Fotokunst von Andreas Mühe

Inszenierte Wirklichkeit

Eibsee, 2009

Eibsee, 2009  |  © Andreas Mühe

Die Welt ist eisblau bei Andreas Mühe. Ob er Menschen oder Landschaften fotografiert, seine Bilder umgibt eine unwirkliche Aura, die etwas Düsteres, manchmal sogar Bedrohliches hat. Mühe fotografiert analog, mit einer Großbildkamera. Seine Bilder inszeniert er bis ins kleinste Detail, die aufwändige Lichtsetzung ist zu seinem Erkennungszeichen geworden.

Der Fotograf, Sohn des vor zwei Jahren verstorbenen Schauspielers Ulrich Mühe, gilt auch als einer der renommiertesten Porträtfotografen in Deutschland. Seit er Angela Merkel für den vergangenen Bundestagswahlkampf ablichtete, wird der 30-Jährige sogar als "Kanzlerfotograf" betitelt. Mühe gelingt es, Schauspieler, Sportler und Politiker so darzustellen, dass der Betrachter sie erst auf den zweiten Blick erkennt, weil Mühe sie in eine Kunstwelt versetzt. Manche seiner Bilder erinnern an Filmstills. Man würde gerne auf einen Knopf drücken, um zu sehen, wie die Geschichten weiter gehen.

Vom 23. Januar bis zum 6. März 2010 ist Mühes erste Werkschau in der Berliner Galerie Camera Work zu sehen.