Karriere : Frauen brauchen keine Sonderbehandlung

Unternehmen werben gezielt um Studentinnen als künftige Führungskräfte. Solche Angebote nur für Frauen empfindet Leserin Katharina Poeter als Beleidigung.

Ich bin bald mit der Uni fertig und informiere mich derzeit über das Jobangebot auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Da gibt es zum Beispiel Unternehmen, die Abendessen und aufwendige Ausflüge anbieten, um Studierende anzuwerben. Und es gibt Recruitingveranstaltungen, die sich ausschließlich an Studentinnen richten.

"Women Weekend" hieß es kürzlich in einer Anzeige. Eine bekannte Consulting-Firma lud Studentinnen zu einer Firmenpräsentation nach Paris ein. Gesucht wurden explizit die weiblichen Führungskräfte von morgen. Wer den harten Bewerbungsprozess geschafft hatte, bekam den Flug nach Paris zur Präsentation und die Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotel dazu.

Veranstalter scheuen oft weder Kosten noch Mühen, um Frauen anzusprechen. Vermutlich reagieren die Unternehmen mit solchen Angeboten auf die Diskussionen über Frauen in Führungspositionen und die Frauenquote.

Ich betrachte solche Women Weekends kritisch. Denn selbstbewusste, starke Frauen brauchen keine gesonderte Ansprache. Solche Angebote zementieren das veraltete Bild der unsicheren Frau. Das empfinde ich als Beleidigung.

Problematisch ist auch, dass Männer ausgeschlossen, also diskriminiert werden. Recruitingwochenenden explizit für männliche Kandidaten habe ich bis jetzt nirgends entdecken können.

So wird die Ungleichheit von Mann und Frau nicht überwunden. Wir brauchen Gleichberechtigung, aber in jeder Hinsicht.

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