Der österreichische Kabarettist Georg Kreisler ist tot. Der Texter, Musiker und Satiriker starb im Alter von 89 Jahren in einem Krankenhaus in Salzburg an einer schweren Infektion, bestätigte seine Frau Barbara Peters.

Kreisler galt als Meister des schwarzen Humors. Zu seinen bekanntesten Stücken gehören die Lieder Geh'n ma Tauberl vergiften im Park und Wie schön wäre Wien ohne Wiener. In Deutschland schuf sich der vielseitige Komponist und Chansonnier mit dem Hang zum Makabren in den siebziger Jahren im Berliner Theater Die Wühlmäuse ein treues Publikum.

Seine Fans begeisterte der Künstler mit der dicken Hornbrille und der markanten Stimme mit Spontanität, scharfer Beobachtung und bissigem Witz. Noch vor wenigen Monaten war Kreisler mit seiner Frau auf Lesereise gewesen – unter anderem in Bonn, Stuttgart, Weimar und Heidelberg.

Kreisler wurde am 18. Juli 1922 in Wien geboren. Im Nationalsozialismus musste er als Jude aus seiner Heimat fliehen und ging in die USA. Von dort kehrte er 1955 nach Wien zurück und startete in der legendären Marietta-Bar seine Karriere als Musiker und Kabarettist.

Er verfasste Gedichte und Lieder, schrieb Hörspiele, Kabarettstücke, Theatertexte und Musicals wie die Komödie Heut Abend: Lola Blau. Die Berliner Akademie der Künste übernahm 2007 sein Archiv. Im vergangenen Jahr erhielt er den Friedrich-Hölderlin-Preis für sein Lebenswerk.