Harald Schmidt: "Ich könnte ja locker Geld verdienen als Mediensöldner"
Am Dienstag feiert er Comeback mit einer Late-Night-Show auf Sky: Harald Schmidt spricht über seinen Wechsel zum Pay-TV, souveräne Geistesgrößen und Werkzeug für seine Knechte.
© Maja Hitij/dapd

Harald Schmidt
Frage: Herr Schmidt, wegen Ihnen haben wir jetzt Sky abonniert.
Harald Schmidt: Ehrlich?
Frage: Ja, Sie sagen doch, Sie seien mit Sky beim besseren Fernsehen gelandet.
Schmidt: Absolut richtig.
Frage: Nun sind dort aber Kollegen von Ihnen – Oliver Pocher und Lothar Matthäus.
Schmidt: Na und? Sowohl mein Freund Olli als auch der verehrte Lothar Matthäus sind Große ihres Genres. Das bestreitet keiner. Matthäus beispielsweise ist unangreifbar, wenn er sich als Experte zum Spiel äußert. Sie gucken so, das ist so.
Frage: Also ist der Wechsel vom Free-TV zum Pay-TV für Harald Schmidt kein Ab-, sondern ein Umstieg?
Schmidt: Ich habe einen neuen Raum betreten. Das habe ich neulich in einer Todesanzeige gelesen. Das gilt auch für diese Situation. Nein, das mit Abstieg, Aufstieg, das ist was für Werktätige. In der Welt eines, ich komm’ jetzt nicht auf den Namen, gibt es diese Kriterien nicht.
Frage: Kennen Sie Brian Sullivan, den Sky-Deutschland-Chef?
Schmidt: Selbstverständlich.
Frage: Der Mann ist US-Amerikaner, spricht kein Wort Deutsch, hat Ihre Show nie gesehen. Wie haben Sie ihn überzeugen können?
Schmidt: Gar nicht, ich lernte ihn erst kennen, als der Deal schon beschlossen war. Internationale Alphatiere erkennen sich gegenseitig. Außerdem, und jetzt mach’ ich Ihr Argument platt: Die WDR-Intendantin spricht Deutsch, kennt seit 40 Jahren Thomas Gottschalk und hat ihn für den ARD-Vorabend engagiert.
Frage: Hat es Gottschalk bei RTL jetzt schlechter getroffen als Sie bei Sky?
Schmidt: Thommy muss sich die Aufmerksamkeit mit der wirklich sehr, sehr netten, attraktiven Michelle Hunziker teilen und mit dem Superalphatier Dieter Bohlen, während ich mich hier bei Sky einordne in ein Premiumprodukt. Außerdem bin ich jetzt in der Nähe meines geliebten Fußballs. Da habe ich am vergangenen Freitag sogar Berti Vogts kennenlernen dürfen. Der war gar nicht böse auf mich wegen des einen oder anderen Berti-Vogts-Witzes in meiner Show.
Frage: Schön für Sie. Muss man jetzt damit rechnen, dass Sie von Sky-Sendung zu Sky-Sendung wandern?
Schmidt: Nein. Ich freue mich, wenn ich eingeladen werde, bin bei den Eröffnungsspielen der Fußball-Bundesliga und beim DFB-Pokal dabei, als Fan-Experte, als leidenschaftlicher Dilettant. Ich war schon immer Fußballfan. Ich habe mit meinem Vater im Stuttgarter Neckarstadion Uwe Seeler spielen gesehen, Willy Entenmann, Charly Dörfel. Jetzt darf ich mich auch dazu äußern, bei Sky. Das war irre, in Berlin beim Pokalfinale, ein Blick in die Dortmunder Kabine, oder wenn die Bayern an mir vorbei zum Warmlaufen kommen. Vor 80.000 Leuten.
Frage: Sie sind Bayern-München-Fan.
Schmidt: Ja, und vom VfB Stuttgart. Beide Mitgliedsausweise kann ich auf Wunsch vorzeigen. Grundsätzlich geht es mir aber immer darum, ein tolles Spiel zu sehen. Ob nun Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Köln neulich am Montagabend, eine ganz bittere Geschichte, oder Bayern und Real in der Champions League.
Frage: Zurück zur Late-Night-Show. Sie machen das ja nicht für sich alleine. Haben Sie eine Vorstellung vom Pay-TV-Publikum, den rund drei Millionen Sky-Abonnenten?






Auch wenn er es sich nicht eingestehen mag, aber Schmidt ist gescheitert. Und das sage ich als Zuschauer der ersten Stunde(n). Zu seinen besten Sat1-Zeuten hatte er es fast geschafft, das Format "Latenight" in Deutschland zu etablieren. Aber dann kam die "kreativpause" und nichts war mehr wie es war...
Für mich war der Hauptgrund die fehlende Bildschirmpräsenz. Latenight muss täglich sein ; einmal die Woche ist Kabarett!
Beide Unterhaltungsformen gehen ganz unterschiedlich mit der Zeit um. Kabarett verdichtet, spitzt zu, Latenight dehnt die Zeit. Beim Kabarett geht es um Themen und Inhalte, bei Latenight geht es im wesentlichen um NICHTS. Aber das ist die große Kunst von Latenight, dieses NICHTS zu zelebrieren. Dazu gehört auch im besten Sinne Langeweile, die erst den Boden bereitet für Spontanes, Absurdes, Beiläufiges und manchmal Geniales. Das braucht den Raum vieler Abende und nicht die Erwartungshaltung eines durchgeplanten Wochenprogramms.
NUn also bei SKY. Ich werde es nicht sehen, und mir wird nichts fehlen, selbst wenn es irgendwo noch im Netz landen wird, werde ich es wohl nicht mehr anschauen.
So ganz stimmt dies dann doch nicht, das NICHTS wird mir schon fehlen....
Nunja, diese zelebrierte Langeweile kam erst später.
Aus meiner Sicht waren die ersten Jahre, die 90er, die besten Jahre, und da bestand das Programm nicht aus pseudo-künstlerischen Improvisationsnummern, wie er es nun seit einer Dekade macht. Stattdessen gab es vorproduzierte Stücke mit Schmidt in der Kölner Innenstadt, aufwendig produzierte Einspieler (mit der "lustigen Stimme") und durchchoreographierte Sendungen ("DDR-Show") dank Leuten wie Kai Edel oder Udo Brömmer.
Nunja, diese zelebrierte Langeweile kam erst später.
Aus meiner Sicht waren die ersten Jahre, die 90er, die besten Jahre, und da bestand das Programm nicht aus pseudo-künstlerischen Improvisationsnummern, wie er es nun seit einer Dekade macht. Stattdessen gab es vorproduzierte Stücke mit Schmidt in der Kölner Innenstadt, aufwendig produzierte Einspieler (mit der "lustigen Stimme") und durchchoreographierte Sendungen ("DDR-Show") dank Leuten wie Kai Edel oder Udo Brömmer.
Ob nun im Pay-TV oder nicht, ich bin grundsätzlich großer Schmidt-Fan, aber ich verstehe nicht, warum dieser charakterstarke TV-Intellektuelle keine anderen Ideen (an Angeboten wird es ja wohl vielleicht nicht liegen...) hat, als wieder eine Late-Night-Show, die 1:1 von den amerikanischen Vorbildern abgekupfert ist (Haltung, Politikwitze, Schreibtische, Sidekicks, die blöden Hintergründe, nervige Musik usw.).
Das Format ist doch ziemlich langweilig geworden und erlebt nur bei der ZDF- Heute Show eine erneuerte Fassung zur freundlichen Sendezeit. Die sonstigen "abgedrehten" (im Sinne der Produktion) Sendungen der Harald-Schmidt-Late-Night-Show sind jedenfalls für den geneigten Zuschauer nicht mehr als eine bessere Alternative zu dieser Sendezeit.
Aber die TV-Intellektuellen jubeln ja trotzdem, egal was Schmidt fabriziert. Es gibt einfach kaum Alternativen, schon gar nicht für die Allgemeinheit. Im Grunde kann der Zuschauer gute Sendungen im Moment als Nischenprodukt auf ZDF-Neo etc. erleben, während sonst im öffentlich-rechtlichen TV immer die Generation 65+ mit Carmen Nebel und Erol Sander das Gesendete bestimmt.
Also Herr Schmidt, denken Sie an die guten Schmidteinander Sachen, seien Sie mal kreativ und langweilen Sie nicht im Pay-TV. Auch wenn die Verträge sicher gut sind, Sie haben doch einen Ruf, der Ihnen sicher auch zusteht, zu verteidigen. Ich plädiere aber auch für mehr Senderaum im öff-rechtl. TV!
Late-Night-Show ist USA 90er!!! ;-)
waren wirklich gut und auch die genialen "Galas", an die sich kaum noch jemand erinnert, aber leider gibt es für alles seine Zeit... und der damals jugendliche Harald Schmidt hat mit dem grauhaarigen seriösen Herrn von heute nicht mehr allzu viel gemeinsam. Sky ist da schon ganz okay.
waren wirklich gut und auch die genialen "Galas", an die sich kaum noch jemand erinnert, aber leider gibt es für alles seine Zeit... und der damals jugendliche Harald Schmidt hat mit dem grauhaarigen seriösen Herrn von heute nicht mehr allzu viel gemeinsam. Sky ist da schon ganz okay.
Bald schon werden wir griechische Verhältnisse haben, während die "Elite" von Politik und Wirtschaft ihre Gewinne in Sicherheit gebracht haben.
Sie werden wieder versuchen die Untertanen gegeneinander auszuspielen. Deutsche gegen Migranten, Christen gegen Muslime oder vielleicht auch wieder Juden?Nee, das mit den Juden wäre zu auffällig, das geht nicht mehr. Demnächst wollen sie Plakate mit einem Jungen Türken, der vermisst wird und unter Terrorverdacht steht überall aufhängen!!! Natürlich werden sie alibimäßig sagen sie hätten nichts generell gegen Muslime und Türken. Meint ihr die hängen überall Plakate mit der Abbildung junger Neonazis auf??? Lasst euch bitte nicht verarschen! NIE WIEDER!!!
"Die Gage ist für mich nicht mehr das Entscheidende. Da habe ich mich lange von gelöst." - ja ne ist klar, die 10 Mio GEZ-EUR pro jahr bei der ARD haben ihr übriges getan.
Da lässt es sich super relaxt arrogant und zynisch daherschwätzen....
schmidt ist genial. er spuckt auf sein publikum, führt die zeitredakteure vor, veräppelt seinen brötchengeber, setzt die intelektuelle schuhsohle auf die köpfe seiner kollegen … und wird reich dabei. und das ganze macht auch noch spaß. hut ab, herr schmidt.
von der "Unterbelichtung" seiner Umgebung und Zuschauer. Außerdem spielt er nicht mehr den Zyniker - er ist mittlerweile Zyniker durch und durch. Bei Sky ist er gut aufgehoben. Für das evtl. Monatsabo kaufe ich mir lieber Originalliteratur von Adorno, Horkheimer, Hans Mayer, Jaspers, Marcuse, Einstein, Marx, Ingo Schulze etc.pp. Aus rein humanistischer Sicht tut mir Schmidt nur noch leid. Narzissmus ist eine schlimme Krankheit (siehe auch: Maatz)
von der "Unterbelichtung" seiner Umgebung und Zuschauer. Außerdem spielt er nicht mehr den Zyniker - er ist mittlerweile Zyniker durch und durch. Bei Sky ist er gut aufgehoben. Für das evtl. Monatsabo kaufe ich mir lieber Originalliteratur von Adorno, Horkheimer, Hans Mayer, Jaspers, Marcuse, Einstein, Marx, Ingo Schulze etc.pp. Aus rein humanistischer Sicht tut mir Schmidt nur noch leid. Narzissmus ist eine schlimme Krankheit (siehe auch: Maatz)
Nunja, diese zelebrierte Langeweile kam erst später.
Aus meiner Sicht waren die ersten Jahre, die 90er, die besten Jahre, und da bestand das Programm nicht aus pseudo-künstlerischen Improvisationsnummern, wie er es nun seit einer Dekade macht. Stattdessen gab es vorproduzierte Stücke mit Schmidt in der Kölner Innenstadt, aufwendig produzierte Einspieler (mit der "lustigen Stimme") und durchchoreographierte Sendungen ("DDR-Show") dank Leuten wie Kai Edel oder Udo Brömmer.
... wenn man Sky abonniert? ;-)
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