Landschaftsarchitekt Hooftman "Tempelhof sollte ein Outdoor-Wohnzimmer für Berlin werden"

Eelco Hooftman hat mit seinem Büro die Ausschreibung für das Tempelhofer Feld gewonnen. Warum Bürger die Parks der Zukunft mitgestalten, erzählt er im Interview.

So könnte ein Weg durch die neue Parklandschaft Tempelhof aussehen, folgt man den Entwürfen des Landschaftsarchitekturbüros Gross.Max.

So könnte ein Weg durch die neue Parklandschaft Tempelhof aussehen, folgt man den Entwürfen des Landschaftsarchitekturbüros Gross.Max.

ZEIT ONLINE: Herr Hooftman, der Entwurf Ihres Büros Gross.Max hat den Wettbewerb für die Berliner Parklandschaft Tempelhof gewonnen. Wie sieht Ihr Park der Zukunft aus?

Eelco Hooftman: Der Park des 21. Jahrhunderts kann nicht der gleiche sein wie im letzten Jahrhundert. Mit der industriellen Revolution kam das Bedürfnis nach frischer Luft und gesundem Leben für die Arbeiter, also bauten wir Parks, wie die Volksparks aus den zwanziger Jahren in Berlin. Wir leben aber heute in einer postindustriellen Gesellschaft, wir fahren in den Urlaub, fliegen um die ganze Welt. Was sich verändert hat, ist weniger das Aussehen des Parks, sondern was wir darin machen.

ZEIT ONLINE: Was planen Sie also für das Tempelhofer Feld?

Hooftman: Bei unserem Projekt geht es vor allem darum, die Offenheit des Tempelhofer Feldes zu bewahren. Wir wollen es für mehr Nutzergruppen erschließen und damit auch die Natur diverser und interessanter gestalten. Die Menschen sollen dort selbst aktiv werden.

ZEIT ONLINE: Ihr Entwurf sieht in der Peripherie Waldstücke, Gartenstreifen und umzäunte Gärten für so genannte Pioniernutzungen vor. Diese Areale sollen beispielsweise Schulen, Anwohner oder Sportvereine nutzen.

Hooftman: Es ist einzigartig in Europa, dass Leute einen Park mitgestalten können und nicht ein durchdesigntes Projekt vorgesetzt bekommen. Allerdings sind diese Pioniernutzungsprojekte sehr unterschiedlich. Manche werden gut aussehen, manche eher chaotisch. Wir binden sie in eine Struktur ein. Wie eine Speisekarte im Restaurant mit verschiedenen Möglichkeiten für verschiedene Nutzer. Nach unserer Idee wird der Park 10 bis 20 Jahre benötigen, um sich zu entwickeln. Und bei dieser Entwicklung spielen die Nutzer in der Peripherie eine wichtige Rolle.

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ZEIT ONLINE: Am meisten haben sich die Leute Gedanken über den 60 Meter hohen Berg gemacht, den Sie auf das Tempelhofer Feld stellen wollen.

Hooftman: Wahrscheinlich wird das Monument gar keine 60 Meter hoch. Ich fände es gut, wenn auch das Innere des Bergs genutzt würde, zum Beispiel für eine Kletterschule. Aber dafür braucht man jemanden, der sie verwaltet. Im Moment ist es im Budget jedoch nicht als Gebäude, sondern als hoher, künstlicher Berg veranschlagt, mit Bäumen und einer Kletterwand. Wir bauen ihn aus einem Metallrahmen bzw. Metalldrahtgeflecht und sehr leichtem Betonspray – das ist billiger und nicht so schwer wie echter Stein.

ZEIT ONLINE: 2017 soll die Internationale Gartenschau (IGA) auf dem Tempelhofer Flugfeld stattfinden. Wie verträgt sich das - freier Zugang zum Park und eine umzäunte IGA?

Hooftman: Während der IGA bleiben die Hauptverbindungslinien durch den Park von Süden nach Norden und von Westen nach Osten öffentlich. Außerdem belegt die IGA nur etwa ein Drittel des Parks, der Rest bleibt für alle zugänglich. Im Endeffekt hilft die Gartenschau, den Park zu bauen. Es ist ein bisschen wie bei den Olympischen Spielen – man nutzt sie, um die Stadt zu erneuern und Investitionen für die Zukunft zu tätigen.

Leser-Kommentare
  1. Das Tempelhofer Feld ist grossartig, so wie es ist. Wenn Ihr unbedingt einen "Billigfelsen" in die Mitte bauen wollt, OK - aber warum???? Bloss um was zu "machen"????

    Und mit den Wegen ist das so eine Sache: ist es nicht toll und einmalig, KEINE vorgezeichneten Wege zu haben, also ganz frei laufen zu können, wie man will? Durch Wege wird den Besuchern Struktur vorgegeben und Freiheit genommen. Ich sehe schon die Schilder "Spielen auf den Grünflächen verboten" - "Hunde an die Leine" usw.... ach herrje.....

    Also, je weniger GEMACHT wird, desto mehr bleibt das Feld die Einmaligkeit, die es jetzt bereit ist. Ein STADT-FELD. Keine andere Stadt Europas hat sowas. Echt schade wenn das ver-staltet wird....

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    "Nach unserer Idee wird der Park 10 bis 20 Jahre benötigen, um sich zu entwickeln. Und bei dieser Entwicklung spielen die Nutzer in der Peripherie eine wichtige Rolle."

    Eben genau das ist das Problem: es soll ein Park gemachat werden, wo ein FELD doch sowas Einmaliges und Schönes ist. In spätestens 10 bis 20 Jahren ist dann alles verloren, und Leute erinnern sich nicht mal, dass hier einst ein Feld war.

  2. Schon die schicke Überschrift verrät: Da soll ein Spielplatz für die blödzeitungslesenden Jack Wolfskin-De.p.pen werden.

  3. 3. Oh je

    Oh je,das Temopelhofer Feld ist wirklich so wie es ist ein Geschenk von Raum und Weite an die Stadt, und nebenbei mit den Landebahnen eine geniale Fläche für fast jede Art von Out Door Sport. Kann man nur hoffen, daß die Fläche von 380 h einfach groß genug um irgendwelche hippe Kinkerlitzchen einfach absorbieren. Aber immerhin, sympathisch an diesem Entwurf ist, daß der Park nicht zugebaut und dann für teuer Geld schwabifiziert wird.
    Aber mal ehrlich, man sollte als Architekt schon daß Selbstbewußtsein haben, eine Fläche zu gestalten ohne auf die ganze hippe und trendige international artist Meute zu schielen bzw. anzuschleimen. Meine Güte, Berlin- die Hauptstadt der Kreativen -diese Phrasen bekommt man ja schon bei Airberlin im Flugmagazin zu lesen.
    Aber die Kreativen können sich diese Stadt bald schon nicht mehr leisten und Berlin wird bald die Hauptstadt der youth hostels-eigentlich auch okay.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich habe mich wirklich bemüht, Ihren Forumsbeitrag zu verstehen, aber das ist bei Ihrer seltsamen Rechtschreibung sehr schwer: "Kann man nur hoffen, daß die Fläche von 380 h einfach groß genug um irgendwelche hippe Kinkerlitzchen einfach absorbieren." Was sind 380 h und was ist nun mit der Fläche? Und was hoffen Sie, soll passieren? "Aber mal ehrlich, man sollte als Architekt schon daß Selbstbewußtsein haben." Was soll das Selbstbewußtsein machen? Wo ist hier der Nebensatz? "Meine Güte, Berlin- die Hauptstadt der Kreativen." Anscheinend ist Berlin nicht nur die Hauptstadt der Kreativen sondern auch die Hauptstadt der kreativen Rechtschreibung.

    etwas Kreativität beim Lesen: h = ha = Hektar

    [...]daß Selbstbewußtsein haben, eine Fläche zu gestalten ohne auf die ganze hippe und trendige international artist Meute zu schielen bzw. anzuschleimen.

    Zum Projekt: warum überhaupt Geld ausgeben, für etwas, was sich mit der Zeit alleine erledigen würde? Schon jetzt holt sich die Natur ihren Raum zurück. Und die Leute nutzen es schon als Mehrzweckfläche. Nur werden irgendwann die Landebahnen nicht mehr zum Skaten geeignet sein. Das ließe sich aber mit erheblich weniger Kosten als für das ganze Projekt nötig sind vermeiden.

    "schwabifiziert" - gefällt mir!!!

    Ich habe mich wirklich bemüht, Ihren Forumsbeitrag zu verstehen, aber das ist bei Ihrer seltsamen Rechtschreibung sehr schwer: "Kann man nur hoffen, daß die Fläche von 380 h einfach groß genug um irgendwelche hippe Kinkerlitzchen einfach absorbieren." Was sind 380 h und was ist nun mit der Fläche? Und was hoffen Sie, soll passieren? "Aber mal ehrlich, man sollte als Architekt schon daß Selbstbewußtsein haben." Was soll das Selbstbewußtsein machen? Wo ist hier der Nebensatz? "Meine Güte, Berlin- die Hauptstadt der Kreativen." Anscheinend ist Berlin nicht nur die Hauptstadt der Kreativen sondern auch die Hauptstadt der kreativen Rechtschreibung.

    etwas Kreativität beim Lesen: h = ha = Hektar

    [...]daß Selbstbewußtsein haben, eine Fläche zu gestalten ohne auf die ganze hippe und trendige international artist Meute zu schielen bzw. anzuschleimen.

    Zum Projekt: warum überhaupt Geld ausgeben, für etwas, was sich mit der Zeit alleine erledigen würde? Schon jetzt holt sich die Natur ihren Raum zurück. Und die Leute nutzen es schon als Mehrzweckfläche. Nur werden irgendwann die Landebahnen nicht mehr zum Skaten geeignet sein. Das ließe sich aber mit erheblich weniger Kosten als für das ganze Projekt nötig sind vermeiden.

    "schwabifiziert" - gefällt mir!!!

  4. > Hooftman: Wahrscheinlich wird das Monument gar
    > keine 60 Meter hoch.

    Aha.

    Hat da jemand zwischen Abgabe der Unterlagen und Anfang des Interviews gesteckt bekommen, das das Radar dort immernoch Daten für die Flugsicherung erzeugt?

    Hat er evtl. realisiert, dass jegliche Störung dieses Radars das automatische aus für eben dieses Bauvorhaben bedeutet?

    Ich weiß nicht, wieviele Vorschläge schon in der Schublade verschwunden sind, die allesamt eines gemein haben: Die komplette Missachtung der übriggebliebenen Flugsicherungsanlagen. Selbst Hooftmans Konzept, alle paar Jahre irgendein Künstler irgendwas machen zu lassen führt zwangsläufig immer dichter in eben diese Falle: Irgendwer wird dort mal etwas errichten wollen, was mehr als 60m hoch ist.

    Aber die Stadtplaner wollten ja nicht hören, als ich die mal darauf angemailt habe. Mal sehen, wann die beginnen aus schmerzen zu lernen.

    • altex
    • 19.04.2011 um 20:41 Uhr

    Fällt denn beim Anblick des großartigen Gebäudes und der einmaligen Fläche niemand etwas anderes ein??
    Berlin wählt mal wieder den dümmsten Konsens auf unterster Stufe.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Man sollte die Fläche so wenig wie möglich anfassen. Wer weiß wozu man das Areal in Zukunft noch benötigen kann. Es ist doch eine einmalige Chance so eine Freifläche zu erhalten. Welche Stadt hat so ein Bonbon? Keine.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Die krampfhafte Suche nach einer Idee, alle paar Jahre wieder aufgelegt.
    Mehr scheint es wohl nicht zu werden.
    Wenn keine Idee da ist und das ist keine Idee, dann soll man es lassen.
    Das wäre nicht nur billig, sondern auch intelligent.

    • carol
    • 19.04.2011 um 23:38 Uhr

    eine überschrift die alles sagt.

    -anglizismus
    -zielgruppe
    -ideenarmut

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