UrheberrechtYouTube ist nicht das Internet

Im Streit zwischen der Gema und den Publishern geht es um Geld und Kontrolle. Doch nicht nur darum, sondern auch um unsere moralischen Wertvorstellungen, meint Miguel E. Riveros Silva.

Miguel E. Riveros Silva

Miguel E. Riveros Silva

Am Anfang haben sich Unternehmen und Künstler gefreut. Mit dem Internet eröffnete sich ihnen ein neuer Absatzmarkt, doch die Euphorie wurde schnell beendet, denn die Kopierer tauchten auf. Ohne Genehmigung vervielfältigten sie digitale Musik, Filme, Bücher und stellten sie kostenlos ins Netz. Bevor die Unternehmen und Künstler noch verstehen konnten, was geschah, brachen ihre Umsätze ein und waren Künstlerexistenzen zerstört.

Mit Verhaftungen, Sperrungen und Abmahnungen will man das Problem lösen, doch so leicht geht das nicht, denn das Problem ist nicht nur ein technisches oder rechtliches Problem, sondern auch ein moralisches. Viele Internetnutzer sehen nicht ein, dass man für digitale Medien Geld bezahlen muss. Viele Internetnutzer wissen nicht einmal, was legal und was illegal ist.

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Die Gerichte müssen endlich klar definieren, was erlaubt ist und was nicht. Dabei ist der zugrundeliegende Gedanke einfach zu benennen: Wenn ein Unternehmen oder ein Künstler nicht möchte, das sein Werk oder Produkt ohne Erlaubnis kopiert und verteilt wird, sollte man das verstehen und respektieren. Das bedeutet, alle Dateien, die ohne Erlaubnis online gestellt werden, sind illegal. Das Kopieren, Verteilen, Verkaufen und Konsumieren dieser illegalen Dateien ist verboten und eine Straftat. Das gilt es nicht mehr zu diskutieren.

Miguel E. Riveros Silva

Miguel E. Riveros Silva wurde in Chile geboren und lebt seit 1981 in Deutschland. Er arbeitet als Illustrator und Cartoonist, Autor und Produzent von Musikvideos und Werbespots. Daneben bloggt er über seine Arbeit, das Internet und die Zukunft von Künstlern im Netz.

Diese Tatsache sollte man Kindern schon früh beibringen. Unternehmen und Regierungen müssen Aufklärungskampagnen starten. Hosting-Dienste müssen mehr Verantwortung übernehmen und mit allen technischen Hilfsmitteln das Vertreiben von illegalen Dateien verhindern. Dateien, die nicht oder kaum kopierbar sind, müssen entwickelt werden.

Computer könnten zusätzlich einen Aufkleber mit Warnhinweis zum Urheberschutz bekommen und einen Hinweis einblenden, wenn der Browser gestartet wird. Auf diesen Warnhinweisen steht ganz deutlich, dass Streaming und Downloaden von Werken ohne Genehmigung des Eigentümers strengstens verboten ist und im schlimmsten Fall mit Freiheitsentzug bestraft wird.

Künstler und Urheberrecht

Die Debatte über die Reform des Urheberrechts beschäftigt Politiker, Kulturschaffende und Nutzer. Ihr Ausgang wird Auswirkungen auf die Kultur und das freie Internet haben. In unserer Serie Künstler und Urheberrecht gehen wir gemeinsam mit Gastautoren der Frage nach, wie die Wertschöpfungsketten im Kulturbetrieb funktionieren, wie sie sich durch die digitale Revolution verändert haben und wie eine Reform des Urheberrechts aussehen könnte. Wir freuen uns auf Ihre Gastbeiträge unter zeit.de/leserartikel

Alle Beiträge der Serie

Bisher erschienen:

Urheberrecht: Das Ringen um eine Reform

Wie funktioniert der Musikmarkt?

Filesharing: "Urheberrecht darf im Alltag keine Rolle spielen"

Streaming-Portale: Billiger als kaufen, besser als klauen

Mark Splinter: Des Künstlers Waffe gegen Ausbeutung

Conrad Fritzsch: Wir müssen die Spielregeln ändern

Wer hat die Rechte an Filmen?

Miguel E. Riveros Silva: Youtube ist nicht das Internet

Wolfgang Tischer: Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber!

Gerd Billen: Die digitale Revolution verlangt neue Antworten

Urheberrechtsstreit: Verheddert in Frank Zappas Bart

Kultur des Tauschens: Das Geld findet dich immer

Bildende Kunst: Aus dem Museum ins Netz

Fatboy Slim: "Verlasst Euch nicht auf Download-Verkäufe!"

Streaming, Sampling, Urheberrecht: Musiker zur Debatte

Musikstreaming: "Da fühlst Du Dich nicht ganz wie ein Arschloch"

Urheberrecht: Wann ist geistiges Eigentum gerecht?

DJ Richie Hawtin: "Kreativität muss so schnell sein dürfen, wie sie will"

Seit einigen Jahren streitet sich die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) mit dem Google-Tochterunternehmen YouTube um Urheberrechtsverletzungen, dazwischen melden sich oft Künstler und Musiklabels zu Wort. Manchmal für und manchmal gegen die Gema. YouTube will keinen Lizenzvertrag eingehen, denn sie sehen sich nicht als lizensierungspflichtig. Für eine Einigung in diesem Streitfall sieht es düster aus. Am 20.4.2012 gab es im Landgericht Hamburg ein erstes Urteil, dass aber noch nicht rechtskräftig ist.

Fakt ist, die Gema will mehr Geld und Kontrolle, während YouTube viel weniger oder gar nichts bezahlen will. YouTube hat genug Geld, um der Gema Gebühren zu bezahlen. Die Gema verdient auch ohne YouTube genug Geld, um sich auf einen langen Rechtsstreit zu konzentrieren. Einigen Plattenfirmen und Künstlern entgeht eine Menge Geld und deswegen verlangen sie eine schnelle Einigung. Falls sich die Gema durchsetzen kann, werden alle Plattenfirmen und Künstler davon profitieren. Sie werden viel mehr Geld verdienen und wenn das passiert, dann werden sie alle der Gema zujubeln. Die Internetnutzer werden dann in der Lage sein, die Musikvideos ihrer Lieblingskünstler ohne Probleme auf YouTube zu sehen.

Aber wie lange soll dieser Streit noch andauern? Die Gema hat sich mit zahlreichen anderen deutschen Musikdiensten im Internet einigen können und das sogar sehr schnell, aber YouTube scheint sich auf keine Einigung einlassen zu wollen.

Zum Glück gibt es Alternativen zu YouTube. Internetnutzer müssen nicht auf Musikvideos verzichten. Sie müssen nur woanders suchen. Eigentlich ist das schon die Lösung des Problems. YouTube ist nicht das Internet, sondern nur ein Teil des Internets, und das darf man niemals vergessen.

 
Leserkommentare
  1. wie schlecht es der notleidenden Filmindustrie geht:

    http://i.imgur.com/USqpN.jpg

    4 Leserempfehlungen
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    wenn die Ausgaben nicht den Einnahmen gegenübergestellt sind...

    wenn die Ausgaben nicht den Einnahmen gegenübergestellt sind...

    • keibe
    • 09.05.2012 um 21:39 Uhr

    genau so wenig, wie Marina Weisband Piratin ist:

    "In Markus Lanz Talkshow (1.Mai 2012 im ZDF um 23,30 Uhr) konnte Frau Marina Weisband ihr Verwirrspiel mit den Begriffen Eigentum und Urheberrecht nicht durchhalten. Ihre Argumentation wurde von einem Diskussionsteilnehmer an einfachen Jeans Hosen widerlegt."

    [...]

    Man merke: an Jeans Hosen.

    Link entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diese Seite nicht verlinken möchten. Danke, die Redaktion/au.

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    konnte oder wollte keiner in dieser "Diskussions"runde und sie können oder wollen es offenbar auch nicht, da sie diese krude Analogie auch noch für gut und treffend befinden.

    Eine Idee ist etwas abstraktes und immaterielles. Eine Hose ist etwas konkretes und materielles. Soviel Unterscheidung muss sein, auch durch den Gesetzgeber!

    Zumal sich eine Hose nicht ansatzweise so leicht reproduzieren lässt, wie es bei einem geistigen Werk dank digitaler Technologien möglich ist.

    Sowohl die Hose- als auch die Fahrrad-Analogie (Ein genuiner Kauder), schlagen fehl / sind sinnverfehlt.

    konnte oder wollte keiner in dieser "Diskussions"runde und sie können oder wollen es offenbar auch nicht, da sie diese krude Analogie auch noch für gut und treffend befinden.

    Eine Idee ist etwas abstraktes und immaterielles. Eine Hose ist etwas konkretes und materielles. Soviel Unterscheidung muss sein, auch durch den Gesetzgeber!

    Zumal sich eine Hose nicht ansatzweise so leicht reproduzieren lässt, wie es bei einem geistigen Werk dank digitaler Technologien möglich ist.

    Sowohl die Hose- als auch die Fahrrad-Analogie (Ein genuiner Kauder), schlagen fehl / sind sinnverfehlt.

  2. dass Sie es bereits benannt haben. Der Vergleich mit der guten alten MC ist wirklich sehr..unintelligent. Seitdem Musik digital überall "erhätllich" ist, ist ein großer Umbruch eingetreten im Musikbusiness. Die großen label scheinen halbwegs damit umgehen zu können. Aber selbst Roadrunner macht für Europa die Läden dicht. Von zahlreichen Indie-Labels ganz zu schweigen. Das macht die Lösung des problems nicht einfacher. Es muss definitiv viel breiter aufgeklärt werden. Die Leute müssen wissen, was Kunst ist und dass diese einen Wert hat.

    Eine Leserempfehlung
  3. Eine Frage, die ich mir schon sehr lange stelle, ist, ob man bei illegalen Downloads wirklich behaupten könne, dass der Künstler vom Downloader kein Geld erhält. Und zwar aus folgendem Grund: Wann immer ich mir ein Gerät wie einen PC oder einen DVD-Player / Brenner kaufe, bezahle ich GEMA-Gebühren. Die sind im Verkaufspreis enthalten. Auch für Rohlinge zahlt man GEMA-Gebühren, der Grund, warum etwa Blu-Rays so teuer sind, liegt an eben diesen Gebühren.
    Warum gibt es diese Gebühren? Ganz einfach: Diese Gebühren zahlt man, weil man EVENTUELL mit diesen Geräten das Urheberrecht verletzen könnte, etwa in dem das Gerät kopierte Medien abspielt oder gar selbst Kopien anfertigt.
    Ich bin kein Pirat (damit ist nicht die Parteizugehörigkeit gemeint), aber dennoch könnte der eine oder andere eine Legitimation in eben jenen Gebühren darin sehen, sich die Sachen illegal aus dem Netz zu ziehen. Er hat die GEMA ja schließlich dafür bezahlt. Und die bezahlt die Künstler.

    5 Leserempfehlungen
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    • keibe
    • 09.05.2012 um 22:32 Uhr

    "Wann immer ich mir ein Gerät wie einen PC oder einen DVD-Player / Brenner kaufe, bezahle ich GEMA-Gebühren. Die sind im Verkaufspreis enthalten. Auch für Rohlinge zahlt man GEMA-Gebühren, der Grund, warum etwa Blu-Rays so teuer sind, liegt an eben diesen Gebühren."

    Hätten Sie wohl die Freundlichkeit, diese Gebühren zu quantifizieren? Weil, worauf ich raus möchte, ist, ob die etwa 20,50 € pro player immer noch ausreichen, den 304. Download zu finanzieren.

    • keibe
    • 09.05.2012 um 22:32 Uhr

    "Wann immer ich mir ein Gerät wie einen PC oder einen DVD-Player / Brenner kaufe, bezahle ich GEMA-Gebühren. Die sind im Verkaufspreis enthalten. Auch für Rohlinge zahlt man GEMA-Gebühren, der Grund, warum etwa Blu-Rays so teuer sind, liegt an eben diesen Gebühren."

    Hätten Sie wohl die Freundlichkeit, diese Gebühren zu quantifizieren? Weil, worauf ich raus möchte, ist, ob die etwa 20,50 € pro player immer noch ausreichen, den 304. Download zu finanzieren.

    • keibe
    • 09.05.2012 um 22:32 Uhr

    "Wann immer ich mir ein Gerät wie einen PC oder einen DVD-Player / Brenner kaufe, bezahle ich GEMA-Gebühren. Die sind im Verkaufspreis enthalten. Auch für Rohlinge zahlt man GEMA-Gebühren, der Grund, warum etwa Blu-Rays so teuer sind, liegt an eben diesen Gebühren."

    Hätten Sie wohl die Freundlichkeit, diese Gebühren zu quantifizieren? Weil, worauf ich raus möchte, ist, ob die etwa 20,50 € pro player immer noch ausreichen, den 304. Download zu finanzieren.

    2 Leserempfehlungen
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    • cvnde
    • 10.05.2012 um 0:04 Uhr

    20,50 € = Einnahmen eine Abgabe , also es wird kein unmittelbarer Gegendwert erbracht.

    Ihr Gegenbetrag ist dann nicht der Umsatz, sondern der Gewinn, der pro verkaufter Einheit für sie abfällt.

    Verkaufspreis Datenträger (netto) an Händler
    - Produktionskosten
    _______________________
    Gewinn ( Deckung durch Abgabe auf Geräte und Leermedien)

    Das sind pro Datenträger maximal 5 - 10 € "Reingewinn".

    Sonst würde ein Musikstück nicht für 0,83 €(netto) zu haben sein.

    ... die ZPÜ fragen. Wahrscheinlich geht sie davon aus, das Millionen von Rechnern und Datenträgern nie eine urheberrechtlich geschützte Datei zu sehen bekommen, Stichwort Firmenrechner.

    • cvnde
    • 10.05.2012 um 0:04 Uhr

    20,50 € = Einnahmen eine Abgabe , also es wird kein unmittelbarer Gegendwert erbracht.

    Ihr Gegenbetrag ist dann nicht der Umsatz, sondern der Gewinn, der pro verkaufter Einheit für sie abfällt.

    Verkaufspreis Datenträger (netto) an Händler
    - Produktionskosten
    _______________________
    Gewinn ( Deckung durch Abgabe auf Geräte und Leermedien)

    Das sind pro Datenträger maximal 5 - 10 € "Reingewinn".

    Sonst würde ein Musikstück nicht für 0,83 €(netto) zu haben sein.

    ... die ZPÜ fragen. Wahrscheinlich geht sie davon aus, das Millionen von Rechnern und Datenträgern nie eine urheberrechtlich geschützte Datei zu sehen bekommen, Stichwort Firmenrechner.

    • Jove
    • 09.05.2012 um 22:33 Uhr

    "Das Konzept geistigen Eigentums ist kein Eigentumsrecht im klassischen Sinne sondern ein staatlich vergebenes Monopol. Nur der Inhaber darf das Produkt "herstellen", also vervielfältigen."

    Geistiges Eigentum mit einem Monopol zu vergleichen ist ja wohl sehr weit hergeholt. Ein Monopol ist ja, wenn nur ein Hersteller ein bestimmtes Gut herstellt. Aber nur, weil nur Daimler Mercedes-Benz herstellen darf, hat Daimler wohl ja kein Monopol auf das Gut "PKW". Somit hat auch Künstler A ein alleiniges Recht auf Song X hat, hat er noch lang kein Monopol auf das Gut "Musikstück".
    Um im Bild zu bleiben: Wenn Ihnen ein PKW der Marke Daimler zu teuer ist, müssen Sie sich halt einen Dacia kaufen.

    und btw: "verursacht [...] das geistige Eigentum enorme volkswirtschaftliche Schäden durch ineffizient hohe Preise und Unterversorgung" => "Wirklich? Dazu würde ich dann doch gerne belastbare, unabhängige empirische Forschung sehen."

    Antwort auf "Muss das sein?"
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    • keibe
    • 09.05.2012 um 22:43 Uhr

    "Geistiges Eigentum mit einem Monopol zu vergleichen ist ja wohl sehr weit hergeholt."

    Nehmen Sie einen x-beliebigen Song einer x-beliebigen Gruppe: Singt eine weitere Gruppe ähnlich schräg wie diese?

    Nehmen wir mal ein Beispiel: Irgend ein Song der Rolling Stones. Wer singt noch so? Darf der das? Und haben ihm die Rolling Stones gestattet, dass das frei downgeloadet werden kann?

    Oder anders gefragt: Geht mit Ihrem Tomatenpflanzenanbau im lauschigen Garten die Erlaubnis einher, dass jeder Hinz und Kunz sich ihrer bemächtigen darf?

    • Ranjit
    • 10.05.2012 um 14:27 Uhr

    Das geistige Eigentum ist strukturell ein Monopolrecht. Es verleiht dem Inhaber ja nicht das Recht auf das eigene Werk sondern das Recht anderen die Vervielfältigung (also die Herstellung) zu untersagen. Somit hat der Rechteinhaber das Monopol auf das entsprechende Werk, da nur er es herstellen darf.

    Dieses Recht wird zugesprochen, damit die Erschaffer von Werken auch entlohnt werden. Ansonsten würden sie nur für die erste Kopie bezahlt, da sie über die restlichen Kopien keine Macht mehr haben.

    Das Problem ist, dass somit aber alle Personen, die eine geringere Zahlungsbereitschaft als den diktierten Preis haben keinen Zugang zum Werk erhalten, obwohl die Kopie eigentlich kostenlos ist. Ebenso entstehen einige Werke nicht, die auf vorangegangenem Material aufbauen, wenn ein Rechteinhaber die alleinige Macht über die Verwertung hat.

    Somit muss das Urheberrecht streng genug sein, Künstlern den Lebensunterhalt zu sichern, aber gleichzeitig nicht zu streng sein, um Kreativität, Kultur und Wirtschaft nicht abzudrosseln.

    Stattdessen wird die Frist immer weiter ausgedehnt. Nicht um Künstler zu schützen sondern Konzerne.
    So bauen nahezu alle Disneyfilme auf frei zugänglichen Werken auf. Zugleich lobbyiert der Konzern aber dafür, die Frist immer weiter nach dem Tod des Künstlers auszudehnen damit Mickey und Co. nicht Allgemeingut werden.

    • keibe
    • 09.05.2012 um 22:43 Uhr

    "Geistiges Eigentum mit einem Monopol zu vergleichen ist ja wohl sehr weit hergeholt."

    Nehmen Sie einen x-beliebigen Song einer x-beliebigen Gruppe: Singt eine weitere Gruppe ähnlich schräg wie diese?

    Nehmen wir mal ein Beispiel: Irgend ein Song der Rolling Stones. Wer singt noch so? Darf der das? Und haben ihm die Rolling Stones gestattet, dass das frei downgeloadet werden kann?

    Oder anders gefragt: Geht mit Ihrem Tomatenpflanzenanbau im lauschigen Garten die Erlaubnis einher, dass jeder Hinz und Kunz sich ihrer bemächtigen darf?

    • Ranjit
    • 10.05.2012 um 14:27 Uhr

    Das geistige Eigentum ist strukturell ein Monopolrecht. Es verleiht dem Inhaber ja nicht das Recht auf das eigene Werk sondern das Recht anderen die Vervielfältigung (also die Herstellung) zu untersagen. Somit hat der Rechteinhaber das Monopol auf das entsprechende Werk, da nur er es herstellen darf.

    Dieses Recht wird zugesprochen, damit die Erschaffer von Werken auch entlohnt werden. Ansonsten würden sie nur für die erste Kopie bezahlt, da sie über die restlichen Kopien keine Macht mehr haben.

    Das Problem ist, dass somit aber alle Personen, die eine geringere Zahlungsbereitschaft als den diktierten Preis haben keinen Zugang zum Werk erhalten, obwohl die Kopie eigentlich kostenlos ist. Ebenso entstehen einige Werke nicht, die auf vorangegangenem Material aufbauen, wenn ein Rechteinhaber die alleinige Macht über die Verwertung hat.

    Somit muss das Urheberrecht streng genug sein, Künstlern den Lebensunterhalt zu sichern, aber gleichzeitig nicht zu streng sein, um Kreativität, Kultur und Wirtschaft nicht abzudrosseln.

    Stattdessen wird die Frist immer weiter ausgedehnt. Nicht um Künstler zu schützen sondern Konzerne.
    So bauen nahezu alle Disneyfilme auf frei zugänglichen Werken auf. Zugleich lobbyiert der Konzern aber dafür, die Frist immer weiter nach dem Tod des Künstlers auszudehnen damit Mickey und Co. nicht Allgemeingut werden.

    • keibe
    • 09.05.2012 um 22:43 Uhr
    15. Ist es?

    "Geistiges Eigentum mit einem Monopol zu vergleichen ist ja wohl sehr weit hergeholt."

    Nehmen Sie einen x-beliebigen Song einer x-beliebigen Gruppe: Singt eine weitere Gruppe ähnlich schräg wie diese?

    Nehmen wir mal ein Beispiel: Irgend ein Song der Rolling Stones. Wer singt noch so? Darf der das? Und haben ihm die Rolling Stones gestattet, dass das frei downgeloadet werden kann?

    Oder anders gefragt: Geht mit Ihrem Tomatenpflanzenanbau im lauschigen Garten die Erlaubnis einher, dass jeder Hinz und Kunz sich ihrer bemächtigen darf?

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    [Oder anders gefragt: Geht mit Ihrem Tomatenpflanzenanbau im lauschigen Garten die Erlaubnis einher, dass jeder Hinz und Kunz sich ihrer bemächtigen darf?]

    Nur wird bei der Kopie nichts entwendet. Somit bleibt es erhalten. Bei einer Tomate ist es was anderes. Im übrigem hat man früher von Auftritten und Fans gelebt. Jetzt meint man das jeder Click einen Verlust darstellt.

    Zusatz:

    Wieso sollten die Künstler immer mehr Rechte haben? Gehe ich ins Kino, weiß ich nicht, ob mir der Film gefallen wird. Imho zahle ich erst, bevor ich es mir anschaue. Somit muss ich für die reine Information zahlen. Ob es mir schmeckt oder nicht.

    Vor kurzen kam Mass Effect 3 (Computerspiel) raus. Wissen Sie was da abgegangen ist, als die Fans der Serie es durchgespielt haben? Tja, die Entwickler haben es als "Kunst" deklariert, um das Ende zu rechtfertigen (und viele Fans wurden ganz massiv betrogen - und das nicht nur finanziell).

    Aber die Raubmordkopierer sind an allem schuld - klar. Vielleicht sollte man eine andere Dikussion eröffnen? Aber ich habe vergessen, dass die großen Labels (Vertriebsfirmen) daran kein Interesse haben - gele?

    • Jove
    • 10.05.2012 um 6:40 Uhr

    "Nehmen Sie einen x-beliebigen Song einer x-beliebigen Gruppe: Singt eine weitere Gruppe ähnlich schräg wie diese?

    Nehmen wir mal ein Beispiel: Irgend ein Song der Rolling Stones. Wer singt noch so?"

    Wie bereits gesagt, jedem Künstler steht es frei, ein Musikstück zu erstellen. Dass dies dann keine Kopie eines bestehendes sein sollte ist hoffentlich klar. (Stichwort: Plagiat). Ein Unternehmen ist auch nicht erfreut, wenn sein Produkt Opfer von Produktpiraterie wird.

    "Oder anders gefragt: Geht mit Ihrem Tomatenpflanzenanbau im lauschigen Garten die Erlaubnis einher, dass jeder Hinz und Kunz sich ihrer bemächtigen darf?"

    Meiner Meinung zwar ein unsinniger Vergleich, aber bitte:
    Nein, denn dass sind ja meine Tomaten. Aber jeder andere darf gerne seine eigenen Tomaten anbauen. => Hab ich jetzt ein Monopol auf Tomaten?

    Zudem möchte ich noch Dr. Nerd zustimmen (Kommentar 21) zustimen: Das Künstler vielleicht von ihrer Arbeit leben wollen und hinter einem Musikstück mehr Arbeit steckt, als es einmal digital zu kopieren will anscheinend niemand honorieren. Überall werden solche Kosten mitgezahlt, aber da merkt es anscheinend niemand, da man ja auch einen "physikalischen" Gegenwert erhält. Oder glaubt jemand im ernst, dass man bei beispielsweise einem PKW nur die Materialkosten zahlt?

    [Oder anders gefragt: Geht mit Ihrem Tomatenpflanzenanbau im lauschigen Garten die Erlaubnis einher, dass jeder Hinz und Kunz sich ihrer bemächtigen darf?]

    Nur wird bei der Kopie nichts entwendet. Somit bleibt es erhalten. Bei einer Tomate ist es was anderes. Im übrigem hat man früher von Auftritten und Fans gelebt. Jetzt meint man das jeder Click einen Verlust darstellt.

    Zusatz:

    Wieso sollten die Künstler immer mehr Rechte haben? Gehe ich ins Kino, weiß ich nicht, ob mir der Film gefallen wird. Imho zahle ich erst, bevor ich es mir anschaue. Somit muss ich für die reine Information zahlen. Ob es mir schmeckt oder nicht.

    Vor kurzen kam Mass Effect 3 (Computerspiel) raus. Wissen Sie was da abgegangen ist, als die Fans der Serie es durchgespielt haben? Tja, die Entwickler haben es als "Kunst" deklariert, um das Ende zu rechtfertigen (und viele Fans wurden ganz massiv betrogen - und das nicht nur finanziell).

    Aber die Raubmordkopierer sind an allem schuld - klar. Vielleicht sollte man eine andere Dikussion eröffnen? Aber ich habe vergessen, dass die großen Labels (Vertriebsfirmen) daran kein Interesse haben - gele?

    • Jove
    • 10.05.2012 um 6:40 Uhr

    "Nehmen Sie einen x-beliebigen Song einer x-beliebigen Gruppe: Singt eine weitere Gruppe ähnlich schräg wie diese?

    Nehmen wir mal ein Beispiel: Irgend ein Song der Rolling Stones. Wer singt noch so?"

    Wie bereits gesagt, jedem Künstler steht es frei, ein Musikstück zu erstellen. Dass dies dann keine Kopie eines bestehendes sein sollte ist hoffentlich klar. (Stichwort: Plagiat). Ein Unternehmen ist auch nicht erfreut, wenn sein Produkt Opfer von Produktpiraterie wird.

    "Oder anders gefragt: Geht mit Ihrem Tomatenpflanzenanbau im lauschigen Garten die Erlaubnis einher, dass jeder Hinz und Kunz sich ihrer bemächtigen darf?"

    Meiner Meinung zwar ein unsinniger Vergleich, aber bitte:
    Nein, denn dass sind ja meine Tomaten. Aber jeder andere darf gerne seine eigenen Tomaten anbauen. => Hab ich jetzt ein Monopol auf Tomaten?

    Zudem möchte ich noch Dr. Nerd zustimmen (Kommentar 21) zustimen: Das Künstler vielleicht von ihrer Arbeit leben wollen und hinter einem Musikstück mehr Arbeit steckt, als es einmal digital zu kopieren will anscheinend niemand honorieren. Überall werden solche Kosten mitgezahlt, aber da merkt es anscheinend niemand, da man ja auch einen "physikalischen" Gegenwert erhält. Oder glaubt jemand im ernst, dass man bei beispielsweise einem PKW nur die Materialkosten zahlt?

  4. nicht gerade beliebt, dass er damit Geld verdient. Aber immer sind es die Raubmordkopierer. Bei so viel jammern müsste eigentlich diese Industrie ja toter als tot sein - ist sie aber nicht (als man die Kassetten kopieren konnte, hat man genauso gejammert).

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    Wollen Sie ernsthaft allen Statistiken widersprechen und die Einbrüche im Musikmarkt leugnen? Dass die 5 Major-Unternehmen zu 3 Majors fusioniert sind? Dass Indielabels reihenweise dicht machen?

    Wollen Sie ernsthaft allen Statistiken widersprechen und die Einbrüche im Musikmarkt leugnen? Dass die 5 Major-Unternehmen zu 3 Majors fusioniert sind? Dass Indielabels reihenweise dicht machen?

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