Behinderte Menschen werden häufig bei der Besetzung von Stellen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Das belegt der Diskriminierungsbericht der Bundesregierung. 720 Beschwerden erreichten Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, im vergangenen Jahr. Ein häufiges Problem war, dass Bewerber trotz guter Qualifikationen gar nicht erst zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden.

Beklagt werden laut dem Bericht aber auch Mobbing von Kollegen sowie eine nicht behindertengerechte Ausstattung der Arbeitsplätze. "Gerade in der Privatwirtschaft bestehen noch viele Barrieren für Menschen mit Behinderungen", sagte Bentele. Sie fordert, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz um Maßnahmen zu erweitern, die Menschen mit Behinderungen nutzen: etwa der Einbau von Rampen und breiteren Türen sowie das Anbringen von Hinweisschildern in Blindenschrift. 

In 1.100 Fällen richteten sich Behinderte an die Regierungsbeauftragte, weil sie sich von privaten Dienstleistungen ausgeschlossen sahen, etwa von privaten Unfall-, Lebens- oder Krankenversicherungen. In jüngster Zeit häuften sich dem Bericht zufolge auch Beschwerden Betroffener, denen die Eröffnung von Bankkonten verweigert oder erschwert worden sein soll.

Mit mehr als 2.550 Meldungen ging es in der Mehrheit der Eingaben um Beschwerden über Ämter und Behörden. Kritisiert wurden dabei vor allem, dass Leistungen nur unzureichend gewährt wurden oder es zu langen Bearbeitungszeiten kam.