Urheberrecht-AppellMehr als 1.500 Künstler unterstützen Urheberrechtsaufruf

Ein Appell von 100 prominenten Künstlern und Autoren für eine Stärkung des Urheberrechts stößt auf Resonanz. Nach einem Tag ist die Zahl der Unterstützer bereits vierstellig.

Der Schauspieler Mario Adorf gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs.

Der Schauspieler Mario Adorf gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs.

Im Streit um die Zukunft des Urheberrechts haben bereits mehr als 1.500 Künstler, Autoren und Wissenschaftler den öffentlichen Aufruf gegen den Diebstahl geistigen Eigentums unterzeichnet. Matthias Landwehr, der Koordinator des Appells für die Stärkung des Urheberrechts, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Liste der Unterzeichner enthalte auch die Namen von Künstlern, die noch nicht von ihrer Arbeit leben könnten.

Initiiert wurde der Aufruf von 100 prominenten Autoren und Künstlern. Die Erstunterzeichner wenden sich indirekt gegen Initiativen aus mehreren Parteien, das Urheberrecht an die veränderten Bedingungen im Internet anzupassen. DIE ZEIT hat die Forderungen der Initiative dokumentiert.

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Zu den Erstunterzeichnern gehören die Schriftsteller Daniel Kehlmann, Charlotte Roche, Julia Franck, Uwe Tellkamp, Martin Walser und Günter Wallraff sowie Künstler wie der Schauspieler Mario Adorf sowie der Musiker und Schriftsteller Sven Regener.

Viel Kritik am Aufruf

Die Reaktionen auf den Aufruf fielen unterschiedlich aus. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz kritisierte, dass sie Erklärung kaum Konkretes biete. "Wir müssen uns deutlich machen, dass angesichts extremer gesellschaftlicher Umbrüche ein einfaches 'Weiter so' faktisch nicht möglich ist." Nötig seien "neue, intelligente und adäquate Lösungen für das Urheberrecht". Solche Initiativen würden die bestehenden Gräben nur vertiefen.

Der Urheberrechtsexperte bei den Berliner Piraten, Christopher Lauer, schrieb via Twitter: "Egal wie viel Unverständnis man für die Aktion in der ZEIT hat: Wir müssen das ernst nehmen. Es bedarf einer Handreichung." Frank Rieger vom Chaos Computer Club (CCC) twitterte: "Liebe Urheber, ist Euch schonmal aufgefallen, daß das Apple/Amazon/Google-Oligopol primär das Versagen eurer geliebten Verwerter ist?" Im Blog Netzpolitik schrieb Leonhard Dobusch, der Aufruf versuche, "eine Einheitsfront zwischen Urhebern und Verwertern zu suggerieren", beweise aber nur, "dass ebendiese Front am Bröckeln ist".

Ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte die Verwertungsgesellschaft Wort ein Positionspapier, in dem verlangt wird, auch in der digitalen Welt an dem System von Urheber- und Verwertungsrechten festzuhalten. "Kaum ein Nutzer kann sich heute noch darüber beschweren, dass ihm Bücher, Musik oder Filme nicht in digitaler Form einfach und bezahlbar angeboten würden", teilte die Organisation mit, die im Interesse von Autoren, Journalisten und Verlagen Verwertungsrechte wahrnimmt.

 
Leserkommentare
    • Bommel
    • 11.05.2012 um 10:28 Uhr

    Der Wunsch der Künstler, das Urheberrecht in bisheriger Form zu konservieren, ist verständlich.
    Allerdings kann sich das angesichts der rasanten Entwicklung digitaler Techniken als Kampf gegen Windmühlen-Flügel erweisen.
    Vermutlich werden neue, innovative Konzepte gefragt sein, von denen man allerdings noch keine konkreten Vorstellungen haben kann.

    3 Leserempfehlungen
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    einzelne Künstler erfolgreicher wenn sie sich nicht entschieden hätten Künstler zu werden?

    Es ist ein Risiko Künstler zu werden, aber vor allem scheint es eine Berufung zu sein wenn man die meisten Künstler so hört.

    Was diese Menschen ausblenden ist, dass andere Leute auch in ihrem Beruf zu kämpfen haben. Als Künstler ist man aber in der fast einzigartigen Position sich selbst zu verwirklichen.

    Wer es drauf hat der schafft es auch, und wenn nicht ist muss er eben einen anderen Beruf ausüben.

    Es gibt genug Künstler die es von der Strasse zu internationalem Ruhm und zig Millionen geschafft haben. Diese Möglichkeit hat man nicht in jedem Berufszweig.
    High Risk High Reward beschreibt den Beruf des Künstlers recht genau.
    Früher haben die Leute Tapes aus dem Radio aufgenommen um sie an zu hören oder an Freunde weiter zu geben. Youtube ist nichts anderes. Es ist einfach nur technischer Fortschritt. Anstatt vor dem Radio zu warten, kann ich mir den Song sofort anhören.

    Das ist einfach nicht kriminell. Wenn man im Kino einen Film abfilmt ist es schon etwas anderes. Aber früher gab es auch VHS. Sobald der Film einmal im Fernsehen lief konnte man ihn aufnehmen und konnte das an FReunde weitergeben.

    Die Diskussion wird unter falschen Vorzeichen geführt und ist eine Beleidigung für die Gesellschaft. Jedes mal zu zahlen wenn ich online einen Song höre ist doch Schwachsinn. Nur weil man nicht mehr direkt aus dem Radio aufnehmen muss ist man kriminell.

    nur weil es ein neues Medium gibt, heißt es nicht das man geistige Schaffensprozess entwerten darf und kann. Wer den Menschen das Recht absprechen will, Recht an ihren eigenen kreativen und geistigen Prozessen und Produkten zu haben, will zurück in den Feudalismus.
    Man kann nicht die Freiheit preisen, mit dem Ausgang der französischen Revolution und auf der anderen Seite feudalisitsch jedem sein eigenstes Innerstes absprechen.
    Diese Diskussion zeigt nur das Mißverhältnis von Konsumenten, ohne jemals eine eigene kreative Leistung zustandgebracht zu haben, und den Wenigen die Kreativ sind.
    Würde man diesem Mob recht geben, so sollte man sich klar sein, dass man in eine Kopistengesellschaft wie China abrutscht oder ähnliche Verhältnis wie in der UDSSR bekommt, die den Großteil ihrer Entwicklung nur durch Spionage bewerkstelligen konnte. Zu glauben es würde jemand seine Gedanken, dann noch frei zu entfalten bringen, ohne ein eigenes Recht an seinen Gedanken zu haben, ist mehr als naiv, er ist einfach nur dumm.

    ...nichts Genaues weiß man nicht.

    einzelne Künstler erfolgreicher wenn sie sich nicht entschieden hätten Künstler zu werden?

    Es ist ein Risiko Künstler zu werden, aber vor allem scheint es eine Berufung zu sein wenn man die meisten Künstler so hört.

    Was diese Menschen ausblenden ist, dass andere Leute auch in ihrem Beruf zu kämpfen haben. Als Künstler ist man aber in der fast einzigartigen Position sich selbst zu verwirklichen.

    Wer es drauf hat der schafft es auch, und wenn nicht ist muss er eben einen anderen Beruf ausüben.

    Es gibt genug Künstler die es von der Strasse zu internationalem Ruhm und zig Millionen geschafft haben. Diese Möglichkeit hat man nicht in jedem Berufszweig.
    High Risk High Reward beschreibt den Beruf des Künstlers recht genau.
    Früher haben die Leute Tapes aus dem Radio aufgenommen um sie an zu hören oder an Freunde weiter zu geben. Youtube ist nichts anderes. Es ist einfach nur technischer Fortschritt. Anstatt vor dem Radio zu warten, kann ich mir den Song sofort anhören.

    Das ist einfach nicht kriminell. Wenn man im Kino einen Film abfilmt ist es schon etwas anderes. Aber früher gab es auch VHS. Sobald der Film einmal im Fernsehen lief konnte man ihn aufnehmen und konnte das an FReunde weitergeben.

    Die Diskussion wird unter falschen Vorzeichen geführt und ist eine Beleidigung für die Gesellschaft. Jedes mal zu zahlen wenn ich online einen Song höre ist doch Schwachsinn. Nur weil man nicht mehr direkt aus dem Radio aufnehmen muss ist man kriminell.

    nur weil es ein neues Medium gibt, heißt es nicht das man geistige Schaffensprozess entwerten darf und kann. Wer den Menschen das Recht absprechen will, Recht an ihren eigenen kreativen und geistigen Prozessen und Produkten zu haben, will zurück in den Feudalismus.
    Man kann nicht die Freiheit preisen, mit dem Ausgang der französischen Revolution und auf der anderen Seite feudalisitsch jedem sein eigenstes Innerstes absprechen.
    Diese Diskussion zeigt nur das Mißverhältnis von Konsumenten, ohne jemals eine eigene kreative Leistung zustandgebracht zu haben, und den Wenigen die Kreativ sind.
    Würde man diesem Mob recht geben, so sollte man sich klar sein, dass man in eine Kopistengesellschaft wie China abrutscht oder ähnliche Verhältnis wie in der UDSSR bekommt, die den Großteil ihrer Entwicklung nur durch Spionage bewerkstelligen konnte. Zu glauben es würde jemand seine Gedanken, dann noch frei zu entfalten bringen, ohne ein eigenes Recht an seinen Gedanken zu haben, ist mehr als naiv, er ist einfach nur dumm.

    ...nichts Genaues weiß man nicht.

  1. und zum aktuellen Aufruf möchte ich diesen Artikel empfehlen:
    http://www.internet-law.d...

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  2. läßt eher Rückschlüsse auf den miserablen Zustand von Kunst, Künstlern und Kultur in diesem Land zu, als auf den Zustand des Urheberrechts.

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    • dacapo
    • 11.05.2012 um 17:17 Uhr

    Wie begründen Sie den von Ihnen bezeichnete miserable Zustand der Kultur, der Künstler und der Kultur?

    • dacapo
    • 11.05.2012 um 17:17 Uhr

    Wie begründen Sie den von Ihnen bezeichnete miserable Zustand der Kultur, der Künstler und der Kultur?

  3. Die GEMA vertritt rund 65.000 geistig Schaffende. Wenn hier also 1.500 zu einer Beteiligung bereit waren, so sind dies 2,3% der von der GEMA vertretenen Personen. Ob so die erfolgreiche Umsetzung einer Kampagne aussieht, mag jeder selbst für sich entscheiden.

    Je länger ich darüber nachdenke, desto fragwürdiger kommt mir das Urheberrecht vor. Dahinter steht auch die Frage, ob Menschen, die durch Geistesarbeit ein Produkt abliefern, einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft verdient haben, als jene, die handwerklich oder sonst wie tätig sind? Längst ist es so, dass selbst Redakteure in einigen Verlagen nicht mehr Eigentümer ihrer Arbeiten sind. Sie werden einmalig dafür entlohnt, dass sie ein Artikel abliefern.

    Auch jener, der durch handwerkliche Arbeit ein Produkt abliefert, kann nur einen einmaligen Verkaufspreis vom Käufer erwarten. Bei den Autoren und Musikern ist es doch nicht anders. Sie bieten ein Endprodukt, sei es ein Buch, ein Lied oder ein Album an. Sie sind aber die einzigen, die den Endverbraucher dazu nötigen wollen, sich Vorschriften bei der Nutzung dieses Endproduktes gefallen zu lassen.

    "Dieses Ei darf nur als Rührei verwendet werden". Genau das ist es, was die GEMA in Vertretung versucht durchzusetzen. Die unterzeichneten Künstler dürfen getrost Abschied nehmen, dass sie eine "besondere" Leistung erbringen. Das tun sie in unserer datentechnischen Welt eben nicht mehr. Dann könnte jeder Kommentator, jeder Blogger für seinen Eintrag Geld verlangen.

    16 Leserempfehlungen
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    Ein Tischler fertigt einen Tisch. Dieses Produkt ist einmalig und kann entsprechend nicht weiterverwertet werden. Der Designer des Tisches jedoch, quasi der Urheber verdient natürlich mehr. Ob das gerecht ist, sei erstmal dahingestellt. Bei Musik wird ein Titel geschaffen, der allen potentiell zugänglich ist. Das mit Handwerkern zu vergleichen ist wie einen Apfel mit einer Backstein.
    Aber wie schwer es ist etwas zu schaffen, rein aus der eigenen Kreativität wird gänzlich unterschätzt.
    Setzen Sie sich doch mal hin, nehmen ein Instrument Ihrer Wahl und schreiben einen Song, der neu ist, aussagekräftig und dazu sich noch gut verkauft. Sagen wir Sie haben dafür 1.Monat Zeit. Danach treten Sie damit vor einem Millionenpublikum auf,ohne das man Ihnen die Nervosität anmerkt.
    Vielleicht würde auch ein einjähriger Künstlergeneralstreik zeigen, wie wichtig sie wirklich für unsere Gesellschaft sind. Was jedoch unverschämt ist, sind teilweise die ganz normalen Ladenpreise. Mehr als der Künstler wird immer die Vertriebsgesellschaft profitieren.
    Ausserdem stellt sich immer die Frage ab wann ein Künstler ein solcher ist. Der Begriff hat schon etwas sehr eitles an sich.

    Ich hoffe wirklich dass aus den 2,3 % 100 % werden! Und wenn man sich die Qualität dessen anschaut, was Menschen zu dem Thema beizutragen haben, die allem Anschein nach nicht versuchen, sich durch ihre Kreativität über Wasser zu halten, so frage ich mich wirklich warum die Künstler, Autoren und vor allem Musiker es so lange hingenommen haben, sich unter vor dem Hintergrund technologischen Fortschritts von ihren Nutznießern, ausbeuten zu lassen. Ein sozialer oder kultureller Fortschritt ist damit jedenfalls nicht verbunden. Im Gegenteil! Ich möchte nicht wissen wie viele Existenzen die illegale Downloadpraxis vernichtet hat. Und der Vergleich mit dem Redakteur zeigt wie hanebüchen die Argumentation dieser Leute ist: Ein Redakteur hat ein festes Einkommen. Und ist in der Regel in einer gesellschaftlich hoch angesehenen Position. In dem Moment, in dem das die Grundlage für alle Musiker ist, die ihr Leben als HARTZ IV Empfänger oder auf 400,- € Basis fristen dürfen gilt, in dem Monment ist das diskutierbar. Aber nicht umgekehrt, wie dieses Pferd aufgezäumt werden soll. Von Halb garem Politiker Nachwuchs, der es gewohnt sind, sich unter dem Deckmäntelchen seiner in der Regel juvnilen politischen Phantasien kostenlos online zu bedienen.
    Lächerlich vor dem Hintergrund auch das Piraten Engagement von Bela B.: Wenn man es finanziell nicht mehr nötig hat kleinlich zu sein, dann kann man natürlich von digitaler Gerechtigkeit schwärmen und das punkig anarchisch finden.

    Ein Tischler fertigt einen Tisch. Dieses Produkt ist einmalig und kann entsprechend nicht weiterverwertet werden. Der Designer des Tisches jedoch, quasi der Urheber verdient natürlich mehr. Ob das gerecht ist, sei erstmal dahingestellt. Bei Musik wird ein Titel geschaffen, der allen potentiell zugänglich ist. Das mit Handwerkern zu vergleichen ist wie einen Apfel mit einer Backstein.
    Aber wie schwer es ist etwas zu schaffen, rein aus der eigenen Kreativität wird gänzlich unterschätzt.
    Setzen Sie sich doch mal hin, nehmen ein Instrument Ihrer Wahl und schreiben einen Song, der neu ist, aussagekräftig und dazu sich noch gut verkauft. Sagen wir Sie haben dafür 1.Monat Zeit. Danach treten Sie damit vor einem Millionenpublikum auf,ohne das man Ihnen die Nervosität anmerkt.
    Vielleicht würde auch ein einjähriger Künstlergeneralstreik zeigen, wie wichtig sie wirklich für unsere Gesellschaft sind. Was jedoch unverschämt ist, sind teilweise die ganz normalen Ladenpreise. Mehr als der Künstler wird immer die Vertriebsgesellschaft profitieren.
    Ausserdem stellt sich immer die Frage ab wann ein Künstler ein solcher ist. Der Begriff hat schon etwas sehr eitles an sich.

    Ich hoffe wirklich dass aus den 2,3 % 100 % werden! Und wenn man sich die Qualität dessen anschaut, was Menschen zu dem Thema beizutragen haben, die allem Anschein nach nicht versuchen, sich durch ihre Kreativität über Wasser zu halten, so frage ich mich wirklich warum die Künstler, Autoren und vor allem Musiker es so lange hingenommen haben, sich unter vor dem Hintergrund technologischen Fortschritts von ihren Nutznießern, ausbeuten zu lassen. Ein sozialer oder kultureller Fortschritt ist damit jedenfalls nicht verbunden. Im Gegenteil! Ich möchte nicht wissen wie viele Existenzen die illegale Downloadpraxis vernichtet hat. Und der Vergleich mit dem Redakteur zeigt wie hanebüchen die Argumentation dieser Leute ist: Ein Redakteur hat ein festes Einkommen. Und ist in der Regel in einer gesellschaftlich hoch angesehenen Position. In dem Moment, in dem das die Grundlage für alle Musiker ist, die ihr Leben als HARTZ IV Empfänger oder auf 400,- € Basis fristen dürfen gilt, in dem Monment ist das diskutierbar. Aber nicht umgekehrt, wie dieses Pferd aufgezäumt werden soll. Von Halb garem Politiker Nachwuchs, der es gewohnt sind, sich unter dem Deckmäntelchen seiner in der Regel juvnilen politischen Phantasien kostenlos online zu bedienen.
    Lächerlich vor dem Hintergrund auch das Piraten Engagement von Bela B.: Wenn man es finanziell nicht mehr nötig hat kleinlich zu sein, dann kann man natürlich von digitaler Gerechtigkeit schwärmen und das punkig anarchisch finden.

  4. In den Zeiten vor der Erfindung von Tonträgern und Druckmaschinen wurde die Leistung eines Künstlers, wie jede andere Leistung ein mal, für das Erbringen, entlohnt. Als Beispiel; der Musiker hat ein Konzert gegeben, der Maler hat ein Gemälde gemalt.
    Nicht anders erging es einem Mauerer, der ein Haus baut und für diese Leistung einmal entlohnt wurde.

    Das hat sich grundlegend geändert, als Kopiermöglichkeiten, wie Tonträger oder Druckmaschinen erfunden wurden. Ab dem Zeitpunkt haben Künstler Ihre Werke, ohne zusätzliche Leistung vielfach verkaufen können. Diese Möglichkeit haben andere Leistungserbringer nicht, z.B. der Mauerer.

    Durch das Internet und die dadurch mögliche "Kopiermöglichkeit für Jedermann" könnte der vorherige Zustand annähernd wieder hergestellt werden. Die Leistung/Arbeit eines Künstlers wäre mit der Leistung/Arbeit anderer, z.B. Handwerker wieder gleichgestellt.

    Nach meiner Meinung wäre mit einer Legalisierung von Kopien wieder ein Zustand hergestellt, der aus Sicht der Gesellschaft als Gerecht zu bezeichnen ist.
    Ausserdem bin ich der Ansicht, das die derzeitige starke Kommerzialisierung von Kunst nicht zu einer höheren Qualität und Bandbreite des kulturellen Angebotes beiträgt.

    17 Leserempfehlungen
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    Handwerker mit Künstler vergleichen ?
    Die Industrie verkauft auch Kopien oder bezahlst du nur einmal für eine Bratpfanne, ein Produkt ist ein Produkt und seit welchen Zeitraum verdient ein Musiker der nicht ein STAR ist bei Live Auftritten genügend Geld ? Bei den Aufwand den ihr euch heutzutage gewöhnt seit.

    Übrigens macht ein Maurer auch Beton fertigteile und für diese muss man immer bezahlen !! Für jedes Industrielle gefertigte Stück !!
    Was ist mit den Ingenieure wenn er den Zipp erfindet oder die Schiffsschraube wird er nur einmal dafür bezahlt oder für jedes Stück was verkauft wird ?

    Kann mich nur wundern über so ein Denken.

    Danke für das schöne Beispiel Bratpfannenkopie und (legaler) Datenträger.
    Natürlich bezahlt man für JEDE Bratpfannenkopie Geld. Der Preis wird aber (nach meiner Einschätzung) wesentlich durch den Materialpreis und die Leistung der Herstellung bestimmt.

    Bei einer legalen Musikkopie (z.B.) CD verhält es sich heutzutage anders. Der Preis wird nicht wesentlich durch die Herstellungskosten oder des Datenträgers bestimmt, sondern von anderen, nicht direkt mit dem Produkut zusammenhängenden Kosten. Das Verhältnis der Herstellungkosten zum Produktpreis liegt vermutlich bei ca. 1:10.

    Überträgt man das Beispiel zurück auf die Bratpfanne, müssten die Bratpfannenpreise um den Faktor 10 steigen. Um das Beispiel weiter zu treiben, die 90% Mehreinnahmen müssten dann dem Handwerker zugutekommen, der die Maschine einrichtet, die die Bratpfannen presst. Das wäre dann auch wieder gerecht, würde aber vermutlich von der Mehrheit der Bevölkerung nicht akzeptiert und es würden illegale Bratpfannenimport stattfinden.

    • Anthon
    • 12.05.2012 um 19:55 Uhr

    "In den Zeiten vor der Erfindung von Tonträgern und Druckmaschinen wurde die Leistung eines Künstlers, wie jede andere Leistung ein mal, für das Erbringen, entlohnt."

    der Grund dafür ist, dass man heute des einzelnen präsenten Künstlers, etwa auf einer Feier oder einfach zur Gesellschaft, nicht mehr bedarf, da Tonkonserven oder streams zur Verfügung stehen.
    Die exisatenzmöglichkeit, welche Künstler früher zur verfügung hatten, gibt es nicht mehr - aufgrund der vervielfältigung.

    Handwerker mit Künstler vergleichen ?
    Die Industrie verkauft auch Kopien oder bezahlst du nur einmal für eine Bratpfanne, ein Produkt ist ein Produkt und seit welchen Zeitraum verdient ein Musiker der nicht ein STAR ist bei Live Auftritten genügend Geld ? Bei den Aufwand den ihr euch heutzutage gewöhnt seit.

    Übrigens macht ein Maurer auch Beton fertigteile und für diese muss man immer bezahlen !! Für jedes Industrielle gefertigte Stück !!
    Was ist mit den Ingenieure wenn er den Zipp erfindet oder die Schiffsschraube wird er nur einmal dafür bezahlt oder für jedes Stück was verkauft wird ?

    Kann mich nur wundern über so ein Denken.

    Danke für das schöne Beispiel Bratpfannenkopie und (legaler) Datenträger.
    Natürlich bezahlt man für JEDE Bratpfannenkopie Geld. Der Preis wird aber (nach meiner Einschätzung) wesentlich durch den Materialpreis und die Leistung der Herstellung bestimmt.

    Bei einer legalen Musikkopie (z.B.) CD verhält es sich heutzutage anders. Der Preis wird nicht wesentlich durch die Herstellungskosten oder des Datenträgers bestimmt, sondern von anderen, nicht direkt mit dem Produkut zusammenhängenden Kosten. Das Verhältnis der Herstellungkosten zum Produktpreis liegt vermutlich bei ca. 1:10.

    Überträgt man das Beispiel zurück auf die Bratpfanne, müssten die Bratpfannenpreise um den Faktor 10 steigen. Um das Beispiel weiter zu treiben, die 90% Mehreinnahmen müssten dann dem Handwerker zugutekommen, der die Maschine einrichtet, die die Bratpfannen presst. Das wäre dann auch wieder gerecht, würde aber vermutlich von der Mehrheit der Bevölkerung nicht akzeptiert und es würden illegale Bratpfannenimport stattfinden.

    • Anthon
    • 12.05.2012 um 19:55 Uhr

    "In den Zeiten vor der Erfindung von Tonträgern und Druckmaschinen wurde die Leistung eines Künstlers, wie jede andere Leistung ein mal, für das Erbringen, entlohnt."

    der Grund dafür ist, dass man heute des einzelnen präsenten Künstlers, etwa auf einer Feier oder einfach zur Gesellschaft, nicht mehr bedarf, da Tonkonserven oder streams zur Verfügung stehen.
    Die exisatenzmöglichkeit, welche Künstler früher zur verfügung hatten, gibt es nicht mehr - aufgrund der vervielfältigung.

  5. 6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zur Debatte"
  6. 7. Wow...

    Schon ein Wahnsinn.
    Wir haben mittlerweile gut 13 Jahre Debatte zu diesem Thema (1999 ging Napster an den Start).
    Im Rahmen dieser Debatte wurden unzaehlige Vorschlaege dazu gemacht, wie man Urheberrecht und Verwertung zum Nutzen von Schaffenden und Konsumenten gleichermassen regeln koennte. Im selben Zeitraum haben sich die Rechteverwerter vorrangig darauf beschraenkt, ihre bestehenden Pfruende zu verteidigen, statt selbst neue Vermarktungskonzepte zu entwickeln. Ergebnis: Der vormalig *vollkommen* branchenfremde Konzern Apple hat (gemeinsam mit Amazon) ploetzlich den Markt fuer Musikdownloads in der Hand und kann den Rechteverwertern diktieren, welchen Anteil am Verkaufspreis sie fuer das Privileg zu zahlen haben, Werke ueber iTunes anbieten zu duerfen. Im Buchmarkt passiert - obwohl man es nach den Erfahrungen der Musikindustrie besser haette wissen koennen - gerade dasselbe, mit denselben Hauptakteuren.

    Nach 13 Jahren Debatte und den oben skizzierten Entwicklungen faellt den Unterzeichnern wirklich nichts anderes ein als ein schwammig formuliertes "Weiter so!"?
    Das ist ehrlich gesagt schockierend und laesst mit sprachlos zurueck.

    Woher kommt eigentlich die Praefix "kreativ" in "Kreativwirtschaft"?

    21 Leserempfehlungen
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    Grundsätzliche Zustimmung und kleine Ergänzung:

    die Debatte läuft ja nicht erst seit 13 Jahren. Das Abendland ist musikkulturell ja schon mit Erfindung der Cassette untergegangen. Nicht? Ganz im Gegenteil? Hmmm...

    Lesenswerter Artikel: http://www.freitag.de/kul...

    • Hamada
    • 13.05.2012 um 2:36 Uhr

    ..der Schallplatte war auch solch eine Diskussion in der Gesellschaft entstanden. Lächerlich.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

    Grundsätzliche Zustimmung und kleine Ergänzung:

    die Debatte läuft ja nicht erst seit 13 Jahren. Das Abendland ist musikkulturell ja schon mit Erfindung der Cassette untergegangen. Nicht? Ganz im Gegenteil? Hmmm...

    Lesenswerter Artikel: http://www.freitag.de/kul...

    • Hamada
    • 13.05.2012 um 2:36 Uhr

    ..der Schallplatte war auch solch eine Diskussion in der Gesellschaft entstanden. Lächerlich.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

  7. ist, eine Kultur der Fairness zu fordern und gleichzeitig zu versuchen, eine engere Beziehung zum Konsumenten ihrer Produkte aufzubauen - mit dem Ziel, dass ihrer Tätigkeit im Original ein größerer emotionaler Wert beigemessen wird. Die sozialen Netzwerke erleichtern diesen Schritt heute stellenweise.

    Seit ein Paar Jahren haben die Friseure ein Problem: den elektrischen Haarschneider. Wie sind sie dieses angegangen? Durch Zusatzleistungen, die den Friseurbesuch zu einem Kurzwellnessaufenthalt machen sollen. Dazu gehören beispielsweise Freundlichkeit und Kaffee. Oder aber, indem sie die Preise relativ niedrig setzen, jedoch dem Kunden die Möglichkeit geben, über spezielle Büchsen Serviceorientiertheit mit Trinkgeld zu belohnen.

    Ich weiß, dass es manche Künstler gibt, die bereits analog durch bestimmte Aktionen eine emotionale Bindung zum Publikum aufbauen. Rein eine "Stärkung" (Wie auch immer die aussehen mag) des Urheberrechts zu fordern, würde jedoch ins Leere laufen. Das Urheberrecht, so wie wir es kennen, steht gerade zwischen zwei Wegen. Dank der Globalisierung und des rasanten technischen Fortschritts droht es entweder,
    - in der Bedeutungslosigkeit zu versinken und endgültig zum Papiertiger zu verkommen,
    - oder immer drastischer in seiner Kontroll- und Strafwirkung zu werden. Die Folge könnte sein, dass es wegen seiner Härte auch wieder an Legitimität verliert und den Spaß am Konsum von Geistesprodukten erheblich mindert.

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