Rapper Bushido Meins bleibt meins, wie es singt und lacht
Diese Dreistigkeit kann teuer werden: Im Fall des Rappers Bushido geht es nicht um dezente Anleihen, sondern um die drastische Ausplünderung fremder Werke.
© Patrik Stollarz/Getty Images

"Merkt schon keiner", dachte sich Bushido offenbar
"Da hätte man fünf Mal nachfragen müssen", sagte der Vorsitzende Richter Bolko Rachow im Plagiatsprozess gegen den Berliner Rapper Bushido. Doch der hatte sich einfach bedient bei der französischen Gothic-Band Dark Sanctuary – ohne zu fragen und auch ohne zu bezahlen. Das Landgericht Hamburg hat ihn deshalb am Dienstag wegen Urheberrechtsverletzungen in 13 Fällen zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von 63.000 Euro verurteilt. Außerdem müssen alle betroffenen Alben aus dem Verkauf genommen werden.
Bis zu 25-sekündige Fragmente hatte Bushido in Form von Loops in seine Songs eingebaut. Auf seinem 200.000 Mal verkauften Album Von der Skyline zum Bordstein zurück aus dem Jahr 2006 enthalten allein acht Stücke geklautes Material. Erstaunlich an diesem Fall ist vor allem die Dreistigkeit, mit der Bushido vorging. Denn es handelt sich keineswegs um dezente Anleihen, sondern um eine "drastische Ausplünderung", wie der Berliner Musikwissenschaftler Hartmut Fladt in einem Gutachten zu dem Fall schreibt. Selbst für einen flüchtigen Hörer ist das etwa in dem Stück Janine leicht nachzuvollziehen: Das Klaviermotiv unter Bushidos Rap über ein missbrauchtes Mädchen stammt nahezu eins zu eins aus Dark Sanctuarys Instrumentalballade Les Mémoires blessées – im Übrigen ein eher unorigineller Song.
Bushido glaubte offenbar, dass das Plagiat unbemerkt bleibt, schließlich sind die französischen Düsterrocker nicht sonderlich bekannt und in einem völlig anderen Genre tätig als er. Doch deutsche Dark-Sanctuary-Fans bemerkten die Übereinstimmungen und fragten verwundert bei der Gruppe nach, die nicht amüsiert war. Eine außergerichtliche Einigung scheiterte, weil Bushido laut Alexander Duve, einem der Anwälte der Band, nicht bereit war, eine angemessene Summe zu zahlen. In einem früheren Fall hatte sich der 31-Jährige mit einer norwegischen Metal-Formation noch gütlich geeinigt.
Dass HipHopper markante Melodiestellen (Hooklines) oder Rhythmusspuren aus anderen Songs verwenden, ist nichts Neues. Es gehört zum Genre, seit in den späten Siebzigern die ersten Brooklyner Kids auf die Idee kamen, zwei Plattenspieler als Instrumente zu benutzen. Sie drehten zum Beispiel zwei identische Platten abwechselnd immer wieder zu einem bestimmten Schlagzeug-Break, das sich dann endlos wiederholte. Dazu sprechsangen sie ihre Texte. Ein epochales Stück war 1979 Rapper’s Delight von der Sugarhill Gang. Es beruht auf der Bassline des Discohits Good Times von Chic. Dessen Komponisten Nile Rogers und Bernard Edwards werden deshalb auch als Co-Autoren des Rap-Titels geführt.
- Datum 25.03.2010 - 10:05 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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... kann hier jetzt nicht falsch sein.
Nicht das man mich falsch versteht, auch die dreiste Klauerei von Hegemann fand ich falsch (auch kann ich es bei Bushido nicht gutheissen). Ich mag auch weder das Werk des Einen noch der Anderen.
Aber die im Nachhinein entschuldigenden oder sogar trotzdem noch begeisterten Kommentare der "Meinungsmacher" vermisse ich jetzt in diesem Fall.
Eine junge Frau (die Kritiker nennen sie ja einfach nur die Göre) aus reichen und gebildeten Elternhaus darf klauen aber der asoziale Rapper mit Migrationshintergrund soll sich gefällig schämen und finanzell bluten.
Das ist doch einfach lächerlich.
Diesen Rapper als Das Opfer hinzsutellen ist echt blauäugig. Bushido ist reich und er wusste was er tat. Er ist ein schlechter Musiker aber mal ein guter Geschäftsmann gewesen. Warum er Musik klaut anstatt das mit den leuten klarzumachen und eine kleine Summe hinzulegen ist mir nicht klar Vielleicht weil es "uncool" ist als Hip Hoper von Metaler nutzen zu ziehen? Ich weiß es nicht. Aber es ist eine klare Straftat, völlig wurscht was mit Hegemann war. Bushido hat mutwillig mehrere Musiktitel geklaut und seinen Mist drübergelegt. Dafür soll er blechen und der Artikel ist meiner Meinung nach recht objektiv.
Das schreibt die Taz dazu, sehr klug und richtig:
"Nun gehört das Sample, der Loop, also die "urheberrechtlich geschützte Tonfolge" im Hiphop nicht nur zum guten Ton, sondern ist konstitutiv für das ganze Genre. Die größten Fans von Bushido sitzen ohnehin im bürgerlichen Feuilleton, wo man Geschichten vom "bösen Jungen" liebt, der "es schaffen kann, wenn er sich nur richtig anstrengt" – auch wenn der bürgerliche Junge nicht "von unten" kommt, sondern aus einem Gymnasium in Berlin-Tempelhof. Homophobie, Rassismus und Frauenfeindlichkeit werden dann zugunsten der rührenden Karriere gerne mal als "gossenlyrischer Realismus" durchgewunken und sanktioniert – von exakt denselben Leuten, die auch im Fall einer Helene Hegemann nicht von Diebstahl sprechen, sondern lieber vornehm über "Intertextualität" schwadronieren. Seis drum. "
Darf man das hier zitieren? Wenn nicht, dann einfach editieren liebe ZEIT.
dass Hegemann schlichtweg von den Bekanntschaften ihres Vaters profitiert hat.
Diesen Rapper als Das Opfer hinzsutellen ist echt blauäugig. Bushido ist reich und er wusste was er tat. Er ist ein schlechter Musiker aber mal ein guter Geschäftsmann gewesen. Warum er Musik klaut anstatt das mit den leuten klarzumachen und eine kleine Summe hinzulegen ist mir nicht klar Vielleicht weil es "uncool" ist als Hip Hoper von Metaler nutzen zu ziehen? Ich weiß es nicht. Aber es ist eine klare Straftat, völlig wurscht was mit Hegemann war. Bushido hat mutwillig mehrere Musiktitel geklaut und seinen Mist drübergelegt. Dafür soll er blechen und der Artikel ist meiner Meinung nach recht objektiv.
Das schreibt die Taz dazu, sehr klug und richtig:
"Nun gehört das Sample, der Loop, also die "urheberrechtlich geschützte Tonfolge" im Hiphop nicht nur zum guten Ton, sondern ist konstitutiv für das ganze Genre. Die größten Fans von Bushido sitzen ohnehin im bürgerlichen Feuilleton, wo man Geschichten vom "bösen Jungen" liebt, der "es schaffen kann, wenn er sich nur richtig anstrengt" – auch wenn der bürgerliche Junge nicht "von unten" kommt, sondern aus einem Gymnasium in Berlin-Tempelhof. Homophobie, Rassismus und Frauenfeindlichkeit werden dann zugunsten der rührenden Karriere gerne mal als "gossenlyrischer Realismus" durchgewunken und sanktioniert – von exakt denselben Leuten, die auch im Fall einer Helene Hegemann nicht von Diebstahl sprechen, sondern lieber vornehm über "Intertextualität" schwadronieren. Seis drum. "
Darf man das hier zitieren? Wenn nicht, dann einfach editieren liebe ZEIT.
dass Hegemann schlichtweg von den Bekanntschaften ihres Vaters profitiert hat.
Meine Güte, was für ein Aufstand. Diese "Repper" können doch gar keine Musik "schreiben", da sie ja eh nur irgendwelche Tonteile zusammenmixen und dann ihr Gelaber darüberlegen. Das alles ist doch schon tausend Mal verwurstet und wieder ausgespuckt worden. Musik und damit die Urheberrechte ist doch was ganz anderes oder.......................??!!
weil es nicht ihr Geschmack oder Ihre zeit ist. Es gibt auch tatsächlich Begabte unter ihnen.
weil es nicht ihr Geschmack oder Ihre zeit ist. Es gibt auch tatsächlich Begabte unter ihnen.
Diesen Rapper als Das Opfer hinzsutellen ist echt blauäugig. Bushido ist reich und er wusste was er tat. Er ist ein schlechter Musiker aber mal ein guter Geschäftsmann gewesen. Warum er Musik klaut anstatt das mit den leuten klarzumachen und eine kleine Summe hinzulegen ist mir nicht klar Vielleicht weil es "uncool" ist als Hip Hoper von Metaler nutzen zu ziehen? Ich weiß es nicht. Aber es ist eine klare Straftat, völlig wurscht was mit Hegemann war. Bushido hat mutwillig mehrere Musiktitel geklaut und seinen Mist drübergelegt. Dafür soll er blechen und der Artikel ist meiner Meinung nach recht objektiv.
Ich stelle Bushido nicht als Opfer dar. Ich kann ihn, seine Musik, seine Aussagen, seine Homophobie, seine Frauenfeindlichkeit und überhaupt alles was von ihm kommt nicht ausstehen.
Aber: Das Feuilleton hat Hegemanns dreisten Klau der Texte anderer im Nachhinein als neue Art der Kunst dargestellt und der Kulturbetrieb ihr dann beinahe sogar noch einen Literaturpreis dafür vergeben.
Man machte sich die faule Ausrede der Ertappten: "heute ist copy/paste doch allgemein üblich" zu eigen und erklärte den Klau sofort zur akzeptierten, neuen, progressiven Art zu arbeiten". (vielleicht auch um die Peinlichkeit zu überdecken, von ihr (und ihrem Vater) verarscht worden zu sein)
Nun, wenn das Feuilleton dreistes Kopieren jetzt so sieht, kann es jetzt aber nicht gegen Bushido hetzen, der im Grunde das selbe tut.
Ich stelle Bushido nicht als Opfer dar. Ich kann ihn, seine Musik, seine Aussagen, seine Homophobie, seine Frauenfeindlichkeit und überhaupt alles was von ihm kommt nicht ausstehen.
Aber: Das Feuilleton hat Hegemanns dreisten Klau der Texte anderer im Nachhinein als neue Art der Kunst dargestellt und der Kulturbetrieb ihr dann beinahe sogar noch einen Literaturpreis dafür vergeben.
Man machte sich die faule Ausrede der Ertappten: "heute ist copy/paste doch allgemein üblich" zu eigen und erklärte den Klau sofort zur akzeptierten, neuen, progressiven Art zu arbeiten". (vielleicht auch um die Peinlichkeit zu überdecken, von ihr (und ihrem Vater) verarscht worden zu sein)
Nun, wenn das Feuilleton dreistes Kopieren jetzt so sieht, kann es jetzt aber nicht gegen Bushido hetzen, der im Grunde das selbe tut.
Das schreibt die Taz dazu, sehr klug und richtig:
"Nun gehört das Sample, der Loop, also die "urheberrechtlich geschützte Tonfolge" im Hiphop nicht nur zum guten Ton, sondern ist konstitutiv für das ganze Genre. Die größten Fans von Bushido sitzen ohnehin im bürgerlichen Feuilleton, wo man Geschichten vom "bösen Jungen" liebt, der "es schaffen kann, wenn er sich nur richtig anstrengt" – auch wenn der bürgerliche Junge nicht "von unten" kommt, sondern aus einem Gymnasium in Berlin-Tempelhof. Homophobie, Rassismus und Frauenfeindlichkeit werden dann zugunsten der rührenden Karriere gerne mal als "gossenlyrischer Realismus" durchgewunken und sanktioniert – von exakt denselben Leuten, die auch im Fall einer Helene Hegemann nicht von Diebstahl sprechen, sondern lieber vornehm über "Intertextualität" schwadronieren. Seis drum. "
Darf man das hier zitieren? Wenn nicht, dann einfach editieren liebe ZEIT.
Lieber Deftone,
man darf sogar gern den Text verlinken ;-)
http://www.taz.de/1/leben...
Herzlichen Dank für den Beitrag!
Grüße aus der Musikredaktion.
die Zielgruppe des Bushido-Filmes spricht z.B. deutlich dagegen, dass dessen Fans und Hörer vor allem im bürgerlichen Milieu zu finden seien.
Lieber Deftone,
man darf sogar gern den Text verlinken ;-)
http://www.taz.de/1/leben...
Herzlichen Dank für den Beitrag!
Grüße aus der Musikredaktion.
die Zielgruppe des Bushido-Filmes spricht z.B. deutlich dagegen, dass dessen Fans und Hörer vor allem im bürgerlichen Milieu zu finden seien.
wenn man sich über das Copy & Paste aufregt, mir bleibt immer nur die Textpassage mit dem kleinen Mädchen im Kopf.
Whateveer, ich werde jetzt erstmal Rappers Delight anwerfen. :-)
Ich mag Bushido auch nicht. Aber hier zu sagen, er wär ein schlechter Musiker, und hier zu sagen, dass das Lied dieser Gothic-Band ebenfalls schlecht wäre, das ist so subjektiv peinlich dumm.
Das ganze Theater um die Sache ist sowieso für Bushido nur eine Masche um mal wieder im Rampenlicht zu stehen. Und der denkt sich dabei dann auch nur: Was ich da gemacht hab machen tausende in dieser Szene. Wenn man alle Urheberrechtsverstöße im Hiphop ahnden würde dann würde der Justizapparat zusammenbrechen.
Früher hat man nur um Äpfel gestritten, die über den Gartenzaun gehangen sind. Heut streitet man um Ideen, um Melodien, alles meins und wenn du klaust musst du teuer bezahlen. Auch wenn die Melodie schlecht ist.
Was sie eigentlich gar nicht ist, und darauf läuft sich's am Ende auch hinaus: Die Kunst bleibt auf der Strecke. Hauptsache die Kohle fließt.
Keine eigenen Einfälle, ein paar geklaute Töne, das ist Herr Bushido.
Aber dieses "geistige Eigentum" verteidigt er mit allen Mitteln des Rechtsstaats:
http://www.youtube.com/wa...
Man könnte also in seinem Fall viel treffender von einem "geistigen Eigentor" sprechen.
[Bitte verzichten Sie trotz aller Kritik auf beleidigende Aussagen. Danke, die Redaktion/vv]
... und nicht mit der Frau ohne Shampoo zu vergleichen.
Es geht hier nichtmal ums Urheberrecht, denn da sind die Franzosen wie alle anderen auch Lizenzpflichtig. Meldung an die GEMA, ein paar Cent abtreten, Fall gegessen.
Beim Sampling geht es um die Leistungsschutzrechte der ausführenden Musiker. Und die sind nicht Lizenzpflichtig. Wenn ich etwas Aufnehme habe ich die Kontrolle darüber in welchem Kontext die Aufnahme verwendet werden darf. Das weiß auch jeder der HipHop macht.
Bushido war nur zu Cheap um den Kram von zwei bezahlten Musikern nochmal einspielen zu lassen, dann hätte er kein Clearing gebraucht, sondern nur die GEMA zahlen müssen.
Sie haben so Unrecht nicht und wenn Sie das in korrektem Deutsch geschrieben hätten, würde man es sicher auch lesen und verstehen können.
Sie haben so Unrecht nicht und wenn Sie das in korrektem Deutsch geschrieben hätten, würde man es sicher auch lesen und verstehen können.
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