Lena Meyer-Landrut Netter, zeitgemäßer Konsenspop
Lena Meyer-Landrut heißt jetzt nur noch Lena und bringt ihr erstes Album heraus. Damit wird sich die 18-Jährige auch nach Oslo eine Weile halten können.
© Andreas Rentz/Getty Images

Solide Sangeskünste: Lena fährt zum Eurovision Song Contest nach Oslo
Sie ist Deutschlands berühmteste Abiturientin. Dass ihre Leistungskurse Biologie und Sport sind, gehört zum Allgemeinwissen, und ihre Note in der mündlichen Deutschprüfung (2-) ist ebenfalls landesweit bekannt. Ein Abi zum Mitfiebern – die perfekte Einstimmung auf den Eurovision Song Contest, bei dem Lena Meyer-Landrut Deutschland vertreten wird.
Dabei hat sie den Wettbewerb in Oslo inzwischen gar nicht mehr nötig. Sie ist schon jetzt ein Star. Mit drei Songs, die zeitgleich in die Top 5 der deutschen Single-Charts eingestiegen sind, hat sie einen neuen Rekord aufgestellt. Der stark an Kate Nash erinnernde Oslo-Song Satellite verkaufte sich bereits über 300.000-mal, Radio- und Fernsehsender spielen ihn ständig. Zudem tritt die Sängerin in Shows wie „Wetten, dass …?“ auf, die Illustrierten sind voll von Geschichten über die hübsche 18-Jährige.
Dieses Aufmerksamkeitshoch muss natürlich ausgenutzt werden, um die Marke Lena Meyer-Landrut weiter zu profilieren. Dazu wurde erstmal ihr komplizierter Nachname abgeschafft: Die Sängerin heißt jetzt nur noch Lena. Und sie bringt am heutigen Freitag mit My Cassette Player (Universal) ihr erstes Album auf den Markt – exakt zu dem Zeitpunkt, als die drei Singles sich schon ein wenig abgenutzt haben und Nachschub her muss.
Ein vorgeblicher Enthüllungsskandal drei Tage vor Veröffentlichung – Lena hatte letztes Jahr in der RTL-Doku-Soap Helfen Sie mir! einen kurzen Nacktbadeauftritt – brachte Gratiswerbung für das neue Produkt. Der Wirbel gab der Sängerin die Chance, sich ganz gelassen zu verteidigen: „Ich hab’s gemacht, ich find’s o.k., ich hab keinen Porno gedreht. Seit meinem zwölften Lebensjahr wollte ich Schauspielerin werden. Da hab ich das als ziemlich leichte Möglichkeit gesehen, da reinzuschnuppern“, kommentierte sie ihr TV-Engagement.
Wenn auch der Versuch der Boulevardmedien, sie in den Dreck zu ziehen, als misslungen bezeichnet werden muss, steht das Affärchen doch in deutlichem Widerspruch zu Lenas Image als authentischer, unbeschwerter Schülerin, die sich nur zum Spaß mal bei Stefan Raabs Unser Star für Oslo beworben hat. Hier arbeitet jemand offenbar schon recht lange auf eine Karriere im Showgeschäft hin und erweist sich nicht zufällig in kürzester Zeit als souveräner Medienprofi. Dies alles unter der Überschrift „Naturtalent“ zusammenzufassen, hieße die Marktmechanismen und nicht zuletzt Lena selbst zu unterschätzen. Die Hannoveranerin gehört zu einer Generation, deren Mediensozialisation ganz wesentlich von Casting-Formaten wie Deutschland sucht den Superstar oder Germany’s Next Topmodel geprägt ist. Man kann Lena deshalb durchaus zutrauen, sich einigermaßen gezielt eine Rolle gesucht zu haben, die einerseits die Format-Anforderungen etwa in Sachen Styling bedient und sie zugleich durch die Inszenierung von Unangepasstheit unterläuft. Damit war sie eine erfrischende Abwechslung im Meer der Casting-Klone. Und zwar genau deshalb, weil sie das Prinzip dieser Shows mit ihrem Mix aus „Gefallen“ und „Auffallen“ letztlich besser verstanden hat als die Konkurrenz.
Mit Stefan Raab, der deutschen Show-Allzweckwaffe, steht Lena ein kongenialer Partner zur Seite. Er hat schon unzählige Male – unter anderem mit seinem fünften Platz beim Songcontest vor zehn Jahren – bewiesen, dass er weiß, was die Massen lieben. Von den 13 Stücken des Lena-Albums My Cassette Player stammen acht von ihm. Bei den Texten arbeitete die Sängerin mit.
- Datum 07.05.2010 - 13:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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[entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik höflich und unterlegen Sie sie mit sachlichen und konstruktiven Argumenten. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
Ich jedenfalls kann die Aussagen, die hier gemacht wurden in keinem Falle nach vollziehen! Fazit: Ob dieser Beitrag geschrieben wurde, oder in China fällt ein Sack Reis um! Beides sind so unwichtig, wei sonst was!
Ihnen als offensichtlichen Lena-Fan wichtig genug, diesen Leserkommentar zu schreiben. Im Übrigen ist der Artikel doch relativ ausgewogen und durchaus nicht übertrieben kritisch (dass Lena nun die tollste Stimme der Welt habe würde sie sicherlich sogar selber nicht behaupten).
Ihnen als offensichtlichen Lena-Fan wichtig genug, diesen Leserkommentar zu schreiben. Im Übrigen ist der Artikel doch relativ ausgewogen und durchaus nicht übertrieben kritisch (dass Lena nun die tollste Stimme der Welt habe würde sie sicherlich sogar selber nicht behaupten).
...ganz nett! Aber langweilig und langfristig gesehen wird Sie wohl mit der limitierten Stimme in die Bedeutungslosigkeit geraten, es sei denn, Sie kann mit musikalischer Genialität überzeugen, was eher utopisch ist!
Richtig. Es geht den meisten eher um die Schaulust (statt Hörlust), um ein modernes Märchen, ( wie rührend: ein Mädchen aus dem Off wird zur Prinzessin), als um qualitativ hochwertige, also anspruchsvolle Musik. Die Musikindustrie wurschtelt da schon mal was zeitgemäßes zusammen, träller-träller oder balz-schmalz, die Radiostationen spielen diese Belanglosigkeiten rauf und runter und BILD/Gala/Bunte/Bravo/... liefern aufregende Stories dazu. Solange bis das nächste Prinzesschen odr der nächste Underdog-Prinz dran ist.
Ach ist das süß!
Richtig. Es geht den meisten eher um die Schaulust (statt Hörlust), um ein modernes Märchen, ( wie rührend: ein Mädchen aus dem Off wird zur Prinzessin), als um qualitativ hochwertige, also anspruchsvolle Musik. Die Musikindustrie wurschtelt da schon mal was zeitgemäßes zusammen, träller-träller oder balz-schmalz, die Radiostationen spielen diese Belanglosigkeiten rauf und runter und BILD/Gala/Bunte/Bravo/... liefern aufregende Stories dazu. Solange bis das nächste Prinzesschen odr der nächste Underdog-Prinz dran ist.
Ach ist das süß!
Aber hallo, ich sehe gerade, dass obiger Artikel von einer Frau verfasst wurde! Da taucht bei mir die Frage auf: War vielleicht ein bisschen Neid dabei?
Haben wir zwei verschiedene Artikel gelesen? Ich finde, der Artikel ist doch voll des Lobes für das Gesamtkonzept und sieht auch für die Zeit nach Oslo noch Potenzial. Was ja bislang den versammelten "Superstars" und "Popstars" nicht so zuteil wurde.
Haben wir zwei verschiedene Artikel gelesen? Ich finde, der Artikel ist doch voll des Lobes für das Gesamtkonzept und sieht auch für die Zeit nach Oslo noch Potenzial. Was ja bislang den versammelten "Superstars" und "Popstars" nicht so zuteil wurde.
@ minhraise: Eine Frage dazu: Wie kommen Sie darauf? Haben Sie auch eine Glaskugel, die Ihnen alles erzählt?
Sie ist die verrückte Nichte, die man gerne in den Arm nehmen und knuddeln möchte, noch so sauber, noch so unbeschwert, so ehrlich...
Spätestens dann, wenn allgemein zu Bewusstsein kommt, dass sie bereits eine Frau ist, wird ihr affektiertes Unbekümmertsein dazu führen, dass ihr Anblick zu nerven beginnt. Ein Versuch, das loszutreten, war das Publizieren der Nacktszene. Es hat nur noch nicht geklappt, weil sie zur Aufnahmezeit tatsächlich noch ein Kind war. Als nächstes wird wohl jemand herausfinden, ob sie einen Freund hat oder dass sie mal einen hatte. Das bleibt ja bei der aktuellen Berichterstattung derzeit noch auffällig außen vor. In dem Falle würde sie nämlich auch wieder als schon erwachsen angesehen und dadurch verurteilt, zurück ins Glied zu treten, weil sie da das Alleinstellungsmerkmal "Nettes Kind" verlöre. Denn außerordentlich - und das hat der Artikel dankenswerterweise auch klargestellt - außerordentlich sind Musik und Show der L.M.-L. keineswegs.
Hier tritt im Rahmen eines Wettbewerbes zum ersten mal eine
junge -sehr talentierte- Frau mit 18 Jahren vor der breiten Medienöffentlichkeit auf und überzeugt Millionen (ca. 20 Mio.
clicks auf ihre Videos). Sie macht ihre erste Platte und ihr erstes Album und das wirklich nicht schlecht. Schon tauchen
alle Wissenden aus ihren Löchern auf und prügeln mit ihrem
pseudo Sachverstand auf dieses Talent ein, vielleicht sollte
Lena ebenso wie Ute Lemper ihre Karriere im Ausland weiter
aufbauen.
Armes Deutschland
Hier tritt im Rahmen eines Wettbewerbes zum ersten mal eine
junge -sehr talentierte- Frau mit 18 Jahren vor der breiten Medienöffentlichkeit auf und überzeugt Millionen (ca. 20 Mio.
clicks auf ihre Videos). Sie macht ihre erste Platte und ihr erstes Album und das wirklich nicht schlecht. Schon tauchen
alle Wissenden aus ihren Löchern auf und prügeln mit ihrem
pseudo Sachverstand auf dieses Talent ein, vielleicht sollte
Lena ebenso wie Ute Lemper ihre Karriere im Ausland weiter
aufbauen.
Armes Deutschland
"Drum schreib ich täglich einen Artikel"
"Drum schreib ich täglich fünf Kommentare über Artikel, ohne die Artikel zu lesen."
Phonetische Nähe zu 'Nena' ist doch DIE Gelegenheit, eine neue Künstlerpersönlichkeit aufzubauen. Da muss man nicht Schelm sein, um die Augen der Produzenten erwartungsvoll leuchten zu sehen.
Jedes Land hat die "Künstler", die es verdient.
so what.
...hat die nervigen Kommentatoren, die zu alles ihern Senf abgeben müssen, welche es verdient...
...hat die nervigen Kommentatoren, die zu alles ihern Senf abgeben müssen, welche es verdient...
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