Berlin

Zerstört, entkernt und neu gebaut

Bild oben: Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz, rechts das ehemaliges Staatsratgebäude, 22. Dezember 2007

Leser-Kommentare

  1. Nein, sie war nicht anonym. Hier pulsierte das Leben und die Leute schätzten ihren Palast der Republik, wenn auch jeder auf seine eigene Weise.
    So wurden die Karten für die kulturellen Veranstaltungen nicht nur im Osten, sondern auch im Westen unter die Leute gebracht und im Schwarzhandel sogar über 1:10 gegen Westmark eingetauscht und das nur, um endlich mal für ein paar Minuten das westliche Flair in einer sozialistischen Kulturveranstaltung genießen zu können.
    Rund um den Fernsehturm war der Platz aufgeräumt und man konnte sogar noch die Karnickel beobachten. Die Grünflächen waren damals noch grün und nicht mit Müll, Unrat, Pennern und anderen "Gästen" übersät, die ihren Dreck in den Anlagen hinterlassen.
    Das Kaufhaus am Alex hatte noch eine Fassade und glich damit nicht einem Steinquader, wie er heute dort steht.
    Der Blick zur Fassade des Hauses des Lehrers war frei und nicht von einem "Saturn"-Gebäude verstellt, in dessen Inneren die Kunden nach der Methode der freien Marktwirtschaft das Geld aus der Tasche gezogen wird. Von Geiz ist geil kann an diesem Ort keine Rede sein - ist ja in Mitte.
    Die Straßen sind jetzt vom Autoverkehr völlig verstopft und über den Alex fahren die Straßenbahnen und (verbotener Weise) auch so mancher PKW.
    Es hat sich viel getan in Berlins Mitte, aber es wurden auch viele Steuergelder sinnlos versenkt - der Palast der Republik jedenfalls wäre erhaltenswerter gewesen als dieser alte Kasten von Stadtschloss!

  2. 2.

    Eine tolle Serie, vielen Dank.

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