Ausstellung zu "Metropolis" Tanz um die MaschinenSeite 2/2

„Die Masse von Männern und Weibern, mit improvisierten Fackeln ausgestattet, tanzt einen wüsten Tanz um die toten Maschinen, sich an den Händen haltend, in durcheinander wirbelnden Kettenkreisen“, heißt es im Drehbuch. Gleich gegenüber sind zwei nachgeschneiderte Filmkostüme zu sehen: die schwarze Leinenkluft eines Arbeiters, an Sträflingskleidung erinnernd, und der weiße Seidenanzug eines Sohns der Oberschicht. Thea von Harbou trat später der NSDAP bei, aber bei Metropolis wirkt ihr Furor eher klassenkämpferisch. Zum Happy End gipfelt der Film in der Versöhnung von „Hirn und Händen“, Herrscher und Beherrschten. Für die amerikanische Fassung verlangte die Ufa-Direktion die „Beseitigung der Betitelung mit kommunistischer Tendenz“. 

Der Plot von Metropolis ist einigermaßen krude aus religiösen, mythologischen und literarischen Versatzstücken zusammenmontiert. Der Schriftsteller H. G. Wells nannte ihn 1927 den „dümmsten aller Filme“, der Kritiker Kurt Pinthus zählte damals in seiner Rezension ein Dutzend Bücher und Theaterstücke auf, bei denen sich Lang und Harbou bedient hatten. Der „Neue Turm Babel“, in dem der Metropolis-Herrscher Fredersen residiert, ist natürlich der Bibel entlehnt, und wenn Rotwang in seinem Labor allerlei Chemikalien aufblubbern lässt, um Hauptdarstellerin Brigitte Helm in die „Maschinen-Maria“ zu verwandeln, erinnert das an Frankenstein. Doch Kunst hat immer schon geklaut. Und bei den Bildern von Metropolis bedient sich die Popkultur bis heute.

 
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