Willkommen in Rest-Berlin

Mitte, Karl-Liebknecht-Straße, 2009 | © Andreas Muhs
Nicht Ost-, nicht West-, sondern Rest-Berlin. Seit 20 Jahren wird Berlin abgerissen, aufgebaut, saniert, neu erfunden. Mit jedem Bauvorhaben verschwinden Brachen, Baulücken, Brandwände, schmucklose Alt- und Plattenbauten, die über Jahrzehnte das Stadtbild geprägt haben. Der Architekturfotograf Andreas Muhs dokumentiert seit 2009 in der Serie "Rest-Berlin" diese Orte und Symbole.
- Datum 17.09.2010 - 09:27 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite




Als Berliner muß ich sagen, dass der Aufbau und neue Arbeitsplätze wichtiger sind als verklärte Brachenromantik. Ich ärgere mich meist über Brachen!!! Eine 20 Jahre alte Schandbrache könnt ihr mitten im Berliner Zentrum am Leipziger Platz, an der Nordostseite besichtigen. Es ist eine Schande, dass die Stadt sich nicht den A... aufreißt, um da endlich was hinzubauen oder bauen zu lassen. 20 Jahre leere Brache in 1-A-Citylage: Herr Wowereit: Sie haben da politisch versagt auf ganzer Linie!!! Wo das Alexa ist war auch eine Brache und seit Öffnung waren dort 12 Millionen Besucher!!! Der Bär! Also: Baut, baut auf in Berlin!!!
kann man so oder so sehen. Berlin wird nie mehr wieder Industriestadt sein. Tourismus und die Anziehungskraft als etwas andere Metropole sind Berlins größte Stärken. Durch die ganzen Baumaßnahmen und Zerstörung dessen (z.B. Tacheles), weshalb die Touristen und jungen Menschen aus aller Welt herkommen, steht man am Ende ganz dumm da...
Dann hat man schöne teure Bürokomplexe, die leider leer stehen und die Kultur hat sich andere Städte gesucht.
Zwischen der Ruinenromantik der Postmauerstadt Berlin und dem Alexia, einer abgrundtief hässlichen Shoppingmall im maurisch angehauchten Investorenstil, ist noch ein großer Zwischenraum. Es ist sicher problematisch, vermüllte Ecken (die sich sicher auch irgendwo in Heidelberg finden lassen, ebenso wie die malls) als Beweis für Kreativität zu setzen, aber dennoch lebt(e) Berlin eine Zeit lang ganz wunderbar von den Möglichkeiten, die das architektonische Vakuum nach dem Mauerfall unfreiwillig generierte. Für diese Art von Entwicklung kann ein neues Einkaufzentrum nicht Triebfeder sein, sondern sie bedeutet ihr unwiderrufliches Ende. Die Fotos von Andreas Muhs sind darauf ein Abgesang, keine Anklage.
kann man so oder so sehen. Berlin wird nie mehr wieder Industriestadt sein. Tourismus und die Anziehungskraft als etwas andere Metropole sind Berlins größte Stärken. Durch die ganzen Baumaßnahmen und Zerstörung dessen (z.B. Tacheles), weshalb die Touristen und jungen Menschen aus aller Welt herkommen, steht man am Ende ganz dumm da...
Dann hat man schöne teure Bürokomplexe, die leider leer stehen und die Kultur hat sich andere Städte gesucht.
Zwischen der Ruinenromantik der Postmauerstadt Berlin und dem Alexia, einer abgrundtief hässlichen Shoppingmall im maurisch angehauchten Investorenstil, ist noch ein großer Zwischenraum. Es ist sicher problematisch, vermüllte Ecken (die sich sicher auch irgendwo in Heidelberg finden lassen, ebenso wie die malls) als Beweis für Kreativität zu setzen, aber dennoch lebt(e) Berlin eine Zeit lang ganz wunderbar von den Möglichkeiten, die das architektonische Vakuum nach dem Mauerfall unfreiwillig generierte. Für diese Art von Entwicklung kann ein neues Einkaufzentrum nicht Triebfeder sein, sondern sie bedeutet ihr unwiderrufliches Ende. Die Fotos von Andreas Muhs sind darauf ein Abgesang, keine Anklage.
kann man so oder so sehen. Berlin wird nie mehr wieder Industriestadt sein. Tourismus und die Anziehungskraft als etwas andere Metropole sind Berlins größte Stärken. Durch die ganzen Baumaßnahmen und Zerstörung dessen (z.B. Tacheles), weshalb die Touristen und jungen Menschen aus aller Welt herkommen, steht man am Ende ganz dumm da...
Dann hat man schöne teure Bürokomplexe, die leider leer stehen und die Kultur hat sich andere Städte gesucht.
...in Schicke und heruntergekommen Stadtviertel und diese Fotos bezeugen dies zum Teil.
Es dürfte niemanden wundern, warum dort Gegenden wie Prenzlauer Berg oder Charlottenburg nicht vorkommen. Mitte bildet da eine Ausnahme, weil dort gibs (seltsamerweise) noch einige Verschlafene Ecken. Aber ansonsten zeigen sie vornehmlich Gegenden wie den Wedding oder eher am Rand der Stadt gelegende Ostbezirke.
Wenn Sie soziale Spannungen ansprechen ist das ein Thema für sich.
Ich wünschte mir gerade von Linksorientierten hier eine Rückbesinnung auf die Ideen des Neuen Bauens, Bauhaus, Jugendstil...als man gerade und besonders für die Arbeiter und einfachen Leute die Stadtteilsanierungen massiv vorantrieb. Für bessere Lebensstandards aber auch schlicht weil man nicht mehr ertragen konnte in welchen Tristen Aufbewahrungskisten die Arbeiter, die im Zuge der Industrialisierung die Städte anschwellen liesen, vegetieren mussten.
Aus irgend einem Grund, vielleicht waren erst einmal andere Dinge wichtig, hat man das nach dem Krieg alles vergessen. In der DDR wurden ganze Trabantenstädte im Stile von Industrieanlagen gebaut ("Platte"), auch in Westdeutschland sah die Architektur nicht besser aus - lediglich nicht ganz so eintönig, dem Auge bot sich eine größere Vielfalt der Scheußlichkeiten da man sich den Luxus leisten konnte für einzelne Bauprojekte jeweils neue Gebäude zu konzipieren und es keine Gebäudetypen vom Fliesband gab.
Ich hätte mal gerne eine Debatte, gerade in Berlin, gemäß der Parole "Krieg den Hütten, Paläste für Alle" über Verbesserungen der Lebensqualität für jede Frau, jeden Mann und jedes Kind.
Amüsant ist in dem Zusammenhang für mich im Übrigen dass die einstigen "Mietskasernen" heute gesuchte und teure Wohnlagen sind, weil sie schöne Fassaden und hohe Räume haben. Soviel zu "Fortschritten" der modernen Architektur...
Wenn Sie soziale Spannungen ansprechen ist das ein Thema für sich.
Ich wünschte mir gerade von Linksorientierten hier eine Rückbesinnung auf die Ideen des Neuen Bauens, Bauhaus, Jugendstil...als man gerade und besonders für die Arbeiter und einfachen Leute die Stadtteilsanierungen massiv vorantrieb. Für bessere Lebensstandards aber auch schlicht weil man nicht mehr ertragen konnte in welchen Tristen Aufbewahrungskisten die Arbeiter, die im Zuge der Industrialisierung die Städte anschwellen liesen, vegetieren mussten.
Aus irgend einem Grund, vielleicht waren erst einmal andere Dinge wichtig, hat man das nach dem Krieg alles vergessen. In der DDR wurden ganze Trabantenstädte im Stile von Industrieanlagen gebaut ("Platte"), auch in Westdeutschland sah die Architektur nicht besser aus - lediglich nicht ganz so eintönig, dem Auge bot sich eine größere Vielfalt der Scheußlichkeiten da man sich den Luxus leisten konnte für einzelne Bauprojekte jeweils neue Gebäude zu konzipieren und es keine Gebäudetypen vom Fliesband gab.
Ich hätte mal gerne eine Debatte, gerade in Berlin, gemäß der Parole "Krieg den Hütten, Paläste für Alle" über Verbesserungen der Lebensqualität für jede Frau, jeden Mann und jedes Kind.
Amüsant ist in dem Zusammenhang für mich im Übrigen dass die einstigen "Mietskasernen" heute gesuchte und teure Wohnlagen sind, weil sie schöne Fassaden und hohe Räume haben. Soviel zu "Fortschritten" der modernen Architektur...
Zwischen der Ruinenromantik der Postmauerstadt Berlin und dem Alexia, einer abgrundtief hässlichen Shoppingmall im maurisch angehauchten Investorenstil, ist noch ein großer Zwischenraum. Es ist sicher problematisch, vermüllte Ecken (die sich sicher auch irgendwo in Heidelberg finden lassen, ebenso wie die malls) als Beweis für Kreativität zu setzen, aber dennoch lebt(e) Berlin eine Zeit lang ganz wunderbar von den Möglichkeiten, die das architektonische Vakuum nach dem Mauerfall unfreiwillig generierte. Für diese Art von Entwicklung kann ein neues Einkaufzentrum nicht Triebfeder sein, sondern sie bedeutet ihr unwiderrufliches Ende. Die Fotos von Andreas Muhs sind darauf ein Abgesang, keine Anklage.
Morbider Charme.
Wenn Sie soziale Spannungen ansprechen ist das ein Thema für sich.
Ich wünschte mir gerade von Linksorientierten hier eine Rückbesinnung auf die Ideen des Neuen Bauens, Bauhaus, Jugendstil...als man gerade und besonders für die Arbeiter und einfachen Leute die Stadtteilsanierungen massiv vorantrieb. Für bessere Lebensstandards aber auch schlicht weil man nicht mehr ertragen konnte in welchen Tristen Aufbewahrungskisten die Arbeiter, die im Zuge der Industrialisierung die Städte anschwellen liesen, vegetieren mussten.
Aus irgend einem Grund, vielleicht waren erst einmal andere Dinge wichtig, hat man das nach dem Krieg alles vergessen. In der DDR wurden ganze Trabantenstädte im Stile von Industrieanlagen gebaut ("Platte"), auch in Westdeutschland sah die Architektur nicht besser aus - lediglich nicht ganz so eintönig, dem Auge bot sich eine größere Vielfalt der Scheußlichkeiten da man sich den Luxus leisten konnte für einzelne Bauprojekte jeweils neue Gebäude zu konzipieren und es keine Gebäudetypen vom Fliesband gab.
Ich hätte mal gerne eine Debatte, gerade in Berlin, gemäß der Parole "Krieg den Hütten, Paläste für Alle" über Verbesserungen der Lebensqualität für jede Frau, jeden Mann und jedes Kind.
Amüsant ist in dem Zusammenhang für mich im Übrigen dass die einstigen "Mietskasernen" heute gesuchte und teure Wohnlagen sind, weil sie schöne Fassaden und hohe Räume haben. Soviel zu "Fortschritten" der modernen Architektur...
Guten Abend.
Es ist für mich als nicht-Berlinerin aber Besucherin der Ausstellung und Fan des Projekts 'Rest-Berlin' erstaunlich, wie sehr die Bilder emotionalisieren. Nur ein einziger Kommentar beschäftigt sich mit den Fotografien, alle andere mit Dingen, die nicht zu sehen sind. Sie in Berlin können sich glücklich schätzen, dass sie jemanden haben, der akribisch dokumentiert. Bei meinem Stadtbild habe ich längst vergessen, was mal an der Stelle stand an der sich heute die sogen. Perlenschnur schlängelt (eine Reihe von Architekturwettbewerben entlang des Elbufers) Dabei geht es mir gar nicht um die (Fehl) Annahme, dass früher alles besser war, sondern schlicht um das Rätsel, was dort früher wohl mal stand. Das ist aufregend!
wunderschöne bilder. viele bilder erzählen richtige geschichten.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren