Theatersaison 2009/2010 Wie mache ich einen guten Spielplan?

Jetzt beginnt die neue Spielzeit. Es wird wieder Zeitgenössisches, Neuinszeniertes, Bewährtes zu sehen geben. Doch was ist das Geheimnis eines erfolgreichen Spielplans? Sechs Theatermacher antworten

Das Schauspielhaus an der Bochumer Königsallee ist ein Mittelpunkt der
Stadt. Auf dem Platz davor feiert der Bochumer gern Silvester und wenn der
Intendant sich in der Kantine prügelt, ist das tagelang Stadtgespräch.

Das Schauspielhaus an der Bochumer Königsallee ist ein Mittelpunkt der Stadt. Auf dem Platz davor feiert der Bochumer gern Silvester und wenn der Intendant sich in der Kantine prügelt, ist das tagelang Stadtgespräch.

Holger Weimar ist seit der Spielzeit 2005/06 Chefdramaturg am Bochumer Schauspielhaus. Zuvor war er am Münchner Residenztheater.

"Ein guter Spielplan ist ein Spielplan für die Stadt. Der Bochumer liebt sein Theater, deshalb muss ich als Dramaturg den Bochumer kennen. Ich weiß zum Beispiel, dass Shakespeare im Großen Haus beim Bochumer Publikum funktioniert, Tschechow aber nicht. Das ist einfach so. Am Beginn der Überlegungen für diesen Spielplan stand der Wunsch unseres Intendanten Elmar Goerden, den King Lear aufzuführen. In diesem Stück geht es um die Frage nach Identität in der Krise. Das Thema passte in unsere Zeit und so begannen wir Stücke zu suchen, die ähnliche Fragen aufwerfen. Wir haben sonderbare Funde aufgetan, zum Beispiel Alice im Wunderland von Lewis Carroll.

Wir kümmern uns natürlich auch um die Wünsche unseres Publikums. Es wünscht sich Musik-Produktionen, deshalb haben wir die Reihe A Tribute to... erfunden. Unser Ensemble sieht gern Filme von Qunetin Tarantino und mag deren Soundtracks, so kam es zu A Tribute to Quentin Tarantino. Wenn ein Stück aus der Mitte der Schauspieler kommt, wird der Funke zu den Zuschauern überspringen, da bin ich ganz sicher."

Leser-Kommentare
    • Hyäne
    • 18.09.2009 um 7:14 Uhr

    interessiert mich zunächst das Stück auf dem Spielplan,
    freue ich mich auf bestimmte Darsteller, die Qualität verheißen,
    lese ich vorher die Kritiken, was das Regiekonzept anbelangt,
    denn:
    Theater muss mich berühren, Gedanken und Gefühle, verschüttet in der alltäglichen Versenkung, wieder unmittelbar erfahrbar machen. Dies gelingt nach meinem Dafürhalten besonders, wenn die Darsteller den Geist der Figuren, in die sie schlüpfen, absorbiert haben und durch ihr Spiel dem Zuschauer zu enthüllen vermögen. Oder um es mit den Worten von Max Reinhard zu sagen: Wenn sie mit dem Licht des Dichters in die Abgründe der menschlichen Seele leuchten ...

    Je weniger laut, nackt und plakativ es dabei zugeht, desto besser.
    Das Bühnenbild ist für mich ganz wesentlich, es muss den Geist des Stückes atmen.

    Ich war schon lange nicht mehr im Theater, vielleicht sollte ich es wieder wagen ...;-)

  1. Das Schauspielhaus Bochum hat gar keinen Spielplan. Es zeichnet sich unter dem jetzigen Intendanten dadurch aus, dass es sinn- und kopflos und ohne jeglichen roten Faden Stücke aneinanderreiht. Es fällt schwer, dahinter ein ernst zu nehmendes Konzept zu sehen.

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