Die besten Chancen auf einen Arbeitsplatz hätte im April ein teamfähiger und innovativer Bewerber, der qualifiziert und motiviert ist – das ergibt eine aktuelle Studie der Job-Suchmaschine Adzuna. Dazu wurden im letzten Monat in über zwei Millionen Stellenanzeigen in elf verschiedenen Ländern die häufigsten Begriffe untersucht. In deutschen Jobanzeigen wurden vor allem Charaktereigenschaften und zwischenmenschliche Fähigkeiten gesucht: flexibel sollten die Bewerber sein, kommunikativ und dynamisch.

Begriffe wie "Fachwissen" erwähnten nur 1,6 Prozent aller Anzeigen, "MBA" tauchte sogar noch seltener auf.

Die Entwicklung in Richtung Soft Skills ist in der Bundesrepublik jedoch branchenabhängig. Vor allem im Vertrieb und in der Gesundheitsindustrie sind sie wichtig – die Arbeitgeber suchen hier vor allem nach "motivierten Bewerbern mit Kundenfokus" und "teamfähigen Mitarbeitern mit organisatorischem Talent". Gefragt ist aber auch Management-Know-how.

Im Finanzwesen und in der IT-Branche kommt es der Untersuchung zufolge vor allem auf Fachwissen an. Hier suchten die Arbeitgeber oft mit den Schlagworten "analytisches Denken" oder fragten nach technischen Fähigkeiten wie etwa den Programmiersprachen Java und SQL, die zu den meistgesuchten Schlagworten gehörten. 

Fachwissen in Brasilien und Russland gefragter

Der internationale Vergleich zeigt, dass die Wortwahl in Deutschland relativ ausgewogen ist zwischen fachlicher Qualifikation und Soft Skills – vier der zehn meistgebrauchten Begriffe beziehen sich auf zwischenmenschliche Fähigkeiten.

In Brasilien oder Russland ist Arbeitgebern der Untersuchung zufolge Fachwissen deutlich wichtiger. Acht der zehn Schlagworte bezogen sich auf das Know-how.

Im Gegensatz dazu wünschen sich Arbeitgeber in Großbritannien Mitarbeiter, die viele Soft Skills mitbringen – sieben der Top zehn Schlagworte beziehen sich dort auf Charaktereigenschaften.