Leserartikel

UniabsolventinKeine Anstellung mit Kind

Organisation, Stressresistenz und Ausdauer – das kann Leserin Julia Littardi bieten, sie hat im Studium zwei Kinder bekommen. Ein Traum für Personaler? Anscheinend nicht. von 

Akademikerinnen bekommen zu wenig Nachwuchs, heißt es. Doch auch die bildungsnahen, beruflich ambitionierten Frauen in Deutschland sollen ihren Schöpfungsauftrag erfüllen. Deshalb lautet die neueste Empfehlung, schon während des Studiums Kinder zu bekommen.

Ein Vorteil sei, dass junge Akademikerinnen so den Karriereknick durch die Elternzeit umgehen können. Wenn Sie dann ihren Abschluss in der Tasche haben, so die Vision, sei der Nachwuchs schon bereit für den Elitekindergarten. Mamas steiler Aufstieg auf der Karriereleiter werde nicht von Mutterschutz oder Stillpausen gestört. Außerdem ist in den frühen Zwanzigern die Fruchtbarkeit am größten und das Multitasken liege den Frauen ja ohnehin.

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Nun, ich habe es ausprobiert. Ich habe studiert und währenddessen zwei Kinder bekommen. Mein Studium als Mutter war geprägt von zermürbenden Sorgen, atemberaubenden Glücksmomenten, dem Ausfüllen einer unendlichen Flut von Formularen und durchwachten Nächten am Schreibtisch. 

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Ich habe kaum geschlafen, wenig gegessen, war meistens außer Atem, immer unter Strom. Ich habe nebenher gearbeitet, um die laufenden Kosten zu decken, außer dem Notwendigsten habe ich keine Ausgaben getätigt. Und ich habe verzweifelt um den Erhalt meines Soziallebens gerungen. 

Letztendlich habe ich das geschafft, was mir streckenweise unmöglich schien: einen guten Abschluss. Mein Zeugnis habe ich zusammen mit meinen Töchtern entgegengenommen und vor Erleichterung und Stolz ein bisschen geweint.

Das ist nun ein Jahr her. Seitdem schreibe ich Bewerbungen. Mittlerweile bin ich zum Profi avanciert: Ich kann in kürzester Zeit Fakten über potenzielle Arbeitgeber recherchieren, meinen Lebenslauf an Unternehmen anpassen und dazu knackig-prägnante Motivationsschreiben verfassen. Und genauso kann ich den Standard-Wortlaut der Absagen auswendig herunterbeten.

Meine kinderlosen Kommilitoninnen haben nach dem Studium sofort gute Jobs gefunden. Sie waren wohlgemerkt drei Jahre früher als ich mit der Uni fertig, die meisten haben dann noch einen Post-Graduate im Ausland drangehängt. Fast alle von ihnen möchten auch Kinder bekommen – aber irgendwann.

Ich bereue meine Entscheidung nicht, früh Mutter geworden zu sein. Eine Familie zu haben ist für mich das Wichtigste im Leben. Doch ich hätte das Studium mit Kindern nicht durchgestanden ohne den Ansporn, dass am Ende der Prüfungen der Beginn einer Karriere stehen würde. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Die nächste Bewerbung, die ich verschicke, ist für ein einjähriges Aufbaustudium.

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Leserkommentare
  1. Ihrem absolvierten Studium und Ihrer Ausdauer; ich kann mir lebhaft vorstellen, wie stressig es gewesen sein muß.
    Es wäre ja schön, wenn die Personaler in den Firmen das ebenso sehen würden, ich zweifle aber daran. Noch immer ist das tradierte Mutterbild in den Köpfen vorhanden, noch immer gilt die Frau als Betreuerin der Kinder, noch immer wird gefürchtet, daß eine berufstätige Mutter der Kinder wegen mehr ausfällt als eine Frau ohne Kinder; das gleiche gilt natürlich sowieso für Männer, die mögen Kinder haben soviel sie wollen, da wird vorausgesetzt, daß eine betreuende Mutter zuhause ist.
    Ich drücke Ihnen die Daumen, daß es klappt und halten Sie die Ohren steif.

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    • Chali
    • 17. Oktober 2012 18:03 Uhr

    Glückwunsch. Und meinen Respekt.

    Aber spüre ich da eine gewisse Enttäuschung heraus?
    Die Befreiuung von vielen, vielen Täuschungen?
    Wappnen Sie sich: Es wird noch schlimmer kommen.

    Meine besten Wünsche.

    • Ffm74
    • 17. Oktober 2012 18:12 Uhr

    das Frauenbild, dass die Personaler abschreckt, sondern die mit der Mutterschaft oft einhergehenden negativen Auswirkungen auf den Betrieb wie z. B. höhere Fehlzeiten, Urlaub in den Schulferien usw.

    • Anni712
    • 19. Oktober 2012 3:29 Uhr

    Ich habe auch während dem Studium meine beiden Kinder bekommen. Obwohl ich vorher 10 Jahre in meinem alten Beruf gearbeitet habe und dadurch nach dem Studium keine Newcomerin auf dem Arbeitsmarkt bin, dennoch keine Chance. Ich hängte dann noch einen Master dran, obwohl ich den als Diplom gar nicht brauche, keine chance. Ich bin jetzt mit Kind und Kegel vor zwei Wochen nach Australien gezogen und werde dort an der Uni meine Researchs machen und mein Business aufbauen. meine Researchs in Australien an der Uni durchführen. Für mich geht es momenten ganz klar hier weiter und Deutschland ist für mich persönlich beruflich Endstation. Wollen wir Frauen mal hoffen, dass die deutsche Gesellschaft in den nächsten Jahren, im Hinblick auf Gender sich positiv weiterentwickelt und diese auch alltäglichen praktiziert wird.

  2. Das geht im Nebensatz ja fast unter.

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    Ob das im Text untergeht oder nicht, zwei Kinder und dann nur drei Jahre länger ist im Grunde mehr als bewundernswert. Leider aber eben nicht für viele Arbeitgeber. Und vielleicht liegt es gerade daran, dass bildungsnahe Frauen keine Kinder bekommen oder sich zumindest sehr lange Zeit damit lassen.
    Ich habe damals vor 29 Jahren im Studium mein erstes Kind bekommen – und am Ende das Studium abgebrochen, weil es einfach nicht möglich war, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich habe mich gleichwohl um meine Bildung gekümmert, mich ständig weitergebildet. Heute, drei Kinder habe ich ziemlich alleine großgezogen, kann ich nur sagen: es hat sich nicht viel geändert in unserem Staat. Ich habe damals Absagen wegen meiner Kinder bekommen, später wegen der beruflichen Lücken und heute bin ich zu alt...
    Ich hoffe nur, dass Sie liebe Julia Littardi bessere Erfahrungen machen!

    Genau das. Der auf Zeit-Online erschienene Vorschlag, Kinder während des Studiums zu bekommen, um dann nach dem marginal verzögerten Abschluss beruflich durchzustarten, ist einfach dumm und kann nur von einem kinderlosen Mann stammen. Ein Urlaubssemester reicht vielleicht, um ein Kind zu bekommen, aber nicht, um es bis zur Kindergartenreife zu erziehen. Außerdem schadet die Doppelbelastung dem Studium und dieser Makel ist besonders schlimm, da er die Grundlagen der beruflichen Ausbildung betrifft. Der denkwürdige Ratschlag zur Familienplanung manifestiert altmodischste Rollenbilder, indem er Frauen vorgaukelt, es sei besonders schlau, die ersten Semester der Partnerwahl zu opfern und dann nach dem Motto "Ich bin Mutter, lasst mich durch und bevorzugt/belastet den Vater!", das Studium zum Abschluss zu bringen. Nach stressigen Jahren hat die Frau dann neben bundeslandabhängigen Schulkindern ein Dokument, das mittelmäßige Leistungen bescheinigt und somit die Abhängigkeit vom Partner besiegelt. Was waren das ehrliche Zeiten, als man Frauen erklärte, dass ein Studium wohl überlegt sein sollte, da es sich unter Umständen nicht lohnt. Es wäre ein echter Fortschritt, wenn die Arbeitgeber Erziehungsjahre nach dem Studium anerkennen würden. Irgendwelche Kombilösungen oder die vagen Theorien Unbetroffener helfen weder den Eltern noch den Arbeitgebern.

    Ich möchte die Leistung hier gar nicht schmälern, aber der Arbeitgeber sieht nunmal nur: 2 Kinder im Studium (gewollt?) und dann drei Jahre dran gehängt- das wirkt erst mal abschreckend.
    Die Autorin schreibt hier nichts von einem Partner - musste sie die Kinder alleine großziehen? War das so geplant und wenn ja, wieso?

    Es IST möglich in Regelzeit zu studieren UND Kinder zu bekommen. Ich bin gerade dabei. Mein Sohn ist 7 Monate alt und ich bin im Juni 2013 mit meinen Mastern fertig...ich mache ein double degree.
    Das geht aber nur, weil ich einen Partner habe, der sich genauso verantwortlich fühlt wie ich. Er bleibt zuhause, wenn der Kleine krank ist. Er steht Nachts auf, er ist da genauso gefragt wie ich.
    Ich halte es aktuell für das Ideal - Kind im Studium und einen Partner mit dem ich die Belastung teilen kann. Zudem kann ich im Studium noch viel von zuhause arbeiten...das wird im Beruf schwierig.
    Ich weiß nicht ob ich später von Arbeitgebern abgewiesen werde - im Moment kann ich es mir nicht vorstellen.

    • De Rage
    • 18. Oktober 2012 11:24 Uhr

    Die Autorin hat uns diese Information gar nicht nebenbei untergejubelt, sondern offen angegeben.

    "Meine kinderlosen Kommilitoninnen haben nach dem Studium sofort gute Jobs gefunden. Sie waren wohlgemerkt drei Jahre früher als ich mit der Uni fertig, die meisten haben dann noch einen Post-Graduate im Ausland drangehängt. Fast alle von ihnen möchten auch Kinder bekommen – aber irgendwann."

    • Chali
    • 17. Oktober 2012 18:03 Uhr

    Glückwunsch. Und meinen Respekt.

    Aber spüre ich da eine gewisse Enttäuschung heraus?
    Die Befreiuung von vielen, vielen Täuschungen?
    Wappnen Sie sich: Es wird noch schlimmer kommen.

    Meine besten Wünsche.

    • Ffm74
    • 17. Oktober 2012 18:12 Uhr

    das Frauenbild, dass die Personaler abschreckt, sondern die mit der Mutterschaft oft einhergehenden negativen Auswirkungen auf den Betrieb wie z. B. höhere Fehlzeiten, Urlaub in den Schulferien usw.

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    • tinnef
    • 17. Oktober 2012 20:27 Uhr

    eine Komilitonin (auch alleinerzeihend) aus D die dort ihr Ing. büro hat, hatte eine Stelle ausgeschrieben. Eine der Bewerberinnen der engeren Wahl wurde nicht genommen, weil sie eine Frau im gebärfähigen Alter war und das von einer anderen Frau.
    Meine erste Firma in D Landschaftsarchitektin bekam 5 Kinder in Folge und fiel damit 7 Jahre aus, die Stelle konnte immer nur befristet besetzt werden, da man dort nicht wusste, wann das nächste Kind kam. Danach waren die Gesellschafter auch vorsichtiger.

    @Thema
    Ich stelle die stressresistenz der Autorin mal in Frage, denn alle alleinerziehenden Frauen die ich kenne (meist Akademikerinnen), sind fertig mit der Welt, denn der Beruf ist etwas anderes als Studium und wenn keiner da ist, der einem den Rücken frei hält, ist schnell Schicht im Schacht. Leider erfährt man nicht was die junge Frau studiert.
    Wie sie 50-60h Wochen (Nachtarbeit weil ein Projekt fertig werden muss) mit ihrer Familie so ein Mann existiert, organisieren will, wäre spannend zu erfahren. Sie scheint keine Ahnung zu haben, was in der privaten Wirtschaft für Akademiker besonders in D abgeht.

    Meine Empfehlung sich im ÖD bewerben und wenn es nicht klappt einklagen.

    Das Kranke ist nur, dass theoretisch jede oder jeder Überdreißigjährige in diese Situation kommt, wenn man eine Familienplanung als "Normal" ansieht. Man ist quasi nur einige Zeit den Konkurrenten voraus...

    Das ist der Dank für die eigene Qual, eine akademische Ausbildung abzuschließen und sich gleichzeitig mit persönlichen Einsatz gegen die uns alle bedrohende demographische Katastrophe zu stemmen, Fachkräfte von morgen großzuziehen, die dann die umlagenfinanzierte Rente retten sollen.

    Die Kurzichtigkeit in großen Teilen der Gesellschaft und Wirtschaft ist einfach erschreckend.

  3. Ich denke mal, was nicht erwähnt wird, das sie ohne starken Papa, 5 Jahre länger gebraucht hätte.

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    • De Rage
    • 18. Oktober 2012 11:26 Uhr

    Das ist eine Unterstellung. Können Sie diese Behauptung belegen? Oder schließen Sie nur aus Ihrem Denkhorizont auf das Tun und Handeln anderer?

  4. Würde Er/Sie bei der Auswahl verschiedener Bewerber diejenige wählen, welche länger studiert hat und daher keinen "post-graduate" im Ausland aufweisen kann, zudem Kinder hat, was ja nun nachweislich zu höheren Ausfall- und Fehlzeiten (z.B. wegen Krankheit der Kinder) führt. Oder die durch den "post-graduate" besser qualifizierte Person ohne Kinder?
    Entscheidungen haben immer Konsequenzen. Jede Zeiteinheit im Leben kann man nur ein Mal belegt werden, und wer sich für eine Familie entscheidet, ob Mann oder Frau, opfert dafür Teile der Karriere oder die ganze. Eine andere Erwartung ist blauäugig.
    Nebenbei, bevor es zu Missverständnissen kommt: Ich bin für einen großzügigen Ausbau der Kinderbetreuung und befürworte in jeder Hinsicht die Unabhängigkeit und Berufstätigkeit von beiden Elternteilen, sofern sie dies wünschen. Aber: Arbeiten können und sollen ist nicht das gleiche wie "Karriere".

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    • 2eco
    • 17. Oktober 2012 19:22 Uhr

    "...zudem Kinder hat, was ja nun nachweislich zu höheren Ausfall- und Fehlzeiten (z.B. wegen Krankheit der Kinder) führt."

    Soetwas kann man auch umgehen. Wir leben mittlerweile im 21. Jahrhundert und hier ist Home Office keine Vision sondern gelebte Praxis. Wenn die Kinder krank sind kann die Mutter immerhin noch von Zuhause aus arbeiten.

    Außerdem wäre es auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten schlauer eine 2-Fache Mutter einzustellen. Denn diese wird -statistisch gesehen- nicht mehr wegen Mutterschaftsurlaub 1-2 Jahre ausfallen. Bei Absolventinnen ohne Kinder kann es dagegen passieren, dass diese nach 3 Jahren erst einmal ausscheiden.

    auch anders sehen:

    Wer Kinder hat, handelt in der Regel verantwortlicher, weil an der Stelle nicht mehr nur das eigene Auskommen hängt, sondern das der Familie (ich sehe mal von Zuverdienern ab, aber darum scheint es hier auch nicht zu gehen).

    Außerdem: Wer Familie hat und für Kinder sorgt, hat Organationserfahrung und Erfahrung im Umgang mit Menschen, die nicht immer so wollen wie man selbst.

    Das sind hochwertige Qualifikationen.

    Ausfallzeiten sind ein Problem nicht in allen Jobs - oftmals geht es ja mittlerweile um die fristgerechte Erledigung zugeteilter Aufgaben bei (relativ) freier Zeiteinteilung - was oft auch zuhause möglich ist.

    Und bei den wenigen Terminen, die dann wirklich nicht verpasst werden dürfen, lässt sich notfalls Aufsicht für die Kinder organisieren - es geht ja dann in der Regel nur um halbe Tage.

    Nein: Kinder können ein Qualifikationsvorteil sein. Problem sind eher Arbeitgeber, die das nicht begreifen, weil sie entweder keine Kinder haben oder diese abgeben - sei es an Ehepartner oder Kinderkrippen oder Dienstpersonal. In solchen Fällen sind sie natürlich auch keine Bereicherung mehr.

    In meinem einstigen bescheidenen Wirkungskreis hatte ich immer gute Erfahrung mit solchen Vätern und Müttern, an deren Arbeit die Existenz der kleineren oder größeren Familie hing.

  5. .
    ... zu echtem Multitasking fähige MitarbeiterInnen haben will, die ohne Probleme auf den ersten Blick anstehende Aufgaben in "wichtig" und "weniger wichtig" reihen können, dabei freundlich bleiben, geradezu übernatürliche Organisationsfähigkeiten ganz nebenbei en passant erfolgreich einsetzen, stets hervorragend Netzwerken und nach rechtzeitiger vorab-Terminierung auch noch nicht ungern mal einen Abend drangeben um zwischendurch was anderes zu sehen als Windeln und Breischälchen, der muss selbständig lebende AlleinerzieherInnen ohne Hartz IV - Bezug einstellen.

    Leider haben die Personaler deutscher Firmen mit diesen fast unaufholbaren Vorteilen so ihre Probleme, weil sie andererseits bis heute nicht kapiert haben, dass hohes Engagement und überdurchschnittliche Fähigkeiten am besten durch geben UND nehmen an die Firma gebunden werden können.

    Die Frauen selbst Termine anbieten lassen anstatt diese aus der beschränkten Männerperspektive heraus vorzuschreiben löst erfahrungsgemäss über neunzig Prozent der Flexibilitätseinschränkungen durch die Doppelbelastung.

    Die restlichen zehn Prozent lassen sich durch einen intelligenten Personalschlüssel und entsprechende Netzwerke ohne weiteres auch noch unterbringen.

    Bis der gemeine deutsche Personaler das zu kapieren bereit ist, braucht's aber vermutlich statt des erfundenen Fachkräftemangels erst mal einen echten solchen ....

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    • MrWho
    • 17. Oktober 2012 20:50 Uhr

    "Die Frauen selbst Termine anbieten lassen anstatt diese aus der beschränkten Männerperspektive heraus vorzuschreiben löst erfahrungsgemäss über neunzig Prozent der Flexibilitätseinschränkungen durch die Doppelbelastung.

    Die restlichen zehn Prozent lassen sich durch einen intelligenten Personalschlüssel und entsprechende Netzwerke ohne weiteres auch noch unterbringen."

    Was Sie beschreiben, ist aber fehlende Flexibilität des Arbeitnehmers, wenn der Arbeitgeber auf dessen Situation ein- und zugehen muss. Oder andersherum, der Arbeitgeber muss flexibler sein, auf höhere Ausfallzeiten reagieren können: Stellvertretung o.ä., Home-Office-Möglichkeit nicht überall gegeben usw. Das schlägt sich eben auch im Willen, jenen einzustellen, nieder. Dass Kinder wichtiger sind, sicher. Aber dann soll man sich über die Priorisierung nicht noch beschweren.

    Für mich zählen Klagen wie die der Autorin zu "cant have your pie and eat it too". Die Kinder zu diesem Zeitpunkt waren eine bewusste Entscheidung. Ich freue mich für sie. Sie wird irgendwann einen passenden Job finden. Für die bisherigen potentiellen Arbeitgeber war sie aber vermutlich die schlechtere Wahl. Auch das muss man akzeptieren können. Wenn sie ihre Entscheidung nicht bereut - und ich kann das sehr gut nachempfinden - warum beklagt sie sich dann über eine Konsequenz?

  6. Glückwunsch zu Ihren Kindern. Ich habe auch mehrere und bereue es nicht, ganz im Gegenteil. Allerdings war es erst gegen Ende des Studiums so weit.
    Kinderlose wollen gerne unter sich bleiben. Wer Kinder hat, dem geht dieses unreife Geschwätz 40-jähriger über Smartphones usw. auch irgendwann auf den Keks. So ist es leider, man versteht sich nicht mehr.

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  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Arbeitgeber | Bewerbung | Familie | Flut | Fruchtbarkeit | Hoffnung
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