Unternehmen werben gezielt um Studentinnen als künftige Führungskräfte. Solche Angebote nur für Frauen empfindet Leserin Katharina Poeter als Beleidigung.
Ich bin bald mit der Uni fertig und informiere mich derzeit über das Jobangebot auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Da gibt es zum Beispiel Unternehmen, die Abendessen und aufwendige Ausflüge anbieten, um Studierende anzuwerben. Und es gibt Recruitingveranstaltungen, die sich ausschließlich an Studentinnen richten.
"Women Weekend" hieß es kürzlich in einer Anzeige. Eine bekannte Consulting-Firma lud Studentinnen zu einer Firmenpräsentation nach Paris ein. Gesucht wurden explizit die weiblichen Führungskräfte von morgen. Wer den harten Bewerbungsprozess geschafft hatte, bekam den Flug nach Paris zur Präsentation und die Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotel dazu.
Veranstalter scheuen oft weder Kosten noch Mühen, um Frauen anzusprechen. Vermutlich reagieren die Unternehmen mit solchen Angeboten auf die Diskussionen über Frauen in Führungspositionen und die Frauenquote.
Ich betrachte solche Women Weekends kritisch. Denn selbstbewusste, starke Frauen brauchen keine gesonderte Ansprache. Solche Angebote zementieren das veraltete Bild der unsicheren Frau. Das empfinde ich als Beleidigung.
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Problematisch ist auch, dass Männer ausgeschlossen, also diskriminiert werden. Recruitingwochenenden explizit für männliche Kandidaten habe ich bis jetzt nirgends entdecken können.
So wird die Ungleichheit von Mann und Frau nicht überwunden. Wir brauchen Gleichberechtigung, aber in jeder Hinsicht.










wenn man z.B. 100 Bewerber um eine Stelle hat und es bewerben sich 80 Männer und 20 Frauen, so ist da bereits die Chance größer, dass ein Mann die Stelle bekommt, weil der Pool der Bewerber schon nicht gleich verteilt ist. Genau das macht es eben so schwierig.
Aber warum haben sich denn nur 20 Frauen beworben und nicht 50?
Wenn z.Bsp. im Bereich Kulturwissenschaften sich 100 Personen um eine Stelle beweren würden, dann sähe die Verteilung mit Sicherheit anders aus - zu Ungunsten der Männer. Wird dann auch der männliche Bewerber bevorzugt?
Und nu?
MfG
FT
Aber warum haben sich denn nur 20 Frauen beworben und nicht 50?
Wenn z.Bsp. im Bereich Kulturwissenschaften sich 100 Personen um eine Stelle beweren würden, dann sähe die Verteilung mit Sicherheit anders aus - zu Ungunsten der Männer. Wird dann auch der männliche Bewerber bevorzugt?
Und nu?
MfG
FT
Aber warum haben sich denn nur 20 Frauen beworben und nicht 50?
Wenn z.Bsp. im Bereich Kulturwissenschaften sich 100 Personen um eine Stelle beweren würden, dann sähe die Verteilung mit Sicherheit anders aus - zu Ungunsten der Männer. Wird dann auch der männliche Bewerber bevorzugt?
Und nu?
MfG
FT
gesagt und geschrieben. Es gibt keine Lösung, die alle glücklich macht. Reguliert man über eine Quote (die man kritisch betrachten muss), diskriminiert man im schlimmsten Fall und wer möchte einen Job auf Grund der Quote? Gerade in Führungsetagen kann dies ein Genickbruch sein.
Lässt man es, bleibt vieles beim alten, oder es geht auf Kosten des Generationenvertrags, weil immer mehr Frauen eine Entscheidung für die Karriere treffen und eben nicht schwanger werden wollen. (auch dazu gab es vor nicht allzulanger Zeit einen Leserartikel in der Zeit).
Das man sich diese jungen Frauen versucht zu sichern und entsprechende womanweekends abhält hat etwas mit Sicherung von Humankapital und Erschließung eines Marktes an qualifizierten Arbeitskräften zu tun.
Also die Situation zusammengefasst.
Eine consultingfirma wollte sich bei Frauen vorstellen. Man musste sich dafür bewerben und wenn man es geschafft hat, wurde man nach Paris zur Präsentation eingeladen. Quasi die Firma stellt sich potenziellen Arbeitern vor, die jedoch vorher gecheckt wurden, ob sie den Ansprüchen der Firma genügen. Um beim Beispiel der 20 Bewerberinnen zu bleiben. Um die Spitzenkräfte dieser 20 Bewerber muss man als Firma buhlen, weil diese sich ihren Platz sichern werden. Von den 80 Männern jedoch wird man eine größere Auswahl haben. Die Firma sichert sich damit quasi ab und warum das kritisiert wird, erschließt sich mir nicht.
gesagt und geschrieben. Es gibt keine Lösung, die alle glücklich macht. Reguliert man über eine Quote (die man kritisch betrachten muss), diskriminiert man im schlimmsten Fall und wer möchte einen Job auf Grund der Quote? Gerade in Führungsetagen kann dies ein Genickbruch sein.
Lässt man es, bleibt vieles beim alten, oder es geht auf Kosten des Generationenvertrags, weil immer mehr Frauen eine Entscheidung für die Karriere treffen und eben nicht schwanger werden wollen. (auch dazu gab es vor nicht allzulanger Zeit einen Leserartikel in der Zeit).
Das man sich diese jungen Frauen versucht zu sichern und entsprechende womanweekends abhält hat etwas mit Sicherung von Humankapital und Erschließung eines Marktes an qualifizierten Arbeitskräften zu tun.
Also die Situation zusammengefasst.
Eine consultingfirma wollte sich bei Frauen vorstellen. Man musste sich dafür bewerben und wenn man es geschafft hat, wurde man nach Paris zur Präsentation eingeladen. Quasi die Firma stellt sich potenziellen Arbeitern vor, die jedoch vorher gecheckt wurden, ob sie den Ansprüchen der Firma genügen. Um beim Beispiel der 20 Bewerberinnen zu bleiben. Um die Spitzenkräfte dieser 20 Bewerber muss man als Firma buhlen, weil diese sich ihren Platz sichern werden. Von den 80 Männern jedoch wird man eine größere Auswahl haben. Die Firma sichert sich damit quasi ab und warum das kritisiert wird, erschließt sich mir nicht.
"Frauen brauchen keine Sonderbehandlung" ist zu sagen: Manche haben es offenbar doch nötig.
Wäre vermutlich auch so, wenn in der Vergangenheit (und auch heute) Familienarbeit ebenso von Männern wie Frauen erledigt worden wäre.
Aber da genau das der Grund für niedrigere Gehälter und Löhne war/ist, gleichzeitig Frauen in der Regel die Familienarbeit übernahmen, haben wir besagten paygap und gleichzeitig weniger Frauen in Führungspositionen. Ändert sich jetzt, weil weniger Frauen Kinder kriegen bzw. gemeinsam betreut wird und bessere externe Betreuungsmöglichkeiten existieren. Bis der paygap verschwunden ist, dauert es wohl noch eine Weile. Folglich sind momentan Frauen bei gleicher Qualifikation der bessere deal.
Eine Horrorvorstellung, mit einer Quote in Zusammenhang gebracht zu werden, das muss wie ein Muehlstein am Hals haengen und die Karriere nahezu unmoeglich machen!
"Eine Horrorvorstellung, mit einer Quote in Zusammenhang gebracht zu werden, das muss wie ein Muehlstein am Hals haengen und die Karriere nahezu unmoeglich machen!"
Und deswegen wird die Quote auch nicht funktionieren. WEIL ebend diese eine Frau ab diesem Zeitpunkt mit diesem Mühlstein durch die Firma läuft. Welcher Abteilungsangestellte (männlich: auf jeden Fall, weiblich: sicher ncht alle) nimmt denn eine solche Quotenfrau ernst? Selbst wenn sie fachlich gleich qualifiziert mit dem männlichen Konkurrenzbewerber ist, wird sie es schwer haben und unter Umständen das Betriebsklima nachhaltig runterziehen. Ein aktuelles Beispiel ist die Firma Mercedes-Benz, bei der in firmeninternen Blogs zum Thema ""Diversity" heftigst aus der technischen Abteilungsmannschaft revoltiert wird. DAS hält keine Firma lange aus ohne gewisse Flurschäden davonzutragen.
MfG
FT
... ein Mühlstein an einem herum hängen.
Wenn Sie der Quotenfrau ihre Meinung sagen, also der in der Führungsposition ist, dann kann es schnell passieren, dass die Personalabteilung ein Schreiben an sie schickt.
Es geht doch hier nicht um Frauen, welche sich "abbuckeln" im Pflegedienst, in der Reinigung. Es geht um die guten Jobs, nicht um die Dreckarbeit. Die sollen doch die Männer machen. Da wäre ja aber noch etwas: Pflegedienst, Reinigung, Erzieherin etc. Wie kommen diese in führungspositionen?
Geht es um Politikerinnen, welche nach ihrem Ausscheiden weiter was zu sagen haben wollen? Geht es um weibliche Möchtegern-Führungskräfte, die ohne Quote nicht genügend Beachtung erfahren, aus ihrer Sicht natürlich?
"Eine Horrorvorstellung, mit einer Quote in Zusammenhang gebracht zu werden, das muss wie ein Muehlstein am Hals haengen und die Karriere nahezu unmoeglich machen!"
Und deswegen wird die Quote auch nicht funktionieren. WEIL ebend diese eine Frau ab diesem Zeitpunkt mit diesem Mühlstein durch die Firma läuft. Welcher Abteilungsangestellte (männlich: auf jeden Fall, weiblich: sicher ncht alle) nimmt denn eine solche Quotenfrau ernst? Selbst wenn sie fachlich gleich qualifiziert mit dem männlichen Konkurrenzbewerber ist, wird sie es schwer haben und unter Umständen das Betriebsklima nachhaltig runterziehen. Ein aktuelles Beispiel ist die Firma Mercedes-Benz, bei der in firmeninternen Blogs zum Thema ""Diversity" heftigst aus der technischen Abteilungsmannschaft revoltiert wird. DAS hält keine Firma lange aus ohne gewisse Flurschäden davonzutragen.
MfG
FT
... ein Mühlstein an einem herum hängen.
Wenn Sie der Quotenfrau ihre Meinung sagen, also der in der Führungsposition ist, dann kann es schnell passieren, dass die Personalabteilung ein Schreiben an sie schickt.
Es geht doch hier nicht um Frauen, welche sich "abbuckeln" im Pflegedienst, in der Reinigung. Es geht um die guten Jobs, nicht um die Dreckarbeit. Die sollen doch die Männer machen. Da wäre ja aber noch etwas: Pflegedienst, Reinigung, Erzieherin etc. Wie kommen diese in führungspositionen?
Geht es um Politikerinnen, welche nach ihrem Ausscheiden weiter was zu sagen haben wollen? Geht es um weibliche Möchtegern-Führungskräfte, die ohne Quote nicht genügend Beachtung erfahren, aus ihrer Sicht natürlich?
Entfernt. Die Redaktion/kvk
Mein Duktus war gewählt und die Aussage war nicht besonders revolutionär. Aber naja, wenns nicht Ihre Meinung ist, dann ist Sie wohl falsch.
Mein Duktus war gewählt und die Aussage war nicht besonders revolutionär. Aber naja, wenns nicht Ihre Meinung ist, dann ist Sie wohl falsch.
Tja, liebe Frau Poeter, das ist halt der Unterschied: die meisten Männer hätten kein Problem damit, ein Recruitment Weekend nur für Männer zu besuchen. Natürlich werden die nicht als "nur für Männer" beworben - sie sind es halt oft, weil die Mehrheit oder alle Teilnehmer eben Männer sind.
Sicher haben Sie im geschützten Umfeld - in Schule und Universität - bisher gute oder sehr gute Leistungen erbracht und denken nun, es reicht, einfach weiter gut zu sein. Aber Sie haben noch nie wirklich konkurriert, denn gute Noten werden nicht limitiert. Es gibt aber eine limitierte Zahl guter Stellen. Und wenn Frauen systematisch ausgegrenzt und nicht berücksichtigt werden, dann versuchen Angebote wie das obige dies auszugleichen (zweifellos keine Ideallösung ...).
Eine Frage, würden Sie ein Angebot, welches z.B. Jugendliche aus Arbeiterfamilien ermutigen soll, eine akademische Karriere zu verfolgen, auch als diskriminierend für diese empfinden? Denn da gilt doch auch: wer nur selbstbewusst genug ist ... Oder? Spielen strukturelle Faktoren eine Rolle? Sind wir alle nur wir selbst - oder werden wir von unserer Gesellschaft beeinflusst und geprägt? Was meinen Sie?
Der Vergleich hinkt, weil eine Recruitment-Veranstaltung nur für Frauen bedeutet, dass auch nur Frauen eingestellt werden. Obwohl sicherlich auch einige männliche Absolventen ihr Leben auf die Reihe bekommen wollen würden. Das können sie nicht mit einer Infoveranstaltugen vergleichen, weil ja prinzipiell jeder die Chance hätte eine akademische Laufbahn einzuschlagen.
@Vita Orlando
"Diskriminierung lässt sich nicht bekämpfen oder gar beseitigen, indem man ihre negativen Vorzeichen durch positive ersetzt!
Eine Sonderbehandlung ist eine Sonderbehandlung - egal, ob man aufgrund seiner Geschlechtschromosomen nun bevorzugt oder benachteiligt wird."
Das trifft es ziemlich genau! Allerdings finde ich man sollte ganz vorsichtig sein in einer ernsten Diskussion die Frauensauna, das Frauenfitnessstudio oder den Frauenbuchladen zu erwähnen. Bei Sauna und Fitnessstudio gibt es verständliche Gründe und den Frauenbuchladen dürfen Männer sicherlich auch betreten - da ist es lediglich Marketing. Aber diese Lapalien aufzuzählen ist wenig zielführend und schwächen das vorher treffend formulierte leider wieder ab.
Der Vergleich hinkt, weil eine Recruitment-Veranstaltung nur für Frauen bedeutet, dass auch nur Frauen eingestellt werden. Obwohl sicherlich auch einige männliche Absolventen ihr Leben auf die Reihe bekommen wollen würden. Das können sie nicht mit einer Infoveranstaltugen vergleichen, weil ja prinzipiell jeder die Chance hätte eine akademische Laufbahn einzuschlagen.
@Vita Orlando
"Diskriminierung lässt sich nicht bekämpfen oder gar beseitigen, indem man ihre negativen Vorzeichen durch positive ersetzt!
Eine Sonderbehandlung ist eine Sonderbehandlung - egal, ob man aufgrund seiner Geschlechtschromosomen nun bevorzugt oder benachteiligt wird."
Das trifft es ziemlich genau! Allerdings finde ich man sollte ganz vorsichtig sein in einer ernsten Diskussion die Frauensauna, das Frauenfitnessstudio oder den Frauenbuchladen zu erwähnen. Bei Sauna und Fitnessstudio gibt es verständliche Gründe und den Frauenbuchladen dürfen Männer sicherlich auch betreten - da ist es lediglich Marketing. Aber diese Lapalien aufzuzählen ist wenig zielführend und schwächen das vorher treffend formulierte leider wieder ab.
Diskriminierung lässt sich nicht bekämpfen oder gar beseitigen, indem man ihre negativen Vorzeichen durch positive ersetzt!
Eine Sonderbehandlung ist eine Sonderbehandlung - egal, ob man aufgrund seiner Geschlechtschromosomen nun bevorzugt oder benachteiligt wird.
Und was für kuriose Stilblüten dies inzwischen treibt! Außer Frauenwochenenden in der Berufsfindung fallen mir da spontan Frauenfitness, Frauensauna und Frauenbuchläden ein - allesamt Angebote, deren unterschwelliger Sexismus mir extrem sauer aufstößt, auch wenn die Betreiber sich dieser Signalsetzung wahrscheinlich noch nicht einmal bewusst sind.
Die Segregierung in speziellen Schutzreservaten ist für mich ein absolutes Unding, und kein bisschen weniger diskriminierend als ein Gentlemen-Club.
Unter Emanzipation verstehe ich jedenfalls etwas GANZ anderes.
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