RusslandRache von oben kann erbarmungslos sein

Nach dem ersten Prozesstag gegen die Punkband Pussy Riot in Moskau wird klar, wie gefährlich künstlerischer Protest in Russland sein kann.

Verhandlungspause im Moskauer Gerichtssaal: Die Angeklagten, drei schmächtige junge Frauen, werden aus ihrem Glaskäfig abgeführt, in dem schon der frühere Ölmilliardär Michail Chodorkowskij hilflos den Windungen der russischen Rechtssuche folgte. Sie treten an die Tür, umringt von Polizistinnen, strecken die Arme vor, und die Handschellen klicken.

Es geht nicht um Mord oder Raub, sondern um den 40 Sekunden währenden Krawall-Auftritt der Punkgruppe Pussy Riot am 21. Februar vor der Ikonenwand der Moskauer Hauptkirche, der Christus-Erlöser-Kathedrale. Für ihr "Punk-Gebet" mit dem imitiert lithurgischen Refrain "Mutter Gottes, verjage Putin!" sind sie des "Rowdytums" und der "Aufwiegelung zum Hass" angeklagt. Maximal drohen sieben Jahre Haft.

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Zumindest eine der Angeklagten, soviel wurde am gestrigen ersten Prozesstag vor dem Chamownitscheskij-Gericht bekannt, hat tatsächlich am Kirchenauftritt von Pussy Riot teilgenommen. Nadjeschda Tolokonnikowa bezeichnete den Auftritt als "ethischen Fehler". Die Punkerinnen hätten allerdings keineswegs Gläubige kränken oder gar zum antireligiösen Hass aufrufen wollen. Ihr Motiv, so lautet die Prozessstrategie von Pussy Riot, sei rein politisch und ihr Mittel künstlerisch gewesen: Sie wollten gegen den Aufruf des Oberhaupts der Kirche, Patriarch Kyrill, prostestieren, der sich für Wladimir Putins Wiederwahl zum Präsidenten einsetzte.

Red Hot Chili Peppers solidarisieren sich

Der Protest, dessen Videoclip im Internet in den Tagen nach dem Kathedralen-Auftritt gerade ein paar Hunderte interessierte, ist mittlerweile weltweit gehört worden. Die Musiker Bono von der Gruppe U2 und Madonna sollen ihr Entsetzen über die Verfolgung der Punkerinnen geäußert haben. Die Red Hot Chili Peppers zogen T-Shirts mit der Aufschrift "Pussy Riot" an. Sting, die Gruppe Franz Ferdinand und Stephen Fry solidarisierten sich. Als Faith No More vor vier Wochen in Moskau auftraten, standen auch weitere Aktivistinnen von Pussy Riot auf der Bühne und skandierten Anti-Putin-Zeilen.


Fünf Monate Untersuchungsgefängnis und eine Haftverlängerung bis zum 12. Januar des kommenden Jahres haben die drei angeklagten Frauen, darunter zwei Mütter, zu Ikonen des Protests gegen die Macht in Russland erhöht. Ihr Image, die einfarbig bunten Kleider und Masken, die schrammelnden Gitarren und geschrienen Texte einfachen Zuschnitts ("Putin pisst sich in die Hose"), ist zum internationalen Markenzeichen geworden. Insofern war Pussy Riot erfolgreich. Doch der Fall Pussy Riot hat die Kunstwelt gespalten – allerdings in ungleiche Hälften.

Zur Prozesseröffnung tauchte ein Brief auf, in dem russische Schriftsteller und Publizisten die strafrechtliche Verfolgung der Punkerinnen begrüßen und ihr "antichristliches Wesen" und die "russophobe Ausrichtung ihrer verlogen künstlerischen Tätigkeit" beklagen. "Anhängerinnen der Demokratie" seien die Frauen, was in den Ohren der Autoren wohl als besonders starkes Schimpfwort klingt.

Viel ist von aufrichtigem Patriotismus und moralischem Recht die Rede. Die Prominenz der Unterzeichner ist bescheiden. Nur der Schriftsteller Walentin Rasputin, der das wahre, russische Wesen in Christentum und Dorfwelt erkennt, ragt als Berühmtheit heraus.

Einen Monat zuvor hatte Pussy Riot zu einer Künstlersolidarität geführt, wie sie Russland seit langem nicht mehr gesehen hat. Ende Juni forderten mehr als 100 Künstler in einem offenen Brief die Freilassung der Angeklagten. In der Liste der Unterzeichner fanden sich nicht nur die bekannten oppositionell Denkenden wie die Schriftsteller Ludmila Ulizkaja oder Boris Akunin, der schon einen literarischen Spaziergang der Protestbewegung über Moskaus Boulevard-Ring geführt hatte, oder der Bandleader der Gruppe DDT, Jurij Schewtschuk.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Die Redaktion/mak

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    Es geht in dem Verfahren wohl nicht um die religiöse Taktlosigkeit der drei Frauen.
    Es geht darum, dass in Russland (und auch außerhalb) niemand etwas gegen Putin sagen darf.

    Aber solange Russland zuverläsig Gas,Öl und Waffen in alle Welt schickt, wird wohl niemanden das Putin-Regime stoppen.
    Vielleicht die Russen selbst. Der 100. Jahrestag der Revolution nähert sich ja.....

    Glauben Sie denn, dass mehrere Monate Untersuchungshaft sowie die Aussicht auf eine mehrjährige Haftstrafe diesen Lappalien angemessen ist?

    Die Protestform mag Leute vor den Kopf stossen. Wer aber nicht die Toleranz aufbringt, selbigen dann einfach wegzudrehen, hat in einer Gesellschaft nichts verloren.

    Es scheint langsam bei einigen Kommentatoren in Mode zu kommen, durch Ausdenken möglichst bizarrer Szenarien davon abzulenken, daß dies ein politischer Schauprozeß ist der nur dazu dient Kritik an den antidemokratischen Tendenzen in Rußland zu unterbinden.

    Und selbst wenn Sie all diese von Ihnen beschriebenen Schweinereien durchführten (die Frauen von Pussy Riot haben nichts getan, was dem auch nur nahe käme), würden Ihnen nicht bis zu 7 Jahre Gefängtnis oder Arbeitslager drohen.

    • Bommel
    • 31.07.2012 um 12:35 Uhr

    aber drohende 7 Jahre Knast quasi für Blasphemie erinnert an die Inquisition.

    Vielleicht ist diese Art provozierender Kunst nicht unbedingt bildungsbürger-gerecht, erscheint mir aber im Hinblick auf die dumpfenbackigen religiös und nationalistisch verbrämten Repressionen in Russland angemessen radikal.

    Ich bewundere den Mut und die Geradlinigkeit der jungen Frauen.

    Vermutlich ist der Vergleich mit Erdogan noch am nächsten dran an dem worum es in Russland geht. Man weiß ja dass die Moslems überhaupt keinen Spaß verstehen wenn es um die Verbindung aus Glauben und Macht geht. Trotzdem finde ich dass, man das was Sie da in ein und denselben Topf werfen nicht vergleichen kann. Man mag sich darüber empören, dass diese Damen die Kirche für ihre Zwecke missbraucht haben. Das finde ich ist durchaus diskussionswürdig. Aber wenn die Kirche in einem Staat in der Form an der Macht beteiligt ist, dass man als Betroffener zwischen ihrem geistlichen Auftrag und dem Unrecht, das sie unterstützt nicht mehr unterscheiden mag finde ich auch so etwas legitim.
    Das lässt sich man aber auf keinen Fall auf die Situation in Deutschland und auch nicht auf die in Israel beziehen. Niemand muss hier hier um sein Leben fürchten, wenn er die Kanzlerin kritisiert. Die Trennung zwischen Saat und Kirche lässt alle Formen rein weltlich organisierter und bestimmter Macht zu, auch wenn die jeweiligen Kirchen natürlich versuchen politisch Einfluss zu nehmen. Aber indem man das in einen Topf wirft zeigt man nur, dass es einem nicht um die spezielle Situation in Russland geht, sondern das man sich persönlich verletzt fühlt.

    • dth
    • 31.07.2012 um 12:46 Uhr

    Ich kann im Artikel von keinen Handlungen lesen, die dem von Ihnen beschriebenen auch nur nahe kämen.
    Auf den Bildern, die ich von dem Ereignis gefunden habe, ist auch niemand nackt o.ä., die Aufmachung ist schrill, aber nicht gerade übermäßig freizügig.

    Nein, die Frauen haben schlicht ein Protestlied/-gedicht an einem etwas provokanten Ort vorgetragen. Sie haben nicht gezielt und unanständig religiös provoziert (ihre Beispiele).

    Wieso unterstellen Sie das? Haben Sie generell eine ablehnende Haltung gegen Protest gegen offensichtlich undemokratische Regime?

    Es geht in dem Verfahren wohl nicht um die religiöse Taktlosigkeit der drei Frauen.
    Es geht darum, dass in Russland (und auch außerhalb) niemand etwas gegen Putin sagen darf.

    Aber solange Russland zuverläsig Gas,Öl und Waffen in alle Welt schickt, wird wohl niemanden das Putin-Regime stoppen.
    Vielleicht die Russen selbst. Der 100. Jahrestag der Revolution nähert sich ja.....

    Glauben Sie denn, dass mehrere Monate Untersuchungshaft sowie die Aussicht auf eine mehrjährige Haftstrafe diesen Lappalien angemessen ist?

    Die Protestform mag Leute vor den Kopf stossen. Wer aber nicht die Toleranz aufbringt, selbigen dann einfach wegzudrehen, hat in einer Gesellschaft nichts verloren.

    Es scheint langsam bei einigen Kommentatoren in Mode zu kommen, durch Ausdenken möglichst bizarrer Szenarien davon abzulenken, daß dies ein politischer Schauprozeß ist der nur dazu dient Kritik an den antidemokratischen Tendenzen in Rußland zu unterbinden.

    Und selbst wenn Sie all diese von Ihnen beschriebenen Schweinereien durchführten (die Frauen von Pussy Riot haben nichts getan, was dem auch nur nahe käme), würden Ihnen nicht bis zu 7 Jahre Gefängtnis oder Arbeitslager drohen.

    • Bommel
    • 31.07.2012 um 12:35 Uhr

    aber drohende 7 Jahre Knast quasi für Blasphemie erinnert an die Inquisition.

    Vielleicht ist diese Art provozierender Kunst nicht unbedingt bildungsbürger-gerecht, erscheint mir aber im Hinblick auf die dumpfenbackigen religiös und nationalistisch verbrämten Repressionen in Russland angemessen radikal.

    Ich bewundere den Mut und die Geradlinigkeit der jungen Frauen.

    Vermutlich ist der Vergleich mit Erdogan noch am nächsten dran an dem worum es in Russland geht. Man weiß ja dass die Moslems überhaupt keinen Spaß verstehen wenn es um die Verbindung aus Glauben und Macht geht. Trotzdem finde ich dass, man das was Sie da in ein und denselben Topf werfen nicht vergleichen kann. Man mag sich darüber empören, dass diese Damen die Kirche für ihre Zwecke missbraucht haben. Das finde ich ist durchaus diskussionswürdig. Aber wenn die Kirche in einem Staat in der Form an der Macht beteiligt ist, dass man als Betroffener zwischen ihrem geistlichen Auftrag und dem Unrecht, das sie unterstützt nicht mehr unterscheiden mag finde ich auch so etwas legitim.
    Das lässt sich man aber auf keinen Fall auf die Situation in Deutschland und auch nicht auf die in Israel beziehen. Niemand muss hier hier um sein Leben fürchten, wenn er die Kanzlerin kritisiert. Die Trennung zwischen Saat und Kirche lässt alle Formen rein weltlich organisierter und bestimmter Macht zu, auch wenn die jeweiligen Kirchen natürlich versuchen politisch Einfluss zu nehmen. Aber indem man das in einen Topf wirft zeigt man nur, dass es einem nicht um die spezielle Situation in Russland geht, sondern das man sich persönlich verletzt fühlt.

    • dth
    • 31.07.2012 um 12:46 Uhr

    Ich kann im Artikel von keinen Handlungen lesen, die dem von Ihnen beschriebenen auch nur nahe kämen.
    Auf den Bildern, die ich von dem Ereignis gefunden habe, ist auch niemand nackt o.ä., die Aufmachung ist schrill, aber nicht gerade übermäßig freizügig.

    Nein, die Frauen haben schlicht ein Protestlied/-gedicht an einem etwas provokanten Ort vorgetragen. Sie haben nicht gezielt und unanständig religiös provoziert (ihre Beispiele).

    Wieso unterstellen Sie das? Haben Sie generell eine ablehnende Haltung gegen Protest gegen offensichtlich undemokratische Regime?

  2. Es geht in dem Verfahren wohl nicht um die religiöse Taktlosigkeit der drei Frauen.
    Es geht darum, dass in Russland (und auch außerhalb) niemand etwas gegen Putin sagen darf.

    Aber solange Russland zuverläsig Gas,Öl und Waffen in alle Welt schickt, wird wohl niemanden das Putin-Regime stoppen.
    Vielleicht die Russen selbst. Der 100. Jahrestag der Revolution nähert sich ja.....

    26 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Doch in dem Verfahren geht es genau darum und sonst nichts. Dieses Auftreten, während einer Messe übrigens, war der Grund für die Inhaftierung. Das Gesetz und seine Strafandrohung war bekannt und die Mädels wollten umbedingt ihren zweifelhaften Ruhm, den sie jetzt bekommen haben.

    Ansonsten können sie regierungskritische Artikel und Berichte die ganze Zeit sehen, lesen und runterladen. Sie waren wohl noch die östlicher als Dresden? In der Regel geht die Presse dort mit der Regierung schärfer ins Gericht als hierzulande. Wir kritisieren ja schließlich gerne nur andere, damit wir uns besser vorkommen dürfen, was ja nach 1945 etwas aus der Mode gekommen ist.

    Es geht in dem Verfahren wohl nicht um die religiöse Taktlosigkeit der drei Frauen. Es geht darum, dass in Russland (und auch außerhalb) niemand etwas gegen Putin sagen darf.

    Das stimmt nicht. Politischer Protest ist auch in Russland genauso erlaubt wie in Deutschland. Nur ist es ein Unterschied eine Demo zu organisieren und eine politische Message zu verbreiten und Kirchen zu stürmen und mit breiter Unterstützung westlicher Medien eine zweifelhafte politische Messsage zu verbreiten.

    Wenn Sie sehen wollen, wie politische Opposition in Russland funktioniert, werfen Sie mal einen Blick auf die Kommunisten. Das ist die wahre russische Opposition und die hat mehr zu sagen als "Putin du Verbrecher hau ab".

    Die Aktionen dieser Band überhaupt als politisch zu bezeichnen halte ich für übertrieben. Haltet doch mal einer der drei Mädels ein Mikro hin und fragt sie was man besser machen sollte in Russland. Wenn da mehr als ein Stammeln kommt wäre ich überrascht.

    • WmdE
    • 31.07.2012 um 12:48 Uhr

    Natürlich geht es um die "religiöse Taktlosigkeit". Der gesamte Prozess wird Live in Internet übertragen.
    Natürlich darf man Putin kritisieren, schauen Sie doch mal russisches Fernsehen an, da wird auch Putin kritisiert.
    Die nächste Revolution wird sicher den Kommunismus wiederbringen.

    • Lukan
    • 31.07.2012 um 13:27 Uhr

    vorgehen, was genügend nukleares Waffenpotenzial hat, um unseren Planeten im Alleingang mehrfach ins Nirvana zu befördern? :D
    Manche Leute...

    • joG
    • 31.07.2012 um 16:49 Uhr

    ...bei der Unterdrückung von Meinungen. Sobald man beginnt zu sagen, dass es Meinungen gibt, die nicht frei geäußert werden dürfen, hat man ein tiefes Problem und begrenzt eine der Stärken der Demokratie.

    Doch in dem Verfahren geht es genau darum und sonst nichts. Dieses Auftreten, während einer Messe übrigens, war der Grund für die Inhaftierung. Das Gesetz und seine Strafandrohung war bekannt und die Mädels wollten umbedingt ihren zweifelhaften Ruhm, den sie jetzt bekommen haben.

    Ansonsten können sie regierungskritische Artikel und Berichte die ganze Zeit sehen, lesen und runterladen. Sie waren wohl noch die östlicher als Dresden? In der Regel geht die Presse dort mit der Regierung schärfer ins Gericht als hierzulande. Wir kritisieren ja schließlich gerne nur andere, damit wir uns besser vorkommen dürfen, was ja nach 1945 etwas aus der Mode gekommen ist.

    Es geht in dem Verfahren wohl nicht um die religiöse Taktlosigkeit der drei Frauen. Es geht darum, dass in Russland (und auch außerhalb) niemand etwas gegen Putin sagen darf.

    Das stimmt nicht. Politischer Protest ist auch in Russland genauso erlaubt wie in Deutschland. Nur ist es ein Unterschied eine Demo zu organisieren und eine politische Message zu verbreiten und Kirchen zu stürmen und mit breiter Unterstützung westlicher Medien eine zweifelhafte politische Messsage zu verbreiten.

    Wenn Sie sehen wollen, wie politische Opposition in Russland funktioniert, werfen Sie mal einen Blick auf die Kommunisten. Das ist die wahre russische Opposition und die hat mehr zu sagen als "Putin du Verbrecher hau ab".

    Die Aktionen dieser Band überhaupt als politisch zu bezeichnen halte ich für übertrieben. Haltet doch mal einer der drei Mädels ein Mikro hin und fragt sie was man besser machen sollte in Russland. Wenn da mehr als ein Stammeln kommt wäre ich überrascht.

    • WmdE
    • 31.07.2012 um 12:48 Uhr

    Natürlich geht es um die "religiöse Taktlosigkeit". Der gesamte Prozess wird Live in Internet übertragen.
    Natürlich darf man Putin kritisieren, schauen Sie doch mal russisches Fernsehen an, da wird auch Putin kritisiert.
    Die nächste Revolution wird sicher den Kommunismus wiederbringen.

    • Lukan
    • 31.07.2012 um 13:27 Uhr

    vorgehen, was genügend nukleares Waffenpotenzial hat, um unseren Planeten im Alleingang mehrfach ins Nirvana zu befördern? :D
    Manche Leute...

    • joG
    • 31.07.2012 um 16:49 Uhr

    ...bei der Unterdrückung von Meinungen. Sobald man beginnt zu sagen, dass es Meinungen gibt, die nicht frei geäußert werden dürfen, hat man ein tiefes Problem und begrenzt eine der Stärken der Demokratie.

  3. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die medialiale Aufmerksamkeit der Band Pussy Riot so explodiert ist. Immerhin ist der Fall auf jeder Titelseite der europäischen und US-Amerikanischen Presse gelandet.

    Haben die Mädels diese Aufmerksamkeit verdient? Was ist ihre politische Message?

    Man stelle sich mal vor eine deutsche Punkband hätte das in einer deutschen Kirche gemacht und hätte gegen Frau Merkel gehetzt. Wen hätte das interessiert? Wäre das um 20:15 Uhr in den Nachrichten gekommen? Wie hätten die Leute reagiert?

    Ich wette 90% der Deutschen hätten da weder eine politische Message gefunden noch diese Art des Protestes unterstützt. Die meisten hätten es als kindisch abgetan.

    Aber nein, wenn das in Russland gegen Putin passiert dann ist das ein politischer Skandal. Dann ist das persönlich von Putin angeordnete Unterdrückung von politischem Protest.

    Dieser Aufrtitt in der Kirche ist nur der Höhepunkt einer monatelangen Schmutzkampagne seitens Pussy Riot gegen Putin. Hier geht es nichtnur um Musik, sondern auch um Aufruf zum zivilen Umgehorsam und Besetzung von Plätzen während des Wahlkampfes. Die Mädels wurden schon ein dutzendmal wegen verschiedenen Sachen festgenommen.

    Nicht, dass mir diese Form des Protestes unsympatisch ist. Aber was hier gerade passiert ist meiner Meinung nach eine politische Instrumentalisierung von Seite der westlichen Medien gegen Putin und Russland generell.

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    Wenn Frau Merkel die Punkband danach wochenlang versauern lässt und dann in einem getürkten Prozess vor den Augen der Welt aburteilt, hätte es eine änliche Reaktion gegeben.

    Es geht hier nicht um Pussy Riot, sondern um den generellen Umgang der russischen Regierung mit Andersdenkenden. Und da Russland ein starker Handelspartner der EU und das größte Land der Welt ist, sollte man schon mal rüberschielen, welche Zustände dort herrschen!

    Politischer Umgang mit Andersdenkenden? Schauen Sie sich mal die willkührlichen Verhaftungen und Haftzeiten in Heiligendamm oder sogar Genua an. Dann sprechen wir uns nochmal.

    Aber politische motivierte Haft gibt es ja in Deutscland nicht. Sowas gibt es nur im finsteren Russland.

    • dth
    • 31.07.2012 um 12:50 Uhr

    Warum taucht eigentlich unter jedem Artikel über irgend welche Autokraten immer gleich ein Fanclub auf?

    Was wäre denn in Deutschland passiert? Vermutlich gar nichts.
    Merkel muss sich auf den Titelblättern von Tageszeitungen in so mancher Karrikatur sicher schlimmeres gefallen lassen.
    Wenn das jemand bei uns machen würde, würde es vermutlich niemanden groß interessieren, der Pfarrer würde die Leute bitten zu gehen, im schlimmsten Fall hätten Sie sich ein Hausverbot in der Kirche eingehandelt.

    Schon an der völlig überzogenen Reaktion offenbart sich die Regierung als undemokratisches Regime.

    Eine deutsche Punkband würde für diese Taten in unserem Land aber nicht für 7 Jahre in den Knast gehen....

    Ja, die haben Aufmerksamkeit nicht nur verdient, sondern nötig. Du musst ja nicht ihre Ansichten teilen, aber ein Schauprozess ist etwas auf das man sein Augenmerk legen sollte.

    Übrigens wenn eine deutsche Punkband nachdem sie öffentlich Merkel aburteilt dafür in einem Loch verschwindet, nach einiger Zeit wieder auftaucht um dann öffentlichkeitswirksam eingekerkert zu werden im Rahmen eines Schauprozesses ist das etwas, wofür ich direkt mal zivil ungehorsam werden würde weil es einfach nicht richtig ist.

    Auch wenn du es nicht checkst, wir leben alle in Gefangenschaft. Merkste spätestens, wenn du mal mit dem Gesetz in Konflikt gerätst.

    ist doch normal das ganze.

    Wir Menschen, die in Deutschland leben, sollen schlecht über bestimmte Länder(Regierungen) denken und gut über andere. Die Medien entscheiden letztlich wie wir darüber urteilen.
    Z.B. gab es Interviews und Reden die absichtlich falsch übersetzt worden sind, damit man beim Zuschauer bestimmte Gefühle und Gedanken auslöst. Oder man nimmt Rudolf Scharping und seine Fotos.

    Zwar habe ich eine eigne Meinung zu Russland, die nicht unbedingt positiv ist, aber schlechter als über die USA ist sie nicht.

    • em-y
    • 02.08.2012 um 2:54 Uhr

    einen solchen Auftritt als eine kindische Lappalie abgetan. Aber was ist nun mit dem nachfolgenden Prozess und der Aussicht auf mehrere Jahre Gefängnis? Finden Sie das auch eine Lappalie? Würde sich dafür auch niemand interessieren? Wenn's dem so wäre, dann würde ich sagen haben wir ein großes Problem und wir sollten uns Sorgen um die deutsche Gesellschaft machen.

    Wenn Frau Merkel die Punkband danach wochenlang versauern lässt und dann in einem getürkten Prozess vor den Augen der Welt aburteilt, hätte es eine änliche Reaktion gegeben.

    Es geht hier nicht um Pussy Riot, sondern um den generellen Umgang der russischen Regierung mit Andersdenkenden. Und da Russland ein starker Handelspartner der EU und das größte Land der Welt ist, sollte man schon mal rüberschielen, welche Zustände dort herrschen!

    Politischer Umgang mit Andersdenkenden? Schauen Sie sich mal die willkührlichen Verhaftungen und Haftzeiten in Heiligendamm oder sogar Genua an. Dann sprechen wir uns nochmal.

    Aber politische motivierte Haft gibt es ja in Deutscland nicht. Sowas gibt es nur im finsteren Russland.

    • dth
    • 31.07.2012 um 12:50 Uhr

    Warum taucht eigentlich unter jedem Artikel über irgend welche Autokraten immer gleich ein Fanclub auf?

    Was wäre denn in Deutschland passiert? Vermutlich gar nichts.
    Merkel muss sich auf den Titelblättern von Tageszeitungen in so mancher Karrikatur sicher schlimmeres gefallen lassen.
    Wenn das jemand bei uns machen würde, würde es vermutlich niemanden groß interessieren, der Pfarrer würde die Leute bitten zu gehen, im schlimmsten Fall hätten Sie sich ein Hausverbot in der Kirche eingehandelt.

    Schon an der völlig überzogenen Reaktion offenbart sich die Regierung als undemokratisches Regime.

    Eine deutsche Punkband würde für diese Taten in unserem Land aber nicht für 7 Jahre in den Knast gehen....

    Ja, die haben Aufmerksamkeit nicht nur verdient, sondern nötig. Du musst ja nicht ihre Ansichten teilen, aber ein Schauprozess ist etwas auf das man sein Augenmerk legen sollte.

    Übrigens wenn eine deutsche Punkband nachdem sie öffentlich Merkel aburteilt dafür in einem Loch verschwindet, nach einiger Zeit wieder auftaucht um dann öffentlichkeitswirksam eingekerkert zu werden im Rahmen eines Schauprozesses ist das etwas, wofür ich direkt mal zivil ungehorsam werden würde weil es einfach nicht richtig ist.

    Auch wenn du es nicht checkst, wir leben alle in Gefangenschaft. Merkste spätestens, wenn du mal mit dem Gesetz in Konflikt gerätst.

    ist doch normal das ganze.

    Wir Menschen, die in Deutschland leben, sollen schlecht über bestimmte Länder(Regierungen) denken und gut über andere. Die Medien entscheiden letztlich wie wir darüber urteilen.
    Z.B. gab es Interviews und Reden die absichtlich falsch übersetzt worden sind, damit man beim Zuschauer bestimmte Gefühle und Gedanken auslöst. Oder man nimmt Rudolf Scharping und seine Fotos.

    Zwar habe ich eine eigne Meinung zu Russland, die nicht unbedingt positiv ist, aber schlechter als über die USA ist sie nicht.

    • em-y
    • 02.08.2012 um 2:54 Uhr

    einen solchen Auftritt als eine kindische Lappalie abgetan. Aber was ist nun mit dem nachfolgenden Prozess und der Aussicht auf mehrere Jahre Gefängnis? Finden Sie das auch eine Lappalie? Würde sich dafür auch niemand interessieren? Wenn's dem so wäre, dann würde ich sagen haben wir ein großes Problem und wir sollten uns Sorgen um die deutsche Gesellschaft machen.

  4. 4. Farce

    Glauben Sie denn, dass mehrere Monate Untersuchungshaft sowie die Aussicht auf eine mehrjährige Haftstrafe diesen Lappalien angemessen ist?

    Die Protestform mag Leute vor den Kopf stossen. Wer aber nicht die Toleranz aufbringt, selbigen dann einfach wegzudrehen, hat in einer Gesellschaft nichts verloren.

    41 Leserempfehlungen
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    ob das eine Lappalie ist entscheidet das dortige geltende Recht. Und der Straftatbestand der Hooliganismus, insbesondere wenn er sich gegen religiöse Einrichtungen richtet, stuft so ein Verhalten nicht als Lappalie ein, basta.
    Wer sich in einer Gesellschaft bewegt, muss sich anpassen.

    Nach Rheinlandsmanns Meinung habe ich also in einer GEsellschaft nichts zu suchen - weil ich mal nicht eben alles so ignorieren kann und möchte was mein kulturelles Selbstverständnis in Frage stellt - ist dies demokratischesd Gedankengut der Toleranz? - und wenn ich schon nicht toleriert werde in der Gesellschaft - so möge man mir doch bitte sagen, wie kann ich austreten?

    ob das eine Lappalie ist entscheidet das dortige geltende Recht. Und der Straftatbestand der Hooliganismus, insbesondere wenn er sich gegen religiöse Einrichtungen richtet, stuft so ein Verhalten nicht als Lappalie ein, basta.
    Wer sich in einer Gesellschaft bewegt, muss sich anpassen.

    Nach Rheinlandsmanns Meinung habe ich also in einer GEsellschaft nichts zu suchen - weil ich mal nicht eben alles so ignorieren kann und möchte was mein kulturelles Selbstverständnis in Frage stellt - ist dies demokratischesd Gedankengut der Toleranz? - und wenn ich schon nicht toleriert werde in der Gesellschaft - so möge man mir doch bitte sagen, wie kann ich austreten?

  5. Doch in dem Verfahren geht es genau darum und sonst nichts. Dieses Auftreten, während einer Messe übrigens, war der Grund für die Inhaftierung. Das Gesetz und seine Strafandrohung war bekannt und die Mädels wollten umbedingt ihren zweifelhaften Ruhm, den sie jetzt bekommen haben.

    Ansonsten können sie regierungskritische Artikel und Berichte die ganze Zeit sehen, lesen und runterladen. Sie waren wohl noch die östlicher als Dresden? In der Regel geht die Presse dort mit der Regierung schärfer ins Gericht als hierzulande. Wir kritisieren ja schließlich gerne nur andere, damit wir uns besser vorkommen dürfen, was ja nach 1945 etwas aus der Mode gekommen ist.

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    "Doch in dem Verfahren geht es genau darum und sonst nichts. Dieses Auftreten, während einer Messe übrigens, war der Grund für die Inhaftierung. Das Gesetz und seine Strafandrohung war bekannt und die Mädels wollten umbedingt ihren zweifelhaften Ruhm, den sie jetzt bekommen haben."

    Was man hier nicht wahrnimmt oder wahrnehmen will, ist der Umstand, daß die Russen und generell viele Osteuropäer ein anderes Verhältnis zur Religion haben. Die Empörung über die Blashpemie, die eine Aktion wie die von Pussy Riots darstellt, welche in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale stattfand, also einem orthodoxen Christen heiligen Platz, entstammt nicht dem pöhsen Putin-Regime, sondern der russischen Bevölkerung. Da würden viele gern eine wesentlich härtere Bestrafung sehen, als Pussy Riot nun vom Staat droht.

    "Verblüfft stellt der Besucher einer orthodoxen Messe fest, dass sich der Gott der Ostkirche noch gar nicht seinen "individuellen Bedürfnissen" angepasst hat."

    Michael Klonovsky

    "Ansonsten können sie regierungskritische Artikel und Berichte die ganze Zeit sehen, lesen und runterladen. Sie waren wohl noch die östlicher als Dresden? In der Regel geht die Presse dort mit der Regierung schärfer ins Gericht als hierzulande. Wir kritisieren ja schließlich gerne nur andere, damit wir uns besser vorkommen dürfen, was ja nach 1945 etwas aus der Mode gekommen ist."

    Wobei wir zur Zeit wenig Grund haben, uns in punkto Demokratie Rußland besser oder überlegen zu fühlen.

    "Doch in dem Verfahren geht es genau darum und sonst nichts. Dieses Auftreten, während einer Messe übrigens, war der Grund für die Inhaftierung. Das Gesetz und seine Strafandrohung war bekannt und die Mädels wollten umbedingt ihren zweifelhaften Ruhm, den sie jetzt bekommen haben."

    Was man hier nicht wahrnimmt oder wahrnehmen will, ist der Umstand, daß die Russen und generell viele Osteuropäer ein anderes Verhältnis zur Religion haben. Die Empörung über die Blashpemie, die eine Aktion wie die von Pussy Riots darstellt, welche in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale stattfand, also einem orthodoxen Christen heiligen Platz, entstammt nicht dem pöhsen Putin-Regime, sondern der russischen Bevölkerung. Da würden viele gern eine wesentlich härtere Bestrafung sehen, als Pussy Riot nun vom Staat droht.

    "Verblüfft stellt der Besucher einer orthodoxen Messe fest, dass sich der Gott der Ostkirche noch gar nicht seinen "individuellen Bedürfnissen" angepasst hat."

    Michael Klonovsky

    "Ansonsten können sie regierungskritische Artikel und Berichte die ganze Zeit sehen, lesen und runterladen. Sie waren wohl noch die östlicher als Dresden? In der Regel geht die Presse dort mit der Regierung schärfer ins Gericht als hierzulande. Wir kritisieren ja schließlich gerne nur andere, damit wir uns besser vorkommen dürfen, was ja nach 1945 etwas aus der Mode gekommen ist."

    Wobei wir zur Zeit wenig Grund haben, uns in punkto Demokratie Rußland besser oder überlegen zu fühlen.

  6. Wenn Frau Merkel die Punkband danach wochenlang versauern lässt und dann in einem getürkten Prozess vor den Augen der Welt aburteilt, hätte es eine änliche Reaktion gegeben.

    Es geht hier nicht um Pussy Riot, sondern um den generellen Umgang der russischen Regierung mit Andersdenkenden. Und da Russland ein starker Handelspartner der EU und das größte Land der Welt ist, sollte man schon mal rüberschielen, welche Zustände dort herrschen!

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  7. Es scheint langsam bei einigen Kommentatoren in Mode zu kommen, durch Ausdenken möglichst bizarrer Szenarien davon abzulenken, daß dies ein politischer Schauprozeß ist der nur dazu dient Kritik an den antidemokratischen Tendenzen in Rußland zu unterbinden.

    Und selbst wenn Sie all diese von Ihnen beschriebenen Schweinereien durchführten (die Frauen von Pussy Riot haben nichts getan, was dem auch nur nahe käme), würden Ihnen nicht bis zu 7 Jahre Gefängtnis oder Arbeitslager drohen.

    25 Leserempfehlungen
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    Was den Mädels droht steht im Gesetz. Und dort wird in Gruppen durchgeführte Kundgebung von Verachtung und Rechtebeeinträchtigung (definiert als Hooliganismus) mit bis zu fünf Jahren Knast, zwei Jahren Arbeitskolonie oder 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit geahndet. Die sieben Jahre kriegt man, wenn Waffen im Spiel waren (absolute Höchststrafe), was hier aber nicht zutrifft. Die Rechtssprechung ist besonders hart, wenn religiöse Einrichtungen betroffen sind, da Russland ein multikonfessionelles Land ist und nur so entsprechend dafür gesorgt werden kann, dass die Religionen halbwegs zivilisiert miteinander umgehen, indem durch eine hohe Strafandrohung solche Einrichtungen besonderen Schutz erfahren.
    Die Mädels wollten Putin treffen, haben aber die Mehrheit des Volkes geschlagen, denn Russland ist seit Jahren zunehmend religiöser. Das können Deutsche und Westeuropäer nicht verstehen, ist aber auch nicht notwendig. Das kommt davon, wenn man meint, das ganz Russland tickt wie ein Petersburger autonomes und künsterlisch wertvolles Szenelokal.

    antidemokratische Tendenzen in Rußland

    An Ihrer Stelle würde ich mal einen Blick vor die Haustüre werfen. In Russland werden keine Renten und Löhne gekürzt um Banken zu retten. In Russland werden keine Regierungen entmachtet und Ex-Angestellte von Goldman-Sachs als Regierung eingesetzt. In Russland gibt es keine Straßenschlachten in denen Feuerwehrmänner und Lehrer gegen die Polizei kämpfen.

    Wie blind kann man eigentlich sein?

    Was den Mädels droht steht im Gesetz. Und dort wird in Gruppen durchgeführte Kundgebung von Verachtung und Rechtebeeinträchtigung (definiert als Hooliganismus) mit bis zu fünf Jahren Knast, zwei Jahren Arbeitskolonie oder 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit geahndet. Die sieben Jahre kriegt man, wenn Waffen im Spiel waren (absolute Höchststrafe), was hier aber nicht zutrifft. Die Rechtssprechung ist besonders hart, wenn religiöse Einrichtungen betroffen sind, da Russland ein multikonfessionelles Land ist und nur so entsprechend dafür gesorgt werden kann, dass die Religionen halbwegs zivilisiert miteinander umgehen, indem durch eine hohe Strafandrohung solche Einrichtungen besonderen Schutz erfahren.
    Die Mädels wollten Putin treffen, haben aber die Mehrheit des Volkes geschlagen, denn Russland ist seit Jahren zunehmend religiöser. Das können Deutsche und Westeuropäer nicht verstehen, ist aber auch nicht notwendig. Das kommt davon, wenn man meint, das ganz Russland tickt wie ein Petersburger autonomes und künsterlisch wertvolles Szenelokal.

    antidemokratische Tendenzen in Rußland

    An Ihrer Stelle würde ich mal einen Blick vor die Haustüre werfen. In Russland werden keine Renten und Löhne gekürzt um Banken zu retten. In Russland werden keine Regierungen entmachtet und Ex-Angestellte von Goldman-Sachs als Regierung eingesetzt. In Russland gibt es keine Straßenschlachten in denen Feuerwehrmänner und Lehrer gegen die Polizei kämpfen.

    Wie blind kann man eigentlich sein?

  8. Es geht in dem Verfahren wohl nicht um die religiöse Taktlosigkeit der drei Frauen. Es geht darum, dass in Russland (und auch außerhalb) niemand etwas gegen Putin sagen darf.

    Das stimmt nicht. Politischer Protest ist auch in Russland genauso erlaubt wie in Deutschland. Nur ist es ein Unterschied eine Demo zu organisieren und eine politische Message zu verbreiten und Kirchen zu stürmen und mit breiter Unterstützung westlicher Medien eine zweifelhafte politische Messsage zu verbreiten.

    Wenn Sie sehen wollen, wie politische Opposition in Russland funktioniert, werfen Sie mal einen Blick auf die Kommunisten. Das ist die wahre russische Opposition und die hat mehr zu sagen als "Putin du Verbrecher hau ab".

    Die Aktionen dieser Band überhaupt als politisch zu bezeichnen halte ich für übertrieben. Haltet doch mal einer der drei Mädels ein Mikro hin und fragt sie was man besser machen sollte in Russland. Wenn da mehr als ein Stammeln kommt wäre ich überrascht.

    8 Leserempfehlungen
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    das russische Demonstrationsrecht ist ja so liberal, dass selbst der von Putin bestellte Menschenrechtsrat wegen verfassungsrechtlicher Bedenken protestiert -> http://www.zeit.de/politi...

    Medialist schreibt: "Nur ist es ein Unterschied eine Demo zu organisieren und eine politische Message zu verbreiten und Kirchen zu stürmen und mit breiter Unterstützung westlicher Medien eine zweifelhafte politische Messsage zu verbreiten."

    Warum ist es böse, eine Kirche zu stürmen? Kirchen sind Zentren der Unterdrückung. In Westdeutschland (und anderen westlichen Ländern) gab es 1968 die Protestform des Go-in oder Sit-in. Also die Vorlesung eines reaktionären Professors, der vorher in der NSDAP war, stören. Das hat mit Zivilcourage zu tun. Die Frauen von Pussy Roit stehen in einer guten Tradition.

    das russische Demonstrationsrecht ist ja so liberal, dass selbst der von Putin bestellte Menschenrechtsrat wegen verfassungsrechtlicher Bedenken protestiert -> http://www.zeit.de/politi...

    Medialist schreibt: "Nur ist es ein Unterschied eine Demo zu organisieren und eine politische Message zu verbreiten und Kirchen zu stürmen und mit breiter Unterstützung westlicher Medien eine zweifelhafte politische Messsage zu verbreiten."

    Warum ist es böse, eine Kirche zu stürmen? Kirchen sind Zentren der Unterdrückung. In Westdeutschland (und anderen westlichen Ländern) gab es 1968 die Protestform des Go-in oder Sit-in. Also die Vorlesung eines reaktionären Professors, der vorher in der NSDAP war, stören. Das hat mit Zivilcourage zu tun. Die Frauen von Pussy Roit stehen in einer guten Tradition.

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