Albertinum: Dresdens Wunderkammer der Gegenwart
Skulptur, Romantik und ein Fest für die Moderne: In Dresden ist das Museum Albertinum wieder geöffnet.
In diesen Tagen hat Moritz Woelk, Direktor der Skulpturensammlung, öfter Gelegenheit sein Bonmot anzubringen: "Für die Menschheit ist es nur ein kleiner Schritt, aber ein gewaltiger für das Dresdner Albertinum." Sechs Jahre war das Museum wegen Umbau geschlossen, nachdem das Hochwasser 2002 in die unterirdischen Depots gedrungen war. Am heutigen Sonnabend wird es wiedereröffnet. Für ein Museum ist das eine lange Zeit. Das In-Vergessenheit-Geraten, das Nicht-mehr-gesehen-Werden kann für eine Sammlung genauso gefährlich sein wie ein ansteigender Pegel.
Doch das Albertinum ist gerettet, nach einer Phase der Absenz für 51 Millionen Euro vollständig wiederhergestellt. Die dramatische Geschichte, der noch heute in Dresden mit Bildern und Informationstafeln im öffentlichen Raum präsente Schrecken durch die von allen Seiten eindringende Elbflut hat sich für die Galerie Neue Meister am Ende als Glücksfall erwiesen. Die Schäden und die wenige Monate später von Künstlern initiierte Auktion mit gespendeten Bildern waren ausschlaggebend für den gewaltigen Schritt: Sanierung, Neukonzeption der Sammlung und Einbau eines überirdischen Depots mit Werkstätten, Hinzugewinnung neuer Ausstellungsflächen. Mit der Eröffnung beginnt für das Albertinum eine neue Zeitrechnung. Plötzlich hat das immer etwas behäbige Haus Lichtjahre zurückgelegt und ist zum Museum der Moderne geworden.
Die Grundlage für diesen Wandlungsprozess schuf der Berliner Architekt Volker Staab. Er bewies schon in Chemnitz mit dem Umbau eines historischen Bankgebäudes in ein Museum für die Sammlung Gunzenhauser, dass sich über ein verändertes Entree ein ganzes Gebäude neu denken lässt. Für Dresden hatte er den genialen Einfall, den bislang ungenutzten Innenhof mit einer sogenannten Arche Noah zu überbauen, einem Querriegel in 17 Meter Höhe, der die zentrale Freifläche der Vierflügelanlage überdacht. In der 72 Meter langen Stahlkonstruktion, die wie eine Brücke an der einen Schmalseite auf dem Aufzug, an der anderen auf zwei Stahlträgern ruht, sind Depot und Werkstätten untergebracht: licht, hell, praktikabel. Zum Jahresende will man einziehen.
Gleichzeitig ist mit diesem von außen für Passanten unsichtbaren Trakt, der optisch unterhalb der Firsthöhe der Albertinumsgiebel bleibt, eine neue Decke eingezogen, die zwar klobig wirkt, auch wenn seitliche Lichtfugen sie zum Schweben zu bringen versuchen. Aber die ungewöhnliche Überdachung ermöglicht einen neuen Raum, eine wahre Bahnhofshalle, in der Kasse, Garderobe, Buchladen und Café untergebracht sind. Wer heute das Albertinum besucht, wird als Erstes hier landen: sei es klassisch durch den Haupteingang von den Brühlschen Terrassen, sei es durch den Seitenflügel vom Georg-Treu-Platz aus, der direkt weiter zur Frauenkirche führt. Auf diese Weise sollen die Publikumsströme vom beliebtesten Touristenziel Dresdens direkt ins Museum weitergeleitet werden.
Wenn es in Berlin im vergangenen Jahr bei der Übergabe des Neuen Museums hieß, dass die Nachkriegszeit für die Museumsinsel nun endgültig vorüber sei, so gilt dies jetzt auch für das Albertinum. Immer wieder musste der zwischen 1559 und 1563 als Zeughaus errichtete Bau, der Ende des 19. Jahrhunderts für die Skulpturensammlung umgewandelt wurde, nach Kriegsende neue Untermieter aufnehmen: die Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlungen, das Münzkabinett und die Rüstkammer. Erst mit dem Wiederaufbau des Residenzschlosses und der Rekonstruktion des Grünen Gewölbes sind diese Schätze ausgezogen. So wurde Raum für Sonderausstellungen gewonnen. "Das versprochene Land" heißt die erste Schau, mit der sich das Haus bei all den Künstlern bedankt, die für die Benefizauktion gespendet haben.
Jetzt erst ist das Albertinum als Galerie Neue Meister bei sich angekommen. Die Skulpturen von der Antike bis zur Renaissance dürfen zwar noch bleiben, bis sie 2013 ihr Quartier in der Sempergalerie erhalten. Doch gerade diese auf engstem Raum in Schaudepots zusammengeschobenen Marmorköpfe und -leiber, die mit Schildchen versehen sind, bilden die schönsten Einblicke und erhellendsten Unterbrechungen. In verdunkelten Sälen sind sie strahlend ausgeleuchtet, auf schwarzen Regalen oder im Entree am Treu-Platz unter einer Gewölbekuppel: stumme Zeugen einer noch ferneren Vergangenheit, steinernes Rückgrat für die Moderne, die im Albertinum schon um 1800 beginnt.






So schön alles wieder hergestellt, alles Kultur, Kunst und Altes, was wertvoll ist.
Hier im Westen Deutschlands bluten wir aus.
Vielleicht können Sie sich ja ein Zugticket leisten, um den blühenden Osten zu bestaunen und gleich noch das einzige wiedereröffnete Museum dieses Jahres zu besuchen.
…oder waren da noch welche? (Ruhrmuseum, Museum Folkwand, etc.)
Oder Sie platzen halt einfach!
die Waldschlößchenbrücke ist noch viel teurer
Vielleicht können Sie sich ja ein Zugticket leisten, um den blühenden Osten zu bestaunen und gleich noch das einzige wiedereröffnete Museum dieses Jahres zu besuchen.
…oder waren da noch welche? (Ruhrmuseum, Museum Folkwand, etc.)
Oder Sie platzen halt einfach!
die Waldschlößchenbrücke ist noch viel teurer
Vielleicht können Sie sich ja ein Zugticket leisten, um den blühenden Osten zu bestaunen und gleich noch das einzige wiedereröffnete Museum dieses Jahres zu besuchen.
…oder waren da noch welche? (Ruhrmuseum, Museum Folkwand, etc.)
Oder Sie platzen halt einfach!
*Folkwang natürlich, aber das wussten Sie sicher.
*Folkwang natürlich, aber das wussten Sie sicher.
*Folkwang natürlich, aber das wussten Sie sicher.
Der Neubau des Folkwang-Museum z.B. wurde von der Krupp-Stiftung finanziert (55 Millionen Euro).
Das Albertinum dagegen ist aus Landesmitteln (51,2 Millionen Euro) saniert und modernisiert worden.
Die Sanierung des Landesmuseums Darmstadt, die seit Jahren läuft, und das Museum seither geschlossen ist, wurde gestoppt wegen gestiegener Gesamtkosten (51,5 Millionen Euro). Kein Besucher kann seither in das Museum, und es ist fraglich, wann überhaupt dieses Museum mit seinen wertvollen Sammlungen für die Öffentlichkeit wieder zugänglich sein wird.
Soviel zum Ausbluten der westlichen Regionen.
die Waldschlößchenbrücke ist noch viel teurer
Weltkulturerbe weg, 100 Millionen Euro weg.
Und ich sage noch mal: Hier im Westen bluten wir dafür aus.
ach wenn es bloß 100 Millionen wären, ist ja glatt das doppelte. Aber die Milliarde ist ja seit der Finazkrise die kleinste teilbahre Einheit und ob 0,1 oder 0,2 ist dann nicht mehr so wichtig.
Ziehen Sie nach Dresden. Eine tolle Stadt mit vielen Museen und vergleichsweise erschwinglichen Mieten. Dann stünden Sie wieder auf der Gewinnerseite und müßten sich keine Sorgen um Ihr Blut machen.
ach wenn es bloß 100 Millionen wären, ist ja glatt das doppelte. Aber die Milliarde ist ja seit der Finazkrise die kleinste teilbahre Einheit und ob 0,1 oder 0,2 ist dann nicht mehr so wichtig.
Ziehen Sie nach Dresden. Eine tolle Stadt mit vielen Museen und vergleichsweise erschwinglichen Mieten. Dann stünden Sie wieder auf der Gewinnerseite und müßten sich keine Sorgen um Ihr Blut machen.
ach wenn es bloß 100 Millionen wären, ist ja glatt das doppelte. Aber die Milliarde ist ja seit der Finazkrise die kleinste teilbahre Einheit und ob 0,1 oder 0,2 ist dann nicht mehr so wichtig.
Ziehen Sie nach Dresden. Eine tolle Stadt mit vielen Museen und vergleichsweise erschwinglichen Mieten. Dann stünden Sie wieder auf der Gewinnerseite und müßten sich keine Sorgen um Ihr Blut machen.
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