" Die immigrantenfeindliche Politik ist heute die größte Gefahr für das europäische Erbe"
Žižek: Das Auseinanderbrechen der wirtschaftlichen und politischen Einheit Europas muss unter allen Umständen vermieden werden. Die Griechen sollten jetzt nicht Europa für ihre politischen Probleme verantwortlich machen. Sie haben jahrelang einer gefährlichen Mischung aus Klientelismus und Wohlfahrtstaat gefrönt, die ihre Grenzen erreicht hat. Aber das größte Problem ist Europa selbst. "Was will Europa?", lautet die Frage – um Freuds "Was will das Weib?" zu paraphrasieren. Die heutige Krise ist eine Krise des technokratischen Brüsseler Modells von Europa. Nur eine erneuerte Linke kann Europa retten.
ZEIT ONLINE: Welche Rolle können Philosophen dabei spielen?
Žižek: Philosophen bieten keine Lösungen an. Wir sind keine Spezialisten. Wie Deleuze einmal sagte – dem ich sonst sehr kritisch gegenüber stehe – können wir lediglich die Fragen auf eine neue Weise stellen, die über den Konsens hinausgeht. Viele angebliche Entscheidungsfragen, etwa die zwischen Neoliberalismus und Wohlfahrtstaat und die zwischen Multikulturalismus und geschlossenen Kulturräumen sind nicht so einfach wie sie vielfach behandelt werden. Es sind letztlich die falschen Fragen, die diese falschen Alternativen schaffen.
ZEIT ONLINE: Inwiefern?
Žižek: Nehmen Sie zum Beispiel die europäische Identität, wie sie die Rechtspopulisten heute fordern. Europa ist nicht nur Imperialismus und Kolonialismus, sondern auch Demokratie, Gleichheit und Emanzipation. Selbst im Christentum können sie viele emanzipatorische Ideen entdecken. Ist zum Beispiel der Heilige Geist nicht das erste Modell einer egalitären Gemeinschaft? In diesem Sinne bin ich auch für eine neue europäische Leitkultur. Die angeblichen Verteidiger Europas durch immigrantenfeindliche Politik sind heute die größte Gefahr für dieses europäische Erbe – sie, nicht die armen Muslime sind die wirklichen Barbaren innerhalb unserer Tore.
ZEIT ONLINE: Sie haben selbst den Untergang des real-existierenden Sozialismus erlebt. Die Situation ist heute vor allem deshalb eine andere, weil es keinen ideologischen Gegner gibt, an dem sich die Opposition orientieren könnte.
Žižek: Da haben Sie prinzipiell Recht. Man sollte aber nicht vergessen, dass das Resultat des Umbruchs der Neunziger nicht unbedingt das widerspiegelt, was die Oppositionellen damals wollten. "Solidarnośc" zum Beispiel wollte nicht den Kapitalismus. Es ging um Forderungen nach mehr Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit. Wie so oft hat sich hier eine genuin revolutionäre Situation in ihr Gegenteil verwandelt. Ähnliches können Sie heute in Ägypten sehen. Meine Wette ist, dass eine Allianz zwischen denselben Militärs, die schon unter Mubarak die Macht hatten, und den Muslimbrüdern zustande kommt. Unter denen wird dann ein Kuhhandel stattfinden. Nach dem Motto: Wir lassen euch eure Privilegien, wenn ihr uns unsere Ideologie lasst. Sehr deprimierend ist das.
ZEIT ONLINE: In Ihrem Buch In der Endzeit leben kritisieren Sie insbesondere Kants Zum ewigen Frieden als die Blaupause einer liberalen Ordnung zwischen Rechtsstaatlichkeit und Ökonomie. Weshalb das?
Žižek: Wenn Kant diese neue Weltordnung des "Ewigen Friedens" ohne einen äußeren Feind konzipiert, dann heißt das nur, dass der Feind in ihr überall ist. Heute sehen wir die Auswirkungen davon in der Art und Weise, wie sich der Westen in den letzten Dekaden als Weltpolizei gebärdete, als ob es schon einen Weltstaat gäbe. Wie wir heute überall sehen können, ist die Kehrseite dieses "Ewigen Friedens" der permanente Krieg gegen diejenigen, die als eine Gefahr für den Frieden wahrgenommen werden. Der Krieg gegen den Terror ist die Wahrheit des ewigen Friedens.
ZEIT ONLINE: War die Herabstufung der USA-Bonität nicht ein historischer Einschnitt, die diese Art des Unilateralismus beendete?
Žižek: Man sollte das nicht überbewerten, aber ja. Wir sind in einer multipolaren Welt angekommen. Ironischerweise ist der Abstieg der USA als alleiniger Supermacht ein Resultat der Bush-Regierung. Auch hier ist das "Ende der Geschichte" in sein Gegenteil umgeschlagen: Das wirkliche Erfolgsmodell ist heute nicht mehr die westliche Demokratie, sondern Kapitalismus plus autoritäre Regierung. Ähnlich war es in England zur Zeit der Industrialisierung, das seine Dynamik eben daraus bezog, dass die Adeligen und damit die alten autoritären Machtstrukturen noch eine große Rolle spielten. Der jetzige Wandel zur Multipolarität ist also nicht nur zu begrüßen. China und Indien, die die deutlichsten Gewinner in dieser neuen multipolaren Konstellation sind, müssen heute selbst das Ziel anti-imperialistischer Kritik sein, etwa was Chinas Politik in Myanmar und Indiens Umgang mit der maoistischen Opposition anbelangt.
ZEIT ONLINE: Es gibt also keinen notwendigen Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Menschenrechten wie ihn viele Ideengeschichtler nahelegen?
Žižek: Nein, absolut nicht. Der autoritär geführte Kapitalismus ist der Gewinner der jetzigen Krise. Er ist heute die größte Gefahr für Demokratie und Menschenrechte. Es ist außerordentlich ironisch, dass heute, nach dem Triumph des Kapitalismus über den Kommunismus, die Kommunisten, die an der Macht blieben, die besten Manager des Kapitalismus sind. Dreißig Jahre nachdem Deng Xiaoping sagte, dass nur der Kapitalismus China retten könne, gebärden sich die politische Führer des Westens, als ob nur China den Kapitalismus retten könnte. Hegel hätte diese Umkehrungen geliebt!
- Datum 25.08.2011 - 13:35 Uhr
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Wieviele "Endzeiten" denn noch? C.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc
werter Crest, Sie stimmen sicher mit mir überein, dass auch der Kapitalismus endlich ist und auf dieses Ende freue ich mich.
Noch fehlen Antworten für wichtige Fragen, wie z.B. gerechte Verteilung der geschaffenen Vermögenswerte, humanes und ökologisches Wirtschaften, und nicht zuletzt Demokratie, die diesen Namen auch verdient ...
Wie lange sich diese Agonie noch hinzieht, dass ist die eigentlich deprimierende Frage. Da stimme ich übrigens nicht mit dem Autor überein, der meint nur die Linke könne uns retten. Gerettet wird diese Welt nur in einschlägigen Hollywoodfilmen. Doch wird es sicher einen Paradigmawechsel geben und diese Veränderungen werden aus allen Schichten der Gesellschaft kommen, nicht nur von den Linken.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc
werter Crest, Sie stimmen sicher mit mir überein, dass auch der Kapitalismus endlich ist und auf dieses Ende freue ich mich.
Noch fehlen Antworten für wichtige Fragen, wie z.B. gerechte Verteilung der geschaffenen Vermögenswerte, humanes und ökologisches Wirtschaften, und nicht zuletzt Demokratie, die diesen Namen auch verdient ...
Wie lange sich diese Agonie noch hinzieht, dass ist die eigentlich deprimierende Frage. Da stimme ich übrigens nicht mit dem Autor überein, der meint nur die Linke könne uns retten. Gerettet wird diese Welt nur in einschlägigen Hollywoodfilmen. Doch wird es sicher einen Paradigmawechsel geben und diese Veränderungen werden aus allen Schichten der Gesellschaft kommen, nicht nur von den Linken.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc
der Mann mit dem Namen, für den mir gerade die Zeichen auf der Tastatur fehlen, als er sagte:
"Würde sich ein ehrlicher, gemäßigter Faschist diesen Forderungen nicht anschließen?" zu den Linken Staatsverdrossenen zieht.
Genau diese Parallele wird leider immer noch zu selten wahr genommen und genau darauf sollten wir unser Augenmerk richten, denn der Weg, den das ebnet, ist kein guter, wie ich finde.
...inwiefern sich unsere Interpretation des Kapitalismus noch vom Faschismus unterscheidet. Hauptmerkmal des Faschismus ist der Totalitarimus, also die Gleichschaltung der Bevölkerung auf der intellektuellen Ebene: Man hat sich zu "vermarkten", zu "benchmarken" usw. Der Mensch, der nichts besitzt außer seiner Arbeitskraft wird gezwungen sich (selbst) zu verkaufen. Dass unsere Gesellschaft sich dies nun bis in die letzte, wichtigste Nische einverleibt hat, erkennt man am besten an den Hochschulräten, die aus komplett universitätsfernen Personen aus der Wirtschaft zusammensetzen. Und wie wir wissen: Ein System muss immer dann als totalitär bezeichnet werden, wenn die vorherrschende Ideologie in die Bildung Einzug hält. Dass es dabei viele Verlierer und wenige Gewinner gibt, ist kein bedauerlicher Nebeneffekt, sondern der ganz bewusst gesteuerte, und gewollte Sinn der Sache.
Dass all jene Menschen, die derzeit unzufrieden, gegen den Kapitalismus und für mehr Sozialismus im Land, mit Faschisten gleichzusetzen sind?
Wissen Sie überhaupt, was Faschismus ist? Und wissen Sie, was "linke Staatsverdrossene" sind und weshalb?
Das sollte man schon erklären, wenn man so etwas bejubelt, er selbst macht es ja nicht.
Zugleich wirft er ja den Leuten vor, einen neuen Heeren haben zu wollen, während Sie hier von erstmal fiktiven Personen reden ("Staatsverdrossene"), die eben keinen Staat, keine Herren haben möchten. Das widerspricht sich.
Scheint mehr darauf abzuzielen, mal wieder links mit rechts gleichzusetzen, zwecks Diskreditation.
"der Mann mit dem Namen, für den mir gerade die Zeichen auf der Tastatur fehlen, als er sagte:"
:-)
Geht einfach:
Markieren; Strg + C; Strg + V
Es gibt sogar Leute, die damit fast eine ganze Doktorarbeit "geschrieben" haben :-)
...inwiefern sich unsere Interpretation des Kapitalismus noch vom Faschismus unterscheidet. Hauptmerkmal des Faschismus ist der Totalitarimus, also die Gleichschaltung der Bevölkerung auf der intellektuellen Ebene: Man hat sich zu "vermarkten", zu "benchmarken" usw. Der Mensch, der nichts besitzt außer seiner Arbeitskraft wird gezwungen sich (selbst) zu verkaufen. Dass unsere Gesellschaft sich dies nun bis in die letzte, wichtigste Nische einverleibt hat, erkennt man am besten an den Hochschulräten, die aus komplett universitätsfernen Personen aus der Wirtschaft zusammensetzen. Und wie wir wissen: Ein System muss immer dann als totalitär bezeichnet werden, wenn die vorherrschende Ideologie in die Bildung Einzug hält. Dass es dabei viele Verlierer und wenige Gewinner gibt, ist kein bedauerlicher Nebeneffekt, sondern der ganz bewusst gesteuerte, und gewollte Sinn der Sache.
Dass all jene Menschen, die derzeit unzufrieden, gegen den Kapitalismus und für mehr Sozialismus im Land, mit Faschisten gleichzusetzen sind?
Wissen Sie überhaupt, was Faschismus ist? Und wissen Sie, was "linke Staatsverdrossene" sind und weshalb?
Das sollte man schon erklären, wenn man so etwas bejubelt, er selbst macht es ja nicht.
Zugleich wirft er ja den Leuten vor, einen neuen Heeren haben zu wollen, während Sie hier von erstmal fiktiven Personen reden ("Staatsverdrossene"), die eben keinen Staat, keine Herren haben möchten. Das widerspricht sich.
Scheint mehr darauf abzuzielen, mal wieder links mit rechts gleichzusetzen, zwecks Diskreditation.
"der Mann mit dem Namen, für den mir gerade die Zeichen auf der Tastatur fehlen, als er sagte:"
:-)
Geht einfach:
Markieren; Strg + C; Strg + V
Es gibt sogar Leute, die damit fast eine ganze Doktorarbeit "geschrieben" haben :-)
ist der Gewinner der Krise"
Und das fabulieren ist die liebste Beschäftigung von Kommunisten, jedenfalls solange, bis ihre Weltverbesserungtheorien ihnen wieder erlauben Menschen zu versklaven und in Arbeits- und Umerziehungslager zu schicken.
Das blabla kennt wir nun schon seit Marx und es heute der gleiche nonsense wie damals.
mit lagerdenkern wie ihnen wird es schwer werden eine bessere zukunft kreieren....
Sehr geehrter "Westerland". Es gibt im übrigen eine konservative Kapitalismuskritik, die sich wie Marx auf die Klassiker berufen kann. Die Analyse ist jeweils gleich, die Schlussfolgerungen nur jeweils anders.
Im übrigen fand im Jahr 1938 fand eine Konferenz in Paris statt, das sog. „Colloque Walter Lippmann“, zur Erarbeitung einer neuen Form des Liberalismus als Antwort auf die weltweiten Rezessionen seit Anfang des 20ten Jahrhunderts statt. Dabei wurde der Begriff des Neoliberalismus auf Vorschlag von Prof. Rüstow für den wirtschaftspolitischen Ansatz gewählt, um sich bewusst von dem klassischen Ansatz des Laissez-faire-Liberalismus zu distanzieren!
Der Ansatz des Neoliberalismus hat sich mit der Zeit in verschiedene Richtungen weiterentwickelt. Teilweise lassen sich diese Ansätze unterschiedlichen Autoren und Schulen zuordnen. Dabei wurde der ursprüngliche Ansatz des Neoliberalismus teilweise verfälscht, weshalb die Freuburger Schule in Deutschland sich mit dem Begriff des Ordo-Liberalismus von diesen Neo-Neoklassikern in den USA inhaltlich absetzten.
Die Disukussion um Common Goods ist übrigens eine der Ökonomie immanente Diskussion, die gerade in den USA und durch den Nobelpreis 2009 für die liberale US-Ökonomen Elinor Ostrom unterstrichen wurde.
Also bitte weniger Polemik und sich mehr mit den Tatsachen beschäftigen.
Dass er kein Kommunist ist, zumidnest nicht in jenem Sinne, eher in irgend einem Sinne, aber irgendwas wird er schon sein, man erfährt es ja nicht, da er hauptsächlich von anderen spricht und nicht von sich.
Ach, hin und wieder ist mir Fabulieren durchaus Recht. Frei nach dem Motto: "Müßiggang ist aller Philosophie Anfang"
Als Ergänzung kann ich einen neuen Artikel von Botho Strauß
empfehlen, auf den Götz Kubitschek hinwies.
http://www.faz.net/artike...
bitte bitte: ignorieren sie "westerland".
er schreibt immer solch merkwürdige sachen.
gehen sie einfach nicht darauf ein und lassen sie sich nicht provozieren.
wenn er kein echo erhält, hört er auf.
Bitte diskutieren Sie zum Artikelthema. Wenn Sie Kommentare für bedenklich halten, können Sie diese melden. Danke, die Redaktion/mk
... kennen die Kapitalisten auch. Sie nennen sie Konsumtempel ...
Wenn Sie meinen, dass Marx nur Blabla und Nonsens ist, ist Ihnen leider auch nicht zu helfen. Die besten Schüler Marxens waren oft die Liberalen.
Und was das "Erfolgsmodell" Zizeks anbelangt, so scheint er zumindest so lange im Recht zu sein, bis das Gegenteil belegt ist. China ist im Moment leider das Erfolgsmodell, und Teile dieses "Erfolgsmodells" werden über kurz oder lang auch ganz "alternativlos" in Europa durchgesetzt werden (zuerst in den Krisenländern), und zwar vor allem, was den völligen Abbau der Arbeitnehmerrechte bei gleichzeitigem Demokratieabbau und immer stärkerer polizeilicher Repression anbelangt. Wetten?
Ihr blabla ist nun auch weidlich ausgereizt und sattsam bekannt. Sehen Sie denn in den gegenwärtigen Rettungsversuchen für diese überlebte und übrigens seit gut 50 Jahren als auf einem oder zwei schlichten Rechenfehlern beruhende Form des Wirtschaftens mehr als einen weiteren Versuch, dieser völlig verschlissenen Hose einen weiteren Flicken aufzupappen, damit man den nackten A**** nicht so sieht?
Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/vn
Tja, für Leute wie Sie scheinen sich Gulags und Mauer, also die Diktaturen, die sich Kommunismus nannten (so wie die Nazis sich Sozialisten nannten), immer noch als wunderbare Totschlagargumente für jegliche Kapitalismuskritik zu eignen. Dass Ihr Schwarz-Weiß-Denken absolut realtitätsfern ist, zeigt doch allein das "kommunistische" China, das gleichzeitig der Vorzeigekapitalist und gröbster Menschenrechtsverletzer ist.
Also Ihr blablabla kenne ich auch zu Genüge!-nixx Neues nur reflexartige Argumentation-DANKE REICHT SCHON...
Zitat: "Das blabla kennt wir nun schon seit Marx und es heute der gleiche nonsense wie damals."
Antwort: Wer lesen tut ist eindeutig im Vorteil! Zuerst Marx lesen, dann entstehen niemals solche Sätze. Zu Marx ist alles mögliche zu sagen und gegen seine Schlussfolgerungen ebenso alles mögliche einzuwenden, aber weder blabla noch Nonsense trifft auch nur annähernd. Sondern ist die passende Reflexion des "Kommentators" auf seinen "Kommentar".
mit lagerdenkern wie ihnen wird es schwer werden eine bessere zukunft kreieren....
Sehr geehrter "Westerland". Es gibt im übrigen eine konservative Kapitalismuskritik, die sich wie Marx auf die Klassiker berufen kann. Die Analyse ist jeweils gleich, die Schlussfolgerungen nur jeweils anders.
Im übrigen fand im Jahr 1938 fand eine Konferenz in Paris statt, das sog. „Colloque Walter Lippmann“, zur Erarbeitung einer neuen Form des Liberalismus als Antwort auf die weltweiten Rezessionen seit Anfang des 20ten Jahrhunderts statt. Dabei wurde der Begriff des Neoliberalismus auf Vorschlag von Prof. Rüstow für den wirtschaftspolitischen Ansatz gewählt, um sich bewusst von dem klassischen Ansatz des Laissez-faire-Liberalismus zu distanzieren!
Der Ansatz des Neoliberalismus hat sich mit der Zeit in verschiedene Richtungen weiterentwickelt. Teilweise lassen sich diese Ansätze unterschiedlichen Autoren und Schulen zuordnen. Dabei wurde der ursprüngliche Ansatz des Neoliberalismus teilweise verfälscht, weshalb die Freuburger Schule in Deutschland sich mit dem Begriff des Ordo-Liberalismus von diesen Neo-Neoklassikern in den USA inhaltlich absetzten.
Die Disukussion um Common Goods ist übrigens eine der Ökonomie immanente Diskussion, die gerade in den USA und durch den Nobelpreis 2009 für die liberale US-Ökonomen Elinor Ostrom unterstrichen wurde.
Also bitte weniger Polemik und sich mehr mit den Tatsachen beschäftigen.
Dass er kein Kommunist ist, zumidnest nicht in jenem Sinne, eher in irgend einem Sinne, aber irgendwas wird er schon sein, man erfährt es ja nicht, da er hauptsächlich von anderen spricht und nicht von sich.
Ach, hin und wieder ist mir Fabulieren durchaus Recht. Frei nach dem Motto: "Müßiggang ist aller Philosophie Anfang"
Als Ergänzung kann ich einen neuen Artikel von Botho Strauß
empfehlen, auf den Götz Kubitschek hinwies.
http://www.faz.net/artike...
bitte bitte: ignorieren sie "westerland".
er schreibt immer solch merkwürdige sachen.
gehen sie einfach nicht darauf ein und lassen sie sich nicht provozieren.
wenn er kein echo erhält, hört er auf.
Bitte diskutieren Sie zum Artikelthema. Wenn Sie Kommentare für bedenklich halten, können Sie diese melden. Danke, die Redaktion/mk
... kennen die Kapitalisten auch. Sie nennen sie Konsumtempel ...
Wenn Sie meinen, dass Marx nur Blabla und Nonsens ist, ist Ihnen leider auch nicht zu helfen. Die besten Schüler Marxens waren oft die Liberalen.
Und was das "Erfolgsmodell" Zizeks anbelangt, so scheint er zumindest so lange im Recht zu sein, bis das Gegenteil belegt ist. China ist im Moment leider das Erfolgsmodell, und Teile dieses "Erfolgsmodells" werden über kurz oder lang auch ganz "alternativlos" in Europa durchgesetzt werden (zuerst in den Krisenländern), und zwar vor allem, was den völligen Abbau der Arbeitnehmerrechte bei gleichzeitigem Demokratieabbau und immer stärkerer polizeilicher Repression anbelangt. Wetten?
Ihr blabla ist nun auch weidlich ausgereizt und sattsam bekannt. Sehen Sie denn in den gegenwärtigen Rettungsversuchen für diese überlebte und übrigens seit gut 50 Jahren als auf einem oder zwei schlichten Rechenfehlern beruhende Form des Wirtschaftens mehr als einen weiteren Versuch, dieser völlig verschlissenen Hose einen weiteren Flicken aufzupappen, damit man den nackten A**** nicht so sieht?
Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/vn
Tja, für Leute wie Sie scheinen sich Gulags und Mauer, also die Diktaturen, die sich Kommunismus nannten (so wie die Nazis sich Sozialisten nannten), immer noch als wunderbare Totschlagargumente für jegliche Kapitalismuskritik zu eignen. Dass Ihr Schwarz-Weiß-Denken absolut realtitätsfern ist, zeigt doch allein das "kommunistische" China, das gleichzeitig der Vorzeigekapitalist und gröbster Menschenrechtsverletzer ist.
Also Ihr blablabla kenne ich auch zu Genüge!-nixx Neues nur reflexartige Argumentation-DANKE REICHT SCHON...
Zitat: "Das blabla kennt wir nun schon seit Marx und es heute der gleiche nonsense wie damals."
Antwort: Wer lesen tut ist eindeutig im Vorteil! Zuerst Marx lesen, dann entstehen niemals solche Sätze. Zu Marx ist alles mögliche zu sagen und gegen seine Schlussfolgerungen ebenso alles mögliche einzuwenden, aber weder blabla noch Nonsense trifft auch nur annähernd. Sondern ist die passende Reflexion des "Kommentators" auf seinen "Kommentar".
aber das philosophische Denken scheint der Weg zu sein, auf dem sich Lösungen zeigen können.
mit lagerdenkern wie ihnen wird es schwer werden eine bessere zukunft kreieren....
Es ist reichlich egal. Im Gegenentwurf zum Kapitalismus wird ebenfalls der Mensch zur Ware, hier bestimmt eben ein Kommissar die Quote, und nicht der Preis.
Solange die Menschen nicht aufstehen und sich ihre Freiheit zurückerlangen, sind diese eben Knechte. Was soll die Empörtheit?
Der gute Knecht wechselt bei Bedarf einfach nur die Ideologie/Partei und arbeitet weiter. Warum überwindet der Mensch die Ideologien nicht und wird zum freien Wesen?
"Warum überwindet der Mensch die Ideologien nicht und wird zum freien Wesen?"
1. Jede Gesellschaft benötigt einen Gesellschaftsvertrag, in dem bestimmte Normen und Werte festgelegt werden, an die sich alle halten müssen. Gesellschaft ohne Vertrag ist nicht möglich, weil selbst dann gewisse Regeln gelten würden. Insofern besteht durch das Bestehen einer Gesellschaft (im Sinne von mehreren Menschen leben an einem Ort) immer eine Ideologie.
2. Was soll das bedeuten: "frei". Freiheit ist wahrscheinlich das Wort, das das größte Missverhältnis von ideologischer Übersteigerung und Inhaltsleere aufweist.
Ganz einfaches Beispiel: Als Mitteleuropäer bin ich relativ frei von der Sorge, dass jemand mich mit einem legal gekauften Gewehr auf der Straße abknallt und muss mir keine Gedanken um Krankenhauskosten machen, falls mir etwas passiert. Der Amerikaner ist frei von dem Verbot Waffen zu kaufen und frei von der Pflicht, eine Krankenversicherung zu bezahlen. Wer ist nun freier? Auch hier definiert wieder eine Ideologie, was Freiheit sein soll.
Man könnte jetzt noch auf den Liberalismus eingehen, der die Freiheit im Namen trägt, jedoch nie etwas anderes war als ein Instrument, um eine oligarchische Herrschaft zu rechtfertigen.
Wenn Sie eine derartige Behauptung aufstellen, sollen Sie da auch etwas dranhängen. Behauptungen aufstellen ist einfach, das kann jedes fünfjährige Kind.
Dass der Kapitalismus sich nicht an Menschen orientiert steckt im Namen, in der Definition und in seiner Umsetzung.
Einfach zu sagen, das alles andere ebenso Müll ist, ist eine vielleicht wirksame, aber inhaltlich mieserable Verteidigung.
"Warum überwindet der Mensch die Ideologien nicht und wird zum freien Wesen?"
1. Jede Gesellschaft benötigt einen Gesellschaftsvertrag, in dem bestimmte Normen und Werte festgelegt werden, an die sich alle halten müssen. Gesellschaft ohne Vertrag ist nicht möglich, weil selbst dann gewisse Regeln gelten würden. Insofern besteht durch das Bestehen einer Gesellschaft (im Sinne von mehreren Menschen leben an einem Ort) immer eine Ideologie.
2. Was soll das bedeuten: "frei". Freiheit ist wahrscheinlich das Wort, das das größte Missverhältnis von ideologischer Übersteigerung und Inhaltsleere aufweist.
Ganz einfaches Beispiel: Als Mitteleuropäer bin ich relativ frei von der Sorge, dass jemand mich mit einem legal gekauften Gewehr auf der Straße abknallt und muss mir keine Gedanken um Krankenhauskosten machen, falls mir etwas passiert. Der Amerikaner ist frei von dem Verbot Waffen zu kaufen und frei von der Pflicht, eine Krankenversicherung zu bezahlen. Wer ist nun freier? Auch hier definiert wieder eine Ideologie, was Freiheit sein soll.
Man könnte jetzt noch auf den Liberalismus eingehen, der die Freiheit im Namen trägt, jedoch nie etwas anderes war als ein Instrument, um eine oligarchische Herrschaft zu rechtfertigen.
Wenn Sie eine derartige Behauptung aufstellen, sollen Sie da auch etwas dranhängen. Behauptungen aufstellen ist einfach, das kann jedes fünfjährige Kind.
Dass der Kapitalismus sich nicht an Menschen orientiert steckt im Namen, in der Definition und in seiner Umsetzung.
Einfach zu sagen, das alles andere ebenso Müll ist, ist eine vielleicht wirksame, aber inhaltlich mieserable Verteidigung.
Es klingt schon merkwürdig, wenn ein linker Ideologe den "Heiligen Geist" mit seiner "egalitären Gemeinschaft" warmherzig empfiehlt, die es allenfalls kurzzeitig in einigen Ur-Gemeinden gab und wenig später durch den "autoritären Kapitalismus" der katholischen Kirche abgelöst wurde.
Ganz anrührend wird es, wenn er im Zusammenhang mit den europäischen Werten "Demokratie, Gleichheit und Emanzipation" von den "armen Muslimen" spricht, für die solche Werte Teufelszeug sind.
Solche Argumentationen wirken auf mich irritierend, denn Herr Zizek macht doch eigentlich einen an sich gescheiten Eindruck, wenn man ihm zuhört.
"Ganz anrührend wird es, wenn er im Zusammenhang mit den europäischen Werten "Demokratie, Gleichheit und Emanzipation" von den "armen Muslimen" spricht, für die solche Werte Teufelszeug sind."
Guten Morgen, mir scheint Sie haben den Arabischen Frühling verschlafen. Ich glaube, da ist das Stichwort Demokratie öfters mal gefallen...
herr zyzek ist philosoph. das birgt das privileg, OHNE scheuklappen zu denken. der heilige geist ist, da hat er recht, egalitär. das ist überhaupt nicht abgeirrt.
des weiteren hat er m.e. recht, wenn er von den rechten als sargträger des europäischen gedankens, ja der europäisch geprägten zivilisation spricht. der begriff zivilisation wurde in europa erfunden und steht für die griechische philosophie, römische staatskunst, christliche religion, französische revolution, die reformation, baukunst, musik, aufklärung, staatstheorie, literatur, und und und.
kunst und wissenschaft sind immer offen. unsere gesellschaft kann nur prosperieren, wenn die menschen überzeugt von ihr sind.
offenkundig sind das nicht mehr so viele wie es einmal war, v.a. in spanien, griechenland, england (dem kernland des kapitalismus!). wenn wir in der lage sind zu überzeugen, was wollen uns die armen muslime dann angst einjagen? wenn wir stark und überzeugt von uns sind, geht das nicht. nur die schwachen, zweifelnden haben angst.
tut mir leid, dass sie das irritiert, aber die welt ist eben komplex, das macht herr zizek in diesem interview ja deutlich.
links und rechts, das sollte bedeutungslos werden, es verwirrt mehr, als es erklärt.
"Ganz anrührend wird es, wenn er im Zusammenhang mit den europäischen Werten "Demokratie, Gleichheit und Emanzipation" von den "armen Muslimen" spricht, für die solche Werte Teufelszeug sind."
Guten Morgen, mir scheint Sie haben den Arabischen Frühling verschlafen. Ich glaube, da ist das Stichwort Demokratie öfters mal gefallen...
herr zyzek ist philosoph. das birgt das privileg, OHNE scheuklappen zu denken. der heilige geist ist, da hat er recht, egalitär. das ist überhaupt nicht abgeirrt.
des weiteren hat er m.e. recht, wenn er von den rechten als sargträger des europäischen gedankens, ja der europäisch geprägten zivilisation spricht. der begriff zivilisation wurde in europa erfunden und steht für die griechische philosophie, römische staatskunst, christliche religion, französische revolution, die reformation, baukunst, musik, aufklärung, staatstheorie, literatur, und und und.
kunst und wissenschaft sind immer offen. unsere gesellschaft kann nur prosperieren, wenn die menschen überzeugt von ihr sind.
offenkundig sind das nicht mehr so viele wie es einmal war, v.a. in spanien, griechenland, england (dem kernland des kapitalismus!). wenn wir in der lage sind zu überzeugen, was wollen uns die armen muslime dann angst einjagen? wenn wir stark und überzeugt von uns sind, geht das nicht. nur die schwachen, zweifelnden haben angst.
tut mir leid, dass sie das irritiert, aber die welt ist eben komplex, das macht herr zizek in diesem interview ja deutlich.
links und rechts, das sollte bedeutungslos werden, es verwirrt mehr, als es erklärt.
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