Architektur-Fotografie

Unheimliche Wohnzellen

© Michael Wolf/Peperoni Books

Aus der Ferne betrachtet scheinen Michael Wolfs Fotografien Tausende einzelne Pixel oder Landschaften aus Legosteinen zu zeigen. Doch es sind ganz reale Gebäude, die darauf zu sehen sind. Das Leben in Megastädten ist Wolfs Thema, für die Serie Architecture of Density (Architektur der Dichte) hat der Münchner Fotograf die bedrückenden Wohnsilos Hongkongs aufgenommen. Der Blick des Betrachters sucht nach Leben inmitten der genormten Einheiten und prallt doch an den Fassaden ab. Der Bildband Architecture of Density ist erschienen bei Peperoni Books.

Leser-Kommentare
  1. betrachten sie das bild mal ganz genau und denken sie daran dass Häuser auch mal 90° ums Eck gehen und vor oder hintereinander stehen. Ich denke ich sehe was sie meinen, es gibt zwei einfache Erklärungen. Entweder gehört diese Fensterreihe noch zu dem mittig-linken dunkelblauen Hochhaus welches dann räumlich hinter dem mittig rechten Hochhaus steht. Oder die erwähnten zwei Hochhäuser stehen in gewissem Abstand (dazu müssen sie noch nichtmal im gleichen Abstand zum Fotografen stehen) und ein weiteres Hochhaus dahinter füllt Lücke, steht hinter diesen Häusern. ergo-abgeschnitten.

    Solange sie nichts über die Anordnung und Anzahl der Hochhäuser wissen und genügend Vorstellungskraft besitzen, können sie auch nicht von einem Fake ausgehen.

    Antwort auf "Manipulierte Bilder?"
  2. Mir sind solche Hochhauszeilen in Hongkong unbekannt
    Was es massenweise gibt sind schmale sehr hohe Wohntürme.
    Gäbe es sie nicht, wäre Hongkong zersiedelt wie D.
    So aber gibt es sehr viel Grün und Natur.
    Nicht jeder möchte aber in den kleinen Komfortwohnungen
    leben, wie z.B. die Menschen in Tai O, auf Cheung Chau oder in den Hakka-Dörfern (nur als Beispiel), d.h. jeder kann, was die Lebensweise anbetrifft, nach seiner Facon selig werden und sein. Im Übrigen ist Hongkong die großartigste Stadt der Welt (Sehnsuchtsziel Lantau-Süd/Mui-Wo), nicht zuletzt we-
    gen des zivilisierten Umganges der Menschen untereinander

    Antwort auf "Andere Maßstäbe"
  3. "Der Blick des Betrachters sucht" in den "bedrückenden Wohnsilos Hongkongs" also "nach Leben inmitten der genormten Einheiten und" -ach du Schreck! "prallt doch an den Fassaden ab"

    Mein Blick prallt da nicht ab. Ich sehe Myriaden Fenster. Keines gleicht dem anderen. Überall wird gelacht, gegessen, geweint, gelebt. Es explodiert geradezu vor Leben!

    Vielleicht fährt der Betrachter mal nach Brandenburg an der Havel oder nach Marzahn-Hellersdorf. Im Vergleich zu der wuseligen Lebendigkeit solcher asiatischer Metropolen, zu denen Deutschlands Grad an Organisation und Struktur sich geradezu mittelalterlich ausnimmt, prallt da wesentlich mehr als nur der Blick auf der Suche nach Leben an den Fassaden ab.

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  4. in Wirklichkeit.
    Muß auch nicht sein.

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    hier wurde nichts gephotoshoppt.
    Die Kopierfunktion bei der Konstruktion wurde ausgiebig verwendet zwischen 30 und 50 mal für die Etagen.
    Und in manchen Gebieten werden dann die Gebäude x mal kopiert.
    Auch das hat seine eigene Ästhetik.
    Für die Bewohner ist das "normal". Deutsche Eigenheimsiedlungen wären für die meisten sicher befremdlich.
    Und die meisten Chinesen und andere Asiaten lieben die kalte Leuchtstofflampen. Wenn sie denen eine Warmtonleuchte geben, fühlen die sich schnell unwohl.
    So anders kann das Leben und Erleben sein.

    hier wurde nichts gephotoshoppt.
    Die Kopierfunktion bei der Konstruktion wurde ausgiebig verwendet zwischen 30 und 50 mal für die Etagen.
    Und in manchen Gebieten werden dann die Gebäude x mal kopiert.
    Auch das hat seine eigene Ästhetik.
    Für die Bewohner ist das "normal". Deutsche Eigenheimsiedlungen wären für die meisten sicher befremdlich.
    Und die meisten Chinesen und andere Asiaten lieben die kalte Leuchtstofflampen. Wenn sie denen eine Warmtonleuchte geben, fühlen die sich schnell unwohl.
    So anders kann das Leben und Erleben sein.

  5. Am liebsten hätte ich Tapeten von den Fotos und möchte damit ein ganzes Zimmer auskleiden und passend zu den Wohnwänden einrichten. Dann möchte ich noch Musik und Geräusche aufnehmen, die nur in diesem neuen "Wohnwahnsinn"-Zimmer gehört werden würde. Hach, allein die Vorstellung von so einem Raum ist schon sehr schön.

  6. Man kann es so oder so sehen.

    Stellen Sie sich mal vor, all diese Leute wollten, wie die Deutschen, ihr Einfamilienhaus im Grünen haben!
    (im Grünen, das heißt: ein Garten, der gerade einmal groß genug ist, daß man um das eigene Haus herumlaufen kann - der ultimative Spießbürgertraum)

    Was für ein Landschaftsverbrauch das wäre!

    Ich selbst lebe in Hamburg und bin immer wieder schockiert über die Ausdehnung der Stadt im Verhältnis zur relativ geringen Einwohnerzahl (nach globalen Maßstäben).

    Mir hängt das "Lob", Hamburg sei so eine „unwahrscheinlich grüne“ Stadt ziemlich zum Halse raus.
    Es klingt positiv, ist es aber nicht.
    Klar läßt sich gegen hohe Bäume und Parks, in denen man Fußball und Tennis spielen, joggen, grillen und sonnenbaden kann, kaum etwas einwenden.
    Aber seien wir doch mal ehrlich:
    Der Großteil von Hamburgs „Grün“ besteht doch aus Verkehrsinseln, Hundekackwiesen, Abstandsgrün mit Gestrüpp drauf und Plastikmüll drin, und ein paar finsteren Drogendealerparks auf Nachkriegs-städtebaulichen Restflächen.
    Da fragt sich schon, ob es – anstatt die Stadt ins Umland auszudehnen – nicht sinnvoller wäre, mit bezahlbarem Wohnraum in zentraler Lage nachzuverdichten.
    Dann würde es auch etwas lebendiger an Orten, an denen man sich jetzt im norddeutschen Nieselregen auf endlosen Gehwegplatten-Wüsteneien die Hacken ablatscht.

    Die Asiaten mögen Wale und Thunfische ausrotten und das Meer gedankenlos mit Plastik vollmüllen - aber umweltschädlich wohnen, das tun wir Europäer!

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    Antwort auf "Wohnwannsinn"
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    Arroganz ist nicht dabei - aber jede Menge Neugier, nennen Sie es ruhig Europäische Neugier.

    Arroganz ist nicht dabei - aber jede Menge Neugier, nennen Sie es ruhig Europäische Neugier.

  7. Arroganz ist nicht dabei - aber jede Menge Neugier, nennen Sie es ruhig Europäische Neugier.

    • 可为
    • 17.01.2013 um 16:12 Uhr

    für deutsche Augen vergleichbaren Häusern in Peking gelebt, und empfand es in keinster Weise als negativ - der Komplex wird dann eben zur Mini-Stadt mit kleinen Supermärkten, etc nach innen und richtigen Geschäften an der Aussenseite.

    Wenn man im echten Leben das Ende oben und unten sieht, wirkt es ganz anders - und alleine schon die viel breiteren oft kerzengeraden Strassen vermitteln häufig ein viel weniger beklemmendes Gefühl als eine in Gässchen gewundene Europäische Stadt...

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