Zum Konzept gehört ein breites Spektrum von etablierten bis hin zu kleineren Avantgarde-Galerien, die Ende Januar zum Gegenbesuch nach Paris reisen. Mit Motto aus Berlin und der Pariser Librairie Yvon Lambert nehmen zum ersten Mal Buchhandlungen bzw. Verlage teil. Als Konstanten darf man inzwischen Galerien wie Mehdi Chouakri oder Konrad Fischer sehen, die seit dem ersten, von der Französischen Botschaft initiierten Austausch "Berlin-Paris" mit stets denselben Partnern dabei sind.

Einen echten Neuzugang markiert schließlich ein Wort: Metamodernism. Auf der Suche nach einem Begriff, der die jüngsten Strömungen in der Kunst methodisch fassbar macht, sind die beiden Kulturtheoretiker Timotheus Vermeulen und Robin van den Akker auf diese Schöpfung gekommen. Was sich damit beschreiben ließe, haben Vermeulen und van den Akker kurz vor Weihnachten in der Galerie Tanja Wagner vor Publikum diskutiert. Im Rahmen der Ausstellung von Paula Doepfner, die ihrerseits zwischen Bergen aus Reisig, einem geschmolzenen Eisblock und Bleistiftzeichnungen nach einer individuellen Haltung forscht.

Zynischer als Jeff Koons können die Endzwanziger nicht mehr werden, konzeptueller als Martin Creed geht es kaum und der feine Spott eines Martin Kippenberger ist nur wenigen gegeben. Was also tun mit dem künstlerischen Erbe, der Moderne mit ihrem Anspruch auf absolute Wahrheit und der daraus resultierenden Vielstimmigkeit der Postmoderne? Einen neuen Diskurs anstoßen.

Und zwar auf jener Metaebene, die im paradoxen Wissen darum reflektiert, dass man selbst Teil der Betrachtung ist. Solche Tendenzen hat das Duo in der bildenden Kunst wie der Architektur und im Theater ausgemacht und Theoretiker aller Disziplinen eingeladen, an einem Buch mitzuschreiben, das Mitte des Jahres erscheinen wird.

Aus dem Tagesspiegel