Arbeitslose Akademiker: Die geistige Elite bei der Arbeitsagentur
Selbst Promovierte beziehen teilweise Arbeitslosengeld, schreibt Leser Jörg Neunhäuserer. Wie er finden manche Wissenschaftler einfach keine Stelle.
Ein Empfänger von Arbeitslosengeld sitzt täglich vor den primitivsten Formaten des Privatfernsehens, trinkt dazu Bier und lässt seine Kinder verwahrlosen. Er hat kein Abitur, geschweige denn ein abgeschlossenes Studium. An Intelligenz, Intellektualität, Motivation und Disziplin fehlt es ihm, sonst hätte er schließlich Arbeit.
Das Bild der Arbeitslosen, das viele Menschen haben, ist menschenverachtend und in vielen Fällen falsch. Auch Intellektuelle und Wissenschaftler, Vertreter der geistigen Elite, sind bei der Agentur für Arbeit: die Bildungsprekarier.
Ich beispielsweise bin promovierter Mathematiker mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in Forschung und Lehre. Derzeit verdiene ich nur etwas Geld durch schlecht bezahlte Lehraufträge oder indem ich Gymnasiasten und Studenten Nachhilfe gebe. Davon alleine kann ich aber nicht leben. Meine Bewerbungen in der freien Wirtschaft sind aussichtslos. Ich bin mit über 40 Jahren zu alt und mein Lebenslauf verrät, dass meine Bewerbungen nur eine Notlösung sind. Das sehen Unternehmen nicht gerne.
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Arbeitslose Akademiker wie ich sind typischerweise Kinder der Mittelschicht. Sie haben Geisteswissenschaften studiert, reine Mathematik oder theoretische Physik. Nicht wenige haben promoviert, wenn nicht sogar habilitiert. Natürlich streben wir alle eine Hochschulkarriere an. Doch einige scheitern im Wettbewerb des akademischen Betriebs.
Wirtschaftlichen Nutzen verspricht die Forschung von uns Bildungsprekariern nicht. Sie erhalten keine öffentliche Aufmerksamkeit, weil sie sich der zweckfreien Einsicht und Erkenntnis widmen. Unsere Gebiete sind nicht in Mode, oder wir haben es versäumt, vor einflussreichen Professoren zu katzbuckeln. Auf jeden Fall gibt es in den Fakultäten zu wenige Professuren und zu wenige Stellen im akademischen Mittelbau. Deshalb sind unsere Aussichten, an einer Hochschule unterzukommen, schlecht.
Bei einigen läuft das auf Langzeitarbeitslosigkeit hinaus und auf viel freie Zeit. Sie haben die Möglichkeit, ihre humanistische Bildung zu vervollkommnen. Mit großer Disziplin und Motivation publizieren sie dann eigenständig mehr als viele Professoren in ihrem Gebiet.
Doch als Empfänger staatlicher Transferleistungen kämpfen Bildungsprekarier ständig mit Armut und mangelnder Anerkennung. In manchen Augenblicken hilft mir nur zu hoffen, dass mir Nachruhm zuteil wird, oder dass sich die gesellschaftlichen Werte endlich ändern. Die Hegemonie der Wirtschaft in Politik und Gesellschaft muss ein Ende finden.






... bitte nicht dichten und denken sondern katzbuckeln, das ist hier die Devise... denken macht schlau, das macht Sie zu einer Gefahr für den Wohlstand der Gutbetuchten. Die brauchen Arbeitskraft, keine Innovation und Selbstbestimmung.
Die Industrie braucht vor allem Leute mit Praxiserfahrung, und die Forschung an Universitäten ist mit der Arbeit in der Industrie schwer vergleichbar. Die Promotion _kann_ einem in der Industrie weiter helfen, sie muss es aber nicht - und wenn sie sehr theoretisch ist, kann sie sogar schaden.
Womöglich ist die Seite und vor allem die Kursbeschreibung nur ein schlechter Scherz,ich habe allerdings Zweifel.
"Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltensänderungen auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte Männer zu machen."
http://www.kvhs-osterode....
Die Industrie braucht vor allem Leute mit Praxiserfahrung, und die Forschung an Universitäten ist mit der Arbeit in der Industrie schwer vergleichbar. Die Promotion _kann_ einem in der Industrie weiter helfen, sie muss es aber nicht - und wenn sie sehr theoretisch ist, kann sie sogar schaden.
Womöglich ist die Seite und vor allem die Kursbeschreibung nur ein schlechter Scherz,ich habe allerdings Zweifel.
"Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltensänderungen auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte Männer zu machen."
http://www.kvhs-osterode....
hätten Sie sich slebst ausrechnen können, wie schlecht Ihre Chancen stehen! ( Sorry, ist jetzt NICHT böse gemeint )
Im Ernst, es ist sdoch nur noch eine Schande für ein Land, das gut ausgebildete Menschen wie Sie sich mit irgendwelchen Aushilfsjob über die Runden bringen müssen. ( Und das diese "Jobs" dann in einer Bewerbung blöd aussehen, verringert die Chancen um ein weiteres )
Irgendwann gibt es nur noch Juristen, BWLer und Telefonhörerdesinfizierer!
"Als Mathematiker ...
hätten Sie sich slebst ausrechnen können, wie schlecht Ihre Chancen stehen!"
Diese Aussage beschreibt ja nur das Symptom und nicht die Ursache. Der Text hingegen kritisiert ja gerade, dass eben Wissenschaft heute nur noch dann zählt, wenn man sie später zu Geld machen kann.
Dieser Fehler in unserem kapitalgeprägten System ist ähnlich gravierend, wie die Planwirtschaft im Sozialismus. Da sollte man sich auch selbst nicht belügen und sich dies eingestehen, egal wie sehr man auch Fan der Marktwirtschaft ist.
Nun könnte man meinen, macht ja nichts. Doch, tut es. Es bremst schon beginnend mit dem Studium unsere ganze gesellschaftliche Entwicklung aus. Ohne Grundlagenforschung (die kaum finanzioert wird) und ohne die Möglichkeit auch mal herumzuspielen, kommt man nicht weiter.
bestes Beispiel dafür, wie wichtig herumspielen sein kann, ist der Nobelpreis für Graphen und seine Entdeckungsgeschichte. Das material, was unsere Welt in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird, wurde wie so vieles beim Herumspielen nach Feierabend im Labor entdeckt.
Doch wie sieht es z.B. mit Sozialwissenschaften aus? Was macht die Ethik in der Medizin? Lohnt ja nicht. Was macht die Sozialökonomie bei den Vorständen in der Wirtschaft? Lohnt nicht.
Warum werden die Universitäten mit Bologna-Reform zu outgessourcten Trainee-Programmen der Wirtschaft? Weil es lohnt.
Das ist unser Problem und die Ursache, Arbeitslosigkeit nur ein Symptom.
Ich würde mich an Ihrer Stelle mit den Anforderungen der Finanzwirtschaft auseinandersetzen. Selbstemergente Systme und andere nichtlineare Methoden, dazu Zeitreihenanalyse (für Mathematiker trivial) und derlei Kram. Den meisten ein Buch mit 7 Siegeln.
Programmierkenntnisse haben die meisten Mathematiker, vielleicht noch mit Wissen um Technische Analyse und Money Management Strategien (mal Ralph Vince lesen) ergänzen. Nützlich ist es, die Metaprogrammiersprache eines Handelsprogramms oder einer Programmierbaren Plattform lernen und dann die Hedgefonds und Vermögensverwaltungen abklappern. Haut bestimmt hin - Algotrading ist in.
Das Gute an Ihrer Fertigkeit ist, Sie können sogar zu Hause denken. D.h. Ihr "Produktionsmittel" ist Ihr Kopf. Sie können im Notfall anbieten, auf freiberuflicher Basis zu arbeiten - dann aber eine Erfolgsbeteiligung nicht vergessen.
Auch wir haben mit einem aus der angewandten Atomphysik ein Handelssystem entwickelt, das die Idee der Dichteverteilung (z.B. wie bei Elektronen um den Atomkern) nutzt. Das kann kein Wirtschaftler.
landen in der versteckten Arbeitslosigkeit: Staatsdienst und freie Wirtschaft stehen als Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, da schon die Note nicht stimmt. Anwälte gibt es genug, so dass auch eine "echte" Anstellung in einer Kanzlei für die Masse dieser Leute unrealistisch ist.
Die einzige Möglichkeit sind freie Mitarbeit in einer Kanzlei oder Niederlassung als Anwalt; beides wenig lukrativ, erst recht nicht angesichts der schwierigen und langen Ausbildung (Studium und Referendariat).
Zu dem Artikel: wer sich in den akademischen Lehrbetrieb begibt, landet auf dünnem Eis, da nun einmal nicht jeder Assi Prof werden kann. Das ist aber jedem klar, der diese Laufbahn einzuschlagen versucht. Insoweit hält sich mein Mitleid abstrakt in Grenzen, wobei natürlich jeder Einzelfall traurig ist. Noch dazu ist es eine Verschwendung von Talenten - in aller Regel handelt es sich ja um die besseren Absolventen.
Juristen und BWLer gibt es in diesem Land auch mehr, als man im Grunde braucht. In den Staatsdienst kommen Juristen nur mit Prädikatsexamen und die großen Kanzleien können sich unter hunderten die Besten aussuchen. Wir sollten alle mal gründlich und ehrlich darüber nachdenken, wieviel Akademiker eine Gesellschaft wirklich braucht. Bei der chronischen Unterversorgung der Gymnasien mit Mathelehrern macht mich der spezielle hier zitierte Fall allerdings nachdenklich. Im Übrigen: Das Examen allein macht es nicht - der Mensch muß auch passen.
...JURA scheint tatsächlich nach wie vor jene Disziplin zu sein, die guten Verdienst und sichere Anstellung wie kein anderes Fach zu verbinden vermag.
Es reicht ein kurzer Blick auf das riesige Berufsfeld, das dem Juristen offen steht (von den Klassikern Anwalt, Richter, Staatsanwalt, Verwaltung bis hin zu im Grunde ALLEN Firmen ALLER Sparten und Branchen - denn rechtliche Fragen stellen sich überall).
Der "Eintrittspreis" ist freilich hoch. Das Studium ist grausam schwer (ich spreche aus eigener Erfahrung).
"Als Mathematiker ...
hätten Sie sich slebst ausrechnen können, wie schlecht Ihre Chancen stehen!"
Diese Aussage beschreibt ja nur das Symptom und nicht die Ursache. Der Text hingegen kritisiert ja gerade, dass eben Wissenschaft heute nur noch dann zählt, wenn man sie später zu Geld machen kann.
Dieser Fehler in unserem kapitalgeprägten System ist ähnlich gravierend, wie die Planwirtschaft im Sozialismus. Da sollte man sich auch selbst nicht belügen und sich dies eingestehen, egal wie sehr man auch Fan der Marktwirtschaft ist.
Nun könnte man meinen, macht ja nichts. Doch, tut es. Es bremst schon beginnend mit dem Studium unsere ganze gesellschaftliche Entwicklung aus. Ohne Grundlagenforschung (die kaum finanzioert wird) und ohne die Möglichkeit auch mal herumzuspielen, kommt man nicht weiter.
bestes Beispiel dafür, wie wichtig herumspielen sein kann, ist der Nobelpreis für Graphen und seine Entdeckungsgeschichte. Das material, was unsere Welt in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird, wurde wie so vieles beim Herumspielen nach Feierabend im Labor entdeckt.
Doch wie sieht es z.B. mit Sozialwissenschaften aus? Was macht die Ethik in der Medizin? Lohnt ja nicht. Was macht die Sozialökonomie bei den Vorständen in der Wirtschaft? Lohnt nicht.
Warum werden die Universitäten mit Bologna-Reform zu outgessourcten Trainee-Programmen der Wirtschaft? Weil es lohnt.
Das ist unser Problem und die Ursache, Arbeitslosigkeit nur ein Symptom.
Ich würde mich an Ihrer Stelle mit den Anforderungen der Finanzwirtschaft auseinandersetzen. Selbstemergente Systme und andere nichtlineare Methoden, dazu Zeitreihenanalyse (für Mathematiker trivial) und derlei Kram. Den meisten ein Buch mit 7 Siegeln.
Programmierkenntnisse haben die meisten Mathematiker, vielleicht noch mit Wissen um Technische Analyse und Money Management Strategien (mal Ralph Vince lesen) ergänzen. Nützlich ist es, die Metaprogrammiersprache eines Handelsprogramms oder einer Programmierbaren Plattform lernen und dann die Hedgefonds und Vermögensverwaltungen abklappern. Haut bestimmt hin - Algotrading ist in.
Das Gute an Ihrer Fertigkeit ist, Sie können sogar zu Hause denken. D.h. Ihr "Produktionsmittel" ist Ihr Kopf. Sie können im Notfall anbieten, auf freiberuflicher Basis zu arbeiten - dann aber eine Erfolgsbeteiligung nicht vergessen.
Auch wir haben mit einem aus der angewandten Atomphysik ein Handelssystem entwickelt, das die Idee der Dichteverteilung (z.B. wie bei Elektronen um den Atomkern) nutzt. Das kann kein Wirtschaftler.
landen in der versteckten Arbeitslosigkeit: Staatsdienst und freie Wirtschaft stehen als Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, da schon die Note nicht stimmt. Anwälte gibt es genug, so dass auch eine "echte" Anstellung in einer Kanzlei für die Masse dieser Leute unrealistisch ist.
Die einzige Möglichkeit sind freie Mitarbeit in einer Kanzlei oder Niederlassung als Anwalt; beides wenig lukrativ, erst recht nicht angesichts der schwierigen und langen Ausbildung (Studium und Referendariat).
Zu dem Artikel: wer sich in den akademischen Lehrbetrieb begibt, landet auf dünnem Eis, da nun einmal nicht jeder Assi Prof werden kann. Das ist aber jedem klar, der diese Laufbahn einzuschlagen versucht. Insoweit hält sich mein Mitleid abstrakt in Grenzen, wobei natürlich jeder Einzelfall traurig ist. Noch dazu ist es eine Verschwendung von Talenten - in aller Regel handelt es sich ja um die besseren Absolventen.
Juristen und BWLer gibt es in diesem Land auch mehr, als man im Grunde braucht. In den Staatsdienst kommen Juristen nur mit Prädikatsexamen und die großen Kanzleien können sich unter hunderten die Besten aussuchen. Wir sollten alle mal gründlich und ehrlich darüber nachdenken, wieviel Akademiker eine Gesellschaft wirklich braucht. Bei der chronischen Unterversorgung der Gymnasien mit Mathelehrern macht mich der spezielle hier zitierte Fall allerdings nachdenklich. Im Übrigen: Das Examen allein macht es nicht - der Mensch muß auch passen.
...JURA scheint tatsächlich nach wie vor jene Disziplin zu sein, die guten Verdienst und sichere Anstellung wie kein anderes Fach zu verbinden vermag.
Es reicht ein kurzer Blick auf das riesige Berufsfeld, das dem Juristen offen steht (von den Klassikern Anwalt, Richter, Staatsanwalt, Verwaltung bis hin zu im Grunde ALLEN Firmen ALLER Sparten und Branchen - denn rechtliche Fragen stellen sich überall).
Der "Eintrittspreis" ist freilich hoch. Das Studium ist grausam schwer (ich spreche aus eigener Erfahrung).
Als Hochschul-Absolvent hat man das Recht auf einen Arbeitsplatz erworben.
Dem ist eben nicht so, auch wenn über Jahrzehnte die Realität eine andere war. Wieso sollte ein Akademiker mehr Rechte haben auf soziale Absicherung als ein Arbeiter.
Kann mir mal jemand erklären, welcher humanistische Grundgedanke das aussagt, dass der gebildete Mensch per se besser dazustehen hat?
Der Arbeiter steht in der Realität besser da als der Lang ausgebildete.
Es ist also genau umgekehrt.
Kann mir mal jemand sagen warum ein Hausmeister oder Polizist besser da stehen kann als ein Promovierter?
Der Studierte ist jeden Tag ins Labor oder in die Bibliothek gefahren, und hat absolut keine Rentenansprüche erworben.
Ein Hausmeister der ein wenig gearbeitet hat, verfügt aber über diese Ansprüche.
Es ist also genau umgekehrt.
denn die, der Qualifikation halbwegs angemessene Arbeit, gibt dem Menschen einen wesentlichen Teil des Menschseins. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Niemand wird für irgendetwas gebraucht, was nicht einer Firma Vorteile - sprich Profit - bringt. Da außerdem in der Infrastruktur wie Bildung etc. auch nur das Nötigste ausgegeben wird, ist auch dort der Markt eng.
Ich habe diesen Artikel nicht so aufgefasst, dass sich hier Akademiker besser dünken als "gewöhnliche" Arbeitslose. Was Herr Neuhauser sichtbar macht, ist die Verlogenheit der Mainstream-Propaganda vom dummen und faulen Arbeitslosen.
Diese widerliche Teile-und-herrsche-Politik verhindert bisher wirksam eine Politik, die den Arbeitslosen zu sinnvoller Arbeit und der Gesellschaft zu geringeren Belastungen verhilft.
t im Kapitalismus. Sie brauchen überall ein Heer an Arbeitern/Akademikern als Überschuß, um Konkurrenzdruck/Lohndruck auf die Gehaltsabhängigen (das sind diese ja zweifelos) ausüben zu können. Aber selbst wenn man in einem "Unternehmen" mitarbeitet, trifft man auf jede Menge Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten. Der aktuelle Kapitalismus (manche Systemkritiker sprechen auch schon von Neofeudalismus mit modernen techologischen Mitteln) generiert/erneuert immer wieder und überall den Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit (intellektuelle Tätigkeiten zählt auch zur Arbeit - nicht nur Steine vermauern und schweißen). In diesem System wird es KEINE soziale Gerechtigkeit geben; auch nicht für die sogenannten "Intelektuellen".
dass die BRD (und damit der Steuerzahler) 10 Jahre in die Ausbildung eines promovierten Hochschulabsolvenen gesteckt hat, sich hinterher aber nicht darum kümmert, aus der Investition Gewinn zu schöpfen.
Ich bin nicht der Meinung das ein Akademiker mehr Rechte auf soziale Absicherung als ein Arbeiter hat. Ganz im Gegenteil. Jeder hat ein Recht auf eine (bezahlte) Arbeit die seinen Neigungen und Begabungen entspricht. Dies in der Verfassung zu verankern würde ich für human halten.
Natürlich haben Akademiker auch nicht mehr Recht auf einen Arbeitsplatz als Nicht-Akademiker. Nur hat Jörg Neunhäuserer Recht, wenn er sagt, dass das "Bildungsprekariat" in Nachrichten über den Arbeitsmarkt und Artikeln über schlechte Bezahlung, geringe Chancen usw. nicht vorkommt. Tenor fast aller Beiträge zum Thema ist: mehr Bildung – mehr Chancen auf gut bezahlten Arbeitsplatz. Das stimmt aber nur bedingt.
1.) Die Mitarbeiter Arbeitsagentur und erst Recht der Jobcenter sind völlig überfordert Akademikern überhaupt Jobangebote zu machen, weil sie die entsprechenden Berufe oft gar nicht kennen und die Qualifikationen nicht einschätzen können.
2.) Wer sich selbst bemüht und Initiativbewerbungen schreibt merkt meist schnell, dass es überhaupt kein Problem ist un- oder unterbezahltes Praktikum oder Volontariat zu bekommen. Der verlangte Arbeitsaufwand entspricht oft einer vollen Stelle, aber leben kann man davon nicht. Weil man keine Zeit für Nebenjobs hat ist man auf Subvention durch Eltern oder Partner angewiesen, so dass derartige "Einsteigerstellen" (die oft genug zu dauerhaften Arrangements werden) tatsächlich nur etwas für privilegierte Mittelstandskinder mit großzügigen Eltern sind. Wenn sie Glück haben rutschen sie nach ein bis zwei Jahren Fronarbeit auf eine bezahlte Stelle.
Wer keine Eltern hat, die eine schlecht bezahlte Übergangszeit oder Freiberuflichkeit finanzieren können oder wollen hat von vornherein keine Chance – ganz unabhängig von Bildung und Qualifikation.
... in einem Land, in dem harte körperliche Arbeit als "geringqualifiziert" gebrandmarkt wird und die Menschen, ohne die wir - nicht ohne poetische Gerechtigkeit - im eigenen Dreck ersticken würden, müssen sich dafür rechtfertigen, von ihrem Lohn auch leben zu wollen. Sicher kann man seine akademische Ausbildung als zusätzliche Leistung darstellen, aber da vergißt man leicht, dass die Handwerker und Dienstleister bereits über Jahre arbeiten und Steuern zahlen, von denen nicht zuletzt auch diese Ausbildung bezahlt wird. Dieser Hochmut ist absolut unangemessen, und das gilt auch für den Unterton des Artikels, dass Menschen ohne Habilitation sehr wohl in den Fängen von Dschungelcamp und Alkohol landen, wenn sie erstmal Hartz IV bekommen.
Ihren Humanismus in aller Ehre: seit dem Tot Gottes gibt es keine übergeordnete Instanz, welche entscheidet, wer einen Job findet und wer nicht. Oder woran glauben Sie?
Plakativer: Wissen ist Macht. Glauben wir nicht mehr an die Macht des Wissens oder stoßen arbeitslose Akademiker an ihre Grenzen, verschieben sich die Prinzipien der Aufklärung: das Heraustreten aus dem Dunkeln hinein ins Licht des Wissens sollte es präskriptiv doch ermöglichen, einfach einen Job zu finden. - Der gelernte Bäcker wird allerhächstens eine Bäckerei öffnen können als eigenständige Firma, wenn er arbeitslos geworden ist. Für andere Dinge wurde er intellektuell nicht ausgebildet.
Er ist nicht geschult genug, um danach eine Softwarefirma zu gründen.
Insofern haben Sie Recht: Arbeitslosigkeit für den Arbeiter ist wesentlich dramatischer als für den Intellektuellen. Dieser kann und sollte immer etwas anderes machen können, da er im Idealfall das Lernen selbst als Kompetenz oder Skill erlernt hat - und zwar in einer völlig anderen Weise als der Arbeiter.
Ich habe z.B. gerade meine zweite Firma verkauft und muss überhaupt nicht mehr arbeiten. Ohne 10 jähriges Studium in unterschiedlichen Disziplinen hätte ich dieses Wissen und diese Macht niemals entwickeln können. Das ist eigentlich der Schritt hinaus, warum er so selten gelingt und Akadeimker zu Taxifahreren werden? Vielleicht, weil sie sich nicht mit Aufklärung, Existentialismus und ähnlichen Sinnvollen Dingen beschäftigt haben.
Der Arbeiter steht in der Realität besser da als der Lang ausgebildete.
Es ist also genau umgekehrt.
Kann mir mal jemand sagen warum ein Hausmeister oder Polizist besser da stehen kann als ein Promovierter?
Der Studierte ist jeden Tag ins Labor oder in die Bibliothek gefahren, und hat absolut keine Rentenansprüche erworben.
Ein Hausmeister der ein wenig gearbeitet hat, verfügt aber über diese Ansprüche.
Es ist also genau umgekehrt.
denn die, der Qualifikation halbwegs angemessene Arbeit, gibt dem Menschen einen wesentlichen Teil des Menschseins. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Niemand wird für irgendetwas gebraucht, was nicht einer Firma Vorteile - sprich Profit - bringt. Da außerdem in der Infrastruktur wie Bildung etc. auch nur das Nötigste ausgegeben wird, ist auch dort der Markt eng.
Ich habe diesen Artikel nicht so aufgefasst, dass sich hier Akademiker besser dünken als "gewöhnliche" Arbeitslose. Was Herr Neuhauser sichtbar macht, ist die Verlogenheit der Mainstream-Propaganda vom dummen und faulen Arbeitslosen.
Diese widerliche Teile-und-herrsche-Politik verhindert bisher wirksam eine Politik, die den Arbeitslosen zu sinnvoller Arbeit und der Gesellschaft zu geringeren Belastungen verhilft.
t im Kapitalismus. Sie brauchen überall ein Heer an Arbeitern/Akademikern als Überschuß, um Konkurrenzdruck/Lohndruck auf die Gehaltsabhängigen (das sind diese ja zweifelos) ausüben zu können. Aber selbst wenn man in einem "Unternehmen" mitarbeitet, trifft man auf jede Menge Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten. Der aktuelle Kapitalismus (manche Systemkritiker sprechen auch schon von Neofeudalismus mit modernen techologischen Mitteln) generiert/erneuert immer wieder und überall den Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit (intellektuelle Tätigkeiten zählt auch zur Arbeit - nicht nur Steine vermauern und schweißen). In diesem System wird es KEINE soziale Gerechtigkeit geben; auch nicht für die sogenannten "Intelektuellen".
dass die BRD (und damit der Steuerzahler) 10 Jahre in die Ausbildung eines promovierten Hochschulabsolvenen gesteckt hat, sich hinterher aber nicht darum kümmert, aus der Investition Gewinn zu schöpfen.
Ich bin nicht der Meinung das ein Akademiker mehr Rechte auf soziale Absicherung als ein Arbeiter hat. Ganz im Gegenteil. Jeder hat ein Recht auf eine (bezahlte) Arbeit die seinen Neigungen und Begabungen entspricht. Dies in der Verfassung zu verankern würde ich für human halten.
Natürlich haben Akademiker auch nicht mehr Recht auf einen Arbeitsplatz als Nicht-Akademiker. Nur hat Jörg Neunhäuserer Recht, wenn er sagt, dass das "Bildungsprekariat" in Nachrichten über den Arbeitsmarkt und Artikeln über schlechte Bezahlung, geringe Chancen usw. nicht vorkommt. Tenor fast aller Beiträge zum Thema ist: mehr Bildung – mehr Chancen auf gut bezahlten Arbeitsplatz. Das stimmt aber nur bedingt.
1.) Die Mitarbeiter Arbeitsagentur und erst Recht der Jobcenter sind völlig überfordert Akademikern überhaupt Jobangebote zu machen, weil sie die entsprechenden Berufe oft gar nicht kennen und die Qualifikationen nicht einschätzen können.
2.) Wer sich selbst bemüht und Initiativbewerbungen schreibt merkt meist schnell, dass es überhaupt kein Problem ist un- oder unterbezahltes Praktikum oder Volontariat zu bekommen. Der verlangte Arbeitsaufwand entspricht oft einer vollen Stelle, aber leben kann man davon nicht. Weil man keine Zeit für Nebenjobs hat ist man auf Subvention durch Eltern oder Partner angewiesen, so dass derartige "Einsteigerstellen" (die oft genug zu dauerhaften Arrangements werden) tatsächlich nur etwas für privilegierte Mittelstandskinder mit großzügigen Eltern sind. Wenn sie Glück haben rutschen sie nach ein bis zwei Jahren Fronarbeit auf eine bezahlte Stelle.
Wer keine Eltern hat, die eine schlecht bezahlte Übergangszeit oder Freiberuflichkeit finanzieren können oder wollen hat von vornherein keine Chance – ganz unabhängig von Bildung und Qualifikation.
... in einem Land, in dem harte körperliche Arbeit als "geringqualifiziert" gebrandmarkt wird und die Menschen, ohne die wir - nicht ohne poetische Gerechtigkeit - im eigenen Dreck ersticken würden, müssen sich dafür rechtfertigen, von ihrem Lohn auch leben zu wollen. Sicher kann man seine akademische Ausbildung als zusätzliche Leistung darstellen, aber da vergißt man leicht, dass die Handwerker und Dienstleister bereits über Jahre arbeiten und Steuern zahlen, von denen nicht zuletzt auch diese Ausbildung bezahlt wird. Dieser Hochmut ist absolut unangemessen, und das gilt auch für den Unterton des Artikels, dass Menschen ohne Habilitation sehr wohl in den Fängen von Dschungelcamp und Alkohol landen, wenn sie erstmal Hartz IV bekommen.
Ihren Humanismus in aller Ehre: seit dem Tot Gottes gibt es keine übergeordnete Instanz, welche entscheidet, wer einen Job findet und wer nicht. Oder woran glauben Sie?
Plakativer: Wissen ist Macht. Glauben wir nicht mehr an die Macht des Wissens oder stoßen arbeitslose Akademiker an ihre Grenzen, verschieben sich die Prinzipien der Aufklärung: das Heraustreten aus dem Dunkeln hinein ins Licht des Wissens sollte es präskriptiv doch ermöglichen, einfach einen Job zu finden. - Der gelernte Bäcker wird allerhächstens eine Bäckerei öffnen können als eigenständige Firma, wenn er arbeitslos geworden ist. Für andere Dinge wurde er intellektuell nicht ausgebildet.
Er ist nicht geschult genug, um danach eine Softwarefirma zu gründen.
Insofern haben Sie Recht: Arbeitslosigkeit für den Arbeiter ist wesentlich dramatischer als für den Intellektuellen. Dieser kann und sollte immer etwas anderes machen können, da er im Idealfall das Lernen selbst als Kompetenz oder Skill erlernt hat - und zwar in einer völlig anderen Weise als der Arbeiter.
Ich habe z.B. gerade meine zweite Firma verkauft und muss überhaupt nicht mehr arbeiten. Ohne 10 jähriges Studium in unterschiedlichen Disziplinen hätte ich dieses Wissen und diese Macht niemals entwickeln können. Das ist eigentlich der Schritt hinaus, warum er so selten gelingt und Akadeimker zu Taxifahreren werden? Vielleicht, weil sie sich nicht mit Aufklärung, Existentialismus und ähnlichen Sinnvollen Dingen beschäftigt haben.
Ich kann jedem, der die Promotion angeht, nur dringend raten es sich sehr gut zu überlegen, ob man sich wirklich auf die akademische Laufbahn festlegen will. Spätestens nach der Promotion ist der letzte sinnvolle Zeitpunkt zum Absprung da, und wer zu lange wartet wird große Schwierigkeiten haben irgendwo eine Stelle zu finden. An den Universitäten ist der Konkurrenzkampf um Stellen immens - man muß da nicht nur gute Leistungen vorlegen, sondern auch gute Beziehungen haben - und in der Wirtschaft gilt man dann als "zu verschult" - zu akademisch ohne Praxiserfahrung.
Ich habe nach meiner eigenen Promotion den Absprung zu einem Fraunhofer-Institut geschafft und bin sehr glücklich hier. Andere haben zu lange gewartet...
Sie haben vollkommen recht. Falls man nicht blendende Aussichten auf Anstellung in der Hochschule hat (und sei es "nur" im akademischen Mittelbau), sollte man schnell die Fliege von der Uni machen. Meiner Erfahrung nach erkennt man sehr schnell, ob man an der Uni gut aufgehoben ist. Ich sehe für den Autor des Artikels eventuell die Möglichkeit der Selbstständigkeit. Soweit ich weiß, werden Mathematiker in vielen Bereichen sehr gern genommen bzw. Können mit ihren stärken einiges aufbauen. Was ich nicht kapiere: dass an der Situation des Autors nun wieder andere Schuld sein sollen wie Gesellschaft oder Politik...tss. Da macht es sich einer doch sehr einfach.
Ich habe einige Bewerbungen an Frauenhofer Institute geschrieben, denen liegt mein Schwerpunkt aber wohl zu sehr in der reinen Mathematik. Ich glaube gerne das man sich dort wohlfühlen kann.
Beste Grüße
Dr. Jörg Neunhäuserer
Sie haben vollkommen recht. Falls man nicht blendende Aussichten auf Anstellung in der Hochschule hat (und sei es "nur" im akademischen Mittelbau), sollte man schnell die Fliege von der Uni machen. Meiner Erfahrung nach erkennt man sehr schnell, ob man an der Uni gut aufgehoben ist. Ich sehe für den Autor des Artikels eventuell die Möglichkeit der Selbstständigkeit. Soweit ich weiß, werden Mathematiker in vielen Bereichen sehr gern genommen bzw. Können mit ihren stärken einiges aufbauen. Was ich nicht kapiere: dass an der Situation des Autors nun wieder andere Schuld sein sollen wie Gesellschaft oder Politik...tss. Da macht es sich einer doch sehr einfach.
Ich habe einige Bewerbungen an Frauenhofer Institute geschrieben, denen liegt mein Schwerpunkt aber wohl zu sehr in der reinen Mathematik. Ich glaube gerne das man sich dort wohlfühlen kann.
Beste Grüße
Dr. Jörg Neunhäuserer
...ich würde auch nicht der Industrie für all das die Schuld geben - das ist mehr ein Problem mit der Struktur unseres Bildungssystems. Es gibt wesentlich mehr Doktoranden als offene Stellen an den Universitäten für Promovierte, denn Doktoranden werden als billige Arbeitskräfte geschätzt. Und oft wird von den Professoren eine tolle akademische Laufbahn suggeriert, die am Ende aber nur die wenigsten erreichen werden.
Einem bekannten Akademiker in ähnlicher Lage wurde im zuständigen Jobcenter geraten, sich dumm zu stellen um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern; oder umsonst zu arbeiten, damit wenigstens der Arbeitgeber über die Jobcenter und Bundesagentur noch zusätzlich subventioniert werden kann.
Vielleicht ist das Bewerberbild des akademischen Bewerbers nicht optimal, das Anschreiben nicht originell genug, es fehlt die Dritte Seite, seine Ansprüche sind einfach zu hoch, oder er benötigt dringend ein Computer-Anfänger-Bewerbungstraining, eine jobcenterfinanzierte geführte Wanderung mit Steinesammeln am Rhein oder Nachhilfe zur Optimierung der Nahrungsaufnahme?
Hoffen sie nicht auf Nachruhm, die Gesellschaft, oder ein Wunder, suchen Sie nicht die Schuld bei sich selbst. Machen sie das Beste aus der Situation. Richten Sie sich ein und geistig fit, bevor man Sie zum Wahnsinn getrieben hat !
Ein Freund von mir, Jurist und Personalleiter, war kurzzeitig arbeitslos. Der Test auf dem Arbeitsamt, ergab, dass er gute Chance als Gärtner habe.
Eine anderere Bekannte promovierte VWLerin wurde gefragt, ob sie studiert habe.
usw.
Das Hauptproblem ist ja, dass die Arbeitsagentur nicht vermittelt, sondern maximal vorhandene Stellenausschreibungen verteilt.
Sobald jemand da mit mehr als einem Realschulabschluss und einer bekannten Berufsausbildung kommt, stehen die Leute bei der AA oder dem JC doch wie "das Rind vor der Erderhebung".
Das Problem fängt natürlich beim BMAS an und setzt sich fort bis zm "befristeten Jobcoach".
Die Folge davon ist, dass sich beide Seiten irgendwann für"unfähig bzw, renitent" halten.
Ein Freund von mir, Jurist und Personalleiter, war kurzzeitig arbeitslos. Der Test auf dem Arbeitsamt, ergab, dass er gute Chance als Gärtner habe.
Eine anderere Bekannte promovierte VWLerin wurde gefragt, ob sie studiert habe.
usw.
Das Hauptproblem ist ja, dass die Arbeitsagentur nicht vermittelt, sondern maximal vorhandene Stellenausschreibungen verteilt.
Sobald jemand da mit mehr als einem Realschulabschluss und einer bekannten Berufsausbildung kommt, stehen die Leute bei der AA oder dem JC doch wie "das Rind vor der Erderhebung".
Das Problem fängt natürlich beim BMAS an und setzt sich fort bis zm "befristeten Jobcoach".
Die Folge davon ist, dass sich beide Seiten irgendwann für"unfähig bzw, renitent" halten.
Sie beschreiben die Diskriminierung von älteren(ü40) Arbeitslosen (Akademiker, Ingenieuren und Facharbeitern) eine
bittere Realität in dieser Gesellschaft. Warum potentielle Arbeitgeber dieses Potential an Arbeitskräften nicht nutzen wollen, könnte man beim Intressenverband der Arbeitgeber vielleicht erfahren? Die Antwort würde mich interessieren?
Fazit: Arbeitslose die ein bestimmtes Lebensalter überschritten haben sind in diesem Land einer massiven Diskriminierung ausgesetzt.
Bin promovierter Physiker und Geschäftsführer einer Unternehmensgruppe:
1. Die Strukturen des Wissenschaftsbetriebs, insbesondere die Situation des Mittelbaus, sind seit langem bekannt. Man mag das beklagen, sollte aber gerade als "Vertreter der geistigen Elite" wissen, worauf man sich einläst. Später zu jammern und der Allgemeinheit die Schuld am eigenen Versagen zu geben, ist unredlich.
2. Die Promotion ist der formelle Nachweis der Fähigkeit, wissenschaftlich zu arbeiten, was man in der Wirtschaft gut gebrauchen kann. Bleibt man aber (bequemerweise?) an der Uni, werden v.a. universitäre Kompetenzen vertieft. Was soll man mit gescheiterten Doktoren in der Wirtschaft anfangen? Zu teuer für einfache Tätigkeiten, zu elitär für wirtschaftstypische Sachbearbeitung und meist inkompetent für Führungsaufgaben (weitere "Nieten in Nadelstreifen"). Das ist keine "Hegemonie der Wirtschaft", sondern systemübergreifende, praktische Vernunft.
3. Was kann man als gescheiterter "Mittelbauer" tun? Als erstes runter vom hohen Ross der "geistigen Elite". Diese Überheblichkeit ist psychologisch nachvollziehbar (Aufrechterhaltung eines positiven Selbstbildes), aber das Haupthindernis. Wenn man dann keine passende Fachposition oder in die Selbstständigkeit findet, jeden Job annehmen und sich wie alle anderen hocharbeiten. Es gibt keinen Grund, warum es ein Hochschulassistnt, der seine Chancen nicht genutzt hat, leichter haben sollte als ein Facharbeiter, dessen Gebiet weggefallen ist.
Ihre Worte ist ein Zeugnis für den Erfolg der "Reformen" und ständiger Beeinflussung durch die Milliardärspresse.
"Später zu jammern und der Allgemeinheit die Schuld am eigenen Versagen zu geben, ist unredlich."
1. Sie verwenden für jede Kritik am real existierenden Kapitalismus das Wort "jammern". So könnten Sie sich als Lobbyist bewerben oder bei der FDP. Nicht jeder Akademiker ist aber moralisch "flexibel" genug, um dieses zu tun oder sich an die Finanzmafia zu verkaufen (dort gibt es noch Stellen).
2. Sie brauchen nicht in Mathematik promoviert zu sein, um zu verstehen, dass es sich um ein strukturelles und nicht um ein individuell menschliches Problem handelt.
Durch die Finanzabenteuer unserer realen selbst ernannten Elite, den Funktionären, werden die Gelder immer knapper. Es kann daher nur noch wenig gut bezahlte Arbeitsstellen geben unter dem ständigen Spardiktat.
Dauerhaft bleiben also immer mehr Menschen, egal wie gut qualifiziert, vom Wohlstand durch Arbeit ausgeschlossen. Millionäre und Aktieninhaber profitieren aber leistungslos.
Geschätzt mindestens 10 Millionen Bürger haben jetzt keine Chance mehr, aus Hartz IV oder Billigjobs herauszukommen, weil es prekäre Löhne und die Zwangsvorgaben durch ARGEN nicht zulassen.
Sie weisen nun diesen Menschen eine "Schuld" zu, für die sie mit aussichtloser Armut und Diskriminierung zu Recht bestraft werden? Hartz IV als Sühne für das vielleicht heute "falsche" Studienfach? Pardon, aber ich finde das missgünstig.
Redaktionsempfehlung bekommen hat - er strotzt vor Unterstellungen.
Ich habe mir den Leserartikel jetzt 3 x durchgelesen - wo wird da bitte gejammert? Herr Neunhäuserer schildert einfach seine Situation, wie sie ist und geht vor allem gegen das übliche 'Arbeitslosenbild' an, wie in den ersten Zeilen geschildert. Das wird ja heute noch gern verbreitet - Bier trinken, auf der Couch liegen, einen Plasmafernseher haben (nebenbei, es gibt heute keine anderen mehr, auch die Billiggeräte sind inzwischen Plasmafernseher), Zigaretten rauchen und die Kinder vernachlässigen. Und aus einigen Beiträgen hier im Forum geht hervor, daß es offenbar immer noch Menschen gibt, die diesem Zerrbild aufsitzen - und den Arbeitslosen für sein eigenes Schicksal verantwortlich machen; ich muß gestehen, ich wünsche mir dann immer, diese Menschen würden mal selber arbeitslos. Früher oder später wird das vermutlich auch mal der Fall sein.
Ja, Sie haben mich richtig verstanden, er ist selber Schuld!
Als Doktorand hat man genug Gelegenheit, die Strukturen des Universitätsbetriebs kennenzulernen. Wenn man dann wegen der Chancen (wissenschaftliche Erfüllung, Lehrstuhl, Elitedünkel, etc) trotzdem das Risiko einer - übrigens u.a. von den Steuern der Facharbeiter bezahlten - Mittelbaukarriere eingeht, dann muß man im Falle des Versagens eben die Folgen tragen, statt sich seine elitären Wunden zu lecken und die böse Welt für sein Scheitern verantwortlich zu machen.
Denn es gibt kein Menschrecht auf besondere Versorgung gescheiterter Eliten. Jeder der kann, soll einen Beitrag zur Gesellschaft leisten, den diese auch braucht, was sich in entsprechender "Nachfrage" niederschlägt. Wenn es keine Nachfrage gibt, dann muß man eben sein Angebot an den Bedarf anpassen. (Und das ist keineswegs kapitalisitsch, das ist z.B. im Sozialismus genauso!)
Nachtrag: Dass gerade der Kapitalismus "struturelle Arbeitslosigkeit" erzeugt, ist zu kurz gedacht. In der DDR waren z.B. die Betriebe voll von "untätigen Werktätigen". Das war dann "struturelle Arbeitslosigkeit" kommunistischer Prägung. Die Bewertung der Unterschiede ist Geschmackssache.
das jeder selbst Schuld ist an der Arbeitslosigkeit. Das ist natürlih ein Schmarrn . Im Kapitalismus gibt es strukturell eine Heer von Arbeitslosen...... Aber wem sage ich das....
Es sind nicht alle Menschen für alle Jobs geeignet. In meinem Freundeskreis ist ein ebenfalls promovierter Mathematiker an seinem Stundentenjob an der Baumarktkasse kleben geblieben. Für den Beruf des Lehrers ist er nicht der Typ (das schafft nun wirklich nicht jeder) und Versicherungen etc. verlangen oft einen bereits vorhandenen Branchenbezug oder ein sehr teures Aufbaustudium z.B. als Aktuar, das Geld hat nicht jeder. Blieben noch Programmiertätigkeiten, die wären aber nicht besser honoriert, nur die Arbeitszeiten wären länger...
Auch in den angeblich so nützlichen MINT-Fächern haben die Absolventen - ob nun mit oder ohne Promotion - z.T. massive Schwierigkeiten halbwegs gescheit, d.h. wenigtens mit dem Nivaeu des Anfangsgehalts eines (ca. 5 bis 6 Jahre jüngeren) Facharbeiters unterzukommen. Ich kann nur davor warnen die Märchen vom Fachkräftemangel zu glauben. Akademiker nehmen höchstens Facharbeitern die Jobs weg, weil sie für weniger Geld mehr arbeiten. Aber das gilt unabhängig von einer Promotion...
Ihre Worte ist ein Zeugnis für den Erfolg der "Reformen" und ständiger Beeinflussung durch die Milliardärspresse.
"Später zu jammern und der Allgemeinheit die Schuld am eigenen Versagen zu geben, ist unredlich."
1. Sie verwenden für jede Kritik am real existierenden Kapitalismus das Wort "jammern". So könnten Sie sich als Lobbyist bewerben oder bei der FDP. Nicht jeder Akademiker ist aber moralisch "flexibel" genug, um dieses zu tun oder sich an die Finanzmafia zu verkaufen (dort gibt es noch Stellen).
2. Sie brauchen nicht in Mathematik promoviert zu sein, um zu verstehen, dass es sich um ein strukturelles und nicht um ein individuell menschliches Problem handelt.
Durch die Finanzabenteuer unserer realen selbst ernannten Elite, den Funktionären, werden die Gelder immer knapper. Es kann daher nur noch wenig gut bezahlte Arbeitsstellen geben unter dem ständigen Spardiktat.
Dauerhaft bleiben also immer mehr Menschen, egal wie gut qualifiziert, vom Wohlstand durch Arbeit ausgeschlossen. Millionäre und Aktieninhaber profitieren aber leistungslos.
Geschätzt mindestens 10 Millionen Bürger haben jetzt keine Chance mehr, aus Hartz IV oder Billigjobs herauszukommen, weil es prekäre Löhne und die Zwangsvorgaben durch ARGEN nicht zulassen.
Sie weisen nun diesen Menschen eine "Schuld" zu, für die sie mit aussichtloser Armut und Diskriminierung zu Recht bestraft werden? Hartz IV als Sühne für das vielleicht heute "falsche" Studienfach? Pardon, aber ich finde das missgünstig.
Redaktionsempfehlung bekommen hat - er strotzt vor Unterstellungen.
Ich habe mir den Leserartikel jetzt 3 x durchgelesen - wo wird da bitte gejammert? Herr Neunhäuserer schildert einfach seine Situation, wie sie ist und geht vor allem gegen das übliche 'Arbeitslosenbild' an, wie in den ersten Zeilen geschildert. Das wird ja heute noch gern verbreitet - Bier trinken, auf der Couch liegen, einen Plasmafernseher haben (nebenbei, es gibt heute keine anderen mehr, auch die Billiggeräte sind inzwischen Plasmafernseher), Zigaretten rauchen und die Kinder vernachlässigen. Und aus einigen Beiträgen hier im Forum geht hervor, daß es offenbar immer noch Menschen gibt, die diesem Zerrbild aufsitzen - und den Arbeitslosen für sein eigenes Schicksal verantwortlich machen; ich muß gestehen, ich wünsche mir dann immer, diese Menschen würden mal selber arbeitslos. Früher oder später wird das vermutlich auch mal der Fall sein.
Ja, Sie haben mich richtig verstanden, er ist selber Schuld!
Als Doktorand hat man genug Gelegenheit, die Strukturen des Universitätsbetriebs kennenzulernen. Wenn man dann wegen der Chancen (wissenschaftliche Erfüllung, Lehrstuhl, Elitedünkel, etc) trotzdem das Risiko einer - übrigens u.a. von den Steuern der Facharbeiter bezahlten - Mittelbaukarriere eingeht, dann muß man im Falle des Versagens eben die Folgen tragen, statt sich seine elitären Wunden zu lecken und die böse Welt für sein Scheitern verantwortlich zu machen.
Denn es gibt kein Menschrecht auf besondere Versorgung gescheiterter Eliten. Jeder der kann, soll einen Beitrag zur Gesellschaft leisten, den diese auch braucht, was sich in entsprechender "Nachfrage" niederschlägt. Wenn es keine Nachfrage gibt, dann muß man eben sein Angebot an den Bedarf anpassen. (Und das ist keineswegs kapitalisitsch, das ist z.B. im Sozialismus genauso!)
Nachtrag: Dass gerade der Kapitalismus "struturelle Arbeitslosigkeit" erzeugt, ist zu kurz gedacht. In der DDR waren z.B. die Betriebe voll von "untätigen Werktätigen". Das war dann "struturelle Arbeitslosigkeit" kommunistischer Prägung. Die Bewertung der Unterschiede ist Geschmackssache.
das jeder selbst Schuld ist an der Arbeitslosigkeit. Das ist natürlih ein Schmarrn . Im Kapitalismus gibt es strukturell eine Heer von Arbeitslosen...... Aber wem sage ich das....
Es sind nicht alle Menschen für alle Jobs geeignet. In meinem Freundeskreis ist ein ebenfalls promovierter Mathematiker an seinem Stundentenjob an der Baumarktkasse kleben geblieben. Für den Beruf des Lehrers ist er nicht der Typ (das schafft nun wirklich nicht jeder) und Versicherungen etc. verlangen oft einen bereits vorhandenen Branchenbezug oder ein sehr teures Aufbaustudium z.B. als Aktuar, das Geld hat nicht jeder. Blieben noch Programmiertätigkeiten, die wären aber nicht besser honoriert, nur die Arbeitszeiten wären länger...
Auch in den angeblich so nützlichen MINT-Fächern haben die Absolventen - ob nun mit oder ohne Promotion - z.T. massive Schwierigkeiten halbwegs gescheit, d.h. wenigtens mit dem Nivaeu des Anfangsgehalts eines (ca. 5 bis 6 Jahre jüngeren) Facharbeiters unterzukommen. Ich kann nur davor warnen die Märchen vom Fachkräftemangel zu glauben. Akademiker nehmen höchstens Facharbeitern die Jobs weg, weil sie für weniger Geld mehr arbeiten. Aber das gilt unabhängig von einer Promotion...
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