Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein entschlossenes Vorgehen gegen Diebstahl im Internet gefordert. "Wir dürfen uns nicht wegducken bei Massenbewegungen im Internet", sagte sie auf dem Filmempfang der CDU/CSU-Bundestagsfaktion mit Hinweis auf die Urheberrechtsdebatte.

Es sei eine große gesellschaftliche Aufgabe, die Rechte der Kulturschaffenden gegen illegale Nutzung zu verteidigen. Dennoch müsse die Politik lernen, wie man mit den neuen Möglichkeiten des Internets umgeht.

Die CDU-Vorsitzende sprach sich für einen "temporären Schulterschluss" zwischen der Kreativbranche und der Politik aus. "Das Thema muss gelöst werden, aber es ist keine triviale Aufgabe", sagte sie weiter. Alle Seiten müssten sich ein Stück bewegen.

Merkel will keinen Alleingang Deutschlands

Skeptisch äußerte sich die Kanzlerin zu einem möglichen Alleingang in Deutschland für ein neues Urheberrecht. "Das Dilemma dieser Regelung besteht ja auch darin: Man kann sich zu Hause auf das Schönste einigen, aber es gibt so viele Umgehungsmöglichkeiten, dass wir das nur in einer internationalen Diskussion schaffen", sagte Merkel.

Derzeit herrscht der Kanzlerin zufolge eine "Waffenungleichheit" zwischen den Experten im Internet und denen, die im Umgang mit den modernen Kommunikationsmedien noch ungeübt sind. "Das kann in einer Demokratie nicht sein", warnte sie.

Die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben, forderte eine rasche Lösung. "Ohne Urheberschutz bleibt im Kino das Licht aus. Helfen Sie uns, Frau Bundeskanzlerin, dass es dazu nicht kommt", sagte Berben. Auf die Kritik, dass Verwerter wie Plattenfirmen und Medienunternehmen die Künstler ausbeuteten, sagte die Schauspielerin: "Einen Gegensatz zwischen Urhebern und Verwertern zu konstruieren, ist schlicht weltfremd und demagogisch."

An dem Empfang vor der Verleihung des Deutschen Filmpreises nahmen neben Berben auch zahlreiche andere Größen der Branche teil, darunter die Regisseure Roland Emmerich und Volker Schlöndorff sowie die Schauspieler Hannelore Elsner und Elmar Wepper.