ÖsterreichKabarettist Georg Kreisler ist tot

Er war ein Meister des schwarzen Humors. Der österreichische Humorist Georg Kreisler ist im Alter von 89 Jahren in Salzburg gestorben. von dpa

Georg Kreisler vor einem Auftritt in Fürth

Georg Kreisler vor einem Auftritt in Fürth  |  © Daniel Karmann/dpa

Der österreichische Kabarettist Georg Kreisler ist tot. Der Texter, Musiker und Satiriker starb im Alter von 89 Jahren in einem Krankenhaus in Salzburg an einer schweren Infektion, bestätigte seine Frau Barbara Peters.

Kreisler galt als Meister des schwarzen Humors. Zu seinen bekanntesten Stücken gehören die Lieder Geh'n ma Tauberl vergiften im Park und Wie schön wäre Wien ohne Wiener. In Deutschland schuf sich der vielseitige Komponist und Chansonnier mit dem Hang zum Makabren in den siebziger Jahren im Berliner Theater Die Wühlmäuse ein treues Publikum.

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Seine Fans begeisterte der Künstler mit der dicken Hornbrille und der markanten Stimme mit Spontanität, scharfer Beobachtung und bissigem Witz. Noch vor wenigen Monaten war Kreisler mit seiner Frau auf Lesereise gewesen – unter anderem in Bonn, Stuttgart, Weimar und Heidelberg.

Kreisler wurde am 18. Juli 1922 in Wien geboren. Im Nationalsozialismus musste er als Jude aus seiner Heimat fliehen und ging in die USA. Von dort kehrte er 1955 nach Wien zurück und startete in der legendären Marietta-Bar seine Karriere als Musiker und Kabarettist.

Er verfasste Gedichte und Lieder, schrieb Hörspiele, Kabarettstücke, Theatertexte und Musicals wie die Komödie Heut Abend: Lola Blau. Die Berliner Akademie der Künste übernahm 2007 sein Archiv. Im vergangenen Jahr erhielt er den Friedrich-Hölderlin-Preis für sein Lebenswerk.

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Leserkommentare
  1. 2011 ist ein schlimmes Jahr für den deutschsprachigen Humor.

    • irridae
    • 23. November 2011 7:10 Uhr

    Grüß den Helmut, den Hugo und die anderen schön. Ihr habt es jetzt sicher lustig da oben!

  2. "... ja, er ist halt General, da ist der Schaden schon total..." - der Mann hatte einen Humor, daß einem das Lachen teilweise im Halse stecken blieb. Einmalig! RIP

  3. Ein ganz Großer ist von uns gegangen. Sein Werk wird unvergessen bleiben und hat viele Zeitgenossen in ihrer politischen Sozialisation geprägt und inspiriert. Rest in peace Georg. Muss jetzt Schluss machen, denn ich bin zum "Taubenvergiften im Park" verabredet.

    • A-Man
    • 23. November 2011 8:59 Uhr

    Dieser Mann hätte sich einen ausführlichen und unmfangreichen Artikel verdient.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Im Sommer veröffentlichte Zeit online noch ein ausführliches Interview mit Georg Kreisler: "Man schreibt Böses, um Gutes zu bewirken" http://www.zeit.de/2011/3...

    • Gerry10
    • 23. November 2011 9:29 Uhr

    ...nie werde ich seinen offnen Brief an Wien aus dem Jahr 1996 vergessen in dem er den Präsidenten bittet, daß man ihn von der Liste der Geburtstagsgratulanten nimmt weil er kein Österreicher ist.
    Denn nach 1945 wurden nur die wieder Österreicher "die mitgemacht haben", da er aber fliehen musste und auf amerikanischer Seite gekämpft hat, hätte er sich um die Staatsbürgerschaft bewerben müssen.
    Brilliant, bissig, ein kompromissloser Kritiker der Gesellschaft.

  4. hätte man sich auch ganz sparen können.

  5. Im Sommer veröffentlichte Zeit online noch ein ausführliches Interview mit Georg Kreisler: "Man schreibt Böses, um Gutes zu bewirken" http://www.zeit.de/2011/3...

    Antwort auf "In 20 Zeilen?"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Georg Kreisler | Theater | Alter | Archiv | Berliner Akademie der Künste | Gedicht
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