Google gilt als einer der attraktivsten Arbeitgeber weltweit. Mehr als eine Million Bewerbungen erhält der Konzern jedes Jahr, auf eine Stelle kommen durchschnittlich 130 Bewerber. Wie filtert man aus dieser Masse die Fähigsten heraus?

Der Konzern hat für die Personalsuche eine eigene Strategie. Dazu zählten bislang auch Fragen aus Intelligenztests: Wie viele Golfbälle passen in einen Schulbus, warum sind Gullideckel rund und was machen Sie, wenn Sie auf die Größe einer Fünf-Cent-Münze geschrumpft in einen Mixer geworfen werden und in einer Minute die Klingen starten? 

Der Konzern wollte so prüfen, ob Bewerber zu unkonventionellen Antworten fähig sind. Die Perspektive, mit der ein Mitarbeiter ein Problem angeht, ist für Google wichtig.    

Nun rückt der Internetkonzern von diesem Prozedere ab. Die Fragen werden abgeschafft, weil die Antworten doch nichts über die Qualifikation der Bewerber aussagen, heißt es. Aber auch, weil sich die Fragen und mögliche Antworten rasch im Netz verbreiteten.

Die Persönlichkeit ist wichtiger als clevere Antworten

Der Konzern wolle sich in Bewerbungsgesprächen künftig stärker auf den Kandidaten selbst konzentrieren, sagte Laszlo Bock, Senior Vice President of People Overation bei Google, im Interview mit der New York Times. Dessen Reaktion, Analyse und Herangehensweise an Probleme oder Fragestellungen sei wichtiger als eine clevere Antwort auf eine komplexe Frage. Es komme vor allem auf die Persönlichkeit an.

Vielversprechende Kandidaten werden zusätzlich zu den Jobinterviews aber weiterhin ein Interview mit vier Google-Mitarbeitern haben. Die achten auf vier Kriterien: Führungskompetenz, Fachwissen, die Perspektive, mit der ein Kandidat eine Fragestellung betrachtet und das, was der Konzern als "Googleyness" bezeichnet – passt der Bewerber zur Firma?