Film "A-Team" Die Helden haben ausgegrinst
Die ballernden Ritter des Rechts sind zurück: die Serie "A-Team" wurde fürs Kino aufgemotzt – und verliert ihren naiven Haudrauf-Charme.
© Fox

Das A-Team in Neu: Face (Bradley Cooper), Murdock (Sharlto Copley), B.A. (Quinton 'Rampage' Jackson) und Hannibal (Liam Neeson)
Jede gefährliche Mission hat das immerselbe Happy End – zumindest, wenn das A-Team im Spiel ist. Das Gute gewinnt durch Raffinesse und Charme und lässt die Bösewichte obendrein noch dumm aussehen. Die Schurken stecken stets in Schlammlöchern oder in umgekippten Autos fest, hängen in Bäumen oder liegen betäubt und gefesselt in der Ecke. In der gleichnamigen Actionserie aus den achtziger Jahren kämpft das vierköpfige A-Team, eine militärische Spezialeinheit aus Vietnamveteranen, gegen Drogenbarone, Waffenhändler und korrupte Polizisten, die unschuldige Opfer schikanieren und ausbeuten.
Außerdem ist das A-Team auf der Flucht vor der US-Militärpolizei, die ihm zu Unrecht einen Bankraub anlastet. Die vier sind also Ritter des Rechts und Outlaws zugleich. Mit einem begnadet dreisten Grinsen, das umso breiter wirkt, weil noch eine Zigarre zwischen den Schneidezähnen klemmt, sagt Anführer Hannibal Smith nach jedem gelungenen Coup: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Und steckt sich die Zigarre an.
Diese Rolle hat ihren Darsteller George Peppard unsterblich gemacht. Auch die anderen Akteure der TV-Serie, allen voran der Afroamerikaner Laurence „Mr. T“ Tureaud als grimmiger, hünenhafter B. A. Baracus, haben Millionen von Fans. Nun hat Hollywood-Regisseur Joe Carnahan den Serienklassiker für die Leinwand adaptiert und das Grundmuster der Geschichte zeitgemäß aufgemotzt.
Statt Vietnam sind die Schauplätze, an denen sich das A-Team zu einer eingeschworenen Truppe formiert, Mexiko und Irak. Aus Colonel Lynch, dem Widersacher des A-Teams – in der Serie noch ein Fettwanst in klobiger Offiziersuniform –, ist ein schneidiger CIA-Agent im Maßanzug geworden. Und die anderen Bösewichte sind keine grobschlächtigen Raufbolde mehr, sondern eine Einheit skrupelloser Elitesöldner namens Black Forest – offenbar eine Anspielung auf das Sicherheitsunternehmen Blackwater, das bis heute eine umstrittene Rolle im Irak spielt.
Der Auftrag des A-Teams lautet, gestohlene Dollar-Druckplatten wiederzubeschaffen, die sich in den Händen von „Saddam-Royalisten“ befinden. Als wäre dieser Handlungsstrang nicht schon abwegig genug, entwickelt sich daraus eine Spirale aus Verschwörungen, in die auch Verbündete des A-Teams sowie Agent Lynch verstrickt sind. Knapp zwei Stunden lang wird geballert und in die Luft gejagt, was das Zeug hält. Mit dem naiven Haudrauf- Charme des Vorbilds hat dieses stellenweise spektakuläre Actionkino aber nichts mehr gemein.
Hauptdarsteller Liam Neeson scheitert an seiner Rolle als neuer Hannibal Smith. Selbst beim Zigarrenrauchen und Grinsen bleibt er weit hinter der Mimik seines Vorgängers zurück. Eine noch fatalere Fehlbesetzung ist der Mixed-Martial-Arts-Star Quinton „Rampage“ Jackson als B. A. Baracus. Dass der Mann sich hauptberuflich in einem Käfig prügelt und darüber hinaus über wenig Schauspieltalent verfügt, wird jedes Mal offenbar, wenn Jackson im Bild ist. Da hilft es auch nicht, dass „Hangover“-Star Bradley Cooper als Schönling Templeton „Face“ Peck seine Sache viel besser macht und der aus „District 9“ bekannte Sharlto Copley als „Howling Mad“ Murdock sogar teilweise brilliert.
Eine der Szenen soll auf dem Frankfurter Hauptbahnhof spielen. In der Eröffnungssequenz wird jedoch eine Luftaufnahme von Köln gezeigt, auf der der Dom nebst Hauptbahnhof zu sehen ist. Es ist ein belangloser Detailfehler, der nur deutschen Zuschauern auffallen dürfte. In seiner Peinlichkeit steht er aber exemplarisch für den ganzen Film.
Dieser Text erschien im Tagesspiegel
- Datum 12.08.2010 - 12:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 8
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Der Film wurde nicht von Uwe Boll gemacht, sonst wäre er _wirklich_ peinlich schlecht.
Man muß aber wissen, wie der Plan lautete:
1. Endgültige Bloßstellung einer weit unterdurchschnittliche US-Serie, die sich durch das konsequente Fehlen brauchbarer Handlung und eine für Vierzehnjährige optimierte dummdreiste Gewaltverherrlichung auszeichnete.
2. Bittere Anti-Kriegs-Satire, weil das ausdauernde gegenseitige Beschiessen mit automatischen Waffen nur in dieser Serie allenfalls zu leichten Hautabschürfungen führt, in der Realität jedoch andere Folgen hat.
LiebeR CM,
bitte suchen Sie keinen tiefen Sinn in der Serie The A-Team.
Es war nur eine lustige, nachmittags, hau drauf Serie ala Ein Colt für alle Fälle oder Simon and Simon oder Trio mit vier Fäusten.
Ich habe als Jugendlicher diese Serien gerne konsumiert, diese Leute waren meine Helden im Kampf gegen Bösewichte.
Es ist NUR Unterhaltung!!! ;-)
LiebeR CM,
bitte suchen Sie keinen tiefen Sinn in der Serie The A-Team.
Es war nur eine lustige, nachmittags, hau drauf Serie ala Ein Colt für alle Fälle oder Simon and Simon oder Trio mit vier Fäusten.
Ich habe als Jugendlicher diese Serien gerne konsumiert, diese Leute waren meine Helden im Kampf gegen Bösewichte.
Es ist NUR Unterhaltung!!! ;-)
LiebeR CM,
bitte suchen Sie keinen tiefen Sinn in der Serie The A-Team.
Es war nur eine lustige, nachmittags, hau drauf Serie ala Ein Colt für alle Fälle oder Simon and Simon oder Trio mit vier Fäusten.
Ich habe als Jugendlicher diese Serien gerne konsumiert, diese Leute waren meine Helden im Kampf gegen Bösewichte.
Es ist NUR Unterhaltung!!! ;-)
Und wieder eine Kultserie kaputt gemacht.
Was schon bei Star Wars und Indy verbockt wurde geht nun weiter. Wieso muss man solche Sachen neu auflegen und kann ihren Kult nicht in ihrer Zeit belassen.
Die einzigste Reihe ist Batman die es mit der Neuauflage geschafft hat die letzten Missetaten vergessen zu machen, zwar mir Tim Burtons 2 Teile immer noch am besten gefallen.
Das A-Team war für mich neben dem absolut genialen MacGyver eine wunderbare Serie als Jugendlicher, damit ist man groß geworden... wenn ich mir vorstelle mit dem Dreck von heute groß zu werden...bäh.
Es war reine Unterhaltung, zwar mich viele Sachen bis heute begleiten. das A-Team hat fast immer auf Köpfchen gesetzt und Dinge gebaut, sowie in perfektion MacGyver, das war ein Ansporn früher wie heute.
In meinem Freundeskreis ist das MacGyverprinzip heute noch allgegenwärtig, es steht dafür, aus dem was man hat das beste zu machen. Hat man zb keine Zange zur Hand wird flott eine gebaut aus allem was so rumliegt. Nicht zu vergessen Taschenmesser und Klebeband.
Spontanität, Ideenreichtum und Improvisation das habe ich aus diesen Serien mitgenommen.
Nicht zu vergessen die positive und optimistische Einstellung zum Leben, wofür aber auch die Bud Spencer und Terence Hill Filme mitverantwortlich waren. Sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen und einen klaren Kopf behalten.
Besser allemal als die Serien für Jugentliche heute.
Damals war es Unterhaltung (wenn auch eine schlechte...), heute ist es (und das damit verbundene Ziel) ein Geschäft. Das Ergebnis konnte gar nicht anders aussehen!
Ehrlich gesagt, als ich vom Projekt hörte und dann noch die Schauspieler erfuhr... abgehakt. Erst recht bei dem Regisseur, der seine Machwerke unbedingt selbst schreiben muss.
Ok, wäre es zuvor zu einem einigermaßen erfolgreichen Computerspiel vermarktet worden, so dass ein Uwe Boll seine Greifer danach ausgestreckt hätte, dann, ja dann hätte ich wieder Interesse gezeigt. Schließlich wäre es dann ein Anwärter auf eine Topliste gewesen! Noch stehen da, in der Liste der schlechtesten A-Filme, altbekannte Größen wie zum Beispiel Battlefield Earth.
Und Liam Neeson! Jetzt hat er wieder eine Chance, denn irgend wie macht er abwechselnd bei einem guten und einem schlechten Film mit.
...fand ich am A-Team, auch Helden meiner Jugend, dass kein (!) Mensch in all den Folgen zu Tode gekommen ist. Keine Kugel traf ihr Opfer; selbst, wenn ein Jeep mit einer Bazooka hoch gejagt wurde, 10m durch die Luft flog und sich mehrfach überschlug, sah man danach eine kurze Einstellung, in der die Opfer zwar mit Hautabschürfungen, aber lebend heraus krochen. Dies wirkte zwar mitunter bald surreal, jedoch ist dies, vor allem in Betrachtung der heutigen Mord- und Totschlagorgien der TV-Unterhaltung, das glatte Gegenteil dumpfer Gewaltverherrlichung.
Die "Guten" konnten siegen ohne jemanden zu töten, die "Bösen" wurden am Ende den Händen der Justiz überstellt. Nicht Rache, oder Selbstjustiz waren das Motiv, sondern Gerechtigkeit und der Kampf dafür.
Es waren schöne unschuldige Fernsehmomente, eine idealistische Geschichte über Helden mit Sinn für Gerechtigkeit und Anstand. Fernsehen, dass Heranwachsenden nicht geschadet hat.
Den Film werde ich mir anschauen. Ich hoffe, dass er mich nicht enttäuscht.
über die Freundschaft 4 höchst unterschiedlicher Charaktere.
Das als Wert reicht dann auch schon, einen tieferen Sinn gibt es eh nirgends.
selbstzufriedenes Grinsen kommt der "Ersatzmann" Liam Neeson einfach nicht ran.
Manche Originale sollte man nicht mehr aufwärmen.
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