothek gefahren, und hat absolut keine Rentenansprüche erworben.
Ein Hausmeister der ein wenig gearbeitet hat, verfügt aber über diese Ansprüche.
Es ist also genau umgekehrt.
t im Kapitalismus. Sie brauchen überall ein Heer an Arbeitern/Akademikern als Überschuß, um Konkurrenzdruck/Lohndruck auf die Gehaltsabhängigen (das sind diese ja zweifelos) ausüben zu können. Aber selbst wenn man in einem "Unternehmen" mitarbeitet, trifft man auf jede Menge Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten. Der aktuelle Kapitalismus (manche Systemkritiker sprechen auch schon von Neofeudalismus mit modernen techologischen Mitteln) generiert/erneuert immer wieder und überall den Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit (intellektuelle Tätigkeiten zählt auch zur Arbeit - nicht nur Steine vermauern und schweißen). In diesem System wird es KEINE soziale Gerechtigkeit geben; auch nicht für die sogenannten "Intelektuellen".
denn die, der Qualifikation halbwegs angemessene Arbeit, gibt dem Menschen einen wesentlichen Teil des Menschseins. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Niemand wird für irgendetwas gebraucht, was nicht einer Firma Vorteile - sprich Profit - bringt. Da außerdem in der Infrastruktur wie Bildung etc. auch nur das Nötigste ausgegeben wird, ist auch dort der Markt eng.
Ich habe diesen Artikel nicht so aufgefasst, dass sich hier Akademiker besser dünken als "gewöhnliche" Arbeitslose. Was Herr Neuhauser sichtbar macht, ist die Verlogenheit der Mainstream-Propaganda vom dummen und faulen Arbeitslosen.
Diese widerliche Teile-und-herrsche-Politik verhindert bisher wirksam eine Politik, die den Arbeitslosen zu sinnvoller Arbeit und der Gesellschaft zu geringeren Belastungen verhilft.
dass die BRD (und damit der Steuerzahler) 10 Jahre in die Ausbildung eines promovierten Hochschulabsolvenen gesteckt hat, sich hinterher aber nicht darum kümmert, aus der Investition Gewinn zu schöpfen.
Ich bin nicht der Meinung das ein Akademiker mehr Rechte auf soziale Absicherung als ein Arbeiter hat. Ganz im Gegenteil. Jeder hat ein Recht auf eine (bezahlte) Arbeit die seinen Neigungen und Begabungen entspricht. Dies in der Verfassung zu verankern würde ich für human halten.
Ihren Humanismus in aller Ehre: seit dem Tot Gottes gibt es keine übergeordnete Instanz, welche entscheidet, wer einen Job findet und wer nicht. Oder woran glauben Sie?
Plakativer: Wissen ist Macht. Glauben wir nicht mehr an die Macht des Wissens oder stoßen arbeitslose Akademiker an ihre Grenzen, verschieben sich die Prinzipien der Aufklärung: das Heraustreten aus dem Dunkeln hinein ins Licht des Wissens sollte es präskriptiv doch ermöglichen, einfach einen Job zu finden. - Der gelernte Bäcker wird allerhächstens eine Bäckerei öffnen können als eigenständige Firma, wenn er arbeitslos geworden ist. Für andere Dinge wurde er intellektuell nicht ausgebildet.
Er ist nicht geschult genug, um danach eine Softwarefirma zu gründen.
Insofern haben Sie Recht: Arbeitslosigkeit für den Arbeiter ist wesentlich dramatischer als für den Intellektuellen. Dieser kann und sollte immer etwas anderes machen können, da er im Idealfall das Lernen selbst als Kompetenz oder Skill erlernt hat - und zwar in einer völlig anderen Weise als der Arbeiter.
Ich habe z.B. gerade meine zweite Firma verkauft und muss überhaupt nicht mehr arbeiten. Ohne 10 jähriges Studium in unterschiedlichen Disziplinen hätte ich dieses Wissen und diese Macht niemals entwickeln können. Das ist eigentlich der Schritt hinaus, warum er so selten gelingt und Akadeimker zu Taxifahreren werden? Vielleicht, weil sie sich nicht mit Aufklärung, Existentialismus und ähnlichen Sinnvollen Dingen beschäftigt haben.
Natürlich haben Akademiker auch nicht mehr Recht auf einen Arbeitsplatz als Nicht-Akademiker. Nur hat Jörg Neunhäuserer Recht, wenn er sagt, dass das "Bildungsprekariat" in Nachrichten über den Arbeitsmarkt und Artikeln über schlechte Bezahlung, geringe Chancen usw. nicht vorkommt. Tenor fast aller Beiträge zum Thema ist: mehr Bildung – mehr Chancen auf gut bezahlten Arbeitsplatz. Das stimmt aber nur bedingt.
1.) Die Mitarbeiter Arbeitsagentur und erst Recht der Jobcenter sind völlig überfordert Akademikern überhaupt Jobangebote zu machen, weil sie die entsprechenden Berufe oft gar nicht kennen und die Qualifikationen nicht einschätzen können.
2.) Wer sich selbst bemüht und Initiativbewerbungen schreibt merkt meist schnell, dass es überhaupt kein Problem ist un- oder unterbezahltes Praktikum oder Volontariat zu bekommen. Der verlangte Arbeitsaufwand entspricht oft einer vollen Stelle, aber leben kann man davon nicht. Weil man keine Zeit für Nebenjobs hat ist man auf Subvention durch Eltern oder Partner angewiesen, so dass derartige "Einsteigerstellen" (die oft genug zu dauerhaften Arrangements werden) tatsächlich nur etwas für privilegierte Mittelstandskinder mit großzügigen Eltern sind. Wenn sie Glück haben rutschen sie nach ein bis zwei Jahren Fronarbeit auf eine bezahlte Stelle.
Wer keine Eltern hat, die eine schlecht bezahlte Übergangszeit oder Freiberuflichkeit finanzieren können oder wollen hat von vornherein keine Chance – ganz unabhängig von Bildung und Qualifikation.
... in einem Land, in dem harte körperliche Arbeit als "geringqualifiziert" gebrandmarkt wird und die Menschen, ohne die wir - nicht ohne poetische Gerechtigkeit - im eigenen Dreck ersticken würden, müssen sich dafür rechtfertigen, von ihrem Lohn auch leben zu wollen. Sicher kann man seine akademische Ausbildung als zusätzliche Leistung darstellen, aber da vergißt man leicht, dass die Handwerker und Dienstleister bereits über Jahre arbeiten und Steuern zahlen, von denen nicht zuletzt auch diese Ausbildung bezahlt wird. Dieser Hochmut ist absolut unangemessen, und das gilt auch für den Unterton des Artikels, dass Menschen ohne Habilitation sehr wohl in den Fängen von Dschungelcamp und Alkohol landen, wenn sie erstmal Hartz IV bekommen.
Lieber F.K.,
ein Akademiker hat sehr viel Geld zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes während seiner akademischen Ausbildung selbst investiert – wenn das Geld nicht von reichen Eltern kam, dann hat er es in der Regel neben der akademischen Tätigkeit als Aushilfe, Hiwi, Taxifahrer, MC-Do. Verkäufer oder Regaleinräumer selbst verdient. Dann am Ende der Ausbildung hat ihm das akademische System dann ein bisschen Geld während der Promotion gezahlt (in der Regel für erbrachte Pflichtlehrdienstleistungen etc.). Die Mär von den hohen Kosten, die eine akademische Ausbildung dem Steuerzahler verursacht ist also wie sie sehen eine Farce. Ihr sog. Arbeiter – sofern es diesen überhaupt noch gibt – hat nach der Schulausbildung gleich mit dem Geldverdienen begonnen, indem er sich in ein Abhängigkeitsverhältnis mit einem Arbeitsgeber begeben hat. Das zeugt von Bequemlichkeit und geringer Kreativität und ist gleichzeitig auch eine Ursache für unsere heutigen sozialen Probleme. Ich finde, dass etwas mehr Respekt für den Akademiker gerechtfertigt ist, da er durch seine Tätigkeit an der UNI oder in der F&E der Gesellschaft etwas gegeben hat. Ihr Arbeiter hat hingegen zeitlebens nur konsumiert.
Hochachtungsvoll,
Ihre Gute Nacht
Ein Theoretiker kann sich sehr schwer tun mit der Praxis, denn sonst wäre sie/er nicht Theoretiker geworden.
Jedoch: es ist einfach von der Industrie zu kurz gedacht, wenn sie einen Theoretiker abtut. Womöglich schlummern in ihr verborgene praktische Talente, die noch nicht zum Vorschein gekommen sind.
Diese praktischen Talente verbinden sich dann mit dem theoretischen Wissen und das ist dann ein Idealzustand von dem die Industrie nur profitieren kann.
So wie sich Städte Stadtschreiber manchmal leisten können, so sollte sich jeder Betrieb seinen Betriebswissenschaftler Daniel Düsentrieb leisten können.
Vielleicht wären wir dann auf vielen Gebieten schon ein wenig weiter, was zum Beispiel die Autoindustrie und Energiewirtschaft, oder die Entwicklungen im Internet angeht.
Man kann doch nicht alles Google überlassen......
Einige Antworten hier zeigen ziemlich gut diverse Vorurteile gegenüber einer Promotion auf.
Zum Beispiel den recht konstruierten Unterschied zwischen "Theorie" und "Praxis". Ich denke diese Trennung ist - vielleicht nicht in allen, aber in vielen - Fällen sehr künstlich. Alles was mit Unternehmen und freier Wirtschaft zu tun hat ist per se erstmal "praktisch" und damit "gut für den Job", eine Promotion wird aber als theoretisch angesehen, und wie Kommentar #4 ausdrückt, entsteht sogar der Eindruck, man "disqualifiziert" sich damit. Wie bitte? In der Promotion lernt man offenbar nur Bleistifte zu sortieren und Formeln aufzustellen, die man nicht verkaufen kann. Wer isst denn schon Formeln? Ja, klar...
Seit wann sind Erfahrungen, die "möglichst konkret praktisch, nahe am Markt" gesammt werden, denn tatsächlich kritisch relevant für die Qualität eines Angestellten? Meist gibt es eine Aufgabe zu erledigen und für die Befähigung, diese Aufgabe zu erledigen kann "theoretische" Bildung (nicht nur direkt aufgabenbezogen, sondern solche Sekundärfähigkeiten wie abstrakte Analyse, kritisches Denken, usw) weitaus wertvoller sein als die Frage wie oft man schon einem Kunden die Hand geschüttelt hat.
Meist muss man einen neu angestellten Mitarbeiter sowieso einarbeiten.
Ich denke, man macht es sich hier von Arbeitgeberseite zu einfach. Die wirkliche Qualifikation und Fähigkeiten zu prüfen, wäre ja auch aufwendiger, als einen Lebenslauf und das biologische Alter zu checken...
Natürlich haben Theoretiker auch in der Industrie etwas zu bieten. Zum Beispiel werden auch viele Mathematiker in der Versicherungsbranche eingestellt.
Aber es ist wichtig, daß der Theoretiker auch in der Lage ist, sein Wissen in der industriellen Praxis einzusetzen. Und wenn jemand schon mal in der Industrie gearbeitet hat, dann nimmt ein Unternehmen lieber so einen, als jemanden, dessen Lebenslauf klar macht, daß er immer eine akademische Laufbahn machen wollte und daß Industriejobs für ihn nur eine Notlösung sind.
So etwas sollte jungen, aufstrebenden Akademikern unbedingt gesagt werden - wenn möglich _bevor_ sie mit der Promotion anfangen!
Einige Antworten hier zeigen ziemlich gut diverse Vorurteile gegenüber einer Promotion auf.
Zum Beispiel den recht konstruierten Unterschied zwischen "Theorie" und "Praxis". Ich denke diese Trennung ist - vielleicht nicht in allen, aber in vielen - Fällen sehr künstlich. Alles was mit Unternehmen und freier Wirtschaft zu tun hat ist per se erstmal "praktisch" und damit "gut für den Job", eine Promotion wird aber als theoretisch angesehen, und wie Kommentar #4 ausdrückt, entsteht sogar der Eindruck, man "disqualifiziert" sich damit. Wie bitte? In der Promotion lernt man offenbar nur Bleistifte zu sortieren und Formeln aufzustellen, die man nicht verkaufen kann. Wer isst denn schon Formeln? Ja, klar...
Seit wann sind Erfahrungen, die "möglichst konkret praktisch, nahe am Markt" gesammt werden, denn tatsächlich kritisch relevant für die Qualität eines Angestellten? Meist gibt es eine Aufgabe zu erledigen und für die Befähigung, diese Aufgabe zu erledigen kann "theoretische" Bildung (nicht nur direkt aufgabenbezogen, sondern solche Sekundärfähigkeiten wie abstrakte Analyse, kritisches Denken, usw) weitaus wertvoller sein als die Frage wie oft man schon einem Kunden die Hand geschüttelt hat.
Meist muss man einen neu angestellten Mitarbeiter sowieso einarbeiten.
Ich denke, man macht es sich hier von Arbeitgeberseite zu einfach. Die wirkliche Qualifikation und Fähigkeiten zu prüfen, wäre ja auch aufwendiger, als einen Lebenslauf und das biologische Alter zu checken...
Natürlich haben Theoretiker auch in der Industrie etwas zu bieten. Zum Beispiel werden auch viele Mathematiker in der Versicherungsbranche eingestellt.
Aber es ist wichtig, daß der Theoretiker auch in der Lage ist, sein Wissen in der industriellen Praxis einzusetzen. Und wenn jemand schon mal in der Industrie gearbeitet hat, dann nimmt ein Unternehmen lieber so einen, als jemanden, dessen Lebenslauf klar macht, daß er immer eine akademische Laufbahn machen wollte und daß Industriejobs für ihn nur eine Notlösung sind.
So etwas sollte jungen, aufstrebenden Akademikern unbedingt gesagt werden - wenn möglich _bevor_ sie mit der Promotion anfangen!
Irgendjemand muss auch Brot backen. Wenn so viele junge Leute glauben sie müssen Geisteswissenschaften, Kulturwissenschaften, BWL oder praxisferne Naturwissenschaften oder Mathematik studieren, dann ist die Arbeitslosigkeit einiger dieser Menschen dchon vorprogrammiert. Die Anzahl der Stueinplätze muss sich nach dem Bedarf richten. Wass soll der Staat denn machen? Planwirtschaft einführen, damit jeder Physiker, Chemiker und Mathematiker weiterhin seine Forschung betreiben kann? Oder einfach eine halbe million Stellen für Geistes-, Kulur- und Betriebswirtschaftler schaffen, damit diese ihrem erlenrten Beruf nachgehen können? Ich finds gut, dasss zumindest einige Unis studienplätze begrenzen und dass es Studiengebühren gibt. Das waren schone zwei erste gute Schritte.
Vieles liegt am dreigeteilten Schulsystem.
Glauben sie wirklich ein Bäcker stellt gerne einen Abiturienten als Lehrling ein??
Könnte man ja mal rausfinden, wieviele Bäckermeister das tun würden, oder getan haben...
Es gibt ja auch die Auffassung von Abiturienten, die eine Lehre machen, sie würden den armen Hauptschülern die Wurst vom Brot nehmen.
Und diejenigen Abiturienten die eine Lehre gemacht haben, studieren häufig im Anschluss. Warum wohl?
Sollte das Betriebsklima gegenüber diesen "Besserausgebildeten" dann doch nicht so toll sein.
All das handelt von Diskriminierung!!!!
Die Diskriminierung von Abiturienten!!!
So sieht es aus!
Leider gibt es darüber nicht ausreichende Untersuchungen in Deutschland denke ich.
Um aus dieser Misere heraus zu kommen, braucht Deutschland nicht Staatsstellen für Physiker sondern eine vernünftige Gesamtschule.
Und außerdem verlegen sich ja auch immer mehr auf die Ausbildung an der Fachhochschule. Wahrscheinlich der vernünftigste Weg zur Zeit.
haben in Deutschland -nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes- eine abgeschlossene Promotion. Das ist etwas mehr als 1% der Gesamtbevölkerung. Wer das für zu viel hält und Angst bekommt, mangels Bäcker keine Brötchen mehr kaufen zu können - hat was nicht verstanden.
.... führen sie in diesem Fall A zu B?
Mehr Studiengebühren bedeuten schlicht, dass Leute mit wenig Geld eher nicht studieren und Leute, deren Eltern Geld haben trotzdem studieren und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Denn trotz dieses Artikels haben Akademiker die besten Aussichten.
Also inwiefern helfen jetzt Studiengebühren, dass mehr "Leute Brot backen"? Das bedeutet nur, dass immer die selben das Brot backen müssen. Trotz höherem Potential.
Interessieren würde mich auch was eine Begrenzung der Studienplätze ihrer Meinung nach helfen würde, damit mehr Leute "Brot backen"? Das führt nur dazu, dass Schüler Ausbildungen für Jobs machen, die sie nach dem Studium vergessen. Dabei blockieren sie Plätze der Leute die weniger hochqualifiziert sind und tatsächlich den angeschlossenen Beruf ausüben wollen. Im Endeffekt dauert es also länger bis jemand Brot backt...
Sorry, Ihr halb flapsiger, halb überheblicher Beitrag zeigt, dass Sie sich im Wirtschaftsleben nicht wirklich auskennen. Bleiben wir bei Ihrem konkreten Einwand "Irgendjemand muss auch Brot backen." Fakt ist: Der selbständige Backhandwerksbetrieb ist im Niedergang, der Verfasser des Leserartikels wäre heute wohl am ehesten Franchise-Nehmer bei "Kamps" und stünde finanziell ähnlich prekär da wie als arbeitsloser Mathematiker, nur dass er früher aufstehen und mehr Franchise-Gebühren an den Barilla-Konzern zu zahlen hätte. Fazit: Aus Ihrem Beitrag spricht mitnichten volkswirtschaftliche Vernunft, sondern billige Akademiker-Verachtung.
Vieles liegt am dreigeteilten Schulsystem.
Glauben sie wirklich ein Bäcker stellt gerne einen Abiturienten als Lehrling ein??
Könnte man ja mal rausfinden, wieviele Bäckermeister das tun würden, oder getan haben...
Es gibt ja auch die Auffassung von Abiturienten, die eine Lehre machen, sie würden den armen Hauptschülern die Wurst vom Brot nehmen.
Und diejenigen Abiturienten die eine Lehre gemacht haben, studieren häufig im Anschluss. Warum wohl?
Sollte das Betriebsklima gegenüber diesen "Besserausgebildeten" dann doch nicht so toll sein.
All das handelt von Diskriminierung!!!!
Die Diskriminierung von Abiturienten!!!
So sieht es aus!
Leider gibt es darüber nicht ausreichende Untersuchungen in Deutschland denke ich.
Um aus dieser Misere heraus zu kommen, braucht Deutschland nicht Staatsstellen für Physiker sondern eine vernünftige Gesamtschule.
Und außerdem verlegen sich ja auch immer mehr auf die Ausbildung an der Fachhochschule. Wahrscheinlich der vernünftigste Weg zur Zeit.
haben in Deutschland -nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes- eine abgeschlossene Promotion. Das ist etwas mehr als 1% der Gesamtbevölkerung. Wer das für zu viel hält und Angst bekommt, mangels Bäcker keine Brötchen mehr kaufen zu können - hat was nicht verstanden.
.... führen sie in diesem Fall A zu B?
Mehr Studiengebühren bedeuten schlicht, dass Leute mit wenig Geld eher nicht studieren und Leute, deren Eltern Geld haben trotzdem studieren und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Denn trotz dieses Artikels haben Akademiker die besten Aussichten.
Also inwiefern helfen jetzt Studiengebühren, dass mehr "Leute Brot backen"? Das bedeutet nur, dass immer die selben das Brot backen müssen. Trotz höherem Potential.
Interessieren würde mich auch was eine Begrenzung der Studienplätze ihrer Meinung nach helfen würde, damit mehr Leute "Brot backen"? Das führt nur dazu, dass Schüler Ausbildungen für Jobs machen, die sie nach dem Studium vergessen. Dabei blockieren sie Plätze der Leute die weniger hochqualifiziert sind und tatsächlich den angeschlossenen Beruf ausüben wollen. Im Endeffekt dauert es also länger bis jemand Brot backt...
Sorry, Ihr halb flapsiger, halb überheblicher Beitrag zeigt, dass Sie sich im Wirtschaftsleben nicht wirklich auskennen. Bleiben wir bei Ihrem konkreten Einwand "Irgendjemand muss auch Brot backen." Fakt ist: Der selbständige Backhandwerksbetrieb ist im Niedergang, der Verfasser des Leserartikels wäre heute wohl am ehesten Franchise-Nehmer bei "Kamps" und stünde finanziell ähnlich prekär da wie als arbeitsloser Mathematiker, nur dass er früher aufstehen und mehr Franchise-Gebühren an den Barilla-Konzern zu zahlen hätte. Fazit: Aus Ihrem Beitrag spricht mitnichten volkswirtschaftliche Vernunft, sondern billige Akademiker-Verachtung.
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