Salzburger Festspielrede Die Rettung der Welt im Konjunktiv
Der Globalisierungskritiker Jean Ziegler wollte dem reichen Publikum der Salzburger Festspiele die Leviten lesen. Ein Blick auf die verbotene Rede
Erwartungsvolles Gemurmel im Publikum. Der Redner räuspert sich: "Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren", beginnt er und hebt den Kopf: "Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet."
Solche Sätze hätten am Mittwoch zur Eröffnung der vornehmen und elitären Salzburger Festspiele die weihevolle Stimmung der betuchten Festgäste stören sollen. Hätte die Festspielverantwortlichen nicht im letzten Augenblick der Mut verlassen und hätten sie den vorgesehenen Eröffnungsredner Jean Ziegler, den Schweizer Soziologen und Wanderprediger für eine bessere Welt, nicht flugs wieder ausgeladen und durch den Bürgerrechtler Joachim Gauck ersetzt.
Offiziell wurde die Abfuhr damit begründet, der ehemalige UN-Sonderbeauftragte hätte Kontakte zum libyschen Diktator Muammar al-Gadhafi gehabt. Das will Ziegler nicht gelten lassen. Er vermutet den sanften Druck von Schweizer Großbanken und des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, die das Festival mit hohen Beträgen unterstützen. Denn Zieglers These, für die er seit vielen Jahren streitet, ist ein direkter Angriff auf die kunstsinnigen Sponsoren: Schuld am Hunger auf der Welt, so behauptet er, sei die Raffgier des Finanzkapitals und der Konzerne.
Traditionell bitten die Salzburger Festspiele angesehene und erlauchte Geister um Besinnungsworte, bevor sich der Vorhang hebt. Manche Reden werden noch Jahre später gern zitiert, etwa Eugène Ionescos Diktum vom "göttlichen Lachen Mozarts" oder die Schelte des Regietheaters durch den Bestsellerautor Daniel Kehlmann. Doch darf, bevor Hoffmannsthal, Goethe und Shakespeare aufgeführt und Mozart, Verdi und Richard Strauss erklingen in drastischen Worten daran erinnert werden, was die Fernsehbilder aus den ostafrikanischen Hungerlagern gerade jeden Abend zeigen: Wie verzweifelt und unerbittlich der Hungertod ist? Offenbar wollte das Festspiel-Kuratorium dies der Gästeschar nicht zumuten.
Ganz erspart bleibt es den Kunstfreunden dennoch nicht. Ziegler veröffentlicht am Montag seine nicht gehaltene Rede in einer signalroten Broschüre. Wer von dem Schrecken nicht hören soll, kann nun den Appell um Empathie noch rechtzeitig nachlesen. "Bei unterernährten Kindern setzt der Zerfall nach wenigen Tagen ein", hätte Ziegler berichten wollen: "Der Körper braucht erst die Zucker-, dann die Fettreserven auf. Die Kinder werden lethargisch, dann immer dünner. Das Immunsystem bricht zusammen. Durchfälle beschleunigen die Auszehrung. Mundparasiten und Infektionen der Atemwege verursachen schreckliche Schmerzen. Dann beginnt der Raubbau an den Muskeln. Die Kinder können sich nicht mehr auf den Beinen halten. Ihre Arme baumeln kraftlos am Körper. Ihre Gesichter gleichen Greisen. Dann folgt der Tod."
Verantwortlich dafür, glaubt Jean Ziegler, seien die "Banken-Halunken" und die "Spekulations-Halunken", welche die Milliarden, die für die Welthungerhilfe nötig wären, zur Rettung ihres angeschlagenen Finanzsystems verwendet und anschließend die Agrarrohstoffpreise in schwindelnde Höhen getrieben hätten. Die Folge: Jeden Tag verhungerten 37.000 Menschen.
"Viele der Schönen und der Reichen, der Großbankiers und der Konzern-Mogule dieser Welt kommen in Salzburg zusammen", heißt es in Jean Zieglers Redetext: "Sie sind die Verursacher und die Herren dieser kannibalischen Weltordnung." Und genau diese Mächtigen gelte es auch in Opern- und Konzertsälen wachzurütteln: "Die Kunst hat Waffen, welche der analytische Verstand nicht besitzt: Sie wühlt den Zuhörer, Zuschauer in seinem Innersten auf, durchdringt auch die dickste Betondecke des Egoismus, der Entfremdung und der Entfernung. Sie trifft den Menschen in seinem Innersten, bewegt in ihm ungeahnte Emotionen. Und plötzlich bricht die Defensiv-Mauer seiner Selbstgerechtigkeit zusammen. Der neoliberale Profitwahn zerfällt in Staub und Asche. Ins Bewusstsein dringt die Realität, dringen die sterbenden Kinder. Wunder könnten in Salzburg geschehen: Das Erwachen der Herren der Welt. Der Aufstand des Gewissens!"
An dieser Stelle hätte der Eröffnungsredner Jean Ziegler wohl eine gedankenschwere Pause eingelegt. Und wäre dann fortgefahren: "Aber keine Angst, dieses Wunder wird in Salzburg nicht geschehen!" Er hätte recht gehabt.
- Datum 24.07.2011 - 17:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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... da weiß man, was man hat.
Guten Abend.
Was hat denn Joachim Gauck den Gästen erzählt?
Kommentar zum eigentlichen Autor: Er hat ja schon irgendwie Recht ne? Es wäre ein Kinderspiel für die Banken, die entsprechende Summer für Somalia bereit zu stellen, sie würden sogar was für ihre Reputation tun. Die Kausalkette für die Hungerkatastrophe führt schließlich auch zu ihnen ...
… gottgegebenen Rechtmäßigkeit von Oben und Unten.
Zum Thema Kunst und deren Macht: Ich frage mich, wie viel Otto Dix und George Grosz Bilder sich heute im Besitz und in Sammlungen als wertvolle Depositen derer befinden, die die Billard-Kugel täglich neu ins Spiel werfen? Man hat ja soviel Sinn für die Kunst.
...aber 100 für die libyschen Rebellen. Oder 500 für die Bankenrettung. Wo bitte gibt´s das Ziegler´sche Manifest?
… gottgegebenen Rechtmäßigkeit von Oben und Unten.
Zum Thema Kunst und deren Macht: Ich frage mich, wie viel Otto Dix und George Grosz Bilder sich heute im Besitz und in Sammlungen als wertvolle Depositen derer befinden, die die Billard-Kugel täglich neu ins Spiel werfen? Man hat ja soviel Sinn für die Kunst.
...aber 100 für die libyschen Rebellen. Oder 500 für die Bankenrettung. Wo bitte gibt´s das Ziegler´sche Manifest?
… gottgegebenen Rechtmäßigkeit von Oben und Unten.
Zum Thema Kunst und deren Macht: Ich frage mich, wie viel Otto Dix und George Grosz Bilder sich heute im Besitz und in Sammlungen als wertvolle Depositen derer befinden, die die Billard-Kugel täglich neu ins Spiel werfen? Man hat ja soviel Sinn für die Kunst.
Sehr guter Artikel !!
Die Dämonisierung der Banken für den Hunger in der Welt ist zu kurz gegriffen und wird der Komplexität der Lage nicht gerecht. Es liegt nicht nur am Geld, dass in Afrika Kinder verhungern. Gerade hat die UN verkündet in großem Stil in Somalia helfen zu wollen. Doch da herrscht eine mörderische und barbarische islamische Terrorgruppe, die jede Hilfe mit Kalaschnikows und Raketen verhindert und ausländische Helfer ermordet.
Außerdem stecken sich die Kleptokraten dieser Regime die gut gemeinte Hilfe des Westens gerne in die eigene Tasche, um damit ihre eigenen Privilegien zu zementieren. Was dann noch übrig bleibt geht in Waffenkäufe.
...aber die Frage mag doch erlaubt sein, wo die Anstrengungen sind, diese Umstände zu ändern.
Sind Sie wirklich so naiv das Sie denken der Waffenhaendler wuerde auf Umsatz verzichten des Weltfriedens wegen. Waffen kommen aus dem Westen, Russland und China hauptsaechlich und trotzdem kommen Sie daunten an. Deutschland schickt ja nun auch Waffen nach Afrika. Das sind zB die Kleptokraten Ihres Landes und das geht da weiter wo Steuergelder fuer die Fehler Reicher Menschen genommen wird um diese zu retten die daraufhin auf Parties wieder erzaehlen wie sie es GANZ aleine geschafft haben und dieses Steuerzahlerpack sich mal anstrengen sollte...
Zu kurz gegriffen ist die Vorstellung nur in Somalia würden Menschen verhungern. Auch ausserhalb von bewaffneten Konflikten, z.B. in Südostasien, sterben täglich Tausende an Unterernährung.
Wer das Thema verfolgt muss feststellen, dass wider jeglichen Versprechungen von Seiten der Reichen und Mächtigen die Zahl der Hungertode in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern drastisch gestiegen ist.
das Verkommen von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wenn die Anzahl an Hungernden pro Jahr konstant bleibt, ist das bereits ein Erfolg, da die Anzahl der Einwohner wächst.
weil z.B. viele von uns nicht auf ein großes teures Auto verzichten.
Wir verfeuern zu viel fossile Brennstoffe, das Klima ändert sich, das Horn von Afrika schlägt es mit monatelanger Dürre, das Land wurde unfruchtbar!
Es frage sich jeder, auch die Kommentatoren hier, für wie viel Kohlendioxidausstoß sie verantwortlich, dann wissen sie auch, wie stark sie mit verantwortlich für das grausame Sterben am Horn von Afrika.
aber ihr Kommentar ist einfach zu kurz gegriffen. Sie nehmen jetzt das Somalia Beispiel und denken damit irgendwas bewiesen zu haben. Ihnen ist schon klar das diese Durchschnittliche Todeszahl von ca. 30.000 Menschen auch ausserhalb von Dürreperioden in der Welt nicht nur in Schwarzafrika konstant ist. Banken brauch man nicht zu dämonisieren : Sie sind ein notwendiges Übel des Systems was diese Hungertoten hin nimmt, obwohl wir ca. 1/3 unseres Essen hier wegschmeissen. Sie sollten sich vielleicht mal über verschiedene Lebensmittelskandale (Googlestichwörter: geschenktes Korn für Haiti , Zerstörung der Binnenmärkte von Entwicklungsländern durch westliche Politik usw.) schlau machen bevor sie das Thema so simplifizieren und genau dies in ihrem Beitrag Ziegler vorwerfen. Der Mann war Jahrzehnte Beauftragter der UNO für Welthunger. Er hat hohe akademische Abschlüsse und sich mit dem Thema (auch den Hintergrundfakten) eingehend auseinadergesetzt und eine fundierte Meinung gebildet. Abläufe sowie das Verhalten der Politik und Lebensmittelkonzerne untersucht. Es gibt ein langes Interview mit Ziegler auf Zeit Online wo weitere Fakten genannt werden. Lesen sie das.
Hier geht es doch nur darum das die Menschen ihren Betroffenheitsductus zelebriereren und denken das reicht. Das Hungerproblem könnte von uns gelöst werden, doch wir treffen eben als Gesellschaft die bewußte Entscheidung nichts dagegen zu unternehmen. Unser Wohlstand fußt auf der Ausbeutung Afrikas...
...aber die Frage mag doch erlaubt sein, wo die Anstrengungen sind, diese Umstände zu ändern.
Sind Sie wirklich so naiv das Sie denken der Waffenhaendler wuerde auf Umsatz verzichten des Weltfriedens wegen. Waffen kommen aus dem Westen, Russland und China hauptsaechlich und trotzdem kommen Sie daunten an. Deutschland schickt ja nun auch Waffen nach Afrika. Das sind zB die Kleptokraten Ihres Landes und das geht da weiter wo Steuergelder fuer die Fehler Reicher Menschen genommen wird um diese zu retten die daraufhin auf Parties wieder erzaehlen wie sie es GANZ aleine geschafft haben und dieses Steuerzahlerpack sich mal anstrengen sollte...
Zu kurz gegriffen ist die Vorstellung nur in Somalia würden Menschen verhungern. Auch ausserhalb von bewaffneten Konflikten, z.B. in Südostasien, sterben täglich Tausende an Unterernährung.
Wer das Thema verfolgt muss feststellen, dass wider jeglichen Versprechungen von Seiten der Reichen und Mächtigen die Zahl der Hungertode in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern drastisch gestiegen ist.
das Verkommen von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wenn die Anzahl an Hungernden pro Jahr konstant bleibt, ist das bereits ein Erfolg, da die Anzahl der Einwohner wächst.
weil z.B. viele von uns nicht auf ein großes teures Auto verzichten.
Wir verfeuern zu viel fossile Brennstoffe, das Klima ändert sich, das Horn von Afrika schlägt es mit monatelanger Dürre, das Land wurde unfruchtbar!
Es frage sich jeder, auch die Kommentatoren hier, für wie viel Kohlendioxidausstoß sie verantwortlich, dann wissen sie auch, wie stark sie mit verantwortlich für das grausame Sterben am Horn von Afrika.
aber ihr Kommentar ist einfach zu kurz gegriffen. Sie nehmen jetzt das Somalia Beispiel und denken damit irgendwas bewiesen zu haben. Ihnen ist schon klar das diese Durchschnittliche Todeszahl von ca. 30.000 Menschen auch ausserhalb von Dürreperioden in der Welt nicht nur in Schwarzafrika konstant ist. Banken brauch man nicht zu dämonisieren : Sie sind ein notwendiges Übel des Systems was diese Hungertoten hin nimmt, obwohl wir ca. 1/3 unseres Essen hier wegschmeissen. Sie sollten sich vielleicht mal über verschiedene Lebensmittelskandale (Googlestichwörter: geschenktes Korn für Haiti , Zerstörung der Binnenmärkte von Entwicklungsländern durch westliche Politik usw.) schlau machen bevor sie das Thema so simplifizieren und genau dies in ihrem Beitrag Ziegler vorwerfen. Der Mann war Jahrzehnte Beauftragter der UNO für Welthunger. Er hat hohe akademische Abschlüsse und sich mit dem Thema (auch den Hintergrundfakten) eingehend auseinadergesetzt und eine fundierte Meinung gebildet. Abläufe sowie das Verhalten der Politik und Lebensmittelkonzerne untersucht. Es gibt ein langes Interview mit Ziegler auf Zeit Online wo weitere Fakten genannt werden. Lesen sie das.
Hier geht es doch nur darum das die Menschen ihren Betroffenheitsductus zelebriereren und denken das reicht. Das Hungerproblem könnte von uns gelöst werden, doch wir treffen eben als Gesellschaft die bewußte Entscheidung nichts dagegen zu unternehmen. Unser Wohlstand fußt auf der Ausbeutung Afrikas...
Die Zumutbarkeit beim Festspielbesucher ist mit der Konfrontation unserer Gier überschritten; den somalischen Kindern wird ein grauenhafter Tod zugemutet.
Wahrscheinlich sind Bänker und Politiker im Publikum.
hätte solch eine Rede, die allenfalls vor dem Industrie- und Handelstag das avisierte Publikum im Auge gehabt hätte, in Salzburg keinesfalls gefunden. Es ist nämlich wohlfeil, Kunst gegen Elend auszuspielen. Und es ist ein ganz übles Benehmen, ein Fest durch unpassendes Gerede vorsätzlich zu ruinieren. Der Beifall von Seiten der Korrekten sei Herrn Ziegler geschenkt. Wer nicht weiß, was man wo zu sagen hat, hat ja selbst Defizite im sozialen Bereich.
Kein Mensch geht zu den Salzburger Festspielen, um sich über Hungernde zu informieren, nicht einmal ein Entwicklungshelfer. Hierzu gibt es andere Foren und Veranstaltungen. Und wenn Ziegler mit Großindustriellen etc. reden will, soll er dorthin gehen, wo diese Leute unter sich sind.
Das Publikum der Festspiele hingegen besteht keinesfalls bloß aus den von Ziegler kritisierten Kreisen, sondern aus Leuten, die auf höchstem Niveau Schauspiel, Oper und Konzerte erleben wollen, und hart gearbeitet haben, um sich diesen nicht ganz billigen Kultururlaub zu gönnen. Diesen Leuten zu unterstellen, sie würden sich auf dem getretenen Rücken von Verhungernden vergnügen, ist ein anmaßendes Vorurteil. Ziegler kennt doch die Festivalsbesucher überhaupt nicht. Woher will er wissen, wie und wo sie außerhalb Salzburgs engagiert sind.
Fazit: Es ist sehr zu begrüßen, dass Salzburg die Notbremse gezogen und den Mann wieder ausgeladen hat.
Bewahren wir uns die Homogenität der Gesellschaft. Es wäre doch wirklich ein Jammer gewesen, wenn die feine Gesellschaft sich über solch einen Rüpel mit mangelndem Taktgefühl hätte brüskieren müssen. -So etwas sind Probleme des Pöbels und dem bourgeoisen Publikum gänzlich fremd. Wirklich löblich das man rechtzeitig Maßnahmen ergriffen hat und die Rede durch etwas "leichter Kost" substituiert hat.
Sagen Sie mal, glauben Sie eigentlich ernsthaft das was Sie schreiben? Ich denke auch bei Anlässen dieser Art ist es sehr wichtig ein wenig Demut zu beweisen und sich seines Glückes bewusst zu werden aber auch der damit verbundenen Verantwortung.
Parallelgesellschaft, einmal anders. Nichts hören, was unangenehm sein könnte; nichts sehen, was das Gewissen trübt; nichts sagen, was der eigenen Attitüde widerspricht.
....aber mach nicht nass.
Das geht mit Jean Ziegler nicht.
Der duscht sein Publikum nachhaltig und das ist gut so.
Ich weiß nicht, was in Salzburg auf dem Programm stand, aber ist der Sinn der Kunst nicht gerade, das vermeintlich Unvereinbare zu vereinen?
Nur Mut: Auch bei Mozarts Musik z.B. (von J.S. Bach mal ganz abgesehen) gilt es doch, die Chance zu nutzen, das Elend dieser Erde durch die wunderbare Musik zu transzendieren.
Wenn Jean Ziegler die Feierlaune stört, ist das nicht sein Problem.
Schade, dass Joachim Gauck einspringt: Bei allem Respekt vor seiner Lebensleistung. Aber er scheint immer noch wehrlos, weil er endlich wählen darf - aber wen?
gegen Elend, denn Kunst ist nie werteneutral und reiner Selbstzeweck zur Erbauung "hart arbeitender Menschen, die sich diesen nicht billigen Kultururlaub goennen". Gerade heute ist es angesichts der brutalen Relitaet notwendig, die Foren zu verlassen um Oeffentlichkeit zu erzeugen, fuer brennende Themen, die es sonst nur auf Seite 5, wenn ueberhaupt schaffen. Dass das Salzburger Publikum, beim Kunstgenuss natuerlich nicht mit der Realitaet konfrontiert werden moechte, die es haeufig selbst erzeugt hat, zeigt zu welchem Sarkasmus, Leute wie Sie faehig sind. Einen Redner und Humanisten der Extraklasse, wie Ziegler, nicht hoeren zu wollen und seine Botschaft als unpassendes Gerede abtun zu wollen, spricht nun wirklich nicht fuer das Kultur - und Kunstverstaendniss der Salzburger Veranstalter und des Publikums dort. Es ist sicher bislang nur ganz Wenigen gelungen, sich so zu disqualifizieren, wie Sie es hier tun.
diesen "nicht ganz billigen Kultururlaub" zu bekommen ?
Sie würden wenig Erfolg damit haben, auch wenn Sie "hart
gearbeitet hätten", die Karten gehen jedes Jahr an denselben
Personenkreis...."Bezugsrechte"werden fast schon "vererbt".:)
Klar arbeiten die Adressaten von Zieglers Rede hart...
der Arbeitstag z.B. eines Investmentbankers ist lang,
und als erfolgreicher Spekulant, ist man rund um die Uhr
gefragt...
Sein Thema ist richtig...die strukturellen Ungleichgewichte,
Ungerechtigkeiten, die zum Elend der Menschen in der Dritten
Welt führen, sie könnten gemildert werden, aber das Gegenteil
geschieht.
Das bißchen, was hier in Europa bei Charity thematisiert wird,
ist Therapie des schlechten Gewissens, danach kann man
wieder ungestört sein "weiter wie bisher" leben.
Ich verstehe sein Anliegen gut.....
Bewahren wir uns die Homogenität der Gesellschaft. Es wäre doch wirklich ein Jammer gewesen, wenn die feine Gesellschaft sich über solch einen Rüpel mit mangelndem Taktgefühl hätte brüskieren müssen. -So etwas sind Probleme des Pöbels und dem bourgeoisen Publikum gänzlich fremd. Wirklich löblich das man rechtzeitig Maßnahmen ergriffen hat und die Rede durch etwas "leichter Kost" substituiert hat.
Sagen Sie mal, glauben Sie eigentlich ernsthaft das was Sie schreiben? Ich denke auch bei Anlässen dieser Art ist es sehr wichtig ein wenig Demut zu beweisen und sich seines Glückes bewusst zu werden aber auch der damit verbundenen Verantwortung.
Parallelgesellschaft, einmal anders. Nichts hören, was unangenehm sein könnte; nichts sehen, was das Gewissen trübt; nichts sagen, was der eigenen Attitüde widerspricht.
....aber mach nicht nass.
Das geht mit Jean Ziegler nicht.
Der duscht sein Publikum nachhaltig und das ist gut so.
Ich weiß nicht, was in Salzburg auf dem Programm stand, aber ist der Sinn der Kunst nicht gerade, das vermeintlich Unvereinbare zu vereinen?
Nur Mut: Auch bei Mozarts Musik z.B. (von J.S. Bach mal ganz abgesehen) gilt es doch, die Chance zu nutzen, das Elend dieser Erde durch die wunderbare Musik zu transzendieren.
Wenn Jean Ziegler die Feierlaune stört, ist das nicht sein Problem.
Schade, dass Joachim Gauck einspringt: Bei allem Respekt vor seiner Lebensleistung. Aber er scheint immer noch wehrlos, weil er endlich wählen darf - aber wen?
gegen Elend, denn Kunst ist nie werteneutral und reiner Selbstzeweck zur Erbauung "hart arbeitender Menschen, die sich diesen nicht billigen Kultururlaub goennen". Gerade heute ist es angesichts der brutalen Relitaet notwendig, die Foren zu verlassen um Oeffentlichkeit zu erzeugen, fuer brennende Themen, die es sonst nur auf Seite 5, wenn ueberhaupt schaffen. Dass das Salzburger Publikum, beim Kunstgenuss natuerlich nicht mit der Realitaet konfrontiert werden moechte, die es haeufig selbst erzeugt hat, zeigt zu welchem Sarkasmus, Leute wie Sie faehig sind. Einen Redner und Humanisten der Extraklasse, wie Ziegler, nicht hoeren zu wollen und seine Botschaft als unpassendes Gerede abtun zu wollen, spricht nun wirklich nicht fuer das Kultur - und Kunstverstaendniss der Salzburger Veranstalter und des Publikums dort. Es ist sicher bislang nur ganz Wenigen gelungen, sich so zu disqualifizieren, wie Sie es hier tun.
diesen "nicht ganz billigen Kultururlaub" zu bekommen ?
Sie würden wenig Erfolg damit haben, auch wenn Sie "hart
gearbeitet hätten", die Karten gehen jedes Jahr an denselben
Personenkreis...."Bezugsrechte"werden fast schon "vererbt".:)
Klar arbeiten die Adressaten von Zieglers Rede hart...
der Arbeitstag z.B. eines Investmentbankers ist lang,
und als erfolgreicher Spekulant, ist man rund um die Uhr
gefragt...
Sein Thema ist richtig...die strukturellen Ungleichgewichte,
Ungerechtigkeiten, die zum Elend der Menschen in der Dritten
Welt führen, sie könnten gemildert werden, aber das Gegenteil
geschieht.
Das bißchen, was hier in Europa bei Charity thematisiert wird,
ist Therapie des schlechten Gewissens, danach kann man
wieder ungestört sein "weiter wie bisher" leben.
Ich verstehe sein Anliegen gut.....
Die Prioritäten liegen bei Öl, Gier und Geld.
Spende der BRD an die Rebellen in Libyen: 100 Mio EUR
Spende der BRD an die hungernden Afrikaner: 15 Mio EUR
Quelle: http://www.sueddeutsche.d...
Wer Lust hat, hier ein 2Std YT-Video über Öl und seinen Einfluss "Das Öl-Zeitalter - Der wahre Motor der tragischen Geschichte des 20. Jahrhunderts" http://www.youtube.com/wa...
Ölzeitalter: Bitte zu beachten - das Öl ist die Basis der gesamten Weltwirschaft. Hätte sein Einsatz nicht stattgefunden würde die Welt ganz anders aussehen. Wie? Ich vermute ungefähr wie im Mittelalter.
Dass deshalb Kriege geführt, Regierungen gestürzt oder ernannt wurden, durch Förderung u. Handel viel Geld verdient wurde, ist unbestritten. Das 20.Jh. war ein tragisches Jahrhundert (Kriege, Morde an vielen Bevölkerungen, etc.) war, stimmt, es war aber auch ein Jahrhundert gewaltigen Fortschritts, sowohl materiell als auch spirituell ( aller Rückschläge zum Trotz) - auch dieses basiert auf Öl.
Öl ist sowohl Grundstoff für Nahrungsmittelproduktion, als auch für Medikamentenherstellung, was zu grossem Teil das enorme Bevölkerungswachstum erst ermöglicht hat. Auch wenn die absolute Anzahl der Unterernährten angestiegen ist, ihr Anteil an der Weltbevölkerung ist gesunken. Man soll das Problem Öl eben in seiner Komplexität beurteilen, Vor-und Nachteile abwägen, und es nicht für alles Schlechte verantwortlich machen.
Ölzeitalter: Bitte zu beachten - das Öl ist die Basis der gesamten Weltwirschaft. Hätte sein Einsatz nicht stattgefunden würde die Welt ganz anders aussehen. Wie? Ich vermute ungefähr wie im Mittelalter.
Dass deshalb Kriege geführt, Regierungen gestürzt oder ernannt wurden, durch Förderung u. Handel viel Geld verdient wurde, ist unbestritten. Das 20.Jh. war ein tragisches Jahrhundert (Kriege, Morde an vielen Bevölkerungen, etc.) war, stimmt, es war aber auch ein Jahrhundert gewaltigen Fortschritts, sowohl materiell als auch spirituell ( aller Rückschläge zum Trotz) - auch dieses basiert auf Öl.
Öl ist sowohl Grundstoff für Nahrungsmittelproduktion, als auch für Medikamentenherstellung, was zu grossem Teil das enorme Bevölkerungswachstum erst ermöglicht hat. Auch wenn die absolute Anzahl der Unterernährten angestiegen ist, ihr Anteil an der Weltbevölkerung ist gesunken. Man soll das Problem Öl eben in seiner Komplexität beurteilen, Vor-und Nachteile abwägen, und es nicht für alles Schlechte verantwortlich machen.
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