Calixto Bieitos "Freischütz" Der nackte Max in der Wolfsschlucht

Die Inszenierungen des Regierabauken Calixto Bieito sind meist roh, düster und explizit. Sein magischer "Freischütz" in Berlin ist erst ab 16 Jahren freigegeben.

Wie wäre es denn, anlässlich dieser immerhin mit einer echten Altersbegrenzung versehenen Freischütz-Premiere ("empfohlen ab 16 Jahren") als Erstes nach Dresden zu fahren und an Carl Maria von Webers Grab auf dem Alten Katholischen Friedhof ein paar Blümchen niederzulegen? Blümchen des Dankes: für diese vor Intelligenz und Theatersinn nur so sprühende, Innigkeit meißelnde, versunkene Volksseelen weckende, gefährlich in Vergessenheit geratende Musik! Seit Jahren stand einem diese Partitur nicht mehr so plastisch vor Ohren, so aller klanglichen Drolligkeiten und Betulichkeiten entkleidet, so trocken, mürbe und roh.

Das ist, in erster Linie, das Verdienst von Patrick Lange und dem Orchester der Komischen Oper, die gleich in der Ouvertüre ein Spektrum an Farben der Finsternis auflegen, das man kaum für möglich gehalten hätte. Dabei geht es Lange nicht um Licht und Schatten, um die harten Kanten und Scherenschnitteffekte eines "psychologischen Thrillers" (so der Untertitel des Abends). Vielmehr taucht er – wie auch Rebecca Ringsts auratisches Einheitsbühnenbild – das Ganze ins Zwielicht und in jene Dämmerung kurz vor Einbruch der Dunkelheit, in der nicht mehr der Mensch die Welt betrachtet, sondern die Welt den Menschen. Und Franck Evins meisterliche Lichtgestaltung mit ihren fahlen, gebrochenen Silber- und Bronzetönen verstärkt diese Wahrnehmung noch, weitet sie ins Synästhetische hinein.

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Der polternde Jägerchor ist also nicht die Kehrseite des säuselnden Jungfernkranzes, und überhaupt existiert hier keine nach konventionellem musikalischem und/oder psychologischem Verständnis irgend heile Fassade mehr, hinter der das Böse brodelte oder Abgründe gähnten. Nein, alles ist Abgrund, ist Angst, Not, Beklemmung und gerade in seiner Selbstverständlichkeit furchtbar. Selbst Agathes Kavatinen verströmen mehr den Geruch von essigsaurer Tonerde als Veilchendüfte (was allerdings auch an der Besetzung mit Ina Kringelborn liegt, die sich in der Partie enorm schwertut). Im Laufe der vier Akte mag Lange nun an Intensität einbüßen, auch fehlt ihm in der Koordination zwischen Bühne und Graben bisweilen die Genauigkeit. Die großen Ensembles aber, das Terzett "Oh, diese Sonne" aus dem ersten Akt oder das Finale Schaut, o schaut! Er traf die eig'ne Braut!, sind ergreifende Höhepunkte, richten sich nicht zuletzt dank des von André Kellinghaus so differenziert und sensibel einstudierten Chores wie klingende Klagemauern auf.

Was das Auge sieht, glaubt nicht nur das Herz, sondern hört auch das Ohr? Das wäre für Calixto Bieitos Inszenierung kein kleines Kompliment. Die Geschichte des glücklosen Max, der seine Liebe zu Agathe mit einem Probeschuss unter Beweis stellen soll und sich in der Nacht davor, in der berüchtigten Wolfsschlucht-Szene, Freikugeln gießen lässt, eine Art romantisches Viagra, um dann doch daneben zu schießen und nur von einem christlichen Deus ex machina und Eremiten noch gerettet zu werden – diese Geschichte von deutscher Sehnsucht und Seele, vom Tier im Manne und Menschen, von Träumen und Trieben (uraufgeführt 1821 im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt) spielt bei Bieito im Wald. Und so trollt sich gleich mit Einsatz der Hörner in der Ouvertüre eine lebensechte Sau über die Szene, herzig schnopernd und schmatzend und hübsch im Gegenlicht. Treiben die Jäger ihre brutalen Spielchen zu Beginn mehr im Unterholz und in knöcheltief raschelndem Herbstlaub, senken sich alsbald kahle Baumstämme aus dem Schnürboden herab: Sinnbild einer sich verfestigenden, ausweglosen Lage. Dass die Stämme nach der Pause kreuz und quer gefällt darniederliegen, ist zwar nicht anders zu erwarten, tut der hoch ästhetischen Magie, der Sogkraft des Raumes aber keinen Abbruch.

Großartig sind die szenischen Übergänge, die der katalanische Regisseur schafft: Wenn Ännchen und Agathe, kaum dass des bösen Kaspars Rachearie den ersten Akt beschlossen hat, mit einer Handvoll Luftballons und im karnevalistischen Miss-Piggy-Outfit (sehr überlegt: das Kostümbild von Ingo Krügler) von weit hinten die Bühne entern, glucksend, kichernd, stolpernd. Auch Junggesellinnenabschiede können blöde sein. Oder wenn das Setting der Wolfsschlucht zunächst nicht mehr verlangt als ein paar schummrige Schnapsflaschenlichter, die Kaspar im Kreis aufstellt. Das Wilde, Monströse, Anti-Zivilisatorische, es wohnt ganz unspektakulär mitten unter uns. Carsten Sabrowskis sonorer Kaspar übrigens gehört neben Günther Papendells fürstlich-wohllautendem Ottokar zu den sängerischen Glanzlichtern des Abends, und das sagt viel über die aktuelle Ensemblepflege an Berlins kleinstem Opernhaus. Das Publikum quittiert’s bei beiden mit dankbaren Bravi am Schluss.

Leser-Kommentare
  1. und es wird immer langweiliger. Ob es nun Bieito ist oder Konwitschny, der versucht sich als Zadek der Opernwelt zu etablieren - solange die Regie nicht dem Werk dient, schadet sie der Oper, verdunkelt die Leistung der Sänger, verliert ihr Publikum.

    Sicher ist der Freischütz ein sehr schwer zu inszenierendes Stück. Verhackstücken ist aber nicht die Antwort. Obszönitäten helfen schon mal gar nicht. Diese Inszenierung dient nur der Eitelkeit des "Rabauken" Bieito.

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    Das wahre Drama ist, dass die heutigen Theaterregisseure sich selbst als Künstler, statt als Diener des Werkes und der wahren Künstler (Komponist, Sänger Orchester) sehen. Da das Talent dieser Dilettanten jedoch ganz offensichtlich nicht ausreicht selbst ein Kunstwerk zu schaffen, erdreisten sie sich in die Kunstwerke anderer neu zu inszenieren und zu modernisieren“, insbesondere damit der dumme Zuschauer endlich die wahre Intention des Komponisten erkennt (die sind nämlich alle blöd, die Zuschauer).
    Da sie dabei keine weitere Einsicht vermitteln, als die eigene pseudo-intellektuelle Interpretation des Stückes, ist der Erkenntnisgewinn jedoch fast null.

    Zudem ist eine Regie, die nicht dem Werk dient (oder sich gar erdreisten das Werk umzuschreiben), einer Übermalung von Mona Lisas Lächeln mit der Begründung gleichzusetzen, dass das Lächeln in Neon-Farben dem Betrachter einfach deutlicher wird.

    Der reine Hohn ist, dass derartiger Unsinn auch noch mit Millionen subventioniert werden; aber das Theatermanagement ist mit den Akteuren des Regietheaters mittlerweile eine inzestuöse Beziehung eingegangen, die die Hoffnung auf Besserung im Keim erstickt; und über die Rolle der Kritiker oder „Kulturjournalisten“ in diesem Trauerspiel schweigt man besser…

    Das wahre Drama ist, dass die heutigen Theaterregisseure sich selbst als Künstler, statt als Diener des Werkes und der wahren Künstler (Komponist, Sänger Orchester) sehen. Da das Talent dieser Dilettanten jedoch ganz offensichtlich nicht ausreicht selbst ein Kunstwerk zu schaffen, erdreisten sie sich in die Kunstwerke anderer neu zu inszenieren und zu modernisieren“, insbesondere damit der dumme Zuschauer endlich die wahre Intention des Komponisten erkennt (die sind nämlich alle blöd, die Zuschauer).
    Da sie dabei keine weitere Einsicht vermitteln, als die eigene pseudo-intellektuelle Interpretation des Stückes, ist der Erkenntnisgewinn jedoch fast null.

    Zudem ist eine Regie, die nicht dem Werk dient (oder sich gar erdreisten das Werk umzuschreiben), einer Übermalung von Mona Lisas Lächeln mit der Begründung gleichzusetzen, dass das Lächeln in Neon-Farben dem Betrachter einfach deutlicher wird.

    Der reine Hohn ist, dass derartiger Unsinn auch noch mit Millionen subventioniert werden; aber das Theatermanagement ist mit den Akteuren des Regietheaters mittlerweile eine inzestuöse Beziehung eingegangen, die die Hoffnung auf Besserung im Keim erstickt; und über die Rolle der Kritiker oder „Kulturjournalisten“ in diesem Trauerspiel schweigt man besser…

  2. @pussycat:
    stimme jedem Wort ihres Beitrages zu.
    Wie können wir nur erreichen, dass diese Möchtegerne und Zerstörer begreifen, dass wir ihre Motive, im besten Falle Eitelkeit, im schlimmsten Falle Dummheit, längst durchschaut haben?

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    denn diese Leute bewegen sich in hermetischen Konsensgruppen. Das beginnt schon im Studium. Beispiel: da hat ein Student der Musiktheaterregie in einer Projektarbeit die Sänger als menschengroße Brathähnchen kostümiert. Seine Kommilitonen unterhielten sich über das Gesehene, und der Tenor der Fachsimpelei war, die Szene sei "gut gelöst". Schon da werden die Grundlagen falsch gegeben, was soll später im Beruf daraus werden? Ein Wettlauf um die Aufmerksamkeit der Medien, das Prinzip ist "schrill und schockierend".

    Es gibt nur ein Gegengift, so zuwider es mir auch ist: Boycott. Bis die Subventionen gestrichen werden und das zahlende Publikum wieder in den Mittelpunkt rückt.

    denn diese Leute bewegen sich in hermetischen Konsensgruppen. Das beginnt schon im Studium. Beispiel: da hat ein Student der Musiktheaterregie in einer Projektarbeit die Sänger als menschengroße Brathähnchen kostümiert. Seine Kommilitonen unterhielten sich über das Gesehene, und der Tenor der Fachsimpelei war, die Szene sei "gut gelöst". Schon da werden die Grundlagen falsch gegeben, was soll später im Beruf daraus werden? Ein Wettlauf um die Aufmerksamkeit der Medien, das Prinzip ist "schrill und schockierend".

    Es gibt nur ein Gegengift, so zuwider es mir auch ist: Boycott. Bis die Subventionen gestrichen werden und das zahlende Publikum wieder in den Mittelpunkt rückt.

  3. denn diese Leute bewegen sich in hermetischen Konsensgruppen. Das beginnt schon im Studium. Beispiel: da hat ein Student der Musiktheaterregie in einer Projektarbeit die Sänger als menschengroße Brathähnchen kostümiert. Seine Kommilitonen unterhielten sich über das Gesehene, und der Tenor der Fachsimpelei war, die Szene sei "gut gelöst". Schon da werden die Grundlagen falsch gegeben, was soll später im Beruf daraus werden? Ein Wettlauf um die Aufmerksamkeit der Medien, das Prinzip ist "schrill und schockierend".

    Es gibt nur ein Gegengift, so zuwider es mir auch ist: Boycott. Bis die Subventionen gestrichen werden und das zahlende Publikum wieder in den Mittelpunkt rückt.

    Antwort auf "Der nackte Max....."
  4. Das wahre Drama ist, dass die heutigen Theaterregisseure sich selbst als Künstler, statt als Diener des Werkes und der wahren Künstler (Komponist, Sänger Orchester) sehen. Da das Talent dieser Dilettanten jedoch ganz offensichtlich nicht ausreicht selbst ein Kunstwerk zu schaffen, erdreisten sie sich in die Kunstwerke anderer neu zu inszenieren und zu modernisieren“, insbesondere damit der dumme Zuschauer endlich die wahre Intention des Komponisten erkennt (die sind nämlich alle blöd, die Zuschauer).
    Da sie dabei keine weitere Einsicht vermitteln, als die eigene pseudo-intellektuelle Interpretation des Stückes, ist der Erkenntnisgewinn jedoch fast null.

    Zudem ist eine Regie, die nicht dem Werk dient (oder sich gar erdreisten das Werk umzuschreiben), einer Übermalung von Mona Lisas Lächeln mit der Begründung gleichzusetzen, dass das Lächeln in Neon-Farben dem Betrachter einfach deutlicher wird.

    Der reine Hohn ist, dass derartiger Unsinn auch noch mit Millionen subventioniert werden; aber das Theatermanagement ist mit den Akteuren des Regietheaters mittlerweile eine inzestuöse Beziehung eingegangen, die die Hoffnung auf Besserung im Keim erstickt; und über die Rolle der Kritiker oder „Kulturjournalisten“ in diesem Trauerspiel schweigt man besser…

    • FranL.
    • 31.01.2012 um 18:58 Uhr

    So etwas kommt dabei heraus, wenn sich die Regisseure für wichtiger halten als Komponist, Sänger, Musiker und Dirigent. Muß herrlich gewesen sein, als in der Oper noch die Musik im Vordergrund stand, aber das ist ja altmodisch. Natürlich muß man auch mal etwas Neues wagen und, falls nötig, mit lieben Gewohnheiten brechen, aber diese Blut-und-Sperma-Orgien, die, zumindest in den großen (deutschsprachigen) Theatern zur Regel geworden sind, sind weder neu noch revolutionär, sondern schlicht langweilig. Einen Skandal für das Feuilleton zu inszenieren, ist leicht, ein paar Nackte und ein paar Ekelszenen und schon gibt es Buhrufe aus dem Publikum und Beifall vom Feuilleton. Ein Stück, gleich ob Musik-oder Sprechtheater so zu inszenieren, daß es nicht nur dem heutigen Publikum verständlich wird sondern auch dem Komponisten/ Autor, gerecht wird, ist da schon schwieriger.

    Ich werde den Eindruck nicht los, daß viele Regisseure, beileibe nicht nur Bieito, bei einem Psychiater oder Psychoanalytiker viel besser aufgehoben wären. Für einen Freudianer bietet die hier besprochene Inszenierung sicher viel Stoff für eine Fallstudie, einem Opernliebhaber kommt hier wohl eher das Grausen an.

    • th
    • 31.01.2012 um 19:55 Uhr

    "Ich, Gott und die Welt" alles gesagt, was zu dieser Art "Regietheater" zu sagen ist, und übrigens sehr schön illustriert.

  5. Schon mal darüber nachgedacht, dass die Musik des Freischütz möglicherweise eine ganz andere und eine viel interessantere Geschichte erzählt, als der zugrundeliegende, harmlos scheinende Text?

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    da ist der Besserversteher. Ich hatte schon auf Sie gewartet, wäre ein Wunder gewesen, wenn der Besserversteher nicht erschienen wäre.

    Zu Ihrem Anliegen: nein, wir alle denken überhaupt nicht über die Oper nach, die Musik des Freischütz hören wir wie die im Musikantenstadl und wir glauben alle, Samiel fährt mit Kaspar zur Hölle. Schon mal darüber nachgedacht, wie arrogant Sie über uns, die "obigen Kommentatoren", denken? Schon mal darüber nachgedacht, warum wir die Oper lieben?

    gehen wir nur in die Oper, um unsere Abendgarderobe auszuführen.

    Jede gute Geschichte ist auf andere Lebenssituationen anwendbar, das ist eines von den wesentlichen Dingen die eine gute Geschichte ausmachen. Ob die Geschichte jedoch tatsächlich als Analogie geplant war, bleibt in den meisten Fällen das Geheimnis des Komponisten.

    Auf jeden Fall unnötig ist es jedoch, dass das Publikum vergewaltigt wird und sich mit der pseudo-intellektuellen Interpretation des Regisseurs auseinandersetzten MUSS, statt die Geschichte selbst interpretieren und auf die eigene Lebenssituation anwenden zu KÖNNEN.

    Im Übrigen kann auch der einfache emotionale und sensorische Genuss der Musik und ihrer Darbietung ausreichen. Es ist kein Zeichen von Intelligenz alles intellektualisieren zu müssen. Manchmal ist etwas einfach gut, wie es ist und darf auch als solches genossen werden ohne, dass man sich dessen schämen muss...

    @mandarinchen:
    "Schon mal darüber nachgedacht,....? Warum sollten wir, wir haben doch sie!

    da ist der Besserversteher. Ich hatte schon auf Sie gewartet, wäre ein Wunder gewesen, wenn der Besserversteher nicht erschienen wäre.

    Zu Ihrem Anliegen: nein, wir alle denken überhaupt nicht über die Oper nach, die Musik des Freischütz hören wir wie die im Musikantenstadl und wir glauben alle, Samiel fährt mit Kaspar zur Hölle. Schon mal darüber nachgedacht, wie arrogant Sie über uns, die "obigen Kommentatoren", denken? Schon mal darüber nachgedacht, warum wir die Oper lieben?

    gehen wir nur in die Oper, um unsere Abendgarderobe auszuführen.

    Jede gute Geschichte ist auf andere Lebenssituationen anwendbar, das ist eines von den wesentlichen Dingen die eine gute Geschichte ausmachen. Ob die Geschichte jedoch tatsächlich als Analogie geplant war, bleibt in den meisten Fällen das Geheimnis des Komponisten.

    Auf jeden Fall unnötig ist es jedoch, dass das Publikum vergewaltigt wird und sich mit der pseudo-intellektuellen Interpretation des Regisseurs auseinandersetzten MUSS, statt die Geschichte selbst interpretieren und auf die eigene Lebenssituation anwenden zu KÖNNEN.

    Im Übrigen kann auch der einfache emotionale und sensorische Genuss der Musik und ihrer Darbietung ausreichen. Es ist kein Zeichen von Intelligenz alles intellektualisieren zu müssen. Manchmal ist etwas einfach gut, wie es ist und darf auch als solches genossen werden ohne, dass man sich dessen schämen muss...

    @mandarinchen:
    "Schon mal darüber nachgedacht,....? Warum sollten wir, wir haben doch sie!

  6. da ist der Besserversteher. Ich hatte schon auf Sie gewartet, wäre ein Wunder gewesen, wenn der Besserversteher nicht erschienen wäre.

    Zu Ihrem Anliegen: nein, wir alle denken überhaupt nicht über die Oper nach, die Musik des Freischütz hören wir wie die im Musikantenstadl und wir glauben alle, Samiel fährt mit Kaspar zur Hölle. Schon mal darüber nachgedacht, wie arrogant Sie über uns, die "obigen Kommentatoren", denken? Schon mal darüber nachgedacht, warum wir die Oper lieben?

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    was ja aller Ehren wert ist. Oblgeich ich diese Inszenierung nicht gesehen habe und sie deshalb nicht beurteilen kann und will, weiß ich doch eines: Wer beim Freischütz folkloristische Kostüme, Posen und verstaubten und klischeehaften Historismus auf die Bühne stellen würde, bliebe an der Oberfläche, und hätte von der Romantik und von Weber nicht das Geringste verstanden. Ein solches Arrangement würde eben gerade nicht dem Werk dienen. Dem werden Sie mir doch zustimmen können? Weber hat ja bekanntlich nicht für den Musikantenstadl geschrieben und auch nicht fürs Dreimäderlhaus.

    was ja aller Ehren wert ist. Oblgeich ich diese Inszenierung nicht gesehen habe und sie deshalb nicht beurteilen kann und will, weiß ich doch eines: Wer beim Freischütz folkloristische Kostüme, Posen und verstaubten und klischeehaften Historismus auf die Bühne stellen würde, bliebe an der Oberfläche, und hätte von der Romantik und von Weber nicht das Geringste verstanden. Ein solches Arrangement würde eben gerade nicht dem Werk dienen. Dem werden Sie mir doch zustimmen können? Weber hat ja bekanntlich nicht für den Musikantenstadl geschrieben und auch nicht fürs Dreimäderlhaus.

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