In den Deichtorhallen in Hamburg ist eine Auswahl sehr guter Angebote ausgestellt © Maurizio Gambarini/dpa

Wer hat die beste Fotostrecke gestaltet, das schönste Cover, die witzigste Anzeige, das bestgestaltete redaktionelle Angebot? Jedes Jahr sichtet die Jury des "Lead Award" mehrere Hundert deutsche Medien – Magazine, Zeitungen, Internetauftritte, Videos – und kürt die besten in den vier Kategorien "Zeitschriften", "Anzeigen", "Fotografie" und "Online".

Am Donnerstagabend wurden die Preisträger benannt: Zum "Cover des Jahres" kürte die 120-köpfige Jury das ZEITmagazin mit dem Titel "Ich glaub ich trete aus – Katholizismus in Deutschland". Silber ging an das Wirtschaftsmagazin brand  eins, Bronze erneut an den Spiegel mit seinem Titel zum Selbstmord von Torwart Robert Enke. Zum "Lead-Magazin des Jahres" wurde der Spiegel gekürt, auf dem zweiten Platz landete die Fußballzeitschrift 11 Freunde, gefolgt von Modetitel Vogue.

"Webmagazin des Jahres" wurde Der Freitag. Silber gewann Freunde von Freunden, Bronze ging an ZEIT ONLINE. ZEIT ONLINE sei "die Website, bei der sich im letzten Jahr am meisten bewegt hat", hieß es unter anderem zur Begründung. Der Freitag wurde vor allem für das starke Augenmerk auf die ständige Interaktion der Redaktion mit den Lesern belohnt.

© Olaf Unverzart

In der Kategorie Reportagefotografie ehrte die Jury den Fotografen Olaf Unverzart für seine Arbeit "Deutsche Szenen" mit Gold. In der Porträtfotografie erhielt Axel Hoedt für seine Arbeit "Furchtbar komisch/Alemannische Fastnachtsverkleidungen" ebenfalls einen ersten Preis. Der Reportagefotograf Armin Smailovic erhielt für "Srebrenica/Er hat überlebt" Silber. Alle Arbeiten erschienen im ZEITmagazin.

© Armin Smailovic

Bei den Blogs setzte sich das Modeblog Les Mads gegen das von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann sowie dessen Gegenpart, das Bild-Blog, durch.

In der Kategorie "Anzeigenkampagne des Jahres" wurden gleich zwei Goldmedaillen vergeben – an das Hamburger Mode-Label Herr von Eden und an die Bekennerkampagne für die Bild-Zeitung von der Agentur Jung von Matt. In der Kategorie "Anzeigenmotiv des Jahres" gewann eine Volkswagen-Werbung der Agentur DDB.

© Axel Hoedt

Der Lead Award gilt sowohl unter Medienschaffenden als auch unter Werbern als sehr relevant. 120 Chefredakteure, Fotografen und Artdirektoren entscheiden nach streng publizistischen Kriterien, welche Formate visuell und inhaltlich preiswürdig sind. Um die Auszeichnung kann sich niemand bewerben – es ist der Anspruch der Juroren, sich selbst einen Überblick über die gesamte Presselandschaft zu verschaffen.

Foto des Jahres: Chris Jordan "Toter Vogel". Stern Nr. 27 © Chris Jordan / Stern

Noch bis zum 11. April ist eine Auswahl sehr guter Angebote in den Hamburger Deichtorhallen ausgestellt. Zu sehen sind rund 200 Fotoserien, Magazinbeiträge, Anzeigen und Websites. In der Gesamtschau vermitteln sie einen Eindruck vom kreativen Potential der deutschen Presse. Seit vergangenem Jahr kann dort auch das Publikum sein Votum abgeben, das dann in einem gesonderten Preis berücksichtigt wird. 

Wir freuen uns und gratulieren allen anderen Preisträgern.

Die Redaktion von ZEIT ONLINE