UrheberrechtYouTube ist nicht das Internet

Im Streit zwischen der Gema und den Publishern geht es um Geld und Kontrolle. Doch nicht nur darum, sondern auch um unsere moralischen Wertvorstellungen, meint Miguel E. Riveros Silva.

Miguel E. Riveros Silva

Miguel E. Riveros Silva

Am Anfang haben sich Unternehmen und Künstler gefreut. Mit dem Internet eröffnete sich ihnen ein neuer Absatzmarkt, doch die Euphorie wurde schnell beendet, denn die Kopierer tauchten auf. Ohne Genehmigung vervielfältigten sie digitale Musik, Filme, Bücher und stellten sie kostenlos ins Netz. Bevor die Unternehmen und Künstler noch verstehen konnten, was geschah, brachen ihre Umsätze ein und waren Künstlerexistenzen zerstört.

Mit Verhaftungen, Sperrungen und Abmahnungen will man das Problem lösen, doch so leicht geht das nicht, denn das Problem ist nicht nur ein technisches oder rechtliches Problem, sondern auch ein moralisches. Viele Internetnutzer sehen nicht ein, dass man für digitale Medien Geld bezahlen muss. Viele Internetnutzer wissen nicht einmal, was legal und was illegal ist.

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Die Gerichte müssen endlich klar definieren, was erlaubt ist und was nicht. Dabei ist der zugrundeliegende Gedanke einfach zu benennen: Wenn ein Unternehmen oder ein Künstler nicht möchte, das sein Werk oder Produkt ohne Erlaubnis kopiert und verteilt wird, sollte man das verstehen und respektieren. Das bedeutet, alle Dateien, die ohne Erlaubnis online gestellt werden, sind illegal. Das Kopieren, Verteilen, Verkaufen und Konsumieren dieser illegalen Dateien ist verboten und eine Straftat. Das gilt es nicht mehr zu diskutieren.

Miguel E. Riveros Silva

Miguel E. Riveros Silva wurde in Chile geboren und lebt seit 1981 in Deutschland. Er arbeitet als Illustrator und Cartoonist, Autor und Produzent von Musikvideos und Werbespots. Daneben bloggt er über seine Arbeit, das Internet und die Zukunft von Künstlern im Netz.

Diese Tatsache sollte man Kindern schon früh beibringen. Unternehmen und Regierungen müssen Aufklärungskampagnen starten. Hosting-Dienste müssen mehr Verantwortung übernehmen und mit allen technischen Hilfsmitteln das Vertreiben von illegalen Dateien verhindern. Dateien, die nicht oder kaum kopierbar sind, müssen entwickelt werden.

Computer könnten zusätzlich einen Aufkleber mit Warnhinweis zum Urheberschutz bekommen und einen Hinweis einblenden, wenn der Browser gestartet wird. Auf diesen Warnhinweisen steht ganz deutlich, dass Streaming und Downloaden von Werken ohne Genehmigung des Eigentümers strengstens verboten ist und im schlimmsten Fall mit Freiheitsentzug bestraft wird.

Künstler und Urheberrecht

Die Debatte über die Reform des Urheberrechts beschäftigt Politiker, Kulturschaffende und Nutzer. Ihr Ausgang wird Auswirkungen auf die Kultur und das freie Internet haben. In unserer Serie Künstler und Urheberrecht gehen wir gemeinsam mit Gastautoren der Frage nach, wie die Wertschöpfungsketten im Kulturbetrieb funktionieren, wie sie sich durch die digitale Revolution verändert haben und wie eine Reform des Urheberrechts aussehen könnte. Wir freuen uns auf Ihre Gastbeiträge unter zeit.de/leserartikel

Alle Beiträge der Serie

Bisher erschienen:

Urheberrecht: Das Ringen um eine Reform

Wie funktioniert der Musikmarkt?

Filesharing: "Urheberrecht darf im Alltag keine Rolle spielen"

Streaming-Portale: Billiger als kaufen, besser als klauen

Mark Splinter: Des Künstlers Waffe gegen Ausbeutung

Conrad Fritzsch: Wir müssen die Spielregeln ändern

Wer hat die Rechte an Filmen?

Miguel E. Riveros Silva: Youtube ist nicht das Internet

Wolfgang Tischer: Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber!

Gerd Billen: Die digitale Revolution verlangt neue Antworten

Urheberrechtsstreit: Verheddert in Frank Zappas Bart

Kultur des Tauschens: Das Geld findet dich immer

Bildende Kunst: Aus dem Museum ins Netz

Fatboy Slim: "Verlasst Euch nicht auf Download-Verkäufe!"

Streaming, Sampling, Urheberrecht: Musiker zur Debatte

Musikstreaming: "Da fühlst Du Dich nicht ganz wie ein Arschloch"

Urheberrecht: Wann ist geistiges Eigentum gerecht?

DJ Richie Hawtin: "Kreativität muss so schnell sein dürfen, wie sie will"

Seit einigen Jahren streitet sich die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) mit dem Google-Tochterunternehmen YouTube um Urheberrechtsverletzungen, dazwischen melden sich oft Künstler und Musiklabels zu Wort. Manchmal für und manchmal gegen die Gema. YouTube will keinen Lizenzvertrag eingehen, denn sie sehen sich nicht als lizensierungspflichtig. Für eine Einigung in diesem Streitfall sieht es düster aus. Am 20.4.2012 gab es im Landgericht Hamburg ein erstes Urteil, dass aber noch nicht rechtskräftig ist.

Fakt ist, die Gema will mehr Geld und Kontrolle, während YouTube viel weniger oder gar nichts bezahlen will. YouTube hat genug Geld, um der Gema Gebühren zu bezahlen. Die Gema verdient auch ohne YouTube genug Geld, um sich auf einen langen Rechtsstreit zu konzentrieren. Einigen Plattenfirmen und Künstlern entgeht eine Menge Geld und deswegen verlangen sie eine schnelle Einigung. Falls sich die Gema durchsetzen kann, werden alle Plattenfirmen und Künstler davon profitieren. Sie werden viel mehr Geld verdienen und wenn das passiert, dann werden sie alle der Gema zujubeln. Die Internetnutzer werden dann in der Lage sein, die Musikvideos ihrer Lieblingskünstler ohne Probleme auf YouTube zu sehen.

Aber wie lange soll dieser Streit noch andauern? Die Gema hat sich mit zahlreichen anderen deutschen Musikdiensten im Internet einigen können und das sogar sehr schnell, aber YouTube scheint sich auf keine Einigung einlassen zu wollen.

Zum Glück gibt es Alternativen zu YouTube. Internetnutzer müssen nicht auf Musikvideos verzichten. Sie müssen nur woanders suchen. Eigentlich ist das schon die Lösung des Problems. YouTube ist nicht das Internet, sondern nur ein Teil des Internets, und das darf man niemals vergessen.

 
Leserkommentare
  1. YouTube ist nämlich Werbefinanziert. Noch nicht aufgefallen? Radio und Fernsehen übrigens auch, zahlen auch an die GEMA. Mitleid mit einem Milliardenschweren Konzern mag bei mir da nicht so recht aufkommen.

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    Antwort auf "Interessante These"
    • rezz
    • 10.05.2012 um 0:45 Uhr

    Musikvideos sind Marketinginstrumente für die viel Geld ausgegeben wird - so wie für Anzeigen und andere Werbemaßnahmen. Diese dann unter dem Argument der Urheberrechtsverletzung ihres eigentlichen Sinns zu "berauben" ist doch irgendwie absurd.

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    Das Video wurde "erfunden" um seine Alben/ Lieder besser vermarkten zu können. ABER: Youtube verdient Geld damit und die GEMA will ein Stück vom Kuchen- so ist es kein Problem zwischen Künstler und Konsument, sondern zwischen YouTube und GEMA, könnte aber durch die Gier von YouTube ein Problem zwischen ihr und dem Konsumenten werden.
    Andererseits müßte dann eine gastronomische Einrichtung, in der Musik läuft, an all ihren Spesen und Getränken die GEMA prozentual am Gewinn beteiligen, wenn man der Argumentation der GEMA folgt

    Das Video wurde "erfunden" um seine Alben/ Lieder besser vermarkten zu können. ABER: Youtube verdient Geld damit und die GEMA will ein Stück vom Kuchen- so ist es kein Problem zwischen Künstler und Konsument, sondern zwischen YouTube und GEMA, könnte aber durch die Gier von YouTube ein Problem zwischen ihr und dem Konsumenten werden.
    Andererseits müßte dann eine gastronomische Einrichtung, in der Musik läuft, an all ihren Spesen und Getränken die GEMA prozentual am Gewinn beteiligen, wenn man der Argumentation der GEMA folgt

  2. Das geistige Eigentum hat ja grade das mittelalterliche 'Privileg' abgeschaft, als noch Monarchen und Kirche das Sagen hatten. Das Gegenteil eines Monopols, sondern ein erstes Individualrecht. Es gehört zu unseren Menschenrechten und hat seine Wurzeln in der Humanistischen Bewegung.

    Hier hab ich das mal etwas ausführlicher ausgeführt:
    http://joinmusic.com/bizz...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Muss das sein?"
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    Habe mir ihren verlinkten Text mal durchgelesen. Ich stimme Ihnen in einigen, aber nicht in allen Punkten zu, möchte aber mal ganz ausdrücklich sagen, dass Sie mit diesem Text eine sehr schöne Grundlage für einen echten Dialog schaffen.

    Habe mir ihren verlinkten Text mal durchgelesen. Ich stimme Ihnen in einigen, aber nicht in allen Punkten zu, möchte aber mal ganz ausdrücklich sagen, dass Sie mit diesem Text eine sehr schöne Grundlage für einen echten Dialog schaffen.

    • Petka
    • 10.05.2012 um 0:55 Uhr

    >> Diese Tatsache sollte man Kindern schon früh beibringen. Unternehmen und Regierungen müssen Aufklärungskampagnen starten. [...] Dateien, die nicht oder kaum kopierbar sind, müssen entwickelt werden.

    [...]

    Computer könnten zusätzlich einen Aufkleber mit Warnhinweis zum Urheberschutz bekommen und einen Hinweis einblenden [...] <<

    Ich frage mich, wann dieser Artikel geschrieben wurde.

    Offensichtlich hat der Autor weder mitbekommen, dass DRM grandios scheitert (Eingriff in Konsumentensystem, Abschaltung DRM-Server, Nichtfunktionalität bei Netzausfall) noch dass solcherlei vorgeschalteten Warnhinweise bereits jetzt Kinder und Erwachsene von legal erworbenen Medien wegvergraulen.

    >> Dabei ist der zugrundeliegende Gedanke einfach zu benennen: Wenn ein Unternehmen oder ein Künstler nicht möchte, das sein Werk oder Produkt ohne Erlaubnis kopiert und verteilt wird [...] <<

    ... dann sollte es bestimmte Medienarten, bei denen gesellschaftliche Regelungen diesen Wunsch einschränken (Privatkopie, Schulnutzung) einfach gar nicht erst produzieren. Schon wird der zugrundeliegende einfache Gedanke als dem Artikel zugrundeliegendes einfaches Wunschdenken entlarvt.

  3. ...und den Song aus der GEMA Lizensierung ausgeklammert haben, ein echtes Promotionvideo also.
    Die Geschäftsidee 'Gratis' ist nicht so neu, funktioniert aber offensichtlich immer noch und hinterlässt das Gefühl "wo viele sind...muss ja gut sein".
    So hab ich es mir jedenfalls nach diesem Artikel erklärt:
    http://www.spiegel.de/net...

    Antwort auf "Überschrift"
  4. ist schon besonders. Du forderst einen 'ehrlichen' Dialog mit Künstlern und gleichzeitig bezeichnest Du sie als 'verbohrt', nur wiel hier Menschen um ihre Existenz als Künstler kämpfen?

    Die Künstler melden sich doch erst seit sehr Kurzem zu Wort, weil das Geld eigentlich nicht ihren Lebensmittelpunkt ausmacht. Aber das Anspruchsdenken ,alles kostenlos haben zu wollen, hat sie nun zu Wortmeldungen veranlasst. Überleg noch mal ganz genau, was Du unter 'ehrlich' verstanden wissen möchtest!

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    weil die Menschen schon mehrfach zur Kasse gebeten werden und der Vorwurf es entstehe eine Kostenloskultur einfach nicht wahr ist. Die gab es nie und ist die pure Einbildung. Wenn die Künstler von den Profiteuren nichts abbekommen ist das ihr Problem. Zudem werden wie im Fall der Ärzte Positivbeispiele ja gar nicht zur Kenntnis genommen. Es werden nie Beweise für die absurden Behauptungen gebracht sondern z.B. nur populistische Plakate von der GEMA gebracht die wie bei Entwicklungshilfe auf die Tränendrüse drücken sollen (Wir sind unterhaltunstechnisch wirklich ein Entwicklungsland - das hat aber andere Gründe als die Vergütung bzw. eben weil die Vergütung praktisch garantiert ist - http://www.berliner-zeitu...). Einnahmeeinbußen, die auf obskuren Annahmen beruhen werden unterstellt. Und wenn Sie schon ehrlich sein wollen sollten Sie demgegenüber auch mal die Lohnausbeuterei sehen, die hier ansonsten an der Tagesordnung ist. Da interessiert das Elend der Menschen ja auch keine Sau. Und hier kommen Künstler daher die uns ihre privilegiert Situation als unerträglich verkaufen wollen. Das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus und man braucht sich wirklich nicht wundern, wenn das dann solche Hasstiraden provoziert.

    weil die Menschen schon mehrfach zur Kasse gebeten werden und der Vorwurf es entstehe eine Kostenloskultur einfach nicht wahr ist. Die gab es nie und ist die pure Einbildung. Wenn die Künstler von den Profiteuren nichts abbekommen ist das ihr Problem. Zudem werden wie im Fall der Ärzte Positivbeispiele ja gar nicht zur Kenntnis genommen. Es werden nie Beweise für die absurden Behauptungen gebracht sondern z.B. nur populistische Plakate von der GEMA gebracht die wie bei Entwicklungshilfe auf die Tränendrüse drücken sollen (Wir sind unterhaltunstechnisch wirklich ein Entwicklungsland - das hat aber andere Gründe als die Vergütung bzw. eben weil die Vergütung praktisch garantiert ist - http://www.berliner-zeitu...). Einnahmeeinbußen, die auf obskuren Annahmen beruhen werden unterstellt. Und wenn Sie schon ehrlich sein wollen sollten Sie demgegenüber auch mal die Lohnausbeuterei sehen, die hier ansonsten an der Tagesordnung ist. Da interessiert das Elend der Menschen ja auch keine Sau. Und hier kommen Künstler daher die uns ihre privilegiert Situation als unerträglich verkaufen wollen. Das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus und man braucht sich wirklich nicht wundern, wenn das dann solche Hasstiraden provoziert.

  5. Wollen Sie ernsthaft allen Statistiken widersprechen und die Einbrüche im Musikmarkt leugnen? Dass die 5 Major-Unternehmen zu 3 Majors fusioniert sind? Dass Indielabels reihenweise dicht machen?

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    können Sie essen, bis Sie satt sind? Wie schnell sollte ich ihnen Ihre Eiskugeln bringen, damit Sie diese nacheinnander essen können?

    Wissen Sie wieviele Musikstücke auf dem Markt sind? Wissen Sie wie die Menschen aufmerksam auf das Stück werden? Wenn Ihre Mutter Ihnen 50 Gerichte vor die Nase serviert, werden Sie diese alle essen können?

    Schon interessant, dass ausgerechnet im Radio meistens nur die alten Hits und die Charts gespielt werden. Im Fernsehen laufen auch nur DSDS, etc..

    An was kann es wohl liegen......

    Aber glauben Sie ruhig weiter, dass an allem Raubkopierer schuld seien.

    PS:

    Das Schlecker dicht gemacht hat, ist auch die Schuld der Raubmordkopierer. Nichts geht über ein einfaches Weltbild - nicht wahr?

    In den großen Häusern, wie z.B. Media Markt und Saturn, werden etwa 300.000 Alben aus unserer über 50-jährigen Pop-Historie vorrätig gehalten.
    In Deutschland erscheinen pro Jahr etwa 100.000 Longplays auf unterschiedlichen Distibutionswegen,nur wenige davon schaffen es in ein dauerhaftes Handelsrepertoire.

    Im werbefinanzierten Radio, in Deutschland wurde Privatradio erst in den 80ern auf den wenigen noch freien Frequenzen eingeführt, wird eine spezielle Zielgruppe angesprochen, die zwar gerne Musik hört, sich aber nicht speziell dafür interessiert. Man nennt das Mainstream!
    Der Quotendruck im TV führt zu Sendungen wie DSDS und lässt Newcomern wenig Chancen.

    In der Regel erreichen Künstler diesen Mainstream erst nachdem sie sich viele entbehrungsreiche Jahre in Nischen eines Genres durchgekämpft haben. Hierfür haben sich die Bedingungen erschwert.

    Ich gebe niemandem die Schuld für etwas, weise lediglich darauf hin, dass derzeit eine Entwicklung eingetreten ist, die zu einem Marktversagen führen wird, welches an den von mir genannten Beispielen bereits erkennbar ist.

    Es geht also um das Verhindern des Marktversagens um genau der von Ihnen beschriebenen Einfälltigkeit unserer aktuellen Kultur wenigstens Alternativen zu ermöglichen.

    Die digitale Welt ist ganz sicher nicht die alleinige Ursache für diese Entwicklung, aber der Umkehrschluss ist genauso falsch. Natürlich befördert Filesharing etc. das Marktversagen!

    Schlecker hat mit Niedrigpreisangeboten versucht der "Geiz ist Geil" Mentalität zu entsprechen. Hier im Norden ist eine Drogeriekette auf dem Vormarsch, die mit Qualität, Fairness und Mitarbeitermotivation, sowie einer großen Palette an sogenannten nachhaltigen Produkten ihren Expansionskurs begründet hat. Es wird kein Marktversagen im Drogeriebereich eintreten, der Markt regelt weiterhin das Angebot, in diesem Fall sogar durch ein neues "Verbraucherbewusstsein". Dieses wünsche ich mir auch für die Musik und deshalb diskutieren wir hier auch.

    können Sie essen, bis Sie satt sind? Wie schnell sollte ich ihnen Ihre Eiskugeln bringen, damit Sie diese nacheinnander essen können?

    Wissen Sie wieviele Musikstücke auf dem Markt sind? Wissen Sie wie die Menschen aufmerksam auf das Stück werden? Wenn Ihre Mutter Ihnen 50 Gerichte vor die Nase serviert, werden Sie diese alle essen können?

    Schon interessant, dass ausgerechnet im Radio meistens nur die alten Hits und die Charts gespielt werden. Im Fernsehen laufen auch nur DSDS, etc..

    An was kann es wohl liegen......

    Aber glauben Sie ruhig weiter, dass an allem Raubkopierer schuld seien.

    PS:

    Das Schlecker dicht gemacht hat, ist auch die Schuld der Raubmordkopierer. Nichts geht über ein einfaches Weltbild - nicht wahr?

    In den großen Häusern, wie z.B. Media Markt und Saturn, werden etwa 300.000 Alben aus unserer über 50-jährigen Pop-Historie vorrätig gehalten.
    In Deutschland erscheinen pro Jahr etwa 100.000 Longplays auf unterschiedlichen Distibutionswegen,nur wenige davon schaffen es in ein dauerhaftes Handelsrepertoire.

    Im werbefinanzierten Radio, in Deutschland wurde Privatradio erst in den 80ern auf den wenigen noch freien Frequenzen eingeführt, wird eine spezielle Zielgruppe angesprochen, die zwar gerne Musik hört, sich aber nicht speziell dafür interessiert. Man nennt das Mainstream!
    Der Quotendruck im TV führt zu Sendungen wie DSDS und lässt Newcomern wenig Chancen.

    In der Regel erreichen Künstler diesen Mainstream erst nachdem sie sich viele entbehrungsreiche Jahre in Nischen eines Genres durchgekämpft haben. Hierfür haben sich die Bedingungen erschwert.

    Ich gebe niemandem die Schuld für etwas, weise lediglich darauf hin, dass derzeit eine Entwicklung eingetreten ist, die zu einem Marktversagen führen wird, welches an den von mir genannten Beispielen bereits erkennbar ist.

    Es geht also um das Verhindern des Marktversagens um genau der von Ihnen beschriebenen Einfälltigkeit unserer aktuellen Kultur wenigstens Alternativen zu ermöglichen.

    Die digitale Welt ist ganz sicher nicht die alleinige Ursache für diese Entwicklung, aber der Umkehrschluss ist genauso falsch. Natürlich befördert Filesharing etc. das Marktversagen!

    Schlecker hat mit Niedrigpreisangeboten versucht der "Geiz ist Geil" Mentalität zu entsprechen. Hier im Norden ist eine Drogeriekette auf dem Vormarsch, die mit Qualität, Fairness und Mitarbeitermotivation, sowie einer großen Palette an sogenannten nachhaltigen Produkten ihren Expansionskurs begründet hat. Es wird kein Marktversagen im Drogeriebereich eintreten, der Markt regelt weiterhin das Angebot, in diesem Fall sogar durch ein neues "Verbraucherbewusstsein". Dieses wünsche ich mir auch für die Musik und deshalb diskutieren wir hier auch.

  6. .. scheint der Author bestenfalls zu sein.

    [..]Dateien, die nicht oder kaum kopierbar sind, müssen entwickelt werden.[..]
    Was genau würde das bedeuten? Letzendlich muss das Musikstück/der Film für den Endnutzer konsumierbar sein: Er muss sein Musikstück hören und sein Video sehen können. So lange dies gegeben ist es auch kopierbar. Natürlich gibt es Maßnahmen, die zumindest die einfach Ansätze erschweren durch Softwareschranken (z.B. Microsofts WMDRM) oder Hardwarebarrieren (z.B. HDCP als Erweiterung von HDMI) aber final sind alle diese Schranken brechbar oder umgehbar (und sei es einfach das Abfilmen des HD Fernsehers!). Vielleicht reicht es ja, dass der Otto-Normal-Kopierer die Maßnahmen nicht umgehen kann? Nein, natürlich nicht: Ist erst eine einzelne, nicht geschütze Kopie im Netz .. spielt es auch keine Rolle mehr, dass alle verkauften Medien beinahe (!) unknackbar sind. Wie diese gegen automatisierte Auffindung geschützt werden können wurde hier schon beschrieben..

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