Google-Remix Auf nach Backnang!

Wir suchen, Google findet. In dieser Woche beschäftigen uns Mario Gomez, zu enge Frauenhosen und wieso Jörg Kachelmann für all das nichts kann.

Die Innenstadt Backnangs: "Mit Liebe selbst gemacht"

Die Innenstadt Backnangs: "Mit Liebe selbst gemacht"

Wir suchen, Google findet. Millionenfach, Tag für Tag. Und schön daran ist nicht nur, dass es leidlich funktioniert, sondern dass alle Suchanfragen zusammengenommen eine hübsche Statistik abgeben, die Google ebenso akribisch sammelt wie alles andere auch – und zwar weltweit wie regional. ZEIT ONLINE fasst einige der häufigsten Suchbegriffe jede Woche als kleine Geschichte zusammen.

Backnang. Schon der Klang des Ortsnamens weckt die Sehnsucht, auch die von Mario Gomez. Gegenüber dem Rathaus baute Heinrich Schickhard 1625 das Stadthaus. Der Nationalstürmer kaufte es vor zwei Jahren und machte daraus ein Restaurant: "Zur alten Vogtei". Das Credo der Küchenbrigade: "Mit Liebe selbst gemacht".

Das Wort Gomez war in den vergangenen sieben Google-Tagen der Aufsteiger in den Suchabfragen. In Backnang war zur gleichen Zeit Straßenfest, das 40.. In der alten Vogtei war die "Dorfdiele" los. Kult-DJ Buzzi wählte Schlager im Gewölbekeller und Gomez, der Investor in gehobene Küche, stürmte die Google-Charts. Das ist die erste Wahrheit.

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Die andere Wahrheit ist die traurige: Über Mario Gomez wird seit Tagen spekuliert, dass sein Verein, der FC Bayern, ihn nach Wolfsburg abschieben will. Wenn der Koch der Vogtei in eine McDonalds-Küche eingesperrt wird, fühlt er sich wahrscheinlich wie ein Nationalspieler, der nach Wolfsburg wechselt.

Und nun Obacht! Mit einem Plus von 30 Prozent war das Kleid im ersten Halbjahr 2010 übrigens der absolute Renner. So stark sei keine andere Produktgruppe umsatzmäßig gewachsen, veröffentlichte die Zeitung Textilwirtschaft diese Woche. Apropos Beinkleider: Cameltoe heißt Kamelzeh und beschreibt umgangssprachlich einen bestimmten Bereich eng anliegender Frauenhosen. Eine Mittagspausenblitzumfrage in der Redaktion ergab, dass niemand dieses Wort kennt. In Googles Bildersuche war Cameltoe in den vergangenen Tagen aber eines der meistgesuchten. Werden inzwischen so viele Röcke verkauft, dass Männer oder Frauen Bilder von eng anliegenden Frauenhosen googeln müssen? 

Zum Begriff Maurerdekolleté gibt’s bei Google noch nicht mal eine Statistik. Die Whale Tail, das Pendant zum Cameltoe, interessierte so gut wie niemanden. Und das gute alte Arschgeweih ist im Vergleich zu den Cameltoe-Abfragen so unwichtig wie Wind um die Ecke zu schaufeln.

Am Tag, als der Cameltoe-Such-Trend ausbrach, es war der Donnerstag vergangener Woche, spazierte Jörg Kachelmann aus dem Gefängnis. Wir wissen ja inzwischen alles über das Privat-, Sex- und Knast-Leben des Wettermoderators. Aber dass die Suchabfragen für dieses neue Phänomen genau dann in die Höhe schnellen, wenn er wieder auf freiem Fuß ist? Damit da kein falscher Zusammenhang entsteht: Außer, dass beide reflexartig gesucht werden, ist nichts über die Cameltoe-Kachelmann-Verbindung bekannt.

Interessanterweise ist der Wettermann nicht nur in diesem Sommer ein Star bei Google (Platz eins, News-Suche in Deutschland). Kachelmann ist in jedem Sommer viel interessanter als im Winter. Der Name des Meteorologen wurde seit dem Jahr 2004 immer im Juli etwa doppelt so häufig gesucht wie im Durchschnitt des Jahres. Wieso das so ist? Wenn Sie in Backnang oder Umgebung wohnen, fragen Sie doch mal Ihren Nachbarn. In Baden-Württemberg wird Kachelmann am häufigsten gegoogelt.

 
Leser-Kommentare
  1. ich dachte bisher, "camel toe" wären die Kamelhöcker, was auch deutlich sinnreicher zum optischen Effekt passen würde als die Kamelzehe....

    Die eingedeutsche Version wird übrigens höchst despektierlich Taubstummenhose genannt. Möge der geneigte Leser sich selbst ein Bidl machen.

  2. Und es gibt doch eine Verbindung zwischen Kachelmann und Camel Toe. Einfach mal The Weatherman mit Nicolas Cage schauen!

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