Das Kalkül hinter Fangfragen ist simpel: Personaler wollen testen, wie souverän der Bewerber in einer Stresssituation bleibt. Beliebt ist etwa die Frage, was dem Kandidaten bei einer Führungskraft wichtig ist. Gleich mehrere Leser haben uns diese Frage nach unserem Leseraufruf geschickt.

Die Berliner Kommunikationstrainerin Viola Moritz kennt solche Situationen gut und rät zur Gelassenheit. Mit dieser Frage soll abgeklopft werden, welche Erwartungen ein Bewerber tatsächlich an die Zusammenarbeit hat. Ist er oder sie eher ein Freigeist, der sich möglichst wenig Kontrolle wünscht?

Gut reagiert, wer zeigt, dass er sich nicht nur auf einen Job beworben hat, sondern sich mehr Gedanken auch über das Arbeiten bei der konkreten Firma und den Mitarbeiterumgang gemacht hat. Wie so eine Antwort aussehen kann, erklärt Moritz im Video.

Die Hamburger Bewerbungstrainerin Stephanie von Below rät Jobsuchenden übrigens, bei dieser Frage keine abstrakten Theorien zu formulieren. Diese Frage sei ein Klassiker. "Hier geht es um die Themen Führungserfahrung, Mitarbeiterumgang, Delegieren, Lösungsfindungen", sagt die Expertin. "Der zukünftige Arbeitgeber möchte einen Einblick in die konkrete Führungserfahrung des Bewerbers erhalten."