Videobotschaft an CameronBritische Schauspieler fordern Freilassung weißrussischer Gefangener

Protest gegen Lukaschenko: Mit einer Videobotschaft fordern Schauspieler wie Ralph Fiennes die Freilassung politischer Häftlinge in Weißrussland noch in diesem Jahr. von 

Der britische Schauspieler Ralph Fiennes während der Premiere seines jüngsten Films "Große Erwartungen" in London

Der britische Schauspieler Ralph Fiennes während der Premiere seines jüngsten Films "Große Erwartungen" in London  |  © CARL COURT/AFP/Getty Images

Mehrere britische Schauspieler haben einen Appell an Großbritanniens Premier David Cameron gerichtet, sich für die Freilassung politischer Gefangener in Weißrussland zu engagieren. Ralph Fiennes , Joanna Lumley, Sam West,  Alan Rickman , Mark Rylance und Simon Callow nahmen Videobotschaften auf, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, berichtet der Guardian . Fiennes hob in seiner Botschaft vor allem die Fälle von Zmitser Dashkevich und Pavel Seviarynets hervor. Der Vorsitzende der Jugendorganisation Malady Front (Junge Front) und der  Co-Vorsitzende der weißrussischen Christlichdemokratischen Partei (BCD) waren 2010 verhaftet worden.

Der Guardian zitiert Fiennes mit den Worten: "Heute appelliere ich an meinen Premierminister David Cameron, die Kraft der Moral einzusetzen und den Schlaf des guten Gewissens zu stören und Alexander Lukaschenko , Europas letzten Diktator, zu bedrängen, dass er die Folter gegenüber seinen eigenen Landsleuten beendet und alle politischen Gefangenen vor Neujahr freilässt."

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Anlass der Protestaktion ist der Jahrestag der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Lukaschenko am 19. Dezember 2010. Teilnehmer der Demonstrationen gegen die Wahl und Oppositionsgegner waren damals krankenhausreif geschlagen und verhaftet worden. Bis heute seien 14 politische Gefangene in Weißrussland inhaftiert, sagte Natalia Kaliada, Mitbegründerin der Untergrund-Gruppe Belarus Free Theatre , die hinter dem Aufruf steht. "Das Regime will nicht zugeben, dass es überhaupt politische Gefangene gibt", sagte die Aktivistin dem Guardian . "Die Behörden erfinden verschiedene Gründe wie Vandalismus, um die Verhaftungen zu rechtfertigen."

Irina Bogdanova, Vorsitzende der Bewegung Free Belarus Now , hofft auf die Wirkung der Petition: "Ich hoffe, dass die Stimme der britischen Künstlerelite eine starke Botschaft an die Regierung ist und die Politiker aufrüttelt, aktiv zu werden."

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Leserkommentare
  1. Früher haben Schausteller noch die Straßenseite wechseln müssen als gestandene Politiker ihnen entgegen kamen, heutzutage werden Höhergebildete dumpf von der Seite ungefragt angequatscht. Es fehlt der Respekt vor der Intelligenz.

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    • NoG
    • 19. Dezember 2012 12:48 Uhr

    sind etwas anderes. wenn man eh nur poebeln will, macht das vermutlich keinen unterschied.

    • NoG
    • 19. Dezember 2012 12:48 Uhr

    sind etwas anderes. wenn man eh nur poebeln will, macht das vermutlich keinen unterschied.

  2. von den Briten finanzierten und trainierten Terroristen in Syrien ja die ukrainische Journalistin freilassen. Diese drohen nämlich die Reporterin zu erschießen.

  3. ... Unrecht angemahnt wird, was wahrscheinlich zutrifft, finde ich das wohlfeil von den Damen und Herren Schauspielern, dass ihnen das Unrecht zuerst weit weg von zu Hause ins Auge fällt, wo sie selber mit ihrem Eintreten nicht das geringste Risiko persönlicher oder ökonomischer Art eingehen. Ganz im Gegenteil, es hilft sogar, sich daheim in erwünschter Art zu inszenieren und zu profitieren.

    Ich bin sicher, auch in UK oder USA finden sich Vorgänge, für die es sich lohnt, in Opposition zu gehen, unbequem zu sein. Nur zu, ihr Freiheitskämpfer!

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    Wann immer sich westliche Prominente für Menschenrechte einsetzen (daß diese in Weißrußland unter Lukaschenko massenhaft verletzt werden, steht wohl außer Frage) kann man die Uhr danach stellen daß prompt jemand auf den Plan tritt der ihnen Profilierungssucht vorwirft, und sie sollen doch erstmal vor der eigenen Haustür kehren, und überhaupt sei doch im Westen alles viel schlimmer mit den Menschenrechten. So wird jedes Engagement zynisch zerquatscht.

    DAS nenne ich mal wohlfeil.

  4. Wann immer sich westliche Prominente für Menschenrechte einsetzen (daß diese in Weißrußland unter Lukaschenko massenhaft verletzt werden, steht wohl außer Frage) kann man die Uhr danach stellen daß prompt jemand auf den Plan tritt der ihnen Profilierungssucht vorwirft, und sie sollen doch erstmal vor der eigenen Haustür kehren, und überhaupt sei doch im Westen alles viel schlimmer mit den Menschenrechten. So wird jedes Engagement zynisch zerquatscht.

    DAS nenne ich mal wohlfeil.

  5. finde ich irgendwie wahr. Einerseits ist es natürlich gut, dass Leute, die eine viel stärkere öffentliche Aufmerksamkeit durch ihre Berühmtheit haben, sich einsetzen diese Verletzung der Menschenrechte zu stoppen. Andererseits denke auch ich, dass es genug Probleme im eigenen Land gibt, für die es sich lohnen würde auch ohne großen Pomp sich einzusetzen, und das konsequent und nicht nur manchmal.

  6. Ein wenig stimme ich dem ersten Kommentar zu: Die Frage ist, ob da nicht einige Herrschaften sich und ihre Bedeutung für die Weltläufte etwas überschätzen, und nicht besser bei ihrem Leisten bleiben sollten. Herr Lukaschenko und auch Herr Cameron werden vermutlich nicht sehr beeindruckt sein von diesen Videos.

    Mir sind Menschen lieber, die bereit sind, für ihre Ansichten auch unbequem zu sein, Risiken einzugehen. Und das sehe ich bei diesem "Engagement" nicht, das ist abgedroschen, sich für etwas einzusetzen, wo die Zustimmungsquote bei 100% liegt.

    Wer das mutig und unbedingt notwendig findet, bitte schön.

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    • TDU
    • 20. Dezember 2012 16:24 Uhr

    Interessante Wortmeldungen. Man soll doch als Künstler in Deutschland immer politisch sein. Nur bitte nicht, wenn es um bestimmte Länder geht. Das hatte man hierzulande immer schon. In der BRD waren es die Linken, heute kommen die unverbrüchlichen Freunde dazu.

  7. hatten wir noch einen Kaiser ;)

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