Fotoband Belgrad

Bombenruinen und Balkan-Beats

Straßenszene in Vračar. Der Stadtteil ist einer der am höchsten gelegenen in Belgrad und gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Stadt.  |  © Felix-Sören Meyer

"Die weiße Stadt" heißt Belgrad übersetzt. Passt dieser Name noch zu einer Stadt, die Zeugin eines schrecklichen Kriegs geworden ist und deren Gebäude noch die Narben der Bombardierungen tragen? Der Fotograf Felix-Sören Meyer und die Autorin Luise Donschen haben von 2005 bis 2006 anderthalb Jahre in der serbischen Hauptstadt verbracht, mit jungen und alten Menschen gesprochen und versucht, einen Ort voller Widersprüche und halb bewältigter Vergangenheit greifbar zu machen.

Meyers Fotos spiegeln eine Stadt wider, die von Gewalt gezeichnet ist, gleichzeitig aber eine große Kraft und Überlebensfreunde ausstrahlt. Während die Symbole des Kommunismus und die Ruinen des Kriegs zerfallen, tanzen sich die jungen Leute in den Clubs von Neu-Belgrad die Erinnerungen an den Krieg aus den Köpfen.

Alle Fotografien sind dem Buch Keine weiße Stadt von Felix-Sören Meyer und Luise Donschen entnommen.

Leser-Kommentare
  1. "(.....)Narben der Bombardierungen(....)Ruinen des Krieges"

    Wie bitte?! Der halbwegs interessierte Betrachter wird feststellen, dass auf keinem der Fotos eine einzige "Ruine des Krieges" oder "Narbe der Bomardierungen" zu sehen ist. Und das kommt nicht von ungefähr..

    Der einleitende Text zu der Bilderreihe ist ein excellentes Beispiel für absolute Ignoranz "eines durchschnittlichen Mitteleuropäers" hinsichtlich des sogennanten Jugoslawien-Krieges. Alleine wenn man seinerzeit die Namen der Städte im Zusammenhang mit "Krieg", "Massaker" usw. behalten hatte, wusste man dass dieser Krieg nicht in Serbien sondern in Kroatien und Bosnien&Herzegovina geführt wurde. (Der Autor verwechselt Belgrad mit Sarajevo - wetten dass?)

    Hätte sich die Uno (mit dem Alleingang der Nato) nicht zum Schluss entschlossen, ein paar ("ein paar" ist korrekt) "Warnbomben" über Belgrad abzuwerfen (danach war übrigens dieser Krieg zu Ende), hätte man ohne jegliche Übertreibung oder Verfälschung sagen können, dass bei diesem Krieg in Serbien keine einzige Fensterscheibe zu Bruche gegangen ist.

    Zeigen Sie mal diesen Text jemanden aus Sarajevo..- er wird Ihnen etwas erzählen...

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    Ich habe mir jetzt mal ein paar Bilderstrecken hier angekuckt. Aber irgendwie kann ich den künstlerischen Wert darin nicht erkennen und ich bin keiner der zu blöd ist ihn zu erkennen.

    Entweder sind die Bilder, die hier gezeigt werden, interessant dadurch, dass sie in einem Land gemacht wurden welches nicht jeder bereist (Jemen, Irak, etc.) oder weil sie eine Katastrophe ablichten (Japan, Libyen, etc.).

    Aber die Fotostrecken wie: "Stille Tage in Las Vegas", "Bombenruinen und Balkan-Beats" oder "Verblühte USA". Kann man ja wohl absolut nicht als künstlerisch Wertvoll bezeichnen. Speziell die Bilder aus den USA lösen zwar alle eine Art Fernsucht in mir aus aber das war es dann auch schon und das liegt vermutlich auch eher an dem Land selber.

    Aber gut kann auch sein, dass ich davon keine Ahnung habe und ich mich total auf einem Irrweg befinde. Allerdings glaube ich kaum, dass es Regeln für das Interpretieren von Bildern gibt.

    • Zack34
    • 19.03.2011 um 19:41 Uhr

    Sie haben einen schwachen Bildkommentar zum Anlaß genommen, sich über den Balkan-Krieg zu äußern. Es steht außer Frage, dass der Krieg bis 1996 in Bosnien und Kroatien geführt wurde, und Belgrad selbst verglichen zu Sarajewo weniger Schaden nahm.
    Nichtdestotrotz ist es nachweislich falsch und sogar zynisch zu behaupten, dass da ein paar Warnbomben abgeworfen wurden. Im übrigen, es war offiziell das längste tagtägliche Bombardement der Geschichte und es dauerte 72Tage lang ununterbrochen. Zumal: die NATO-Intervention 1999 hatte nichts mit dem längst vergangenen Krieg in Bosnien und Kroatien zu tun, so wie Sie es dargestellt haben. Zu "ein paar Warnbomben":
    http://en.wikipedia.org/w...

    Und nun zu den Bildern aus dem Fotoband:
    sie wurden von Ahnungslosen gemacht, das belegt auch das Bild Nr.8 mit seinem schlichten Kommentar der "geballten Faust". Dass diese ein ganz bestimmtes Symbol einer ganz bestimmten Widerstandsorganisation war, die letztendlich Milosevic stürzte, war für die Autoren nicht zu ergründen. Aber an fehlender Grundkenntnis der Geschehnisse mangelt es generell in unseren Medien nicht, vor allem, wenn es um die Perzeption des Fremden/ausländischen geht.

    Diese Bilder sind von minderer Güte, und lassen einen rätselraten, warum sie den Weg hier in die Presse gefunden haben. Es fehlt an Tiefe, es ist kein Spiel mit den visuellen Elementen zu erkennen; ein großes Nichts.

    Ich habe mir jetzt mal ein paar Bilderstrecken hier angekuckt. Aber irgendwie kann ich den künstlerischen Wert darin nicht erkennen und ich bin keiner der zu blöd ist ihn zu erkennen.

    Entweder sind die Bilder, die hier gezeigt werden, interessant dadurch, dass sie in einem Land gemacht wurden welches nicht jeder bereist (Jemen, Irak, etc.) oder weil sie eine Katastrophe ablichten (Japan, Libyen, etc.).

    Aber die Fotostrecken wie: "Stille Tage in Las Vegas", "Bombenruinen und Balkan-Beats" oder "Verblühte USA". Kann man ja wohl absolut nicht als künstlerisch Wertvoll bezeichnen. Speziell die Bilder aus den USA lösen zwar alle eine Art Fernsucht in mir aus aber das war es dann auch schon und das liegt vermutlich auch eher an dem Land selber.

    Aber gut kann auch sein, dass ich davon keine Ahnung habe und ich mich total auf einem Irrweg befinde. Allerdings glaube ich kaum, dass es Regeln für das Interpretieren von Bildern gibt.

    • Zack34
    • 19.03.2011 um 19:41 Uhr

    Sie haben einen schwachen Bildkommentar zum Anlaß genommen, sich über den Balkan-Krieg zu äußern. Es steht außer Frage, dass der Krieg bis 1996 in Bosnien und Kroatien geführt wurde, und Belgrad selbst verglichen zu Sarajewo weniger Schaden nahm.
    Nichtdestotrotz ist es nachweislich falsch und sogar zynisch zu behaupten, dass da ein paar Warnbomben abgeworfen wurden. Im übrigen, es war offiziell das längste tagtägliche Bombardement der Geschichte und es dauerte 72Tage lang ununterbrochen. Zumal: die NATO-Intervention 1999 hatte nichts mit dem längst vergangenen Krieg in Bosnien und Kroatien zu tun, so wie Sie es dargestellt haben. Zu "ein paar Warnbomben":
    http://en.wikipedia.org/w...

    Und nun zu den Bildern aus dem Fotoband:
    sie wurden von Ahnungslosen gemacht, das belegt auch das Bild Nr.8 mit seinem schlichten Kommentar der "geballten Faust". Dass diese ein ganz bestimmtes Symbol einer ganz bestimmten Widerstandsorganisation war, die letztendlich Milosevic stürzte, war für die Autoren nicht zu ergründen. Aber an fehlender Grundkenntnis der Geschehnisse mangelt es generell in unseren Medien nicht, vor allem, wenn es um die Perzeption des Fremden/ausländischen geht.

    Diese Bilder sind von minderer Güte, und lassen einen rätselraten, warum sie den Weg hier in die Presse gefunden haben. Es fehlt an Tiefe, es ist kein Spiel mit den visuellen Elementen zu erkennen; ein großes Nichts.

  2. Ich habe mir jetzt mal ein paar Bilderstrecken hier angekuckt. Aber irgendwie kann ich den künstlerischen Wert darin nicht erkennen und ich bin keiner der zu blöd ist ihn zu erkennen.

    Entweder sind die Bilder, die hier gezeigt werden, interessant dadurch, dass sie in einem Land gemacht wurden welches nicht jeder bereist (Jemen, Irak, etc.) oder weil sie eine Katastrophe ablichten (Japan, Libyen, etc.).

    Aber die Fotostrecken wie: "Stille Tage in Las Vegas", "Bombenruinen und Balkan-Beats" oder "Verblühte USA". Kann man ja wohl absolut nicht als künstlerisch Wertvoll bezeichnen. Speziell die Bilder aus den USA lösen zwar alle eine Art Fernsucht in mir aus aber das war es dann auch schon und das liegt vermutlich auch eher an dem Land selber.

    Aber gut kann auch sein, dass ich davon keine Ahnung habe und ich mich total auf einem Irrweg befinde. Allerdings glaube ich kaum, dass es Regeln für das Interpretieren von Bildern gibt.

    Antwort auf "Ruinen des Krieges??!!"
    • Zack34
    • 19.03.2011 um 19:41 Uhr

    Sie haben einen schwachen Bildkommentar zum Anlaß genommen, sich über den Balkan-Krieg zu äußern. Es steht außer Frage, dass der Krieg bis 1996 in Bosnien und Kroatien geführt wurde, und Belgrad selbst verglichen zu Sarajewo weniger Schaden nahm.
    Nichtdestotrotz ist es nachweislich falsch und sogar zynisch zu behaupten, dass da ein paar Warnbomben abgeworfen wurden. Im übrigen, es war offiziell das längste tagtägliche Bombardement der Geschichte und es dauerte 72Tage lang ununterbrochen. Zumal: die NATO-Intervention 1999 hatte nichts mit dem längst vergangenen Krieg in Bosnien und Kroatien zu tun, so wie Sie es dargestellt haben. Zu "ein paar Warnbomben":
    http://en.wikipedia.org/w...

    Und nun zu den Bildern aus dem Fotoband:
    sie wurden von Ahnungslosen gemacht, das belegt auch das Bild Nr.8 mit seinem schlichten Kommentar der "geballten Faust". Dass diese ein ganz bestimmtes Symbol einer ganz bestimmten Widerstandsorganisation war, die letztendlich Milosevic stürzte, war für die Autoren nicht zu ergründen. Aber an fehlender Grundkenntnis der Geschehnisse mangelt es generell in unseren Medien nicht, vor allem, wenn es um die Perzeption des Fremden/ausländischen geht.

    Diese Bilder sind von minderer Güte, und lassen einen rätselraten, warum sie den Weg hier in die Presse gefunden haben. Es fehlt an Tiefe, es ist kein Spiel mit den visuellen Elementen zu erkennen; ein großes Nichts.

    Antwort auf "Ruinen des Krieges??!!"
    • ddzz
    • 20.03.2011 um 19:15 Uhr

    Eine originelle grafische Ästethik hat der Autor immerhin im letzten Bild dieser Reihe gefunden. Aber dass dort "Liebe 100 m -->" auf der Rückseite eines Schilds steht, das hätte man doch als Langzeittourist wenigstens einem Wörterbuch entnehmen können, wenn schon anscheinend niemand zum Fragen da war.

    Kopfschüttelnde Grüße...

    • ddzz
    • 20.03.2011 um 19:20 Uhr

    die gibt es natürlich. Aber nach einigen Jahren muss man sich die schon von Einheimischen zeigen lassen, weil sie kaum noch von denen zu unterscheiden sind, die noch vom zweiten Weltkrieg stammen. Für Fassadenreparaturen gibt man in Jugo-Land kaum Geld aus.

  3. "... und Belgrad selbst verglichen zu Sarajewo weniger Schaden nahm."

    Das nennt man Zynik ..

  4. Habe den Bericht erst jetzt entdeckt und muss unbedingt was dazu sagen: Da schreibt der Eine vom dem Anderen ab und drin steht immer fälschlicher weise der Dj Robert Soko. Der Ausschlag gebende Punkt war der das sich die Balkan Musik zum Rest der Welt gerichtet hat und derjenige der den Mr. Soko dazu gebracht hat war der Musiker Valentino Vallente. Das damalige Radio Multi Kulti organisierte seine Party Konzerte unter dem Motto "BALKANBEATS" für Alle.

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