Offener Brief"Tatort"-Autoren beklagen falsch geführte Urheberrechtsdebatte

Frei heißt nicht kostenlos: Mit einem Brief an Grüne, Linke und Piraten mischen sich 51 Drehbuchautoren in die aktuelle Debatte um Leistungsschutz im Internet ein.

In die aktuelle Debatte um das Leistungsschutzrecht und die Vergütung von Kunstschaffenden mischen sich vermehrt die Urheber ein. Nachdem der Musiker und Schriftsteller Sven Regener vergangene Woche im Bayerischen Rundfunk eine Brandrede für die Stärkung des Künstlers in der Gesellschaft gehalten hat, melden sich nun die Drehbuchautoren zu Wort. In einem offenen Brief an Die Grünen, Die Linke, Piratenpartei und Fachausschüsse des Bundestags fordern 51 Tatort-Autoren eine Korrektur der bisherigen politischen Stoßrichtung in der Urheberrechtsdiskussion. Die Debatte liefe vor allem deshalb fehl, weil sie ohne die Urheber geführt werde.

"Bisher behaupten die Grünen, Piraten, die sogenannte Netzgemeinde und junge Netzpolitiker aller Parteien die Deutungshoheit und erklären der analogen Gesellschaft, dass das 'viel zu komplizierte Urheberrecht' dringend modernisiert werden müsse, dass die Nutzer besser gestellt werden müssten, dass das 'Teilen des Wissens' einfach zum Internet gehöre, dass das geistige Eigentum lediglich 'ein Kampfbegriff der Verwertungsindustrie' und ohnehin 'jeder User ein Künstler' sei", schreibt der Verband Deutscher Drehbuchautoren in seiner Pressemitteilung. In dem Brief führen die Autoren fort, es sei Zeit, dass sich die Adressaten von "ein paar Lebenslügen" verabschiedeten.

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Problematisch sei die demagogische Suggestion, das Urheberrecht stehe dem Grundrecht auf freien Zugang zu Kunst und Kultur im Weg. Frei bedeute keineswegs kostenlos. "Diese politische Verkürzung (...) dient lediglich der Aufwertung der User-Interessen, deren Umsonstkultur so in den Rang eines Grundrechtes gehievt werden soll", schreiben die Verfasser. Das Grundrecht auf geistiges Eigentum hingegen werde marginalisiert.

Die Drehbuchautoren stellen sich vor die Rechteinhaber und Verwerter. Es könne nicht angehen, dass die großen Plattenfirmen und Verlage als blutsaugende Übeltäter hingestellt würden und nicht "Google, YouTube und die anderen Internetserviceprovider, die sich dumm und dämlich daran verdienen, illegale Kontakte zu vermitteln". Filme, Musikproduktionen, Werbekampagnen, Designprodukte könnten schließlich erst realisiert werden, wenn die Ideen der Urheber mit Kapital und Vermarktungswissen zusammenkämen.

Abschließend empfehlen die Verfasser allen Parteien, sich zunächst von ihren Kulturpolitikern über den Zusammenhang von Kunst und materieller Absicherung informieren zu lassen: Die nachhaltige Produktion hochwertiger Kultur könne nicht amateurhaft organisiert werden. Sie verweisen auf die Kreativindustrie als wichtigen Wirtschaftsfaktor der postindustriellen Bundesrepublik. Daher sollten "alle politischen Kräfte den Urhebern bzw. ihren Verbänden helfen, das Urhebervertragsrecht zu verbessern".

CCC: "Wir kämpfen auf derselben Seite"

Der Chaos Computer Club (CCC) reagierte umgehend - "ganz kess als Vertreter der von Euch angeprangerten 'Netzgemeinde'" - und stellte klar: "Wir kämpfen eigentlich auf derselben Seite, aber Ihr merkt es nicht einmal." Auf Netzpolitik.org kommentiert Leonhard Dobusch, "das Pamphlet der Tatort-Autoren" bediene sich "einer unredlichen Argumentationsstrategie", die die Debatte nicht voranbringe. Es sollte vielmehr der Versuch unternommen werden, "berechtigte Kritik auch anzuerkennen. Wie das gehen könnte, zeigt die ebenfalls von Kulturschaffenden gestartete Initiative Copylike".

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Leserkommentare
  1. Na, so viel Geist kann da nicht sein, wenn man im 21.Jahrhundert noch den klassischen Eigentumsbegriff auf immaterielle Güter übertragen und bewahrt sehen möchte.

    > Es könne nicht angehen, dass die großen Plattenfirmen und
    > Verlage als blutsaugende Übeltäter hingestellt würden
    Warum nicht?

    Es kann auch nicht angehen, daß ich als Kunde und Konsument kriminalisiert werde, mit DRM, Rootkits, Zwangsabgaben( Pauschalstrafen! absurd!!) auf Datenträger, Drucker, Handys, ohne jegliche Gegenleistung.

    Die "großen Plattenfirme und Verlage" hatten ihre Existenzberechtigung und ihren Nutzen, in einer Zeit, als das Produkt (Text, Ton, Bild) weitestgehend an physikalische Medien (Bücher, Datenträger) gebunden war.

    Pferdekutschen braucht es seit dem Zeitalter des Automobils aber nicht mehr. Ebensowenig braucht es noch Plattenfirmen und Verlage. Dank der Technologie "Internet" kann ein jeder Urheber DIREKT und praktisch ohne "Verwerter" in der Handelskette den Konsumenten erreichen. Das Gewinsel der "Verwertungsindustrie" ist nichts weiter als das Gewinsel der Dinosaurier, zu träge sich den neuen Umständen anzupassen.

    Ihr fordert doch immer Marktwirtschaft und Preisbildung ein. Allofmp3 und Megaupload haben gezeigt: die Kunden sind durchaus bereit, Geld für Musik+Videos auszugeben. Auch iTunes und Amazon sind nicht unerfolgreich. Nur mag der 0815-Kunde eben nicht die "alten" Preise für etwas zahlen, was ohne Medien und Verwertungskette deutlich billiger sein müsste...

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    Sie schreiben:

    "Pferdekutschen braucht es seit dem Zeitalter des Automobils aber nicht mehr."

    Trotzdem gehe ich nicht zum nächsten Kutschenmacher, klaue ihm seine Kutschen mit dem Hinweis darauf, dass es ja mittlerweile Autos gibt, und fühle mich dabei auch noch im Recht.

    - Unwort des Jahres!

    In einer freien Marktwirtschaft hat der Kunde das Recht nicht zu kaufen, wenn ihm der geforderte Preis zu hoch ist, und der Verkäufer hat das Recht nicht zu verkaufen wenn ihm der gebotene Preis zu niedrig ist.

    Sie dagegen wollen die Verkäufer zwingen zu einem von ihnen gewünschten niedrigen Preis zu verkaufen. Sie entrechten damit den Verkäufer.

  2. für die Drehbücher der ÖR, die ja, wenn sie etwas wichtiger wären, als ein Synonym für Geklüngel gelten könnten, nur als Betriebskreative der ÖR "argumentativ" sich hinter die PorACTA und PIPO Linie ihrer Arbeitgeber stellen.

    Wes Brot ich fress, des Lied ich sing.

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    ...denn auch ich meine: Drehbuchschreiber für die Öffentlich-Rechtlichen? Waren das nicht die, die immer diese Sachen schreiben, die man in den USA beim ersten Pitching umgehend umweltschonend entsorgt haette? Wenn das Publikum da Mitspracherecht haette, waeren 90 Prozent der deutschen Schmonzettenscribbler arbeitslos. Kein Wunder, dass man fuerchtet, bald die monatliche Rate fuer den Volvo-Kombi nicht mehr zahlen zu koennen.

    Da gibt es schon eine deftige Antwort aus den Kreisen des CCC dazu:

    http://ccc.de/updates/201...

    Da sehen Drehbuchautoren plötzlich sehr alt und sehr grau und sehr vorgestrig aus....

    • GDH
    • 29. März 2012 20:53 Uhr

    Gerade die Öffentlich-Rechtlichen, die von der Allgemeinheit bezahl werden (nicht nur von denen, die ihren Kram live angucken, wenn irgendein Bürokrat den Sendetermin festlegt) wollen auch noch verhindern, dass die Allgemeinheit ihre Werke auch frei nutzen kann?

    Wer den Zwangsabgaben GEZ für das Öffentlich-Rechtliche Rundfunksystem kritisch gegenübersteht, muss den Verteidigern des Urheberrechts doppelt Recht geben. Denn die Kulturschaffenden müssen bezahlt werden. Entweder sie werden es durch Zwangsabgaben und Subventionen, z.B. die Rundfunkgebühren. Oder aber durch Ausübung des Copyrights, abgesichert durch Kopierschutz (DRM) usw.

    Deshalb: Wer gegen Subventionen und Kulturzwangsabgaben ist, der muss für Kopierschutz und Verteidigung des traditionellen Urheberrechts sein.

    Das Brot, welches sich die Herren reintun, ist unser aller Abgabe geschuldet. Die kreativen Ideen der Autoren sind nämlich nur durch unser Sponsoring möglich.

    Und wer zahlt, bestimmt. So einfach ist das in einer Marktwirtschaft.

    Die Kritik von deren Seite ist absolut deplatziert.

  3. .. wenn z.B. ein Autor sein Buch verkauft und von dem Erlös leben möchte und dementsprechend nicht damit einverstanden ist, dass vielfach "freies Lesen" (o.ä.) für alle propagiert wird?

    Warum sind alle bereit, für Schuhe, Autos usw. Geld zu bezahlen - wenn es darum geht, Geld beispielsweise für Musik, Filme, Bücher etc. auszugeben, wird immer wieder argumentiert. Wenn man davon leben muss/möchte, sind derartige Reaktionen sehr traurig.

    @Etwas Genauer Bitte:
    Auch ein Autor, der Drehbücher an den ÖR verkauft, kämpt täglich ums überleben. Bitte erst einmal informieren, bevor man so einen Unsinn postet.

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    @Spam_Dex

    Der Einwand mit dem freien Lesen ist irgendwie ... erheiternd. Denn das Konzept nennt sich "Bibliothek" und ist seid langem etabliert.

    Komischerweise echauffiert sich kein Autor, daß täglich hunderte von Lesern kostenlos sein Produkt lesen. Kein Besitzer eines Bibliotheksausweises muss sich Vorwürfe anhören.

    Ich würde mich freuen, einmal sachlich über das Urheberrecht diskutieren zu können. Ohne, daß mir ein sogenannter "Kulturschaffender" die moralische und juristische Knarre an den Kopf hält.

    Ich bin bislang davon ausgegangen, daß Künster ein Interesse daran haben, daß ihre Kunst wahrgenommen, geschätzt und, ja, auch bezahlt wird.
    Wenn ich als Kunst-Interessierter aber gegängelt, bei Gelegenheit kontrolliert, bedroht und putativ beschimpft werde ... dann will ich auch die Kunst nicht mehr. Und zahle auch nicht.

    Liebe "Künstler": kommt uns, den Konsumenten entgegen, dann ergibt sich der Rest.
    Wenn sich der Rest nicht ergibt, dann wäre vielleicht ein Berufswechsel angebrachter, als eine Alimentierung zu verlangen.

    • gquell
    • 29. März 2012 19:30 Uhr

    Wer seine Werke nicht frei öffentlich zugänglich machen will, der soll es tun. Dazu gibt es genug Möglichkeiten, vor allem die klassischen Vertriebswege. Wenn ich als Autor oder auch Verwertungsgesellschaft etwas ins Internet setze, so gehe ich davon aus, daß es verbreitet wird. Sonst würde ich es nämlich überhaupt nicht veröffentlichen.

    Es geht bei dem "Leistungsschutzrecht" doch darum, daß die Verwertungsgesellschaften doppelt profitieren wollen, einmal durch der kostenlosen Veröffentlichung und andererseits aber auch noch dafür, daß andere ihre öffentlichen Werke veröffentlichen. Das ist nicht Marktwirtschaft sondern Gier.

    "Auch ein Autor, der Drehbücher an den ÖR verkauft, kämpt täglich ums überleben. Bitte erst einmal informieren, bevor man so einen Unsinn postet."

    genau die Exponenten jener deutschen Fernsehkultur, die sich des drittmaligen Aufgusses feistester Gemeinplätze und Klischees bedient,
    dies mit dem Gestus kaum verhohlener Lustlosigkeit und Häme, nach der der Rezipient ohnehin nichts anderes wolle.

  4. @Spam_Dex

    Der Einwand mit dem freien Lesen ist irgendwie ... erheiternd. Denn das Konzept nennt sich "Bibliothek" und ist seid langem etabliert.

    Komischerweise echauffiert sich kein Autor, daß täglich hunderte von Lesern kostenlos sein Produkt lesen. Kein Besitzer eines Bibliotheksausweises muss sich Vorwürfe anhören.

    Ich würde mich freuen, einmal sachlich über das Urheberrecht diskutieren zu können. Ohne, daß mir ein sogenannter "Kulturschaffender" die moralische und juristische Knarre an den Kopf hält.

    Ich bin bislang davon ausgegangen, daß Künster ein Interesse daran haben, daß ihre Kunst wahrgenommen, geschätzt und, ja, auch bezahlt wird.
    Wenn ich als Kunst-Interessierter aber gegängelt, bei Gelegenheit kontrolliert, bedroht und putativ beschimpft werde ... dann will ich auch die Kunst nicht mehr. Und zahle auch nicht.

    Liebe "Künstler": kommt uns, den Konsumenten entgegen, dann ergibt sich der Rest.
    Wenn sich der Rest nicht ergibt, dann wäre vielleicht ein Berufswechsel angebrachter, als eine Alimentierung zu verlangen.

    27 Leserempfehlungen
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    ... wenn sie ihre Buecher einer Bibliothek zur Verfuegung stellen. Die Bibliotheken zahlen Bibliothekstantiemen und die Autoren erhalten dafuer von der VG Wort eine Abschlagszahlung. Die Bibliotheken finanzieren dies wiederum aus Ressourcen, die sie aus Steuermittlen erhalten - also von den Buergern.

    Es handelt sich also um eine Mini-Kulturflatrate.

    • emmapi
    • 29. März 2012 23:43 Uhr

    "Ich würde mich freuen, einmal sachlich über das Urheberrecht diskutieren zu können. Ohne, daß mir ein sogenannter "Kulturschaffender" die moralische und juristische Knarre an den Kopf hält."

    Sind Sie denn tatsächlich an einer "sachlichen" Diskussion interessiert? Oder haben Sie nicht eigentlich schon ohne Diskussion die Konsequenzen gezogen und sich in ihrer Kostenlos-Mentalität eingerichtet? Und wie stellen sie sich denn bitte eine sachliche Diskussion mit Künstlern vor, deren wirtschaftliche Existengrundlage Sie mal eben abschaffen wollen, bzw. für sich schon abgeschafft haben?

    "Ich bin bislang davon ausgegangen, daß Künster ein Interesse daran haben, daß ihre Kunst wahrgenommen, geschätzt und, ja, auch bezahlt wird."

    Eben: Auch bezahlt.

    "Wenn ich als Kunst-Interessierter aber gegängelt, bei Gelegenheit kontrolliert, bedroht und putativ beschimpft werde ... dann will ich auch die Kunst nicht mehr. Und zahle auch nicht."

    Tja, dann VERZICHTEN Sie doch eben. Aber das tun Sie nicht: Sie stehlen.

    "Liebe "Künstler": kommt uns, den Konsumenten entgegen, dann ergibt sich der Rest."

    Ah ja. Sie kennen viele Künstler? Sie wissen wie viele Künstler leben? Sie wissen, wie sehr Ihnen nahezu jeder Künstler ohnehin schon entgegenkommt? Oder: Wollen Sie das lieber gar nicht wissen?

    "Wenn sich der Rest nicht ergibt, dann wäre vielleicht ein Berufswechsel angebrachter, ..."

    Nun, vielleicht wäre es eher angebracht, das Sie die Produkte zahlen, die Sie derzeit nur stehlen.

    Sorry, es geht ja nicht nur um die Kunst, die der Konsument genießen will. Es geht beim Urheberrecht ja auch um Werbefotografen, Werbegrafiker, Werbetexter, die hier kein allgemeines Publikum (kostenlos) ergötzen wollen. Wer als Fotograf, Grafiker, Texter oder auch Journalist arbeitet, macht das gegen Geld - eben weil er/sie seine Brötchen damit verdienen muss. Und nichts ist ärgerlicher, als die eigenen Bilder oder Texte im Internet wiederzufinden - und zwar geklaut! Das kann nicht sein, dass urheberrechtsgeschützte Sachen einfach geklaut werden dürfen. Der Vergleich mit den Bands, die ihre Songs kostenfrei ins Internet stellen, trifft in diesem Fall nicht zu. Denn Texte oder Fotos werden geklaut und ohne Angabe zum Urheber in die eigene Webseite eingefügt. Wie soll sich dann das Einkommen des Urhebers erhöhen, wenn der Urheber völlig anonym ist???

    wieso werden eigentlih bildende künstler in ihrem urheberreht anders behandelt als die schreiberlinge und musikanten?
    ich kann ein werk doch nur einmal verkaufen. es geht hier nur marktrehte und alte zöpfe. die tatort-schreiber (wo hört kunst auf und wo fängt sie an) sind doch wie angestellte mit einm unkündbaren vertrag. seelige zeiten. die künstler habe zum ersten mal wirkliche freiheit, ihr produkt ohne eine verwertungsgesellschft zu verbreiten. dann wird spreu vom weizen getrennt.

    Schon mal etwas von der Bibliotheksabgabe/ -tantieme gehört? https://de.wikipedia.org/....

    Es ist ja auch gemein: Da schreibt jemand und will auch noch Geld dafür - und weil er es nicht selbst machen will, denn immerhin kostet die Wahrung der Rechte ja auch eine Kleinigkeit, übergibt er dies der bösen Verwertungsgesellschaft und die will dann ihr Geld natürlich auch nicht verschenken. Böse Welt

    Aber in ein paar Jahren erübrigt sich das ganze - wenn die Gläubigen der Kostenloskultur selbst Geld machen wollen.

    ... ist ja nicht so, dass in jeder Bibliothek jedes Buch in zigfacher Ausfertigung vorhanden ist. Meist ist es eines und wenn das ausgeliehen ist, hat das eine Person.

    Ich darf in der Bücherei auch kein Buch komplett kopieren und die Kopien mit nach Hause nehmen.

    • xelo
    • 29. März 2012 18:35 Uhr

    Als jemand, der seine GEZ-Gebühren bezahlt habe ich auch die Nutzungsrechte an allen Produktionen der Öffentlich Rechtlichen.

    Es gibt also keinen Grund, mich zu kriminalisieren oder mir ein schlechtes Gewissen einzureden.

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    Sie haben überhaupt keine Nutzungsrechte.

    Bitte informieren Sie sich erst über die Begriffe die Sie verwenden. Vielleicht wird Ihnen dann auch das eigentliche Problem von Urheberschaft und Verwertung klar.

  5. fratzenbuch, google- und youtube ins netz, klebt ein bisschen werbung dran und verklagt die drei erstgenannten, wenn sie an eurem zeug verdienen. Damit macht ihr langfristig mehr, die Kraken sind aus dem spiel und ihr muesst nicht die halbe welt mit euren abmahnungen ueberziehen. viele bands machen es doch schon vor. und ich verrat euch mal was: ohne umsonsthäppchen kauft bald ohnehin niemand mehr was. warum daran derzeit allerdings die drei erstgenannten verdienen, liegt allein an euch. allerdings: der wettkampf wird härter, schrott kauft keiner mehr. gut so.

    22 Leserempfehlungen
  6. Wer allen Ernstes glaubt, geistiges Eigentum ( von den Kosten, dieses zu materialisieren mal abgesehen) sei heutzutage wertlos oder ein veraltetes Konzept, nur weil die digitale Verbreitung und Dematerialisierung den Menschen kein „Ding zum Anfassen“ mehr in die Hand gibt, und somit ganze Dimensionen an Fakten, Hintergrund und Kosten aus der Diskussion ausblendet, disqualifiziert sich selbst gewaltig.
    Warum habe ich denn kein Problem damit, für die Musik zu zahlen, die ich höre?
    Und wenn Künstler meinen, es wär ihre letzten Bücher, CDs oder sonstwas gratis ins Netz zu stellen, dann nur weil er die letzten 20 Jahre gut genug am „veralteten Geschäftsmodell“ verdient hat, um sich so einen Coup leisten zu können.

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    Amen.

    • Besoge
    • 29. März 2012 20:44 Uhr

    Das ist mal ein fundierter Kommentar.

    Nach der Erfindung des Buchdrucks waren alle weiteren Zensurbemühungen der Kath. Kirche von abnehmendem Erfolg gekennzeichnet.... bis im 20 Jhd. der kirchliche Bann verbotener Bücher endgültig zur flächendeckenden Witznummer wurde.

    Mit kompletter Überwachung aller Druckereien, Buchhändler usw. hätte man es vielleicht in den Griff kriegen können.... aber um welchen Preis?

    Wenn ein Werk, Produkt oder dgl. ohne Mühen, ohne Kosten, ohne Beeinträchtigung des Originals kopiert werden kann... dann wird es geschehen.

    Mit kompletter Überwachung des Internets könnte man es vielleicht in den Griff kriegen.... aber um welchen Preis?

    Liebe Drehbuchautoren..... ihr seid aus der Zeit gefallen.

    • cvnde
    • 29. März 2012 21:52 Uhr

    S. g. H Musiker,

    Ihre Kritik geht, zum großen Teil am Problem vorbei.

    Der Reihe nach:
    Der Konflikt ist keiner zwischen Urh. vs. Kunde, sondern
    zwischen Distrubutor vs. Kunde.

    1. Grundproblem:
    Wenn ein Kunde einen Datenträger kauft, dann möchte er auch "Nutzungsrechte", KEINE "Verwertungsrechte" erhalten.

    Stichwort "Datenträger Sicherheit", Arbeitskopien, denn es kann nicht sein, das man sich eie Datenträger Kauft und diesen zum Beispiel nicht auf einen Rohling kopieren darf um die Daten um Auto abzuspielen, ohne den teueren Orginal-Datenträger zu gefährden.

    2. Sie werfen dem Internet vor oder Stellen die These auf. dass das Breitband-Internet zu einer "Gratis-Mentalität" geführt hat.
    Dann bleibt allerdings die Frage,, waren Ebay ( Paypal), Amazon und Itunes etc. boomen.

    Denn das Internet bietet ihnen die Chance durch "Micro-Payment" Einnahmen zu erzielen, warum wird keine Konkurrenz zu (Paypal) aufgebaut?
    Ich denke, dass viele Kunden, bei entsprechender Auswahl bereit wären unkompliziert zu zahlen.

    Das ganze kann man auch mit Grundgebühr machen, eine Kreditkarte kostet ~ 30 €, einen Betrag könnte man auch für ddas Bezahlsystem in Rechnugstellen und dann wird pro Werk ein Betrag fällig.

    Sowas aufzubauen, kann nicht einer alleine, aber auch dazu gibt es möglichkeiten wie Vereine etc..

    • Tom S.
    • 30. März 2012 0:54 Uhr

    "Das Produzieren einer CD ist ... immer ein großes finanzielles Risiko."
    Der Ansatz ist bereits "veraltet". Immer weniger Leute wollen noch CDs kaufen, sondern die Songs/Alben direkt auf ihren tragbaren Player/iPod/etc. herunterladen. Die teure und risikoreiche CD-Produktion entfällt also. Was bleibt ist die Aufnahme der Master-Datei (ggf. in einem Studio), die im Vergleich zur CD dann beliebig oft (ohne Kosten) kopiert werden kann.

    Das Nutzerverhalten hat sich ebenfalls geändert. Es werden mehr Alben/Filme konsumiert, diese jedoch schneller wieder durch Neue aus dem vorhandenen Überangebot ersetzt. Für den Konsumenten verliert ein Album praktisch an Wert.

    Für den Produzenten öffnet sich dafür ein riesiger (Online-)Markt - vorausgesetzt natürlich, dass der Konsument die Preise als angemessen empfindet und das Produkt (die Musik) jederzeit, sofort und ohne Einschränkungen (DRM) zu bekommen ist. Eine CD kann man ja auch aus dem CD-Player entnehmen und ins Autoradio einlegen.

    Die Filmindustrie bestraft ihre zahlenden Kunden jedoch (teilweise) lieber mit endlosen Copyright- und "Raubkopierer vernichten Arbeitsplätze"-Hinweisen zu Beginn, gefolgt von x Filmvorschauen die sich allesamt nicht weg klicken lassen, bevor der eigentliche Film gestartet werden kann. Der 'Raubkopierer' dagegen drückt einen Knopf und der gewünschte Film startet sofort. Im Vergleich hat der illegal erworbene Film aus meiner Sicht die höhere Qualität. Da ist was faul, darüber sollte man mal nachdenken!

  7. Aber an all jene, die in dieser Diskussion plötzlich allen Ernstes marxistisches Gedankengut pflegen und vom „Allgemeinwohl der Menschheit“ faseln, für welches die Künstler gefälligst da zu sein hätten, von Kulturflatrate etc..erklären Sie mir doch mal, wovon die Künstler ihrer Ausbildung, Miete, Rechnungen, Instrumente und Produktionen bezahlen sollen? Zu gerne würde ich diejenigen dann mal erleben, wenn ihre Arbeit plötzlich wertlos wäre, weil das Endprodukt ja kopierbar ist und somit scheinbar ja spontan sämtliche Handels- und Wertprinzipien ausser Kraft setzt...Kontentmafia? Schon mal überlegt wieviel so ein Blockbuster kostet, vie viele hundert Leute monatelang daran arbeiten? Oder Software, Spiele etc etc?

    Zugegeben, das Internet hat eine wahre Flut an kreativem Schaffen hervorgebracht, auch von genialen Amateuren. Die allermeisten Produktionen werden in der Regel aber nicht an das Niveau von ausgebildeten Musikern, Regisseuren, Photographen etc etc herankommen, und die haben nun mal Jahre über Jahre und enorm viel Geld in Ausbildung inverstiert, die sich bezahlt machen müssen, genau wie jeder andere Ber4ufstätige auch.
    Ja klar, man kann es auch in Zukunft Amateuren überlassen, gratis und aus purem Enthousiasmus Musik zu produzieren, Filme zu machen und zu verteilen, aber die Qualität wird mit Sicherheit nicht dieselbe sein. Wo wollen Sie denn bitte das Geld dafür nehmen, wenn niemand mehr dafür bezahlen will??

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Grüne | Google | Die Linke | Absicherung | Chaos Computer Club | Debatte
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