Pop von Rihanna Billig und willig
Rihannas neues Album "Talk That Talk" dreht sich um Plastik, Sex, Beats. Sie findet ihren Platz in der tristen Barbie-Parade, die von Amerika aus um die Welt stiefelt.
© Universal Music

Rihanna singt von der Liebe.
Die USA haben ihren Supermachtstatus auf vielen Gebieten eingebüßt. Doch wenn es um Glamour und Sexsymbole geht, richten sich immer noch alle Augen auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Hollywood und die Popbranche produzieren weiterhin die optischen Standards, an denen sich der Rest der Welt orientiert. Wichtige Instanzen in Sachen weiblicher Idealmaße sind dabei der R'n'B und der Dancepop, die mittels ihrer hoch spezialisierten Fabrikationsmethoden eine Monokultur singender Plastikpüppchen durchgesetzt haben.
Ob Britney Spears, Christina Aguilera, Kesha, Katy Perry, Shakira, Beyoncé – letztlich sind sie alle nur leicht abgewandelte Variationen ein und desselben langmähnigen, spärlich bekleideten, sexuelle Verfügbarkeit signalisierenden Prototyps. Selbst wer einmal anders begonnen hat, wie Kelis, die auf ihrem Debüt mit regenbogenfarbener Afromähne zu sehen war und "I Hate You So Much Right Now!" brüllte, trällerte schon bald darauf über ihren Milkshake und lutschte lasziv an Lollis. Oder Nelly Furtado: Sie begann 2000 als hippieske Songwriterin (I'm Like a Bird) und inszenierte sich sechs Jahre später als lasziver Maneater.
Angesichts dieser tristen Barbie-Parade weiß man erst mal, was man an Madonna und Lady Gaga hat. Natürlich gehört auch bei ihnen Sexyness zur Strategie, doch im Unterschied zu ihren Kolleginnen, ist es nicht die einzige Strategie. Bei ihnen gibt es Raum für Überraschungen oder Exkursionen ins Freakhafte. Zudem können sie glaubhaft vermitteln, ihre Inszenierungen selbst zu kontrollieren, wohingegen Britney & Co. stets wie ferngesteuert wirken.
Selbst eine Genre-Größe wie Beyoncé muss im Booklet ihres aktuellen Albums 4 in diversen knappen Kostümchen posieren, obwohl sie sich musikalisch eher als gereifte Diva in der Whitney-Houston-Nachfolge positioniert. Nützen wird das der 30-Jährigen trotzdem nicht viel, denn ihren Thron hat längst ein jüngeres, wendigeres, willigeres Exemplar übernommen: Rihanna, Protegé von Beyoncés Ehemann Jay-Z. Er begleitete sie vor vier Jahren auf ihrer ersten großen Hitsingle Umbrella und rappt auch auf dem Titelsong ihres neuen Albums Talk That Talk wieder an ihrer Seite.
Es ist die sechste CD-Veröffentlichung der 23-jährigen Sängerin in sechs Jahren. Sie hat weltweit 30 Millionen Alben verkauft und erreicht derzeit auch durch Gastauftritte – etwa bei Coldplay – eine Omnipräsenz wie kaum ein anderer aktueller R-'n'-B-Star. Das muss auch so sein, beruht ihr Geschäftsmodell doch auf dem Porno-Prinzip der ständigen Reizerneuerung und Reizverstärkung. Ihr Alleinstellungsmerkmal war bisher die Verbindung von Sex und Gewalt. Seit Rihanna vor knapp drei Jahren von ihrem damaligen Freund Chris Brown, einem Soul-Sänger, verprügelt worden war, hat sie hier quasi einen Glaubwürdigkeitsbonus. Das anschließend veröffentlichte Album Rated R geriet recht düster und wurde als Abrechnung mit dem Ex gewertet. Auf dem Nachfolger Loud sang sie im letzten Jahr von ihrer Vorliebe für Ketten und Peitschen – S&M hieß das Stück. Und in einem Duett mit Eminem findet sie Gefallen an häuslicher Gewalt (I Like the Way it Hurts).
- Datum 23.11.2011 - 18:52 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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...ist die momentane "POP-Kultur" m.E. auch. Zwischen den Künstlern des Genres nicht nur aus Übersee,ist irgendwie kaum ein bis gar kein Unterschied auszumachen.Alles scheint vom selben Produzenten zu stammen der bestrebt ist, solange der Rubel rollt,noch schnell ein Album zusammen zu schustern.
Eine Mindestquote für deutsche Rockmusik,wie sie es einst Heinz Rudolf forderte, halte ich zwar für nicht notwendig,allerdings lag lag er mit seiner Aussage, daß die Flut ausländischer Musik eben auch eine Menge Schund mit sich bringe,nicht gänzlich falsch.
Über Geschmack,lässt sich aber bekanntlich nicht streiten.
Die Situation ist doch in Deutschland auch nicht besser! Höre ich mir Bands wie Juli, Silbermond oder Ich & Ich (und wie der ganze Chartkram sonst noch heißt) an, überkommt mich genau das gleiche Grausen! Viele Radiosender unterstützen das dann auch noch, indem sie die immer gleichen paar Songs bis zum erbrechen rauf und runter nudeln. Das schlimmste ist: bei Songs auf Deutsch kann ich nicht mal die trivialen Texte der "Künstler" ignorieren....
Die Plattenfirmen wollen oftmals einfach kein Risiko eingehen, nichts in ausgefallene Projekte investieren, weil man am liebsten Geld ohne Risiko scheffeln will. All die wirklich musikinteressierten Leute die ich kenne hören sowieso keine "Chart"musik, sondern haben sich "ihre" Niesche gesucht, egal ob das jetzt Hip Hop, Rock, Metal, Indie oder elektronische Musik ist.
Die Situation ist doch in Deutschland auch nicht besser! Höre ich mir Bands wie Juli, Silbermond oder Ich & Ich (und wie der ganze Chartkram sonst noch heißt) an, überkommt mich genau das gleiche Grausen! Viele Radiosender unterstützen das dann auch noch, indem sie die immer gleichen paar Songs bis zum erbrechen rauf und runter nudeln. Das schlimmste ist: bei Songs auf Deutsch kann ich nicht mal die trivialen Texte der "Künstler" ignorieren....
Die Plattenfirmen wollen oftmals einfach kein Risiko eingehen, nichts in ausgefallene Projekte investieren, weil man am liebsten Geld ohne Risiko scheffeln will. All die wirklich musikinteressierten Leute die ich kenne hören sowieso keine "Chart"musik, sondern haben sich "ihre" Niesche gesucht, egal ob das jetzt Hip Hop, Rock, Metal, Indie oder elektronische Musik ist.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.
Rihanna bewegt sich richtig.
Macht Rihanna jetzt Musik oder Pornos? Oder macht sie Musik für Pornos?
Oder ist das amerikanische Leben ein Porno, wenn man zur 1 % gehört?
Ist dieses Produkt also ein zynisches? Ist sie menschlich oder ein Roboter, ein Automat?
Wir werden es wohl nie erfahren. Das weiss nur der Jigga, er ist ja schließlich ihr Schutzbefohlener.
da kann ich meinen Vorkommentatoren nur zustimmen. Aber...es gibt auch Licht im Dunkel....Jesse J!!
Dagegen kann die restliche "so called" R&B Bagage einpacken. Ihr Live Lonzert hat mich echt umgehauen. Auch wenns..naja..Retro ist, kommt ihr Stil im Gegensatz zu Rihanna und Konsorten jedenfalls ziemlich frisch und eigenständig rüber.Sie setzt ihre Stimme ein wie ein Leadgitarrist.(takes a humble bow)
...von Rihanna war nicht Umbrella.
Umbrella ist auf dem 3. Album. Zuvor veröffentlichte sie schon "Pon de Replay", "S.O.S" (war auch auf der damaligen Bravo-Hits) und "Unfaithful", eines der besten Lieder, die ich je gehört habe.
DIe Chartplatzierungen waren 6, 2 und 2. Spricht man da bei der Zeit nicht von einem Hit? (alle über 4 Mio mal verkauft, hab grad bei Wikipedia nachgeschaut)
Die ersten 2 Alben warn erste Klasse für eine so junge Musikerin, doch dann kam das Geld, und mit ihm billiger Trash-Pop bzw Trash-Elektro. Wobei ich sagn muss: im Gegensatz zu den meisen anderen dieser Musikrichtung gefällt mir ihre Musik noch einigermaßen, wenn sie im Radio läuft. Geschmackssache.
darum hör ich metal.
Metal besser sei, der reproduziert auch nur seit 30 Jahren dieselben Klischees ohne Inhalt oder Aussage.
@topic: Sie ist nur das Produkt der amerikanischen(und unserer) Gesellschaft, von daher ist das was sie bringt nicht besonders erstaunlich, erstaunlich ist es wenn jemand kein Produkt der Gesellschaft ist.
Metal besser sei, der reproduziert auch nur seit 30 Jahren dieselben Klischees ohne Inhalt oder Aussage.
@topic: Sie ist nur das Produkt der amerikanischen(und unserer) Gesellschaft, von daher ist das was sie bringt nicht besonders erstaunlich, erstaunlich ist es wenn jemand kein Produkt der Gesellschaft ist.
Ja, die Frau hat halt ne charakteristische Stimme und sieht gut aus (jaja, ich weiß, beides 80mal durch die Tube gedreht, damit's auch der letzte glaubt, die ersten aber schon nicht mehr...)
So jemanden zu managen ist heutzutage verlockender als Berater des Präsidenten zu werden, analog dazu wird der Superstar dem Staatsoberhaupt als Idealberuf vorgezogen - was soll man machen?
Weghören? Vielleicht - und doch, es geht! Jeder Depp weiß, dass er Radio und Fernseher (oder gewisse Programme darin) nicht anschalten darf, wenn er bestimmte Dinge nicht hören will. Man kann aber auch auf die Suche nach Musik gehen, die es wert ist, gehört zu werden, weil man da nicht genauso leer (oder gar leerer) zurückkommt, als man war, bevor man die musikalische Reise angetreten hat.
In diesem Zusammenhang übrigens: Ich würde mich freuen, wenn die ZEIT mal über die Band "Tool" berichten würde. Der Sänger hat mit seinem Elektro-RnB-Dub-Prog-Rock-(?)Nebenprojekt "Puscifer" gerade erst eine Platte rausgebracht, wäre also auch aktuell.
Also doch, ich glaube, dass man über bestimmte Aspekte in der Kunst durchaus streiten kann. Es gibt ja schon mindestens den Unterschied zwischen "Mist", "Nicht meins, aber schön" und "Fantastico! Geil und Schön!"
... eine Empfehlung für Tool!! Ich bin quasi gerührt.
Tatsächlich eine gute Empfehlung an die ZEIT, denn mit ein wenig Recherche springt sogar noch eine nette Wein-Kolumne als Zugabe raus :-)
Und Rihanna? Ich gehöre zwar zu denen, die wissen, was man besser nicht einschalten sollte. Aber so ganz entgeht man diesem Plastikpop ja doch nicht. Massenware halt.
Kein Wunder, dass immer weniger Leute bereit sind, für Musik Geld auszugeben. Sie ist es halt nicht wert.
... eine Empfehlung für Tool!! Ich bin quasi gerührt.
Tatsächlich eine gute Empfehlung an die ZEIT, denn mit ein wenig Recherche springt sogar noch eine nette Wein-Kolumne als Zugabe raus :-)
Und Rihanna? Ich gehöre zwar zu denen, die wissen, was man besser nicht einschalten sollte. Aber so ganz entgeht man diesem Plastikpop ja doch nicht. Massenware halt.
Kein Wunder, dass immer weniger Leute bereit sind, für Musik Geld auszugeben. Sie ist es halt nicht wert.
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